1.06.2026
Was zählt? – eine Besinnung von und mit Gert Holle, inspiriert durch den Song „What Counts?
Es gibt Fragen, die begleiten uns ein Leben lang. Sie tauchen nicht nur in den großen Stunden auf, sondern auch in den kleinen. Beim Spaziergang durch den Wald. Beim Blick aus dem Fenster eines Zuges. Beim Gespräch mit einem alten Freund. Oder wenn wir abends müde auf einen Tag zurückschauen, der uns mehr beschäftigt hat, als wir zunächst dachten.
Eine dieser Fragen lautet: Was zählt wirklich?
Die Welt gibt darauf viele Antworten. Sie spricht von Leistung und Erfolg, von Besitz und Einfluss, von Wissen und Anerkennung. Sie zählt Abschlüsse, Titel, Kontostände und Follower. Sie liebt Ranglisten und Vergleiche. Fast alles scheint messbar geworden zu sein.
Und doch spüren viele Menschen, dass sich das Wesentliche einer Vermessung entzieht.
Der griechische Philosoph Sokrates soll gesagt haben, dass ein ungeprüftes Leben nicht lebenswert sei. Er meinte damit nicht, dass wir ständig über uns selbst grübeln sollen. Vielmehr lädt er uns ein, immer wieder innezuhalten und zu fragen: Lebe ich eigentlich das Leben, das ich leben möchte? Folge ich meinen eigenen Überzeugungen oder nur den Erwartungen anderer?
Wer diese Frage ernst nimmt, entdeckt oft etwas Überraschendes. Die kostbarsten Erinnerungen unseres Lebens haben selten mit Erfolgen zu tun.
Wir erinnern uns an einen Sommerabend mit Freunden. An eine Wanderung, bei der wir uns verlaufen haben und am Ende gerade deshalb die schönsten Ausblicke fanden. An ein langes Gespräch. An eine Umarmung zur rechten Zeit. An Menschen, die uns begleitet haben, als wir selbst nicht weiterwussten.
Der österreichische Psychiater und Philosoph Viktor Frankl schrieb, dass der Mensch nicht in erster Linie nach Glück suche, sondern nach Sinn. Glück lasse sich nicht erzwingen. Es stelle sich oft dort ein, wo Menschen etwas finden, das größer ist als sie selbst: eine Aufgabe, eine Liebe, eine Verantwortung.
Vielleicht liegt darin ein Schlüssel.
Nicht alles, was zählt, kann man zählen.
Man kann Freundschaft nicht wiegen. Vertrauen nicht vermessen. Hoffnung nicht in Tabellen erfassen. Liebe nicht in Statistiken darstellen.
Und doch sind genau diese Dinge oft das Fundament eines erfüllten Lebens.
Auch die biblische Tradition kennt diesen Gedanken. Als Jesus gefragt wurde, was das wichtigste Gebot sei, antwortete er nicht mit einer komplizierten Regel. Er sprach von der Liebe: zu Gott und zum Mitmenschen. Alles andere, sagte er sinngemäß, ordne sich diesem einen Gedanken unter.
Liebe ist dabei nicht nur ein Gefühl. Sie zeigt sich in Aufmerksamkeit. Im Zuhören. Im Verzeihen. Im Mut, Verantwortung zu übernehmen. In der Bereitschaft, für andere da zu sein.
Vielleicht ist das die eigentliche Herausforderung unseres Lebens.
Nicht alles zu wissen.
Nicht überall gewesen zu sein.
Nicht jede Diskussion zu gewinnen.
Sondern ein Mensch zu werden, dessen Gegenwart anderen guttut.
Wenn wir eines Tages auf unser Leben zurückblicken, werden wir uns vermutlich nicht fragen, wie oft wir recht hatten. Wir werden uns fragen, wen wir geliebt haben. Wem wir geholfen haben. Wer durch unser Dasein ein wenig mehr Mut, Hoffnung oder Zuversicht gefunden hat.
Was zählt?
Jeder Mensch wird darauf seine eigene Antwort geben.
Aber vielleicht beginnt jede gute Antwort mit einer einfachen Erkenntnis:
Das Wertvollste im Leben lässt sich nicht besitzen. Es lässt sich nur verschenken.
Gebet
Gott des Lebens,
lehre uns zu unterscheiden zwischen dem, was wichtig erscheint, und dem, was wirklich wichtig ist.
Bewahre uns davor, unser Leben an Maßstäben auszurichten, die keinen Bestand haben.
Schenke uns offene Augen für die Menschen, die unseren Weg kreuzen.
Gib uns den Mut, freundlich zu sein, wenn Gleichgültigkeit einfacher wäre.
Gib uns die Kraft, zu helfen, wenn Hilfe gebraucht wird.
Und schenke uns die Weisheit zu erkennen, dass Liebe, Vertrauen und Hoffnung kostbarer sind als alles, was wir besitzen können.
Begleite uns auf unseren Wegen und lass uns Spuren hinterlassen, die anderen zum Segen werden.
Amen.
Segenswunsch
Der Segen Gottes begleite Dich auf allen Wegen.
Er schenke Dir offene Augen für die kleinen Wunder des Alltags, ein waches Herz für die Menschen an Deiner Seite und die Gelassenheit, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu unterscheiden.
Mögest Du erkennen, was wirklich zählt, und den Mut haben, danach zu leben.
So segne Dich Gott, der Ursprung des Lebens, die Quelle der Liebe und das Ziel unserer Hoffnung.
Amen.
Verse 1
Can you tell me who won Wimbledon
Back in nineteen eighty-three?
Can you quote old Aristotle
Or explain relativity?
Have you climbed a mountain barefoot
Watched the sunrise paint the sky?
Or fixed a flat tire on a country road
When nobody was passing by?
Verse 2
Have you wandered through a strange town
With no map to guide you home?
Read a bad book to the last page
Just to see where it would go?
Have you slept beneath the pine trees
With the stars above your head?
Danced with strangers on a Friday night
And laughed at yourself instead?
Pre-Chorus
There's a million things to learn out there
A million roads to roam
But some of life's most precious truths
Are simpler than we're told
Chorus
'Cause what counts ain't how much you know
Or how many places you've been
It ain't the trophies on your shelf
Or the battles that you win
What counts is who you stand beside
When the cold wind starts to blow
A hand to hold, a heart that's true
That's what counts, I know
Verse 3
Do you know the rules of chess, my friend
Can you play en passant just right?
Can you iron a Sunday shirt
Without a wrinkle left in sight?
Can you explain the offside rule
To a room of soccer fans?
Well that's all fine and good to know
But it won't define a man
Verse 4
Are you waiting by the phone all day
For somebody else to call?
Or do you knock on someone's door
When you see they're about to fall?
Do you stop and really listen
When a lonely soul speaks low?
Do you show up when it matters most
Even when nobody knows?
Pre-Chorus
There's a million dreams worth chasing
And some are worth the climb
But the things we'll be remembered for
Rarely make the headlines
Chorus
'Cause what counts ain't how much you know
Or how many places you've been
It ain't the trophies on your shelf
Or the battles that you win
What counts is who you stand beside
When the cold wind starts to blow
A hand to hold, a heart that's true
That's what counts, I know
Bridge
Maybe someday I'll ride that highway
Everybody says avoid
Take a chance, make a few mistakes
Fill the empty space with joy
And when I reach the final mile
Looking back across the years
I won't count all the facts I learned
I'll count the friends who stayed right here
Final Chorus
'Cause what counts ain't how much you know
Or the titles by your name
It ain't being right every time
Or winning every game
What counts is love you freely gave
And kindness you chose to show
A hand to hold, a heart that's true
That's what counts
Yeah, a hand to hold, a heart that's true
That's what counts, I know
Outro
Tell me friend, before you go—
What counts for you?
(Lyrics & Music by Gert Holle – 1.06.2026)
Autor: Gert Holle - 1.06.2026
