„Kommt her und seht…“ – Die leisen Spuren des Wunders

eine Besinnung zu dem Song "Come and See" von und mit Gert Holle

27.03.2026

 

„Kommt her und seht…“ – Die leisen Spuren des Wunders

„Kommt her und sehet an die Werke Gottes…“ – dieser Ruf aus dem 66. Psalm klingt wie eine Einladung, die Perspektive zu wechseln. Weg von dem, was laut ist, bedrängend, beunruhigend. Hin zu dem, was oft übersehen wird.

Denn ja – wir sehen viel Dunkel. Nachrichten, die uns erschüttern. Situationen, die uns überfordern. Gedanken, die uns die Zuversicht rauben. Gerade wenn wir hoffen, sind wir empfindlich für das, was diese Hoffnung infrage stellt.

Aber das ist nicht alles.

 

Wer innehält, wer zurückblickt – vielleicht nur auf die letzten Tage –, der entdeckt auch anderes:
Ein gutes Wort zur rechten Zeit.
Ein Moment der Kraft, der nicht aus uns selbst kam.
Ein Lächeln, das eine schwere Stunde leichter gemacht hat.
Ein kleines Stück Versöhnung.
Ein unerwarteter Lichtblick.

 

Es sind keine großen Wunder im spektakulären Sinn. Und doch sind es Spuren. Hinweise. Zeichen einer Gegenwart, die trägt.

Die eigentliche Frage ist nicht, ob wir etwas gesehen haben. Sondern: ob wir es als Geschenk erkennen. Ob wir uns daran freuen. Ob wir danken.

Dankbarkeit muss nicht laut sein. Sie zeigt sich oft leise: in einem freundlichen Gesicht, in einem stillen Gebet, in einem ehrlichen Wort im vertrauten Kreis. Vielleicht auch darin, dass wir den Mut finden, von dem zu sprechen, der uns all das schenkt.

 

„Kommt her und sehet…“ – das ist auch eine Einladung, andere mit hineinzunehmen. In ein Staunen. In ein Fragen. Vielleicht sogar in ein Vertrauen.

Möge uns in all dem das Sehen neu geschenkt werden.

 

Gebet
Gott,
öffne meine Augen für das Gute, das Du wirkst –
auch dort, wo ich es leicht übersehe.
Lehre mich, dankbar zu sein für die kleinen Dinge,
für die leisen Zeichen Deiner Nähe.
Schenke mir ein offenes Herz,
das Deine Spuren erkennt –
und den Mut, davon zu erzählen.


Amen.

 

 

Segen
Der Herr segne dich mit wachen Augen,
die das Gute erkennen.
Er schenke dir ein dankbares Herz
und einen stillen Mut, davon zu sprechen.
Und so begleite dich seine Gegenwart –
heute, morgen und an allen Tagen.
Amen.

“Come and See”

Verse 1
I see the shadows cross my days
The silent fears, the hidden ways
A world that trembles, hearts unsure
And I don’t know what hope is for

I long for light, for something true
But all I see feels torn in two
Between the dark that grips my sight
And whispers calling me to light

Pre-Chorus
Is there more than what I feel?
Something broken, something real?

Chorus
Come and see, the works of grace
In every tear, in every place
Even here, where doubts have been
There are wonders in between

Do You show me, Lord, what I can’t see?
In the quiet, are You reaching me?
Through the small things I pass by
Are You there, Lord, in my life?

Verse 2
A gentle word, a healing hand
A strength I didn’t understand
A moment when the pain grew still
And something moved beyond my will

A smile breaks through a heavy day
A lost one finds a way to stay
These fragile signs I almost missed
Are traces of a quiet gift

Pre-Chorus
Did I see, but never know
All the seeds You let me sow?

Chorus
Come and see, the works of grace
In every step, in every place
Even now, through loss and fear
There are signs that You are near

Do You hear me, Lord, when I don’t speak?
When my faith is frail and weak?
In the silence, soft and deep
Are You waking me from sleep?

Bridge
I don’t need a voice out loud
Or blazing signs to draw a crowd
Just a heart that learns to see
What You’ve placed in front of me

A thankful breath, a quiet prayer
A simple truth: that You are there

Chorus (Reprise)
Come and see, the works of grace
In every soul, in every face
What was hidden now revealed
In the wounds that slowly heal

Do You show me, Lord, how to be
More alive, more truly free?
If You walk beside me still
I will learn to trust Your will

Outro
So I will see… and I will learn
Through every loss, through every turn
That even in the smallest light
Your wonder meets me in my sight

 

*****************

„Komm und sieh“

 

Strophe 1

Ich sehe, wie Schatten meine Tage durchziehen

Die stillen Ängste, die verborgenen Wege

Eine Welt, die zittert, Herzen voller Unsicherheit

Und ich weiß nicht, wozu Hoffnung gut ist

 

Ich sehne mich nach Licht, nach etwas Wahrem

Doch alles, was ich sehe, fühlt sich in zwei Teile zerrissen an

Zwischen der Dunkelheit, die meinen Blick gefangen hält

Und den Flüstern, die mich zum Licht rufen

 

Refrain

Gibt es mehr als das, was ich fühle?

Etwas Zerbrochenes, etwas Echtes?

 

Refrain

Komm und sieh die Werke der Gnade

In jeder Träne, an jedem Ort

Selbst hier, wo Zweifel waren

Gibt es Wunder dazwischen

 

Zeigst du mir, Herr, was ich nicht sehen kann?

Erreichst du mich in der Stille?

Durch die kleinen Dinge, an denen ich vorbeigehe

Bist du da, Herr, in meinem Leben?

 

Strophe 2

Ein sanftes Wort, eine heilende Hand

Eine Kraft, die ich nicht verstand

Ein Moment, in dem der Schmerz verstummte

Und etwas sich jenseits meines Willens regte

 

Ein Lächeln durchbricht einen schweren Tag

Ein Verlorener findet einen Weg zu bleiben

Diese zerbrechlichen Zeichen, die ich fast übersehen hätte

Sind Spuren eines stillen Geschenks

Pre-Chorus

Habe ich gesehen, aber nie gewusst,

All die Samen, die du mich säen ließest?

 

Refrain

Komm und sieh die Werke der Gnade

Bei jedem Schritt, an jedem Ort

Selbst jetzt, durch Verlust und Angst

Gibt es Zeichen, dass du nahe bist

 

Hörst du mich, Herr, wenn ich nicht spreche?

Wenn mein Glaube schwach und brüchig ist?

In der Stille, sanft und tief

Weckst du mich aus dem Schlaf?

 

Bridge

Ich brauche keine laute Stimme

Oder leuchtende Zeichen, die eine Menge anziehen

Nur ein Herz, das lernt zu sehen

Was du vor mich gestellt hast

 

Ein dankbarer Atemzug, ein stilles Gebet

Eine einfache Wahrheit: dass du da bist

 

Refrain (Reprise)

Komm und sieh die Werke der Gnade

In jeder Seele, in jedem Gesicht

Was verborgen war, ist nun offenbart

In den Wunden, die langsam heilen

Zeigst du mir, Herr, wie ich

Lebendiger, wahrhaft freier sein kann?

Wenn du noch immer an meiner Seite gehst

Werde ich lernen, deinem Willen zu vertrauen

Outro

So werde ich sehen … und ich werde lernen

Durch jeden Verlust, durch jede Wendung

Dass selbst im kleinsten Licht

 

Dein Wunder mir in meinen Augen begegnet


Autor: Gert Holle - 27.03.2026