„Der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.
Ich aber habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“
(Lukas 22,31)
Ein starkes Bild.
Ein unbequemes Bild.
Ein Bild, das nicht nach Wellness-Glauben klingt.
Gesiebt werden.
Weizen wird geworfen, geschüttelt, durchgerüttelt. Was leicht ist, fliegt davon. Was leer ist, verweht. Was trägt, bleibt.
Jesus sagt dieses Wort zu Petrus. Zu einem, der sich stark fühlt. Der
überzeugt ist: „Mit dir gehe ich bis ins Gefängnis. Bis in den Tod.“
Und Jesus weiß: Noch bevor der Morgen graut, wird dieser Mut zerbrechen.
Der Hahn wird krähen.
Wir kennen diese Momente
Vielleicht nicht im Hof des Hohenpriesters.
Aber im Klassenzimmer.
Im Büro.
In der Clique.
Im digitalen Raum.
Wenn wir spüren: Jetzt wäre Haltung gefragt.
Jetzt wäre es dran, zu dem zu stehen, was wir glauben.
Und wir weichen aus.
Lachen mit.
Schweigen.
Scrollen weiter.
Unsere Versuchungen heißen heute nicht nur Macht oder Geld.
Sie heißen Vergleich.
Selbstoptimierung.
Anerkennung.
Angst vor Ablehnung.
Digitale Dauerpräsenz.
Wir hängen im Feed bis tief in die Nacht – und merken nicht, wie sehr wir
uns messen lassen.
Wer hat mehr erreicht?
Wer sieht besser aus?
Wer ist erfolgreicher?
Wer ist lauter?
Ist das nicht auch ein Sieb?
Passionszeit – Training für das Echte
Die Wochen vor Ostern sind keine kirchliche Pflichtübung.
Sie sind eine Einladung.
Fasten bedeutet nicht zuerst Verzicht um des Verzichts willen.
Es ist ein geistliches Training.
Weniger Lärm – mehr Hören.
Weniger Reiz – mehr Tiefe.
Weniger Selbstinszenierung – mehr Echtheit.
Vielleicht heißt Fasten 2026:
das Handy bewusst ausschalten.
den Vergleich unterbrechen.
nicht jedem Trend hinterherlaufen.
Stille aushalten.
Denn Prüfungen kommen sowieso.
Ob wir sie üben oder nicht.
Nicht alles im Leben ist kontrollierbar und toll.
Nicht jede Krise lässt sich wegwischen wie eine Story nach 24 Stunden.
Jesus verspricht uns kein bequemes Leben.
Er sagt nicht: Ich bewahre dich vor jeder Erschütterung.
Er sagt:
Ich habe für dich gebetet.
Das ist der entscheidende Satz.
Nicht allein im Sieb
Christlicher Glaube ist kein Schutzschild gegen Krisen.
Aber er ist eine Zusage mitten hindurch.
Christus betet für uns.
Nicht erst, wenn wir stark sind.
Gerade dann, wenn wir fallen.
Petrus wird Jesus verleugnen.
Er wird bitterlich weinen.
Und genau dort beginnt seine eigentliche Umkehr.
Glaube wird nicht im Applaus geboren.
Er wächst im Durchhalten.
Im Wiederaufstehen.
Im Ehrlichwerden.
Gesiebt werden heißt nicht vernichtet werden.
Es heißt: Das Echte bleibt.
Und vielleicht ist das die eigentliche Hoffnung der Passionszeit:
Dass am Ende nicht unsere perfekte Fassade übrig bleibt,
sondern unser echtes Herz.
Gebet
Herr Jesus Christus,
du kennst unsere Stärke – und unsere Angst.
Du weißt, wie schnell wir uns drehen, wenn der Druck steigt.
Wie leicht wir schweigen, wenn Mut gefragt ist.
Du hast für Petrus gebetet.
Und du betest auch für uns.
Halte unseren Glauben fest,
wenn Zweifel laut werden.
Reinige uns von dem,
was uns von dir trennt.
Lehre uns, in der Stille neu auf dich zu hören.
Schenke uns Mut, echt zu sein.
Und Vertrauen, wenn das Leben uns prüft.
Amen.
Segen
Der Herr segne dich in Zeiten der Prüfung.
Er halte dich fest, wenn dein Mut wankt.
Er bewahre deinen Glauben,
wenn Stimmen dich verunsichern.
Und wenn der Hahn kräht
und du deine Schwäche erkennst,
dann schenke er dir die Kraft zum Neuanfang.
So begleite dich der Friede Christi –
heute, in dieser Passionszeit,
und an allen Tagen deines Lebens.
Amen.
Der Hahn wird krähen – mitten ins Schweigen,
wenn wir anfangen, uns selbst zu verleugnen.
Doch du hast gebetet, dass Glaube bleibt,
wenn Angst in uns laut nach Rückzug schreit.
Sieb uns wie Weizen – wir halt’ns nicht allein,
lass uns am Ende noch echt bei dir sein.
Vers 1
Wir hängen im Feed bis drei Uhr nachts,
checken, wer heute wieder alles packt.
Perfekte Stories, perfektes Licht –
und wir fragen uns leise: „Reicht mein Leben nicht?“
Wir sagen: „Gott, ich geh mit dir – safe!“
Doch wenn’s unbequem wird, drücken wir „Escape“.
Mut klingt gut, bis es ernst wird im Raum,
und wir verraten dich – kaum dass man schaut.
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Pre-Chorus
Prüfungen kommen, ob wir’s woll’n oder nicht,
nicht alles im Leben läuft glatt und im Licht.
Und genau in dem Moment, wenn wir zweifeln und flieh’n,
stehst du da und lässt uns nicht zieh’n.
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Refrain
Der Hahn wird krähen – mitten ins Schweigen,
wenn wir anfangen, uns selbst zu verleugnen.
Doch du hast gebetet, dass Glaube bleibt,
wenn Angst in uns laut nach Rückzug schreit.
Sieb uns wie Weizen – wir halt’n das nicht allein,
lass uns am Ende noch echt bei dir sein.
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Vers 2
Fasten heißt vielleicht: Handy mal aus.
Nicht jeder Trend bestimmt mein Haus.
Weniger Lärm, mehr Herz, mehr Raum –
Gott ist kein Hashtag, Gott ist Vertrauen.
Vielleicht ist Verzicht kein Verlust, sondern Start,
ein Training fürs Leben, wenn’s hart wird und kracht.
Wenn Sicherheiten kippen wie Dominosteine,
brauch ich mehr als Applaus – ich brauch deine Leine.
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Bridge
Unsere Versuchung heißt: „Du bist genug – allein.“
Unsere Versuchung sagt: „Du brauchst keinen Gott, um wer zu sein.“
Doch wenn alles wankt und keiner mehr hält,
ist deine Stimme das Einzige, was zählt.
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Final-Refrain
Der Hahn wird krähen – ja, wir fallen,
doch deine Fürbitte trägt uns durch die Jahre.
Du hast gebetet – und das bleibt wahr:
Kein Dunkel ist stärker als du es warst.
Sieb uns wie Weizen – brenn alles klein,
was uns trennt – und lass das Echte beständig sein.
(Worte & Musik: Gert Holle - 24.02.2026)
Autor: Gert Holle - 24.02.2026
