DDR-Geschichte darf im Unterricht nicht an Bedeutung verlieren

Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ - Einheit braucht Erinnerung

Foto: Initiative "3. Oktober - Deutschland singt und klingt"
Foto: Initiative "3. Oktober - Deutschland singt und klingt"

21.01.2026

 

(Tutzing/sk) - Die Initiative „3. Oktober - Deutschland singt und klingt“ sieht, den bereits zurückgenommene, Vorschlag des Senats in Berlin, die Geschichte der DDR nicht mehr verpflichtend im Unterricht zu verankern (*1), mit großer Sorge. Aus Sicht der Initiative ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte unverzichtbar für gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein gemeinsames Verständnis deutscher Einheit. Vielmehr fordert die Initiative die Zeit nach 1945 nicht nur in der 2. Sekundarstufe, sondern bereits bis zur 10. Klassen verpflichtend in den Geschichtsunterricht zu nehmen.

„Einheit entsteht nicht durch Vergessen, sondern durch Verstehen“, erklärt Christopher Dehn, Projektleiter bei „3. Oktober - Deutschland singt und klingt“. „Wer die Geschichte der DDR aus dem verpflichtenden Unterricht zurückdrängt, riskiert Wissenslücken, Missverständnisse und Entfremdung - gerade zwischen den Generationen und zwischen Ost und West.“ Laut Studien besteht Interesse bei jungen Menschen an der DDR-Geschichte und es gibt die Notwendigkeit diese Informationen im Unterricht zu priorisieren (*2|*3). Eine Ausweitung des Geschichtsunterrichts über die DDR in frühere Klassenstufen ist zutiefst notwendig, um wenigstens einen minimalen Kenntnisstand über die aktuellen historischen und strukturellen Unterschiede des Landes, sowie die Hintergründe des Nationalfeiertages den Schülerinnen und Schülern zu vermitteln.

„Wenn wir Einheit ernst nehmen, müssen wir ihre Geschichte ernst nehmen“, so Christopher Dehn weiter. „Das gilt nicht nur für die Friedliche Revolution und den Mauerfall, sondern auch für die Jahrzehnte davor: für Diktaturerfahrung, für Anpassung und Widerstand, für biografische Brüche und bis heute spürbare Prägungen.“

Die Initiative fordert daher: die verbindliche und vertiefte Behandlung der DDR- und Wiedervereinigungsgeschichte im schulischen Unterricht in der 1. Sekundarstufe, eine stärkere Verknüpfung von historischer Bildung und Demokratiebildung, sowie innovative Bildungsformate, die junge Menschen emotional wie inhaltlich erreichen. Jegliche Versuche die jüngere Geschichte von Deutschland auszuklammern, lehnen wir entschieden ab.

„3. Oktober - Deutschland singt und klingt“ arbeitet bundesweit an Projekten, die Einheit erlebbar machen - durch Musik, Begegnung und Bildungsarbeit. Mit einer eigenen Referentin für Bildung entwickelt die Initiative derzeit Konzepte, die historische Aufarbeitung, persönliche Perspektiven und kreative Zugänge miteinander verbinden.

„Wir erleben immer wieder: Wo Menschen Geschichte gemeinsam lernen, entsteht Verständnis – und dort wächst echte Einheit“, betont Christopher Dehn. „Gerade deshalb darf DDR-Geschichte nicht an den Rand gedrängt werden, sondern gehört ins Zentrum unserer Bildungsarbeit.“

Die Initiative lädt Politik, Schulen und Bildungseinrichtungen dazu ein, gemeinsam neue Wege zu gehen, um die Geschichte der deutschen Teilung und Einheit lebendig, differenziert und zukunftsorientiert zu vermitteln.

Über „Deutschland singt und klingt“
„Deutschland singt und klingt“
ist eine bundesweite zivilgesellschaftliche Initiative, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gelebte Einheit einsetzt. Rund um den Tag der Deutschen Einheit bringt sie Menschen durch musikalische Einheitsfeste, jährlich stattfindende Aktionen, Begegnungs- und Bildungsformate zusammen – über Generationen, Lebensgeschichten und Meinungen hinweg.