
6.01.2026
„Denn in Einsamkeit ist’s leichter
und kein andrer Weg ist weiter –
von der Wirklichkeit zum Traum.“
Es sind Zeilen wie diese, die bleiben, wenn das Lied längst verklungen ist. Sie tragen keine Parole, sie versprechen keinen schnellen Trost. Sie öffnen einen Raum – leise, behutsam, ehrlich. Genau dort beginnt die Musik von Gert Holle.
Manche Musik kommt nicht daher, um gehört zu
werden.
Sie kommt, um zu bleiben.
Die Lieder von Gert Holle sind solche Lieder. Sie drängen sich nicht auf, sie umwerben nicht. Sie gehen neben einem her – manchmal über weite Strecken. Und irgendwann merkt man: Man ist nicht mehr allein.
Gert Holle ist ein Musiker, der das Handgemachte liebt – nicht als Stilmittel, sondern als Haltung. Gitarre, Mundharmonika, Akkordeon, einfache Percussion, Holz, das klingt wie Erde unter den Füßen. Seine Instrumente erzählen mit, aber sie reden nicht dazwischen. Sie lassen Raum für Worte, für Pausen, für das, was zwischen den Zeilen geschieht.
Und diese Zeilen haben Gewicht.
In seinen Liedern geht es um Träume, die weiter reichen als der Alltag, um Einsamkeit, die nicht flieht, sondern klärt. In „Weite Wege“ beschreibt er den Gang vom Wirklichen zum Möglichen – nicht als Flucht, sondern als bewusste Entscheidung. Der Traum ist kein Gegenentwurf zur Welt, sondern eine Kraft, die sie verändern kann. Schritt für Schritt. Allein – und doch verbunden.
Was Gert Holle auszeichnet, ist sein Blick für das, was selten besungen wird. In „You are his Angel“ richtet er das Licht auf eine Wirklichkeit, die oft im Schatten bleibt: die stille Liebe und Erschöpfung pflegender Angehöriger. Hier wird nichts beschönigt, nichts dramatisiert. Der Song erzählt von grauen Haaren, zitternden Händen, von Humor mitten im Schweren. Und von einer Liebe, die bleibt, auch wenn Worte verschwinden. Es ist ein Lied, das nicht tröstet – sondern würdigt.
Auch gesellschaftliche Fragen tauchen auf, leise, aber klar. „Love is the way“ ist ein Lied gegen Gewalt, gegen Machtlogik, gegen das scheinbar Selbstverständliche. Es erzählt von einem Menschen, der stark werden könnte – und sich bewusst dagegen entscheidet. Stattdessen folgt er einem anderen Weg: dem der Liebe. Nicht naiv, sondern widerständig. Verwurzelt im christlichen Glauben, ohne ihn zur Parole zu machen.
Gert Holle singt nicht, um Antworten zu liefern. Er stellt Fragen, die lange nachklingen. Seine Texte sind einfach, aber nicht simpel. Sie vertrauen darauf, dass die Hörenden mitdenken, mitfühlen, mitgehen.
Vielleicht ist es das, was seine Musik so besonders macht:
Sie will nichts überdecken.
Sie will nichts erklären.
Sie will begleiten.
In einer Zeit, in der vieles laut, schnell und glatt geworden ist, wirken diese Lieder wie ein Gegenentwurf – nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung. Sie erinnern daran, dass Kultur dort beginnt, wo Menschen ihre Erfahrungen teilen. Ehrlich. Verletzlich. Handgemacht.
Wer sich auf die Musik von Gert Holle einlässt, findet keine perfekte Oberfläche. Aber Tiefe. Und Wege, die weiter führen, als man zunächst denkt.
Wenn Du ein bisschen mehr von Gert hören möchtest, dann gehe auf seinen YouTube-Kanal Dort finden sich weit über 300 Videos, die ein wenig das musikalische Schaffen aus über vier Jahrzehnten wiedergeben.
Autor: WIRIMNETZ-RED - Gert Holle - 6.01.2026
