Ferdinand Habsburg Helm @Alpine Racing: Race for Meals ist der ultimative Härtetest gegen den Hunger

Ferdinand Habsburg mit Mary's Meals Voluntären in Malawi. Foto: @Mary's Meals
Ferdinand Habsburg mit Mary's Meals Voluntären in Malawi. Foto: @Mary's Meals

12.06.2026

 

(Mainz/mm) - Die 24 Stunden von Le Mans gelten als das härteste und prestigeträchtigste Langstreckenrennen der Welt. Wenn im Juni über 60 Rennwagen einen Tag und eine Nacht lang durch den Nordwesten Frankreichs jagen, geht es für den österreichischen Profirennfahrer Ferdinand Habsburg um mehr als den sportlichen Erfolg in der Hypercar-Klasse. Habsburg, Urenkel des letzten Kaisers von Österreich, nutzt seinen sechsten Start bei dem Klassiker für ein konkretes Hilfsprojekt: Unter dem Motto „Race for Meals“ sammelt er Spenden für die Organisation Mary’s Meals.

 

Die Kampagne verbindet den Leistungsmotorsport mit dem Kampf gegen den weltweiten Hunger und basiert auf einer einfachen und wirkungsvollen Idee: einem Aufruf, jede von Ferdinand Habsburg absolvierte Runde mit 22 Euro, 25,20 USD oder 19,15 Pfund zu sponsern. Das nächste Rennen findet am 13. und 14. Juni 2026 mit dem Ziel statt, die 385 Runden der Ausgabe 2025 zu übertreffen. „Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Kinder sich nie wieder Sorgen um ihre Mahlzeiten machen müssen. Ich möchte sie nicht enttäuschen“, sagt Habsburg vor dem aktuellen Rennen. „Ich liebe den Rennsport. Das Auto bis an seine Grenzen zu bringen, ist ein unglaublich befriedigendes Erlebnis. Aber zu wissen, dass dadurch auch jemand anderes die Freude an Energie und Nahrung entdecken kann, macht es zu einem noch viel größeren Vergnügen“, so Habsburg.

 

 

12.06.2026


FIDES-NACHRICHTEN - 12.06.2026

Kardinale Tagle bei Trauerfeier für Bischof Osorio Afonso Citora: "Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“

 

Von Kardinal Luis Antonio G. Tagle*

 

Rom (Fides) - Wir dokumentieren im Wortlautdie Predigt, die Kardinal Tagle bei der heutigen Trauerfeierfür Bischof Osorio Afonso Citora in der Kapelle der Heiligen Drei Könige im "Palazzo di Propaganda Fide" in Rom gehalten hat.

 

Wir danken dem Herrn, der uns in dieser Eucharistiefeier am Fest des heiligen Apostels Barnabas als eine Familie zusammengeführt hat. Ich bin sicher, der Heilige würde es nicht übelnehmen, wenn unsere Gemeinde an seinem Gedenktag auch des geliebten Bruders, Freundes und Mitarbeiters, Bischof Osorio Afonso Citora, eines Consolata-Missionars, gedenkt, der das Dikasterium viele Jahre lang bis zu seinem Tod als seine Heimat, seine Familie und seine Mission betrachtet hat. Ich glaube, dass der Heilige Barnabas durch das Leben und Blut von Bischof Osorio geehrt wird. Ich erinnere mich, dass mich der damalige Generalobere der Consolata-Missionare, Pater Camerlengo, 2017 zum Generalkapitel einlud, um über die Freundschaft und die missionarische Zusammenarbeit zwischen Paulus und Barnabas zu sprechen. Nun begegnen wir Barnabas wieder.

Laut der Apostelgeschichte war Barnabas, auch Josef genannt, Mitglied der ersten christlichen Gemeinde in Jerusalem. Er verkaufte seinen Besitz und gab den Erlös den Aposteln, damit sie ihn an die Armen verteilten. Nach Sauls Bekehrung stellte Barnabas ihn den Aposteln in Jerusalem vor. Er suchte Saulus auf und brachte ihn nach Antiochia, wo die Mission unter den Heiden blühte und wo der Heilige Geist beide in die Mission entsandte. Aufgrund einer Meinungsverschiedenheit trennten sich ihre Wege, aber sie störten sich nicht gegenseitig. Dank ihrer Trennung erreichte das Evangelium viel mehr Menschen.

Erinnert uns Barnabas nicht vielleicht an Osorio? Oder ist es vielleicht Osorio, der uns an Barnabas erinnert? Osorio verließ seine Familie und seine Heimat als Consolata-Missionar, bereit, überall hin zu gehen, wohin ihn der Heilige Geist führte. Als ich ihn eines Tages im Oktober 2023 in mein Büro rief, dachte er, ich bräuchte einen Bericht über die Kirchsprengel, mit denen er sich befasste. Er kam und sprach (ausführlich). Es war schwierig, ihn zu unterbrechen. Als er schließlich innehalten musste, um Luft zu holen, nutzte ich den Moment. Ich teilte ihm mit, dass Papst Franziskus ihn zum Weihbischof von Maputo ernennen wollte. Dann herrschte Stille, ein leerer Blick, und er brach in Tränen aus. Er bat um Zeit zum Beten und Nachdenken. Am nächsten Tag sagte er demütig „Ja“. Dann bat er mich, bei seiner Bischofsweihe die der Hauptkonsekrant zu sein. Als Mitarbeiter war das Dikasterium sein Begleiter bei seiner Mission. Nun, als Bischof, wünschte er sich, dass das Dikasterium ihn auf diesem neuen Weg begleiten würde. Wie Barnabas suchte auch Osorio Mitarbeiter und Freunde für seine Mission – seinen Paulus, Markus, Timotheus und so weiter. Für Osorio war Mission nicht nur Arbeit, sondern Freundschaft mit dem Herrn, die Freundschaften mit anderen Missionaren entstehen lässt. Freundschaft gehört zu jeder Missionsreise dazu. Erinnern Sie sich, wie Osorios Freundschaft und Herzlichkeit Ihre Mission im Dikasterium bereichert haben.

Schließlich gibt Jesus im Evangelium eine überraschende Beschreibung von Mission: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“. Gewiss, die Apostel sind zu bestimmten Aufgaben berufen: das Reich Gottes zu verkünden, Kranke zu heilen, Tote aufzuerwecken, Aussätzige zu reinigen und Dämonen auszutreiben. Doch Grundlage all dieser Aufgaben ist die Gabe des Reiches Gottes, die Gabe des Evangeliums, die Gabe der Berufung des Herrn, die Gabe der Freundschaft mit dem Herrn, die Gabe des Vertrauens zu Jesus und die Gabe der Teilhabe an seiner Mission. Mission besteht darin, anderen die Gabe, die wir von Jesus umsonst empfangen haben, umsonst weiterzugeben. Wir müssen uns auf die Gabe Jesu verlassen, nicht auf Silber, Geld, Gewänder, Sandalen oder einen Stab. Mission besteht nicht darin, die eigenen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und die Leistungen anderer zu übertreffen. Lasst uns die Gabe des Glaubens wertschätzen, indem wir sie als Geschenk weitergeben.

Wir waren Zeugen der Begeisterung und Freude, die Osorio jedes Mal empfand, wenn er das Wort Gottes verkündete. Er wurde nie müde, Bibelstunden, spirituelle Einkehrzeiten und Exerzitien zu organisieren. Die Gabe, die er umsonst empfangen hatte, gab er umsonst weiter. Deshalb sind wir alle fassungslos und tief betroffen von seinem gewaltsamen Tod. Wie konnte ein Mann wie er, der so großzügig ein Lächeln, das Wort Gottes und das Reich Gottes der Gerechtigkeit schenkte, ein so tragisches Ende finden? Wir wissen es noch nicht, und vielleicht werden wir es nie erfahren. Doch wir halten fest an Jesu Worten im Evangelium: “ Wenn ihr in ein Haus kommt, dann entbietet ihm den Gruß. Wenn das Haus es wert ist, soll euer Friede bei ihm einkehren. Wenn das Haus es aber nicht wert ist, dann soll euer Friede zu euch zurückkehren“. Lieber Osorio, du wirst des Friedens nicht beraubt werden. Der Friede Jesu wird zu dir zurückkehren. Ruhe in Frieden.

Ich möchte mit den Worten schließen, die ich in der Predigt anlässlich seiner Bischofsweihe im Januar 2024 an Bischof Osorio gerichtet habe:

„Bischof Osorio, Sie haben ein wunderschönes bischöfliches Motto aus Psalm 119 gewählt: ‚Lucerna pedibus meis‘ – ‚Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade‘. Es drückt Ihren Glauben, Ihr Gebet, Ihr Verlangen und Ihr pastorales Programm aus. Sie sagten: ‚Ich möchte, dass das Wort Gottes nicht nur meine Schritte erleuchtet, sondern auch die der Brüder und Schwestern, die der Herr mir und meiner pastoralen Fürsorge anvertraut hat‘.

Mögen Sie das Wort Gottes als Speise und Stärkung verkünden. Und wenn Dämonen Sie mit falschen Lampen verführen, halten Sie an Gott fest, der durch Jesus im Heiligen Geist zu Ihnen spricht. Mit Gottes Wort als Ihrer Lampe und Ihrem Licht werden Sie der Kirche treu dienen.

Mögen Sie von Maria, der Consolata, lernen, die die Gottes Wort hörte und als demütige Magd des Herrn danach handelte.“

Ruhe in Frieden.

(Fides 11/6/2026)

 

* Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen)

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Taufen und Firmungen in der Gemeinde Kokossa: “Gott erwählt die Letzten”

 

Kokossa (Fides) – Am Sonntag, dem 7. Juni, wurde in Äthiopien das Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit gefeiert. Aus diesem Anlass wurden in Kokossa, einer Gemeinde der Apostolischen Präfektur Robe unter der Leitung von Pater Angelo Antolini (OFM Cap), die Sakramente der christlichen Initiation für Kinder und Erwachsene gespendet.

„Gott erwählt die Letzten! Die Letzten in jeder Hinsicht. Menschen, die nur vor Gott und der Kirche von Bedeutung sind. Dieses Geheimnis ist groß und unbegreiflich“, so Pater Angelo gegenüber Fides am

Rande der Feierlichkeiten.

Pfarrer Nicola, ein italienischer Fidei-Donum-Priester aus Padua, der seit über sieben Jahren in der Gemeinde tätig ist, berichtet von diesem besonderen Tag und den Fortschritten, die die Gemeinde im Laufe der Jahre gemacht hat.

„Wir haben neun Taufen gefeiert, davon fünf Erwachsene und vier Kinder“, schreibt der Missionar in einem Bericht an Fides. „Darüber hinaus haben neunzehn Erwachsene und Jugendliche das Sakrament der Firmung empfangen und an der Eucharistie teilgenommen. Die erwachsenen Getauften empfingen dabei ebenfalls die Sakramente der christlichen Initiation“.

„Ehrlich gesagt“, fährt Pfarrer Nicola fort, „sind dies Menschen, die schon lange am Gemeindeleben teilnehmen. Es war kein kurzer oder abrupter Prozess: Die meisten von ihnen besuchen die Gottesdienste seit mehreren Jahren. Nur eine Familie und eine Frau sind letztes Jahr neu hinzugekommen, alle anderen sind schon länger dabei. In den letzten Jahren haben wir eine für die gesamte Gemeinde offene Glaubensbildung angeboten, um jedem die Möglichkeit zu geben, sich angemessen auf diesen wichtigen Moment vorzubereiten.“

Die Gemeinde Kokossa wurde vor fast zehn Jahren gegründet (vgl. Fides 24/06/2016). „Der Apostolische Präfekt von Robe erinnerte mich bei einer unserer Rückreisen von der Mission daran: Diese Gemeinschaft besteht nun schon seit neunzehn Jahren. Sie ist insofern noch relativ jung, als sie keine lange Tradition hat, aber sie ist dank der beständigen missionarischen Präsenz gewachsen. Anfangs wurde der Dienst den Missionsschwestern der Nächstenliebe Mutter Teresas anvertraut. Eine kleine Wandergemeinschaft blieb einige Monate, begleitet von einem Priester, der die Eucharistie zelebrierte. Um diese Präsenz herum entstand die erste Gemeinschaft, bestehend aus älteren Menschen, Familien und Erwachsenen. Später, nach dem Weggang der Schwestern, wurde die Gemeinschaft von Pater Angelo und einem Katecheten begleitet, der eine wichtige Verbindungsrolle einnahm und die Menschen auch dann besuchte, wenn der Priester nicht anwesend sein konnte.“

Im Laufe der Jahre gab es weitere bedeutende Momente, bemerkt Pater Nicola. „Insbesondere möchte ich daran erinnern, dass unser emeritierter Bischof von Padua, Antonio Mattiazzo, diese Gemeinde vor einigen Jahren besonders ins Herz geschlossen hat. Er liebte sie, unterstützte sie und spendete etwa zwanzig bis dreißig Gläubigen die Sakramente. Diese Generation von Gläubigen bildet heute den Kern der Gemeinde, die wir vor siebeneinhalb Jahren mit den Missionaren Pater Stefano und Elisabetta im Rahmen des Engagements des Bistums Padua für die Apostolische Präfektur Robe vorfanden. Seitdem haben wir die Früchte dieser Arbeit geerntet und unterstützen die Gemeinde weiterhin, wobei wir der Nächstenliebe besondere Aufmerksamkeit schenken, die hier ein sehr deutliches Zeichen und Bedürfnis darstellt. Diese Aufmerksamkeit geht jedoch stets mit dem besonderen Augenmerk für den Glauben einher: Die wöchentlichen Gottesdienste, Gebetszeiten, die Glaubensbildung und die Seelsorge tragen zum Wachstum der Gemeinde bei.“

Wie der Bericht des Missionars zeigt, war die Reaktion der Menschen in den letzten Jahren positiv. „Viele kommen natürlich mit der Bitte um konkrete Hilfe zu uns, doch der Weg endet nicht mit der Bitte um materielle Unterstützung. Wir versuchen, menschliche Entwicklung, Nächstenliebe und Solidarität mit der Evangelisierung zu verbinden – durch Sakramentenunterricht, Gebet, Feiern und Familienbesuche. Diese Besuche beinhalten Momente des Gebets, aber auch Gelegenheiten, einander kennenzulernen und die Beziehungen zu vertiefen. Die Menschen fühlen sich so von Gott, unserem missionarischen und seelsorgerischen Dienst und dem aufrichtigen Wunsch, in ihr Leben einzutreten, begleitet. Wir versuchen, nicht nur auf ihre materiellen, sondern auch auf ihre geistlichen Bedürfnisse einzugehen. Es ist eine diskrete, oft verborgene, aber sehr wertvolle Arbeit.“

„Zu den Prioritäten unserer Mission gehört ganz klar die Bekämpfung der Armut, die Versorgung mit Nahrung, Gesundheit und Würde“, erklärt Pfarrer Nicola. „Es geht nicht so sehr darum, Wohlbefinden zu gewährleisten, sondern vielmehr darum, Menschen zu helfen, ohne die Sorgen zu leben, die zu Armut und Verzweiflung führen können. Wir sind ein Zeichen der Solidarität, getragen von unseren Gemeinden und dem Bistum Padua, aber auch ein Zeichen der Solidarität, die die Menschen vor Ort erleben und teilen. Wenn es darum geht, jemandem zu helfen, versucht jeder etwas beizutragen, sei es auch nur eine Kleinigkeit. Es ist eine bedeutungsvolle Geste, die Teilhabe und Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zum Ausdruck bringt.“

„Nach unserer Ankunft koordinierten wir auf Bitte von Bischof Mattiazzo und im Einklang mit der Tradition der Apostolischen Präfektur Robe den Bau eines Kindergartens, um einem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen“, fährt er fort, „Seit 2021 ist der Kindergarten in Betrieb und betreut rund 150 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Dies ist ein kleines, aber wichtiges Zeichen des Engagements für Bildung. Die Kinder erhalten eine grundlegende Bildung, die sie optimal auf den späteren Eintritt in die Grundschule vorbereitet“.

„Die Schule ist ein Bereich, der nach wie vor viel Energie erfordert“, betont der Fidei-Donum-Missionar, „Gut ausgebildete Lehrkräfte, Lehrmaterialien und finanzielle Unterstützung für Familien, die Schwierigkeiten haben, die Kosten zu decken, sind notwendig. Darüber hinaus erhalten manche Kinder Brot und Tee, die oft nicht nur das Frühstück, sondern auch das Mittagessen darstellen. Auch dies ist ein einfaches, aber konkretes Zeichen der Fürsorge und Kontinuität. Es geht weniger darum, rein religiöse Werte zu vermitteln, sondern vielmehr darum, den Wert von Bildung und die Bedeutung der Kinder, der Zukunft der Gemeinschaft, hervorzuheben. Daher versuchen wir, diese Hilfe mit einem breiten karitativen Ansatz zu verknüpfen, denn oft fehlt es den Menschen an den grundlegendsten Dingen. Manchmal ist es sogar notwendig, einzugreifen, um eine Hütte zu bauen oder andere lebensnotwendige Dinge bereitzustellen“.

Unter den Projekten der letzten zwei Jahre hebt Pfarrer Nicola insbesondere ein Programm zur Förderung von Frauen hervor. „Frauen spielen eine zentrale Rolle in der Familie und bei der Kindererziehung. Immer wieder begegnen wir Frauen, die verlassen wurden oder die Last der Familie allein tragen müssen, während Männer andere Familien haben oder ihren Verpflichtungen nicht vollumfänglich nachkommen. Deshalb ermöglicht das Projekt den Kauf eines Schafes oder die Anschaffung von Material für die Gründung eines kleinen Unternehmens. So können Frauen ein Einkommen erzielen, mehr Unabhängigkeit erlangen und sind nicht ständig auf fremde Hilfe angewiesen. Wir haben erlebt, wie engagiert die Begünstigten reagieren. Sie spüren das ihnen entgegengebrachte Vertrauen und die damit verbundene Verantwortung. Der Wert der Initiative ist nicht nur finanzieller Natur: Ein Schaf ist zwar ein wertvolles Gut, aber am wichtigsten ist die Anerkennung der Würde des Menschen. Vor allem möchten wir die Rolle der Frauen stärken, die das Fundament der Familie und ein wichtiger Bezugspunkt für die Gemeinschaft sind. Auch bei der jüngsten Sakramentsfeier war ihre Anwesenheit und Teilnahme von großer Bedeutung. Die Frauen bringen ihren Beitrag zum Gemeinschaftsleben mit Schlichtheit und Stärke zum Ausdruck und zeigen jeden Tag, wie wichtig es ist, sie zu unterstützen und zu begleiten“.

(AP) (Fides 11/6/2026)

 

AFRIKA/SOMALIA - Lage nach Ausschreitungen in Mogadischu angespannt

 

Mogadischu (Fides) - Die Lage in Mogadischu ist angespannt. Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf Anwohner, die im Stadtteil Abdiaziz gegen die Demolition von Häusern protestierten. In der Nähe der Straße zum Lido-Beach, unweit des Hauptquartiers der Polizeitransportbehörde, kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Augenzeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte Schüsse abgaben, um die Menge aufzulösen, die daraufhin Steine auf die Beamten warf. Die Auseinandersetzungen zwangen viele Bewohner zur Flucht aus Teilen des Stadtteils und schürten die Angst vor einer weiteren Eskalation der Gewalt.

Die Spannungen waren bereits seit dem 10. Juni hoch, als im Stadtteil Wadajir, in der Nähe des Al-Jazeera-Hotels und des internationalen Flughafens Aden Adde, wo einige der wichtigsten Oppositionellen leben, ein massives Sicherheitsaufgebot stationiert wurde. Über Nacht wurden die Sicherheitsmaßnahmen jedoch teilweise gelockert.

Die beiden Verwaltungsbezirke Abdiaziz und Wadajir grenzen zwar nicht aneinander, doch beide Vorfälle stehen im Zusammenhang mit der politischen Krise, die nach Präsident Hassan Sheikh Mohamuds Entscheidung ausbrach, sein eigenes Mandat zu verlängern. Dieses endete am 15. Mai, während die Legislaturperiode des Parlaments am 14. April ablief. Laut Mohamud würden die vom Parlament Anfang des Jahres verabschiedeten Verfassungsänderungen die beide Amtszeiten verlängern und zu einer Verschiebung der Wahlen führen. Die Opposition hält diese Auslegung für verfassungswidrig.

Die von der Opposition organisierten Proteste wurden gewaltsam niedergeschlagen. Am 3. Juni begannen in zentralen Stadtteilen, darunter Howlwadag, Zusammenstöße, die sich rasch auf Abdiaziz ausbreiteten – wo der ehemalige Präsident Sharif Sheikh Ahmed eine Residenz zur Koordinierung der Oppositionsaktivitäten nutzte – sowie auf Wadajir, Hodan und weitere Bezirke der Hauptstadt. Die Gewalt forderte Dutzende Tote, Hunderte Verletzte und vertrieb Tausende Bewohner aus den betroffenen Gebieten.

Die Spannungen verschärften sich weiter, als eine Gruppe bewaffneter Männer, mutmaßlich Angehörige eines Clans aus der Region Middle Shabelle, die wichtigste Küstenstraße aus Mogadischu heraus blockierte. Diese strategisch wichtige Handels- und Transportader verbindet die somalische Hauptstadt mit Teilen der Regionen Galgaduud und Hiiraan. Die Blockade dürfte den Güterverkehr, den öffentlichen Nahverkehr und die Bewegungsfreiheit der Zivilbevölkerung entlang der Straße erheblich beeinträchtigen. Die Gründe für die Aktion sind derzeit unbekannt, sie steht jedoch eindeutig im Zusammenhang mit der tiefen politischen Unsicherheit, in die das Land gestürzt ist.

(LM) (Fides 11/06/2026)

 

ASIEN/NEPAL - Apostolischer Administrator: "Die Kirche wächst inmitten der Hoffnung auf Veränderung im Land“

 

Kathmandu (Fides) – Während Nepal eine Phase tiefgreifender politischer und sozialer Erneuerung erlebt, blickt die katholische Kirche zuversichtlich in die Zukunft. „Wir sehen Gottes Wirken in unserem Land“, sagt Pfarrer Silas Bogati, Apostolischer Administrator des Vikariats Nepal, im Interview mit Fides. Die katholische Gemeinde wachse stetig: Jedes Jahr würden etwa hundert Erwachsene getauft und in die katholische Kirche aufgenommen, sodass diese heute fast 9.400 Gläubige zähle, die sich in Bildungs-, Sozial- und Seelsorgeprojekten im ganzen Land engagierten.

Pfarrer Bogati sieht hoffnungsvoll in die Zukunft der kirchlichen Präsenz in dem Himalaya-Land: Mit 13 Pfarreien, vier davon in der Hauptstadt Kathmandu und neun im Rest des Landes, sei die Glaubensgemeinschaft zwar „klein, aber sehr lebendig“, bemerkte Pater Bogati. „Die meisten Gläubigen sind praktizierende Katholiken. Wir haben ein reges Gemeindeleben mit Gebetsgruppen, Jugendgruppen, charismatischen Gruppen und Marienverehrungsbewegungen. Unsere Gemeinde wächst, das ist ein Zeichen der Hoffnung für uns“, sagt er.

Zu den dringendsten Bedürfnissen der örtlichen Kirche gehört der Ausbau der pastoralen Infrastruktur: „Wir sind noch immer eine arme Kirche“, bemerkt der Geistliche. „Uns fehlen die Mittel, um neue Kirchen, Pfarrhäuser und Kapellen zu bauen. Es gibt noch viel zu tun, um unsere Strukturen zu verbessern.“

Auf religiöser Ebene garantiert Artikel 26 der nepalesischen Verfassung, die seit 2015 in Kraft ist, die Religionsfreiheit. Ein Gesetz, das Missionsarbeit verbietet und religiösen Konversionen besondere Aufmerksamkeit widmet, ist jedoch weiterhin gültig. Pfarrer Bogati erklärt: „Viele Menschen finden spontan über Schulen, soziale Projekte und karitative Initiativen zu unserer Kirche. Sie erleben unser Zeugnis, erfahren mehr über unsere Arbeit und bitten dann um die Taufe.“

Mit Blick auf die aktuelle Lage des Landes stellt der Apostolische Administrator eine Phase tiefgreifender politischer und sozialer Veränderungen fest, die durch das politische Engagement neuer Generationen gekennzeichnet ist, die ins politische Leben zurückgekehrt sind. „Im vergangenen Jahr“, so der Apostolische Administrator, „gab es eine Art Jugendrevolution. Die so genannte Generation Z hat sich Gehör verschafft und vor allem gute Regierungsführung, Transparenz und Wandel gefordert.“ Nach den Wahlen im vergangenen März ist das Land in eine neue Ära eingetreten.

Die neue Regierung unter der Führung des jungen Politikers Balendra Shah hat die Forderungen und den Wunsch nach Veränderung aufgegriffen. „Es gab ein starkes Bedürfnis nach Erneuerung, und heute blicken viele Bürgerinnen und Bürger zuversichtlich in die neue politische Richtung. Die Regierung hat sich für einen Stil entschieden, der auf weniger Worte und mehr Taten setzt. Die Herausforderung wird darin bestehen, das Land zu reformieren und gleichzeitig das Gleichgewicht zu wahren“, bemerkt er.

Derzeit herrscht gegenseitiges Vertrauen zwischen Bürgern und Institutionen: „Die jungen Menschen sind voller Hoffnung“, sagt Pfarrer Bogati. „Nach langer Zeit ist endlich wieder ein Regierungschef aufgetaucht, der zusagt, seine Versprechen zu halten. Die Menschen vertrauen ihm, aber, ob er dieses Vertrauen verdient, muss sich erst noch beweisen.“ „Man könnte sagen, es herrscht eine Art Flitterwochen zwischen Regierung und Bevölkerung. Doch keine Flitterwochen dauern ewig. Die Beziehung muss durch konkrete Ergebnisse gestärkt werden“, fügt er hinzu.

Der Priester hebt jedoch auch einige kritische Punkte hervor. „Die Regierung ist seit März 2026 im Amt, und viele Minister sind neu in politischen Ämtern. Das führt zwangsläufig zu einem gewissen Mangel an Erfahrung, der sowohl eine Einschränkung als auch eine Chance darstellt.“

Zu den größten sozialen Herausforderungen zählt weiterhin die Auswanderung: „Die Arbeitslosigkeit treibt viele junge Menschen zur Arbeit ins Ausland. Die nepalesische Wirtschaft ist stark von den Geldüberweisungen der Auswanderer an ihre Familien abhängig.“ Aus diesem Grund will die Regierung neue Arbeitsplätze in strategischen Produktionssektoren schaffen: „Wir müssen Industrie, Tourismus und Landwirtschaft fördern, die nach wie vor eine der wichtigsten wirtschaftlichen Ressourcen Nepals darstellen. Auch die Förderung des Tourismus und die Aufwertung weltbekannter Orte wie des Himalayas stehen im Fokus“, erklärt Pater Bogati.

Zu den ersten Maßnahmen der Regierung gehören mehrere Verordnungen. Eine davon hob zahlreiche Ernennungen auf, die aufgrund politischer Verbindungen erfolgt waren: „Etwa 1.500 Personen, die dank politischer Beziehungen öffentliche Ämter erhalten hatten, wurden abgesetzt. Diese Maßnahme hat breite Zustimmung in der Bevölkerung gefunden“, berichtet der Priester.

Gleichzeitig haben einige der von der Regierung verabschiedeten Verordnungen Debatten ausgelöst. Dazu gehören Maßnahmen zur Einschränkung der Präsenz von Gewerkschaften in bestimmten Bereichen des öffentlichen Dienstes sowie Antikorruptionsmaßnahmen, die zu Ermittlungen und Verhaftungen wegen mutmaßlicher Finanzvergehen geführt haben.

Besondere Aufmerksamkeit gilt auch der Bildungsreform, die auch katholische Einrichtungen direkt betrifft: „Eine der neuen Verordnungen verpflichtet Schulen mit ausländischen Namen, innerhalb eines Jahres lokale Namen anzunehmen. Dies betrifft auch unsere traditionsreichen Schulen, von denen einige seit über siebzig Jahren bestehen und nach Heiligen wie dem heiligen Josef benannt sind“, erklärt der Administrator. Für die Kirche ist dies ein heikles Thema: „Wenn wir gezwungen würden, unseren Namen zu ändern, würden wir einen wesentlichen Teil unserer Identität verlieren. Daher beabsichtigen wir, einen Dialog mit der Regierung aufzunehmen, um unseren Standpunkt darzulegen und eine gemeinsame Lösung zu finden, möglicherweise durch eine Ausnahmeregelung“, erklärt er.

Trotz dieser Bedenken betont der Priester, dass die Behörden der christlichen Gemeinde gegenüber keine Feindseligkeit gezeigt haben. „Die Regierung hat keine Vorurteile gegenüber Christen an den Tag gelegt“, sagt er. „Wir hoffen, dass sie eine Zeit des Friedens und guter Regierungsführung einleiten kann, die der Bevölkerung neue Hoffnung schenkt.“

Pfarrer Bogati lenkt schließlich die Aufmerksamkeit auf Papst Leo XIV., der in dem Himalaya-Land hohes Ansehen genießt. Von den rund 29 Millionen Einwohnern sind 80 % Hindus, während Christen verschiedener Konfessionen insgesamt weniger als 2 % ausmachen.

„Die nepalesischen Katholiken folgen dem Papst durch seine Schriften und Botschaften und hegen großen Respekt und Zuneigung für ihn. Auch viele Nichtchristen schätzen sein Engagement für den Frieden und seine Rolle als moralische Instanz auf der internationalen Bühne“, erklärt er gegenüber Fides. „Das nepalesische Volk und die Regierung setzen sich für den Frieden ein. Aus diesem Grund wird die Botschaft des Papstes mit Respekt aufgenommen und ist auch für diejenigen, die nicht der katholischen Kirche angehören, ein wichtiges Zeugnis“, schließt er.

 

(PA) (Fides 11/6/2026)


Neue Elefanten für Basel: Die Fortsetzung eines überholten Systems

Fotoquelle: Fondation Franz Weber
Fotoquelle: Fondation Franz Weber

(Basel/ffw) - Die Fondation Franz Weber (FFW) nimmt die Ankunft von drei neuen Elefanten im Zoo Basel mit grosser Besorgnis zur Kenntnis. Während Zoos solche Transfers als Form eines «wissenschaftlichen Populationsmanagements» darstellen, sieht die Realität anders aus: Das europäische Zoosystem hält weiterhin Elefanten in Gefangenschaft und züchtet sie weiter, ohne echten Nutzen für die Art oder ihren natürlichen Lebensraum.

Erst vor wenigen Wochen wurden die beiden Basler Elefantenkühe Maya und Rosy voneinander getrennt und in zwei verschiedene französische Zoos gebracht. Sechs Wochen nach ihrem Weggang trifft bereits eine neue Elefantengruppe in Basel ein. Diese «Austausche» von Elefanten quer durch Europa zeigen exemplarisch die Logik des Systems: Tiere werden wie Bestandteile eines Zucht- und Haltungssystems von Zoo zu Zoo verschoben, unabhängig davon, was dies für das einzelne Tier bedeutet.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 11.06.2026

Das Zentrum „Las Raíces“ bereitet sich auf den Besuch von Papst Leo XIV. vor

 

Teneriffa (Fides) – Das Aufnahmezentrum „Las Raíces“ auf Teneriffa bereitet sich auf den Besuch von Papst Leo XIV. am 12. Juni vor, der dort im Rahmen seiner Apostolischen Reise Migranten begegnen wir.

Der Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln rückt die Realität der Migration und das Engagement der Kirche und sozialer Organisationen für die Aufnahme von Migranten in den Mittelpunkt.

Der Besuch in „Las Raíces“ findet einen Tag nach dem Aufenthalt auf Gran Canaria statt, wo am 11. Juni ein Treffen im Hafen von Arguineguín, einem der wichtigsten Ankunftspunkte der Atlantikroute, geplant ist. Beide Orte sind zu Symbolen der Migrationskrise auf den Kanarischen Inseln und der institutionellen und humanitären Maßßnahmen im Hinblick auf die Migrationsströme aus Westafrika geworden.

Das von der Organisation „Accem“ betriebene Zentrum ist eine der wichtigsten Notunterkünfte für Migranten, die in Fischerbooten (den sogenannten „Cayucos“) auf den Inseln ankommen. Entstanden als Reaktion auf die Migrationsströme im Atlantik, dient es als Erstaufnahmeeinrichtung des staatlichen Aufnahmesystems. In Spitzenzeiten beherbergte es über 2.500 Menschen unter extrem beengten Verhältnissen. Derzeit leben dort etwa 500 Menschen.

Der Papstbesuch beinhaltet die Begegnung mit einer Gruppe von Migranten in ungezwungener Atmosphäre, bei dem einige Migranten die Möglichkeit haben werden, sich kurz auf Spanisch mit dem Papst auszutauschen. Die Flüchtlinge, insbesondere die Katholiken unter ihnen, erwarten den Besuch mit großer Vorfreude. Laut Angaben des Zentrums sind die im Rahmen der Integrationsprogramme angebotenen Spanischkurse in den letzten Tagen besonderes Interesse gestoßen, da sich einige Gäste darauf vorbereiten, den Papst auf Spanisch zu begrüßen oder ihm kurz von ihren Erfahrungen zu berichten.

Ein weiterer bedeutender Moment ist die Begegnung mit Integrationsdiensten auf der „Plaza del Cristo de La Laguna“. Dort wird der Papst den Berichten von Migranten, Freiwilligen und Seelsorgern von Cáritas Tenerife zuhören, die über Erfahrungen mit Aufnahme und Integration berichten, um die menschliche Dimension der Migration im Geiste der Hoffnung sichtbar zu machen.

Der Besuch von Papst Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln gilt als einer der bedeutendsten Momente seiner Reise. Der Heilige Stuhl hob die symbolische Bedeutung dieser Etappe als Botschaft an Europa hervor, sich Migranten gegenüber offener zu zeigen und legale und sichere Migrationswege zu fördern. In diesem Sinne bezeichnete Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin den Aufenthalt auf den Kanarischen Inseln in einem Interview vor der Abreise als Schlüsselmoment, um die christliche Antwort auf Migration zu bekräftigen, die auf Aufnahme und Integration sowie auf der Unterstützung von Regularisierungsinitiativen beruht.

Die Anwesenheit von König Felipe VI. bei der Abschiedszeremonie am internationalen Flughafen „Tenerife Norte-Los Rodeos“ und die Teilnahme von Ministerpräsident Pedro Sánchez an dem für den 11. Juni geplanten Treffen mit Migranten, Arbeitern und Freiwilligen im Hafen von Arguineguín unterstreichen die institutionelle Bedeutung des Besuchs, der den Archipel in den Mittelpunkt der europäischen Migrationsdebatte rückt.

Der Papstbesuch endet mit der Feier der Heiligen Messe im Hafen von Santa Cruz de Tenerife vor der Rückkehr von Papst Leo XIV. nach Rom.

(LGR) (Fides 10/06/2026)

 

AFRIKA/TANSANIA - Kardinal Rugambwa zum Tod von Bischof Osorio Citora: “Ein Mensch mit vielen wunderbaren Eigenschaften”

 

Dar es Salaam (Fides) – „Ich habe Bischof Osorio 2017 kennengelernt, als er in die Kongregation für die Evangelisierung der Völker, das heutige Dikasterium für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) berufen wurde. Damals suchte man dort einen Mitarbeiter für die portugiesischsprachigen Länder“, so Kardinal Protase Rugambwa, Erzbischof von Tabora in Tansania, in einer Mitteilung an Fides zum Todes seines Freundes und „ehemaligen Kollegen“ Bischof Osorio Citora (IMC) von Quelimane, der am vergangenen 6. Juni brutal ermordet wurde.

„Der tragische Tod unseres lieben Bruders, Bischof Osorio, macht uns sprachlos“, so Kardinal Rugambwa aus Dar es Salaam (Tansania) wo er an den Jahrestagungen der tansanischen Bischofskonferenz teilnimmt. „Pater Osorio, ein Consolata-Missionar, war ein Mann Gottes, ein sanfter, demütiger, gebildeter und feinsinniger Priester. Er arbeitete unermüdlich und war stets bereit, die vielfältigen Aufgaben zu übernehmen, die ihm anvertraut wurden, sowohl innerhalb der Kongregation als auch darüber hinaus, in den Kollegien von Propaganda Fide sowie in italienischen Pfarreien. Er war ein Freund, der bereitwillig seine Ansichten teilte. Er war ein Mensch mit vielen wunderbaren Eigenschaften. Seit seiner Ernennung zum Bischof teilte er mir oft seine pastoralen Erfahrungen mit. Ich freue mich, Ihnen eine Nachricht weitergeben zu können, die er mir am 25. Mai, wenige Wochen vor seinem Tod, zukommen ließ.“

 

Wir dokumentieren das Schreiben von Bischof Osorio Citora von Quelimane an Kardinal Rugambwa im Wortlaut:

 

“Herr Kardinal,

Eine gesegnete Pfingstzeit!

Ich schreibe Ihnen in brüderlicher Verbundenheit, um die Freuden und Herausforderungen unseres Dienstes mit Ihnen zu teilen. Wie Sie wissen, leite ich nicht nur unser geliebtes Bistum Quelimane, sondern derzeit unterstütze auch das Erzbistum Beira als Apostolischer Administrator. Die Arbeit ist intensiv, aber sie eröffnet mir eine wunderbare Perspektive auf die kirchliche Gemeinschaft. In meinem Bistum treiben wir den Plan voran, der darauf abzielt, „hoffnungsvoll auf eine synodale, missionarische und selbsttragende Kirche hinzuarbeiten“, und die ersten Früchte werden sichtbar, insbesondere dank des Enthusiasmus unserer Priester.

Andererseits erlebe ich im Erzbistum eine Art „Übergangsseelsorge“. Die Herausforderung besteht darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und Berufungen zu fördern. Ich habe versucht, die Kräfte zu bündeln und die Pastoralräte beider Kirchen zum Dialog anzuregen. Während ich in meinem Bistum wie geplant jede Pfarrei besuche, richte ich meine Besuche im Erzbistum nach den sechs pastoralen Zonen. Gestern schloss ich einen Pastoralbesuch mit einer Messe ab, in der ich 340 Jugendlichen die Firmung spendete. Heute und morgen stehen zwei Tage Fortbildung für Priester mit sechs bis fünfzehn Jahren im priesterlichen Amt auf dem Programm.

Am Mittwoch beginne ich meinen zweiten Pastoralbesuch. Einer meiner Priester bereitet sich auf ein Studium der biblischen Theologie mit einem Stipendium von Propaganda Fide vor; zwei Seminaristen reisen nach Kinshasa, während ich weiterhin nach Möglichkeiten für Priester suche: Sie brauchen diese Ausbildung dringend. Wir erleben eine wunderbare Zusammenarbeit: engagierte Laien und Katecheten aus unseren Gemeinden unterstützen sich gegenseitig, bauen eine Brücke des Glaubens und teilen ihre Ressourcen. Ich leugne nicht, dass die Entfernungen und der Zeitaufwand eine Herausforderung darstellen, aber zu sehen, wie Geistliche und Gemeinden diesen Geist der Einheit leben, ist mir ein großer Trost. Ich schließe Sie in meine täglichen Gebete ein und bitte Sie, mich im Herrn zu gedenken, damit ich ein weiser Hirte für beide Herden sein kann. In der Vorfreude darauf, Sie bald wiederzusehen, segne ich Sie von ganzem Herzen, im festen Glauben, dass auch Sie mich segnen werden“.

Dieses letzte Schreiben von Bischof Osorio Citora an Kardinal Rugambwa endet mit tröstlichen Worten der Hoffnung und des Vertrauens in den Herrn. Kardinal Rugambwa schließt mit der Einladung an alle, „für unseren Bruder Bischof Osorio zu beten, damit der barmherzige Herr ihn belohne und ihn in sein himmlisches Zuhause aufnehme.“

(AP) (Fides 10/6/2026)

 

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Maßnahmen gegen illegale Einwanderung: “Migration nicht die Hauptursache für Südafrikas wirtschaftliche Schwierigkeiten“

 

Johannesburg (Fides) – „Unser Land ist weder fremdenfeindlich noch rassistisch, aber die Einwanderungsgesetze müssen respektiert werden, und es ist allein die Verantwortung des Staates, dies zu gewährleisten, “ so der südafrikanische Präsidenten Cyril Ramaphosa in seiner Rede an die Nation am 7. Juni. Darin skizzierte er einen umfassenden Ansatz im Umgang mit Migration, der auch neue Beschränkungen für irreguläre Migranten vorsieht. Die Maßnahme wurde vom Ministerrat verabschiedet und vom Präsidialen Koordinierungsrat gebilligt.

Ramaphosa erklärte, er nehme die Sorgen der Südafrikaner über die irreguläre Einwanderung zur Kenntnis, ein Problem, das durch die schwierige wirtschaftliche Lage der meisten Südafrikaner noch verschärft werde. „Viele Südafrikaner stellen schwierige, aber berechtigte Fragen“, sagte der Präsident. „Sie fragen sich, ob unsere Grenzen sicher sind. Sie sorgen sich um ihre Arbeitsplätze. Die Südafrikaner sprechen diese Themen an, weil sie sich Sorgen um die Belastung der öffentlichen Dienste machen.“

Man sorge sich um die Sicherheit und die Rechtsstaatlichkeit. „Diese Sorgen sind berechtigt. Sie verdienen es, gehört und angegangen zu werden“, räumt Ramaphosa ein. In den letzten Monaten kam es zu gewalttätigen Übergriffen von Südafrikanern auf Einwanderer. Diese Eskalation der Gewalt wurde von den südafrikanischen Bischöfen verurteilt und hat mehrere Bürger anderer afrikanischer Länder zur Ausreise aus Südafrika gezwungen.

Ramaphosa betont, dass wir „anerkennen müssen, dass illegale Einwanderung nicht die Ursache all unserer wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist“ und dass die Lösung für die sozialen und wirtschaftlichen Probleme des Landes „schnelleres Wirtschaftswachstum, höhere Investitionen, industrielle Expansion, Infrastrukturentwicklung und die Schaffung von Millionen neuer Arbeitsplätze“ sein muss.

Der südafrikanische Präsident bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass „die Verantwortung für die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze allein beim Staat liegt“, räumte aber gleichzeitig ein, dass es „Versäumnisse bei der Steuerung der Migrationsströme gegeben hat“. Die Maßnahmen gegen illegale Einwanderung umfassen: die verstärkte Identifizierung und Ausweisung von Ausländern ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung; Geldstrafen und strafrechtliche Sanktionen für Arbeitgeber, die Arbeitnehmer ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung beschäftigen; die Verschärfung der Grenzkontrollen und die Bekämpfung der Korruption im Einwanderungssystem; sowie die biometrische Registrierung aller Einwohner zur Bekämpfung von Identitätsdiebstahl. Im Rahmen einer neuen Einwanderungspolitik werden zudem sektorale Quoten für die Beschäftigung ausländischer Arbeitskräfte eingeführt, und Asylanträge werden in Grenznähe bearbeitet.

In seinem Hirtenbrief „Do Not Turn Away the Stranger“ vom 9. Juni begrüßt Erzbischof Sithembele Sipuka von Kapstadt, Präsident des South African Council of Churches (SACC), dem die wichtigsten christlichen Konfessionen, darunter die katholische Kirche, angehören, die Anerkennung des Problems durch die Regierung und deren Bereitschaft zum Handeln. In dem Brief bekräftigt er mehrere von Präsident Ramaphosa angesprochene Punkte, insbesondere die Erkenntnis, dass Migration nicht die Hauptursache für Südafrikas wirtschaftliche Schwierigkeiten ist. Erzbischof Sipuka argumentiert jedoch auch, dass Arbeitslosenquoten von über 40 % nicht Migranten angelastet werden können, sondern vielmehr mit systemischen Mängeln wie Korruption, unzureichender Bildung und wirtschaftlicher Ungleichheit zusammenhängen. „Den Fremden die Schuld zuzuschieben bedeutet, die wahren Verantwortlichen der Strafverfolgung zu entziehen“, erklärt er und fügt hinzu: „Verbrechen kennt keine Nationalität“ und „die Antwort auf Verbrechen ist Verurteilung der Schuldigen, niemals Gewalt gegen Unschuldige.“

(L.M.) (Fides 10/6/2026)

 

ASIEN/PAKISTAN - Armutsbekämpfung: Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche

 

Islamabad (Fides) – Die Partnerschaft zwischen dem Pakistanischen Fonds zur Armutsbekämpfung (Pakistan Poverty Alleviation Fund, PPAF) und der katholischen Diözese Islamabad-Rawalpindi, die kürzlich in Islamabad beschlossen wurde, zielt darauf ab, eine Grundlage für die Zusammenarbeit zu schaffen und Wege der Kooperation zu erkunden, um inklusive Entwicklung, Frieden, Würde und Wohlstand in der pakistanischen Gesellschaft zu fördern, die stark von Armut und sozioökonomischen Schwierigkeiten mit all ihren Folgen betroffen ist. Die Partnerschaft wurde bei einem Treffen von Vertretern aus Kirche und Zivilgesellschaft geschlossen, die ihr gemeinsames Engagement im Kampf gegen die Armut und ihre strukturellen Ursachen bekräftigten.

Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi betonte in diesem Zusammenhang: „Armut ist niemals nur eine Frage von Zahlen oder Statistiken; sie betrifft echte Menschen, die es verdienen, gesehen, gehört und wertgeschätzt zu werden.“ Er rief die Anwesenden dazu auf, über institutionelle Daten hinauszublicken und „ein größeres Einfühlungsvermögen zu entwickeln, das das menschliche Leid in vulnerablen Gemeinschaften erkennt.“ Er sprach auch das Thema Wohnsicherheit an und betonte, dass „ein sicheres und stabiles Dach über dem Kopf einer Familie ein grundlegendes, von Gott verliehenes Menschenrecht ist“. Der Erzbischof sprach von einem „mitfühlenderen Pakistan, in dem wahrer Frieden nicht nur die Abwesenheit von Konflikten bedeutet, sondern auch die Gegenwart von Liebe und aktiver Zusammenarbeit, sodass niemand ausgeschlossen wird“.

Offiziellen Schätzungen zufolge liegt die nationale Armutsquote in Pakistan bei 28,9 %. Sie steigt aufgrund hoher Inflation, steigender Energiepreise und sinkender Realeinkommen. Das unabhängige Zentrum für Sozialpolitik und Entwicklung (SPDC) schätzt jedoch, dass rund 105 Millionen Menschen von Armut betroffen sind: 44,7 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, wobei die Quote in ländlichen Gebieten höher ist als in städtischen.

In diesem Zusammenhang betonte Erzbischof Arshad, dass religiöse Minderheiten in Pakistan oft die größte wirtschaftliche Last tragen und unter den ärmsten Bevölkerungsgruppen überrepräsentiert sind. Berichten von Menschenrechtsgruppen, sozioökonomischen Forschern und Nichtregierungsorganisationen zufolge sind pakistanische Christen überproportional häufig von Armut betroffen und weisen eine ausgeprägte sozioökonomische Verwundbarkeit auf.

Die hohe Armutsrate ist strukturell mit Diskriminierung am Arbeitsplatz verknüpft. In städtischen Zentren wie Peshawar und Lahore sind 76 bis 80 % der Niedriglohnjobs in der Stadtreinigung und Abwasserentsorgung von Christen besetzt. Laut Daten der Bewegung für Nationale Entwicklung und Gerechtigkeit liegt die Alphabetisierungsrate unter Christen bei schätzungsweise 19 %, verglichen mit einem nationalen Durchschnitt von 58 %. Dies trägt dazu bei, ganze Generationen in einem Teufelskreis systemischer Armut gefangen zu halten.

Die katholische Kirche in Pakistan konzentriert sich auf strukturelle Interventionen zur Bekämpfung der Ursachen von Armut, insbesondere in zwei Bereichen: Bildung und Berufsausbildung, die als Schlüssel zur sozialen Verbesserung gelten, sowie wirtschaftliche Entwicklung durch die Unterstützung kleiner Unternehmen.

Bildung gilt als wirksamster Weg, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen, insbesondere unter christlichen Minderheiten. Die Kirche betreibt Schulen aller Stufen und Universitäten, die allen offenstehen. Sie fördert zudem Berufsausbildungsprogramme in Bereichen wie Nähen, Handwerk, IT und Mechanik, die sich vor allem an Jugendliche und junge Frauen richten.

Dies unterstützt Kleinstunternehmen durch die Förderung von Kleinbetrieben und den Zugang zu Mikrokrediten. Besonderes Augenmerk liegt auf Programmen zur wirtschaftlichen Stärkung von Frauen, die als wesentlich für die Entwicklung von Familien und lokalen Gemeinschaften angesehen werden.

(PA) (Fides 10/6/2026)

 

Barcelona: Papst Leo XIV. auf den Spuren des missionarischen Architekten Antoni Gaudí

 

Von Marie-Lucile Kubacki

 

Barcelona (Fides) – „Der neue Turm verwirklicht das Projekt seines Architekten Gaudí, der zutiefst vom Glauben inspiriert war. Er war der Erste, der die Kunst als Form der Verkündigung des Evangeliums und als bevorzugte Sprache der christlichen Mission verstand“, sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem Interview mit den Vatikanmedien im Vorfeld der Apostolischen Reise von Papst Leo VIV. nach Spanien (6. bis 12. Juni 2026).

In der Basilika Sagrada Família wird der Papst am 10. Juni einer heiligen Messe vorstehen und an der Einweihung des Jesus-Christus-Turms Jesu teilnehmen.

Indem er den Turm als „Leuchtfeuer der Erlösung und der Hoffnung“ und als „Werk der Evangelisierung“ präsentierte, geht der Staatssekretär über die bloße künstlerische und kulturelle Bedeutung die „Sagrada Família“ hinaus: Für den Heiligen Stuhl sei das Kirchengebäude, „eine Baustelle aus lebendigen Steinen, die im Laufe der Geschichte stetig wächst“ und dazu berufen ist, den Blick der Menschheit auf Gott zu richten.

Dieser Ansatz wirft ein einzigartiges Licht auf die Persönlichkeit des Architekten Antoni Gaudí und seinen Beitrag zu einer missionarischen Architektur, die nicht nur Frucht seines ästhetischen Genies ist, sondern das Ergebnis eines tiefgreifenden Wandlungsprozesses.

Der 1852 in eine katholische Familie geborene katalanische Architekt war anfangs ein eher „lauer“ Christ. Doch die Schicksalsschläge des Lebens – Krankheit, Verlust – schufen in ihm nach und nach einen Raum, in dem seine Beziehung zu Gott wuchs. Als er das Projekt der „Sagrada Família“ annahm, reizten ihn auch die damit verbundenen Karrierechancen. Doch der junge Lebemann wandelte sich allmählich zu einem „Architektenmönch“, um den berühmten Ausdruck von Patrick Sbalchiero in seiner Biographie „Antoni Gaudí. L’architecte de Dieu“ zu verwenden. Damit bezog er sich auf die Armut und Askese, die die letzten Jahre seines Lebens prägen sollten.

Die „Sagrada Família“ formt das menschliche Herz, während der Mensch an ihrem Steinbauwerk arbeitet. Das Werk prägt den Künstler, insofern er es Gott anvertraut. Diese „Sühnebasilika“ – ihr vollständiger Name lautet „Temple Expiatori de la Sagrada Família“ oder „Sühnetempel der Heiligen Familie“ – wurde ausschließlich durch Almosen, also durch die Spenden der Gläubigen und Besucher, finanziert. Ihr Bau wurde immer wieder unterbrochen, insbesondere aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten, und ist bis heute eine Baustelle. Gerade wegen dieser einzigartigen Geschichte ist sie eine Kirche aus lebendigen Steinen, erbaut aus Glauben und Gebet und in diesem Sinne zutiefst „inspiriert“.

Bei der Weihe der Kirche und des Altars im Jahr 2010 erinnerte Benedikt XVI. daran, dass Gaudí angesichts der zahllosen Schwierigkeiten, die er bewältigen musste, eines Tages „ voll Vertrauen auf die göttliche Vorsehung ausrief: ‚Der hl. Josef wird die Kirche vollenden‘“.

Papst Leo XIV. würdigt mit seiner Anwesenheit daher nicht nur einen „großen Architekten“, sondern auch ein besonderes Kunstverständnis und die Berufung des missionarischen Künstlers. „Gaudí zeigt uns durch sein Werk, dass Gott der wahre Maßstab des Menschen ist, dass das Geheimnis der wahren Originalität, wie er sagte, darin besteht, zum Ursprung zurückzukehren, der Gott ist. Indem er selbst in dieser Weise seinen Geist für Gott öffnete, konnte er in dieser Stadt einen Raum der Schönheit, des Glaubens und der Hoffnung schaffen, der den Menschen zur Begegnung mit jenem führt, der die Wahrheit und die Schönheit selbst ist“, erklärte Benedikt XVI. im Jahr 2010.

Ein Jahrhundert nach dem Tod des Architekten fasziniert die Basilika mit ihrer einzigartigen Schönheit weiterhin jährlich rund 4,8 Millionen Besucher.

 

(Fides 9/6/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 10.06.2026

Studientag zum „Palazzo di Propaganda Fide“: Kunst, Geschichte und Mission im Herzen des barocken Rom

 

Rom (Fides) – Er beherbergt den genialen Wettstreit zwischen dem großen Künstler Gian Lorenzo Bernini und seinem Rivalen Francesco Borromini. Er erzählt von den ersten Seminaristen, die im 17. Jahrhundert aus Asien, Afrika und Amerika nach Rom kamen, um Theologie zu studieren und anschließend in ihre Heimat zurückzukehren, um das Evangelium Christi zu verkünden. Er berichtet von den Schulden, die Kardinalsfamilien anhäuften.

Vor allem aber veranschaulicht er die Anfänge des großen missionarischen Abenteuers des Katholizismus in der Neuzeit, der sich in jenen Jahren nach der Gründung der Heiligen Kongregation „De Propaganda Fide“ (1622) auf die ganze Welt ausdehnte.

All dies und vieles mehr findet sich in der Geschichte des „Palazzo Ferratini“, dessen Fassade zur Piazza di Spagna im Herzen Roms zeigt.

Das allgemein als „Palazzo di Propaganda Fide“ bekannte Gebäude ist kein Museum, sondern beherbergt noch heute die Mitarbeitenden einer Sektion des Dikasteriums für die Evangelisierung, die sich der Erstevangelisierung und den neuen Teilkirchen widmet. Ein lebendiges Netzwerk von Aktivitäten verbindet die Mitarbeitenden dieses Gebäudes täglich mit den Dringlichkeiten, Neuigkeiten und Problemen kirchlicher Gemeinschaften weltweit.

Die „Schenkung“ des Gebäudes an die Kongregation für die Glaubensverbreitung erfolgte vor genau 400 Jahren, am 5. Juni 1626.

Vier Jahrhunderte später, am Donnerstag, dem 11. Juni 2026, findet in der Aula Magna des „Collegio Urbano“ der Päpstlichen Universität Urbaniana auf dem Gianicolo-Hügel ein internationaler Studientag zum „Palazzo di Propaganda Fide“ statt, der Gelegenheit bietetet, die Anfänge der bewegten Geschichte des Gebäudes zu erkunden und die darin befindlichen Kunstschätze neu zu entdecken.

Der Tag beginnt um 9:00 Uhr mit kurzen Einführungen von Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums der Missionare, Professor Vincenzo Buonomo, Rektor der Päpstlichen Universität Urbaniana, Pfarrer Armando Nugnes, Rektor des Collegio Urbano, und José María Giaima Brosel Gavila, Rektor der Kirche Santa Maria in Monserrato, der spanischen Nationalkirche in Rom. Anschließend beginnen die zwei Teile des Studientages: Der erste widmet sich der Geschichte des Palastes, der zweite konzentriert sich auf bedeutende künstlerische und architektonische Aspekte.

 

Das Programm des Studientages

 

Vor vierhundert Jahren stiftete der valencianische Priester Juan Bautista Vives den „Palazzo di Propaganda Fide“ als Sitz der für die Missionen in aller Welt zuständigen Kongregation. Das Gebäude war zuvor Gegenstand eines langen Streits zwischen dem spanischen Prälaten und den finanziell angeschlagenen Erben von Kardinal Ferratini gewesen, der ihn nahe der Piazza di Spagna als Privatresidenz hatte errichten lassen. Im ersten Teil des Studientages – unter der Leitung von Professor Pierantonio Piatti, Vizepräsident des Päpstlichen Komitees für Historische Wissenschaften – wird Monsignore Flavio Belluomini, Archivar des Historischen Archivs der „Propaganda Fide“, die komplexen Ereignisse und Gründe für die Schenkung des Palastes vorstellen. Im Anschluss daran konzentriert sich der zweite Vortrag von Luca Balducci von der Bibliothek der Päpstlichen Universität Urbaniana auf den Umzug des Collegio Urbano rund dreihundert Jahre später. Dieses hatte seine Studenten seit seiner Gründung 1627 im "Palazzo di Propaganda Fide" untergebracht und zog 1926 an seinen neuen Standort auf dem Gianicolo-Hügel. Balduccis Vortrag beleuchtet den Kauf des Gebäudes, die einzelnen Phasen des Umzugs und die Anfangsjahre des neuen Campus neben der Päpstlichen Universität Urbaniana. So wird die Kontinuität zwischen den ersten nicht-europäischen Studenten, die seit dem 17. Jahrhundert im Gebäude mit Blick auf die Piazza di Spagna untergebracht waren, und der heutigen Studentengemeinschaft des Collegio Urbano mit über 160 Studenten aus fast 40 verschiedenen Nationen deutlich.

 

Bernini, Borromini und die „Kapelle der Heiligen Drei Könige“

 

Historiker schreiben Gian Lorenzo Bernini die Hauptfassade des Palazzo di Propaganda zu, die auf die Piazza di Spagna blickt, vor der sich die Mariensäule der Unbefleckten Empfängnis erhebt. Francesco Borromini hingegen prägte die gesamte architektonische Identität des Palastes mit seiner experimentellen Handschrift, angefangen bei der Fassade an der Via di Propaganda, die um 1662 fertiggestellt wurde.

Auch im Inneren ersetzte Borromini die kleine elliptische Kapelle Berninis durch die heute als Kapelle der Heiligen Drei Könige bekannte Kapelle, die 1666 fertiggestellt wurde und einen komplexen Grundriss aufweist, reich an Kurven, Nischen und durchgehenden Flächen: ein liturgischer Raum, der der Epiphanie gewidmet ist, in einem Palast, in dem seit jeher alles darauf ausgerichtet ist, das apostolische Wirken der Kirche in der ganzen Welt zu begleiten und zu unterstützen.

Der vom portugiesischen Jesuiten Nuno da Silva Gonçalves, Direktor der Zeitschrift „La Civiltà Cattolica“ und Professor an der Fakultät für Geschichte und Kulturerbe der Kirche der Päpstlichen Universität Gregoriana koordinierte zweite Teil des Studientags beginnt mit einem Vortrag von Professorin Marisa Tabarrini vom Institut für Geschichte, Gestaltung und Restaurierung der Architektur an der Universität Rom „La Sapienza“ zum Thema „Der Palazzo di Propaganda Fide und seine Architekten“. Anschließend hält Professor Joseph Connors von der Universität Notre Dame seinen Vortrag zum Thema “From Bernini’s Small Chapel to Borromini’s Large Chapel“.

Um 18:00 Uhr geht der Studientag mit einem Gebet und Danksagung in der Kapelle der Heiligen Drei Könige im „Palazzo di Propaganda Fide“, wo die Vesper gefeiert wird, zu Ende.

Mit der Veranstaltung am Donnerstag, dem 11. Juni, beginnt eine Studienreihe, die von der Sektion des Dikasteriums für die Evangelisierung initiiert und koordiniert wird und 2027 mit einer internationalen Konferenz zum 400-jährigen Jubiläum des Collegio Urbano ihren Abschluss findet.

Journalisten und Medienschaffende können beim Presseamt des Heiligen Stuhls eine Akkreditierung für die Teilnahme am Studientag beantragen.

(GV) (Fides 9/6/2026)

LINK

Veranstaltungsprogramm -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/Convegno_11_giugno.pdf

 

 

EUROPA/SPANIEN - Mit Blick auf den Papstbesuch: Gedenken an verstorbene Migranten auf der Kanareninsel El Hierro

 

La Restinga (Fides) – Auf der Insel El Hierro, einem der wichtigsten Ankunftspunkte der atlantischen Migrationsroute zu den Kanarischen Inseln, fand kürzlich eine Gedenkfeier für die auf See ertrunkenen Migranten und diejenigen statt, die nach der Überfahrt die Küste erreichten.

Das Gedenken fand im Hafen der Stadt La Restinga an der Südspitze der Insel statt, die zum Bistum Nivariense (die die Inseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro umfasst) gehört.

Über die sogenannte Kanarische Route, die hauptsächlich an der Westküste Afrikas beginnt, kommen zahlreiche in Seenot geratene Boote auf dem Atlantik auf dem Archipel an, insbesondere auf El Hierro.

Laut Angaben der Regierung der Kanarischen Inseln nahm die Insel mit ihren nur 11.700 Einwohnern im vergangenen Jahr fast die Hälfte aller irregulären Boote auf, die im Archipel ankamen. Allein im Jahr 2024 landeten 23.994 Migranten an den Küsten der Kanarischen Inseln, mehr als die Hälfte der 46.843, die im selben Jahr auf den Inseln ankamen.

Unter dem Motto „El Hierro hebt den Blick“ verstand die katholische Gemeinde vor Ort diese Initiative als Vorbereitung auf den bevorstehenden Papstbesuch. Der Gottesdienst wurde in der Pfarrei „Nuestra Señora de los Reyes“ gefeiert. Bischof Eloy Alberto Santiago von San Cristóbal de La Laguna (Teneriffa) stand der heiligen Messe vor und konzelebriert mit dem emeritierten Erzbischof von Caracas, Kardinal Baltazar Porras, und den Priestern der Insel. Ebenfalls anwesend war Darwin Rivas, Pfarrer von La Restinga und Delegierter der Cáritas in El Hierro. Er gehört zu den Iniatiatoren der Migrantenaufnahme in der Region und wird bei dem Treffen mit dem Heiligen Vater am 12. Juni auf der Plaza del Cristo de La Laguna über die pastorale Begleitung der Migration im Archipel berichten.

Die Feier war geprägt von seelsorgerlicher Fürsorge mit Blick auf Migrationssituation im Archipel. Bischof Eloy Alberto Santiago betonte mehrfach, wie wichtig es sei, das Leid derer, die die Überfahrt zu den Kanarischen Inseln wagen, nicht zu verschweigen, und forderte angesichts dieser, wie er es nannte, „humanitären Tragödie, in der viele Menschen ihr Leben verlieren“, ein stärkeres institutionelles Bewusstsein. Nach der Eucharistiefeier zogen die Teilnehmer in einer Prozession mit Fackeln in stiller Andacht zum Hafen von La Restinga. Dort sprach der Bischof ein Gebet für die Insel und die Migranten, die ihre Küsten erreicht hatten, und schloss mit einer symbolischen Gedenkgeste, indem er Blumen ins Meer warf, um derer zu gedenken, die bei der Überfahrt ihr Leben verloren haben.

(LGR) (Fides 09/06/2026)

  

AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Ondo zum Urteil nach dem Massaker in Owo: “In diesem Land gibt es Gesetze”

 

Abuja (Fides) – Vier Personen wurden wegen des Massakers, das vor vier Jahren, am 5. Juni 2022, in der St.-Franz-Xaver-Kirche in Owo, Bundesstaat Ondo, verübt wurde, zum Tode verurteilt.

Idris Abdulmalik Omeiza (25), Al Qasim Idris (20), Jamiu Abdulmalik (26) und Abdulhaleem Idris (25) wurden vom Bundesgerichtshof in Abuja wegen neun Anklagepunkten, darunter Geiselnahme, Entführung, Terrorismusfinanzierung und das Zünden von Sprengstoff mit Todesfolge und Körperverletzung, zum Tode durch den Strang verurteilt.

Ein fünfter Verdächtiger, Momoh Otuho Abubakar, wurde mangels Beweisen freigesprochen, obwohl er im Besitz einer großen Geldsumme angetroffen wurde, deren Herkunft er nicht erklären konnte. Die Ermittlungen wurden vom „Department of State Security“ (DSS), dem nigerianischen Inlandsgeheimdienst, geführt. Elf Personen sagten im Prozess aus. Die vier Verurteilten, die zunächst ihre Unschuld beteuert hatten, gaben später freiwillig zu, den Anschlag verübt zu haben, nachdem ihr Anführer, der sich noch immer auf freiem Fuß befindet, ihnen mitgeteilt hatte, dass die katholische Kirche Blasphemie begehe, indem sie den Propheten Mohammed beleidige. Sie gaben an, dass sie den ausdrücklichen Befehl erhalten hätten, den Pfarrer zu töten, der den Anschlag überlebt hatte.

Den im Prozess bekannt gewordenen Tatsachen zufolge schlossen sich die Angeklagte 2021 der somalischen Dschihadistengruppe „Al-Shabaab“ an. Al-Shabaab hat sich jedoch nicht zu dem Anschlag vom Juni 2022 bekannt, und ihre operative Präsenz in Nigeria ist weiterhin unklar. Auch der Islamische Staat Westafrika (ISWAP), eine Splittergruppe der nigerianischen Gruppe „Boko Haram“, hat sich nie zu dem Massaker am Pfingstsonntag (5. Juni 2022) bekannt, bei dem über 40 Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden.

Bischof Jude Ayodeji Arogundade von Ondo kommentierte das Urteil mit den Worten: „Zumindest teilweise wurde Gerechtigkeit geübt, doch das Urteil gibt den 41 Menschen, die an jenem Tag brutal ermordet wurden, nicht ihr Leben zurück.“ „Meine Reaktion darauf ist: Nun, es gibt in diesem Land Gesetze. Das Gesetz mag seinen Lauf genommen haben, aber wir haben weiterhin die Pflicht, die Wunden der Opfer des Anschlags zu heilen“, fügte er hinzu.

Die Todesstrafe wird in Nigeria selten vollstreckt, daher ist es wahrscheinlich, dass die vier Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt werden.

(L.M.) (Fides 9/6/2026)

 

AFRIKA/MOSAMBIK - Nach dem Mord an Bischof Osório Afonso Citora: „Die Menschen wollen Antworten. Sie wollen die Wahrheit. Sie wollen Sicherheit. Sie wollen Gerechtigkeit

 

Quelimane (Fides) – „Es ist eine Todsünde und kriminelle Beihilfe, zu wissen, wer dieses barbarische Verbrechen begangen hat, und es nicht zu melden!“, heißt es auf einer der vielen Social-Media-Seiten, die dem brutalen Mord an Bischof Osorio Citóra Afonso von Quelimane am Samstag, dem 6. Juni, gewidmet sind. Es wird die uneingeschränkte Solidarität mit der Kirche und ihren Geistlichen, insbesondere mit der katholischen Kirche, der Familie von Bischof Osório und den Märtyrern von Zambezia zum Ausdruck gebracht. „Die Verfolgung von Kirchen und ihren Geistlichen ist nichts Neues, und wer glaubt, sie zum Schweigen bringen zu können, irrt sich! Dies muss ein Moment der Einheit für alle Gläubigen, Kirchen und Menschen guten Willens sein, und sie dürfen nicht zögern, ihre Stimme zu erheben und Gerechtigkeit sowie eine exemplarische Bestrafung dieser Mörder zu fordern!“, wird betont.

„Bischof Osório war einer von uns. Ein einfacher, lächelnder Bruder, der sich furchtlos unter die Menschen mischen konnte, allein mit der Kraft des Wortes Gottes. Ein Missionar, der nie den Glauben an das Gute im Menschen, an den Frieden und an die Versöhnung verlor. Ein Hirte, der bis zu seinem letzten Tag ganz im Dienst stand“, so der Generalobere der Consolata-Missionare, Pater James Bhola Lengarin (IMC) in seiner an diesem Sonntag, dem 7. Juni, veröffentlichten Botschaft. „Sein gewaltsamer Tod stellt uns auf die Probe, schmerzt uns zutiefst und zwingt uns in die Knie“, fährt er fort, „Doch gerade aus dieser Zerbrechlichkeit erwächst unsere Stärke: die Gemeinschaft. Wir sind eine Familie, und wenn einer von uns leidet, leiden wir alle. Wenn einer von uns fällt, beugen wir uns alle nieder, um ihm aufzuhelfen. Wenn einer von uns sein Leben gibt, sind wir alle aufgerufen, unser eigenes zu erneuern.“ „Wir haben eine moralische und spirituelle Pflicht, dafür zu sorgen, dass die ganze Wahrheit über die Geschehnisse ans Licht kommt. Der Tod eines Hirten darf nicht im Dunkeln bleiben oder in Ungewissheit versinken. Die Wahrheit ans Licht zu bringen, ist ein Akt der Gerechtigkeit gegenüber Bischof Osório, gegenüber seiner Gemeinde und gegenüber unserer eigenen Mission“, erklärt der Generalobere.

„Was geschehen ist, hat uns in tiefen Schmerz, Verwirrung und Verzweiflung gestürzt … es fehlen uns die Worte“, sagte Pater Osvaldo Coppola, Superior des Generalats der Consolata-Missionare in Rom, gegenüber Fides. „Wir vertrauen unseren geliebten Bruder Osório den Händen Gottes, des barmherzigen Vaters, an. Möge er vom Himmel herab weiterhin für sein geliebtes Volk Fürsprache einlegen.“

In allen Beileidsbekundungen wir Bischof Osórios und dessen gütiger, großzügiger und mutiger Geist gewürdigt, während gleichzeitig alle die Aufklärung der Wahrheit und die Entlarvung der Täter dieses ungerechtfertigten Verbrechens fordern. „Die Menschen wollen Antworten. Sie wollen die Wahrheit. Sie wollen Sicherheit. Sie wollen Gerechtigkeit“, heißt es in einer Nachricht. „Für wen stellt ein Bischof eine Bedrohung dar? Welche Gefahr ging von Bischof Osório Citora aus? Wer hat ihn zum Schweigen gebracht? Was hat er gepredigt? Was hat er angeprangert? Warum scheint heute in Mosambik selbst der Glaube von Angst geleitet zu sein? Wie viele Tote müssen noch in den Zeitungen stehen, bevor es konkrete Antworten gibt, nicht nur kalte Erklärungen? Menschen sind nicht mehr am Leben. In Cabo Delgado herrscht Terrorismus. In den Städten gibt es Entführungen. Es gibt unerklärliche Morde. Es gibt Verschwindenlassen. Es gibt Angst, die Stimme zu erheben. Es gibt Angst, Anzeige zu erstatten. Es gibt Angst, überhaupt zu fragen. Und jetzt gibt es sogar Angst zu beten. Welche Zukunft hat ein Land, in dem friedliebende Menschen durch Gewalt sterben? Welche Zukunft hat eine Nation, in der sogar religiöse Führer in ihren eigenen Häusern getötet werden? Welche Zukunft hat ein Volk, das jeden Tag in Trauer, Unsicherheit und Stille erwacht?“.

In einer Erklärung des Präsidenten der Anwaltskammer Mosambiks wird die Straftat als „ein besonders dunkler Tag für die katholische Kirche, für die Gläubigen aller Konfessionen und für alle, die an die Würde des menschlichen Lebens, den Dialog und das friedliche Zusammenleben glauben“ bezeichnet. „Wenn eine Stimme des Glaubens, der Hoffnung und des Engagements für die Schwächsten durch Gewalt zum Schweigen gebracht wird, ist nicht nur eine religiöse Institution betroffen, sondern das moralische Gewissen der Gesellschaft erleidet einen schweren Schlag“, betont er. In der Botschaft wird tiefe Bestürzung und Empörung über die Ermordung von Bischof Osório zum Ausdruck gebracht. „Dieses Verbrechen erinnert uns daran, dass niemand immun ist. Die wiederkehrenden Berichte über Gewalt und Intoleranz, die Mosambik erschüttert haben, sind zutiefst besorgniserregende Anzeichen für eine Verschlechterung der öffentlichen Sicherheit und des moralischen Gefüges der Gesellschaft“, heißt es. In der Erklärung wird zudem die Solidarität mit der katholischen Kirche, dem Bistum Quelimane, der Familie von Bischof Osório und allen Gläubigen, die heute um diesen unersetzlichen Verlust trauern. „Wir fordern die zuständigen Behörden dringend auf, eine zügige, gründliche und transparente Untersuchung durchzuführen, die in der Lage ist, die materiellen und moralischen Täter dieses Verbrechens zu identifizieren und sie der Justiz zuzuführen.“

Die Bischofskonferenz von Mosambik (CEM) hat unterdessen den offiziellen Zeitplan für die Beisetzungsfeierlichkeiten bekanntgegeben. Diese finden am Freitag, dem 12. Juni, in der Kathedrale von Quelimane unter dem Vorsitz des Apostolischen Nuntius in Mosambik, Erzbischof Luis Miguel Muñoz Cárdaba, statt. Anschließend wird der Leichnam nach Nampula überführt, wo die Totenwache und die Trauerfeierlichkeiten im Familienkreis abgehalten werden. Am Samstag, dem 13. Juni, wird das Requiem in der Kathedrale Unserer Lieben Frau von Fatima unter dem Vorsitz von Erzbischof Inácio Saure von Nampula gefeiert. Die Beisetzung erfolgt im Anschluss auf dem Priesterfriedhof der Erzdiözese Nampula im Stadtteil Nampaco.

Das Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) feiert am Donnerstag, dem 11. Juni, einen Trauergottesdienst in der Kapelle der Heiligen Drei Könige im Palazzo „de Propaganda Fide“ in Rom. „Wir vertrauen seine Seele der barmherzigen Umarmung des himmlischen Vaters an und werden im Gebet dieses eifrigen Hirten gedenken, der schon während seiner Jahre im Dienst unseres Dikasteriums ein kostbares Zeugnis des Glaubens, der Hingabe und der kirchlichen Gemeinschaft abgelegt hat“, so das Dikasterium.

(AP) (Fides 9/6/2026)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Erdbeben auf Mindanao: Humanitäre Hilfe und Kollekte für betroffene Gemeinden

 

General Santos (Fides) – Im Zeichen tiefer Solidarität bringen katholische Gemeinden auf den Philippinen humanitäre Hilfe und Gebete für die Menschen auf den Weg, die von dem schweren Erdbeben der Stärke 7,8 im südlichen Archipel betroffen sind. Das Beben vom 8. Juni erschütterte mehrere Provinzen der großen Insel Mindanao, forderte mindestens 37 Todesopfer und verletzte etwa 500 Menschen; die Zahl der Toten steigt weiter. In vielen Gebieten kam es zu Stromausfällen; Häuser, Infrastruktur, Straßen und einige Kirchen wurden zerstört, insbesondere in der Region um General Santos. Die Hilfsmaßnahmen laufen weiter, während die Behörden das Ausmaß der Schäden und den unmittelbaren Bedarf der betroffenen Gemeinden ermitteln.

In einer Erklärung vom heutigen 9. Juni ruft der Vorsitzende der Katholischen Bischofskonferenz der Philippinen (CBCP), Erzbischof Gilbert Garcera von Lipa, Diözesen, Pfarreien, Ordensgemeinschaften und katholische Einrichtungen dazu auf, in den Messen am kommenden Sonntag besondere Fürbitten für die Erdbebenopfer einzuschließen. Er appellierte zudem an die Bischöfe des Landes, am 14. Juni eine Sonderkollekte zu genehmigen, deren Erlös den diözesanen Sozialzentren und Caritas Philippinen zur Unterstützung der Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen in den betroffenen Gebieten zugutekommt.

„Gerade in Zeiten wie diesen dürfen wir nicht vergessen, dass die Kirche berufen ist, ein Zeichen der Hoffnung und ein Zeugnis der Nächstenliebe zu sein“, so Erzbischof Garcera. „Als eine Familie in Christus dürfen wir dem Leid unserer Brüder und Schwestern nicht gleichgültig gegenüberstehen. Ihr Schmerz ist unser Schmerz, ihr Verlust ist unser Verlust“, fügte er hinzu.

Caritas Philippinen hat unterdessen mit der Koordinierung der Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Gemeinden begonnen. Der Präsident der Caritas auf den Philippinen, Bischof Gerardo Alminaza von San Carlos, versicherte den Überlebenden, dass das soziale Netzwerk der katholischen Kirche ihnen beim Wiederaufbau nach der Katastrophe zur Seite steht.

„Inmitten von Angst, Sorge und Ungewissheit möchten wir allen versichern, dass sie nicht allein sind“, sagte Bischof Alminaza und appellierte an Diözesen, Ordensgemeinschaften und alle Menschen guten Willens, die Hilfs- und Wiederaufbaumaßnahmen zu unterstützen. Einige Gebiete der Diözese Marbel sind jedoch weiterhin schwer zugänglich, insbesondere jene, die von indigenen Gemeinschaften in der Region um den Sebu-See bewohnt werden.

Der Erzbischof von Manila, Kardinal José Advincula, versicherte die Menschen der Gebete der Kirche und versprach die anhaltende Unterstützung der Gemeinde beim Wiederaufbau. In einer Botschaft, die auf „Radio Veritas“ ausgestrahlt wurde, betont der Kardinal die gemeinsame Verantwortung in Krisenzeiten: „In schwierigen Zeiten können wir Kraft aus unserem Glauben und unserer gegenseitigen Solidarität schöpfen.“

Erzbischof Alberto Uy von Cebu, im Zentrum des Archipels, rief die Gläubigen ebenfalls zum Gebet für die Erdbebenopfer auf und bat um spirituelle Unterstützung neben der humanitären Hilfe. Bischöfe verschiedener Diözesen organisieren bereits eine Kollekte, die am Sonntag, dem 14. Juni, während der Messe stattfinden wird; der Erlös wird über Caritas Philippinen der humanitären Hilfe für die betroffene Bevölkerung zugutekommen.

(PA) (Fides 9/6/2026)

 

PAPST LEO XIV. IN SPANIEN - Ansprache des Papstes an die Bischöfe Spaniens: “Bewahren, was uns dabei hilft, wie einen Schatz zu hüten“

 

Madrid (Fides) - „Ich möchte ich euch das Bild einer Reise vorschlagen, deren Ziel Gott ist, zu dem wir unseren Blick erheben“, so Papst Leo XIV. in seiner Ansprache an die spanischen Bischöfe am Montag, dem 8. Juni, bei seinem Besuch in Spanien. Papst Leo XIV., bekräftigt dass die Mission der Kirche in erster Linie ein Glaubensweg sei und nicht eine Reihe von Aufgaben oder zu erreichenden Ergebnissen.

Der Papst warnte vor der Versuchung, sich auf das zu konzentrieren, was wir hinterlassen – „die Orte, die Dinge, die Gewohnheiten“ –, ohne uns „in Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist für das Neue zu öffnen, das uns begegnet, ohne uns „in Offenheit für den Heiligen Geist dem Neuen zu öffnen, was wir vorfinden“. Er forderte dazu auf, „Freiheit und Mut umsichtig miteinander zu verbinden, um Strukturen hinter uns zu lassen, die uns nicht helfen, nicht unseren Zielen entsprechen oder uns sogar davon entfernen, und gleichzeitig die Kraft zu bewahren, das, was uns dabei hilft, wie einen Schatz zu hüten“. Dabei betonte er die Anziehungskraft des christlichen Erbes und wies auf die „gewaltige Herausforderung“ hin, sicherzustellen, dass „dieses Erbe die Früchte trägt, zu denen es fähig ist“.

„Die Kraft der Kirche kommt nicht aus der Fülle ihrer Mittel, sondern aus der Heiligkeit ihrer Kinder, aus der Gemeinschaft ihrer Hirten, aus der demütigen und beharrlichen Treue derer, die sich vom Heiligen Geist leiten lassen“, so der Papst, gerade in einer Zeit zunehmend schärferer Polarisierung und Gegensätze. Die Gemeinschaft wird somit zum ersten missionarischen Zeichen, das mehr zur Welt spricht als Strategien oder der geschickte Einsatz vorhandener Mittel. „Dieser Ruf, Zeichen der Gemeinschaft in Christus zu sein, in Einheit zu wandeln und dem Bruder, dem wir begegnen, die Hand zu reichen, stellt uns vor eine weitere Herausforderung, die heute das Herz vieler Menschen berührt: die Schwierigkeit, endgültige Verpflichtungen einzugehen und tiefgreifende Entscheidungen für das Leben zu treffen“.

„Bei so vielen jungen Menschen – und nicht nur bei ihnen – schwingt in der Frage: „Für wen bin ich da?“ eine aufrichtige Suche nach Sinn, Zugehörigkeit und Hingabe mit. Das menschliche Herz wird nicht durch das Anhäufen von Erfahrungen, Möglichkeiten oder vorübergehenden Sicherheiten erfüllt, sondern dadurch, dass es eine Berufung entdeckt, dass es begreift, dass das Leben nur dann Erfüllung findet, wenn es zu einer Gabe wird“, so der Papst. „Deshalb darf sich die Berufungspastoral nicht auf ein einfaches Erreichen von Zahlen beschränken“, fuhr er fort. „Sie entsteht aus lebendigen Gemeinschaften, aus glücklichen Priestern, aus Familien, die fähig sind, die Schönheit der Treue zu bezeugen“

Für Leo XIV. ist Mission auch eine Reise der Begegnung und des Dialogs. Der Papst lädt dazu ein, „die Sprache des Anderen zu lernen“, „Bindungen zu knüpfen“, damit das christliche Erbe „Instrument und Gelegenheit zum Dialog“ mit den unterschiedlichsten Realitäten wird – von den von Entvölkerung gezeichneten in „weiten kastilischen Ebenen gelangen, die uns leer erscheinen“ bis hin zu den Metropolen, wo „in denen Stille und Ferne nicht räumlicher, sondern innerer Natur sind“. Auf diesem Weg sei die Kirche aufgerufen, den „tiefen Durst nach Sinn“ vieler Menschen zu erkennen und ihnen den ihr anvertrauten „Schatz“ anzubieten: Jesus Christus, in dessen Namen der Mensch „aufstehen und gehen kann“.

„In diesem Bereich können Schwierigkeiten als Chancen erlebt werden“, so der Papst weiter, „Manchmal fällt es uns schwer, die Berufung der Laien und ihre Einbindung in diesen Weg des Lebens, den wir als Kirche beschreiten, darzustellen. Andererseits sehen wir, dass in vielen Bereichen, die traditionell von Ordensleuten getragen wurden, auf Laienmitarbeiter zurückgegriffen wird, um die Arbeit fortsetzen zu können. Es ist eine Schwierigkeit, die wir in eine Chance der Begegnung, des Dialogs und der Kommunikation verwandeln können. Es hängt von uns ab, dass diese Laien ihre Teilnahme an diesem kirchlichen Dienst als einen Aufruf Gottes wahrnehmen, ihre Verantwortung als Christen wahrzunehmen, den Geist zu verinnerlichen und sich als Teil der Sendung zu fühlen, die der Herr den Ordensleuten anvertraut hatte, die sie bisher erfüllt haben.

Die Reise sei von Begegnungen geprägt, so der Papst, „Besonders schmerzhaft ist die Begegnung mit jenen, die gerade von denen verletzt wurden, die sich um sie kümmern sollten, auch von Mitgliedern des Klerus“. Deshalb sei „die kirchliche Gemeinschaft aufgerufen, darauf mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Handeln in Sachen Prävention und einer Kultur der Fürsorge zu reagieren“.

„Dieselbe Logik gilt auch für die Herausforderungen einer säkularisierten Welt“, so Papst Leo, „Viele Männer und Frauen unserer Zeit lehnen Gott nicht einfach ab; oft tragen sie in ihrem Herzen eine tiefe Sehnsucht nach Sinn, Wahrheit, Zugehörigkeit und Hoffnung, auch wenn sie ihr keinen Namen geben können. Die Kirche ist gerufen, diese Sehnsüchte anzuerkennen, ihnen mit Respekt zu begegnen und ihnen – wie Petrus und Johannes dem Gelähmten am Tempeltor – den Schatz anzubieten, der ihr anvertraut wurde: Jesus Christus, in dessen Namen der Mensch aufstehen und gehen kann“.

So nimmt die Mission die Form einer gemeinsamen Pilgerreise an, auf der wir „mit ihm gehen“, von Christus geführt und von Maria begleitet, „“damit sie euch hilft, inmitten des Volkes, das euch anvertraut ist, jener verborgene Sauerteig zu sein, von dem das Evangelium spricht. Klein in den Augen der Welt, aber in Verbindung mit Christus fähig, den Teig aufgehen zu lassen“

Abschließend zitiert der Papst den heiligen Johannes von Avila, der „uns daran erinnert, dass jede kirchliche Erneuerung aus einem Herzen entspringt, das Christus gleichgestaltet ist: »Wenn du mir aufträgst, Herr, das zu tun, was du getan hast, dann gib mir dein Herz« (Sermón 57,20).

(ML) (Fides 8/6/2026)

 

Erzbischof Lhernould bei der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke: Die Mission der Kirche gilt der Welt

 

Von Gianni Valente

 

Tunis (Fides) – Die Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke (PMS) ist vor kurzem in Rom zu Ende gegangen. Erzbischof Nicolas Lhernould spricht im Interview mit Fides über Eindrücke und Begegnungen – darunter ein Treffen mit Papst Leo XIV.

 

Der Erzbischof von Tunis nahm in seiner Eigenschaft als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Tunesien zusammen mit über hundert Nationaldirektoren aus fünf Kontinenten, die in Rom zusammengekommen waren, an der diesjährigen Versammlung teil.

 

Nicht zuletzt seine eine Erfahrung als Bischof im Land des heiligen Augustinus erlaubt es ihm – wie im Interview deutlich wird –, wertvolle Erkenntnisse über das Wesen des Auftrags Christi an seine Kirche zum Heil aller Menschen zu gewinnen.

 

Erzbischof Lhernould, Sie haben immer wieder betont, dass die Kirche aufgrund ihres Wesens und ihrer Mission nicht selbstbezogen sein kann. Was meinen Sie damit?

 

NICOLAS LHERNOULD: Die Kirche ist ein von Christus eingesetztes Mittel, um seiner Mission zu dienen, nämlich allen Menschen in Liebe zu begegnen und diese Liebe allen zu offenbaren. Die Kirche hat ihren Schwerpunkt nicht in sich selbst, sondern in Gottes liebevoller Beziehung zur Welt. Immer wenn die Kirche sich im Laufe der Geschichte abwendet und selbstbezogen wird, verliert sie ihre Vitalität, weil sie den grundlegenden Horizont aus den Augen verliert, für den Jesus sie gegründet hat.

 

Bereits in den ersten Tagen seines Pontifikats hatte Papst Leo XIV. betont: Es ist die Sendung Jesu... Niemand von uns ist berufen, ihn zu ersetzen

 

LHERNOULD: Am Ende des Matthäusevangeliums beauftragt Jesus die elf Apostel, alle Völker zu lehren und sie „im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ zu taufen. Es handelt sich um einen missionarischen Auftrag, ein „Mandat“, das Jesus seinen Nachfolgern anvertraut hat, doch findet keine Übertragung der Autorität statt. Die Autorität bleibt die des einzigen Missionars, Jesus selbst. Wir können seine Mitarbeiter sein. Mitarbeiter des einen Missionars, der Christus selbst ist.

 

Kam all dies auch während der Arbeit der Generalversammlung der Päpstlichen Missionsgesellschaften zutage, die kürzlich in Rom stattfand?

LHERNOULD: Wenn ich an der einwöchigen Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke teilnehme, wird mir das immer wieder bewusst. Die Päpstlichen Missionswerke sind ein Teil des „Instruments der Kirche“ im Dienst der Beziehung zwischen Gott und der Welt, die den Kern der Mission ausmacht. Wenn die Versammlung zu Ende geht, nachdem wir Projekte, Statuten und so viele wichtige Aufgaben besprochen haben, denke ich immer wieder an die Worte des heiligen Paulus: „Alles gehört euch, ihr aber gehört Christus, und Christus gehört Gott.“

 

Wie lässt sich verhindern, dass Veranstaltungen wie die Versammlung der Päpstlichen Missionswerke von Selbstbezogenheit geprägt sind?

 

LHERNOULD: Es gibt zwei einander ergänzende Elemente, die wir meiner Meinung nach niemals dialektisch gegenüberstellen sollten. Das erste ist die Lebendigkeit und Freude, die dem Leib Christi, der Kirche, innewohnt. Um diese Freude zu erfahren und zu teilen, stehen uns alle menschlichen, spirituellen und sogar theologischen Mittel zur Verfügung, insbesondere seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil, das die auf die Theologie der Gemeinschaft der Kirchenväter bezieht, um diese Gemeinschaft, die dem Leib Christi eigen ist, zu beschreiben und zu vermitteln.

 

Und es gibt ein weiteres Element, das in der Lehre von Papst Franziskus nachdrücklich betont wurde: alles, was die Beziehung der Kirche zu dem betrifft, was außerhalb ihrer selbst liegt und mit ihr verbunden ist. Zu dem, was nicht zur Kirche gehört. In diesem Kontext wird das Thema der Geschwisterlichkeit angesprochen.

 

Die Kirchenväter waren zu ihrer Zeit nicht dazu berufen, das zu entwickeln, was wir heute als „Ekklesiologie der Geschwisterlichkeit“ bezeichnen würden. Denn damals wurde diese Beziehung zu all den Wirklichkeiten, die nicht zur Kirche gehörten, anders erfahren als heute. Und heute können wir intensiver wahrnehmen, dass es gerade die Begegnung mit denen ist, die nicht „wir“ sind, die uns uns selbst offenbart. Sie hilft uns, unsere eigene Identität, unser eigenes Wesen zu erkennen.

 

Die ersten Christen lebten in einer Welt, in der die anderen, wirklich alle anderen, keine Christen waren…

 

LHERNOULD: Es gibt eine Passage aus der Apostelgeschichte, die von den Jüngern Jesu in Antiochia spricht, wo berichtet wird, dass genau in Antiochia diejenigen, die Jesus nachfolgten, den Namen Christen erhielten. Das bedeutet, dass die Jünger Jesu sich diesen Namen nicht gegeben haben. Sie erhielten diesen Namen, und zwar in einer Umgebung, die nicht christlich war. Es waren andere, die sie Christen nannten. Sie nannten sich nicht Christen.

 

Und was lässt sich daraus auch heute noch ableiten?

 

LHERNOULD: Es ist ein existentielles und zugleich theologisches Gesetz: Ein Teil unserer christlichen Identität offenbart sich in Begegnungen mit anderen, mit solchen, die keine Christen sind.

 

Trägt die Situation in den nordafrikanischen Ländern in irgendeiner Weise dazu bei, diese Dynamik zu erfahrbar zu machen?

 

LHERNOULD: Bereits 1979 verfassten die Bischöfe Nordafrikas einen wunderschönen gemeinsamen Hirtenbrief mit dem Titel „Die Bedeutung unserer Begegnungen“. Die Offenbarung endete zwar mit dem Tod des letzten Apostels, doch das Antlitz Christi offenbart sich erst durch die wirkliche Begegnung seiner Jünger mit Kulturen und Völkern. Und es gibt etwas am Antlitz Christi, das nicht ans Licht kommen, uns nicht offenbart werden könnte, gäbe es nicht diesen Prozess der Inkarnation in Völkern und Kulturen, der bis zur Parusie, der glorreichen Offenbarung Jesu Christi am Ende der Zeiten, andauern wird.

 

Welche Wege kann also die Sendung, die Christus seiner Kirche anvertraut hat, in Tunesien und anderen nordafrikanischen Ländern einschlagen?

 

LHERNOULD: Mir gefällt die Definition von Mission von Christian de Chergé, dem Prior der Mönchsgemeinschaft von Tibhirine, den 1996 in Algerien ermordeten und 2018 seliggesprochenen Mönchen. Er sagte, Mission sei nicht Eroberung, sondern ein wohlriechender Duft.

 

„Geben ist seliger als Nehmen“ (Apg 20,35). Wir teilen die Gabe, die wir empfangen, mit anderen. Und das ist die grundlegende Dynamik jedes missionarischen Impulses. Doch wenn wir einen Moment innehalten und auch anderen die Möglichkeit geben, diese Freude zu erfahren – die Freude am Geben, am Empfangen dessen, was andere teilen möchten –, bieten wir ihnen die Gelegenheit, die Freude der Selbsthingabe im Sinne des Evangeliums zu erleben. Dies öffnet den Weg zu einer Freude, die Neugier wecken kann, die Neugier, die Quelle dieser Freude zu berühren, selbst ohne sie sofort zu benennen.

 

Wir können und müssen Christus selbst die Möglichkeit geben, in dieser unverdienten Begegnung mit ihm persönlich die Herzen zu berühren. Und auch offen zu bleiben für die Erfahrung des Empfangens, für das Beste der anderen Kultur, für ihre Fragen vor dem Geheimnis und vor Gott, für ihre Freuden. Das ist keine Passivität, sondern eine missionarische Handlung. Es ist Teil der Aufgabe, alle Menschen der Quelle der Freude näherzubringen.

 

Welche Bilder und Geschichten in der Heiligen Schrift vermitteln diese Art, die Mission zu leben, am besten?

 

LHERNOULD: Als Mitglieder der Kirchen Nordafrikas werden wir oft durch das, was wir als paradigmatisches Bild der Erscheinung des Herrn bezeichnen könnten, herausgefordert. Im Evangelium von der Erscheinung des Herrn ist Jesus neugeboren; er spricht nicht, er tut nichts. Auch Maria schweigt. Sie öffnet einfach die Tür. Die Heiligen Drei Könige kommen, drei Fremde, und allein die Tatsache ihrer Bereitschaft, sie willkommen zu heißen, ermöglicht es ihnen, auf ihre Weise, mit ihrer Kultur, nach ihrer Reise das Beste von dem, was sie haben und wer sie sind, mit ihren Gaben und ihrer Anbetung darzubringen.

 

Die Heiligen Drei Könige sind anders, und sie bleiben anders. Nachdem sie das Jesuskind angebetet haben, kehren sie in ihr Land, zu ihren Dingen, in ihre Realität zurück. Aber auch für sie gab es eine Offenbarung. Offenbarung ist für alle. So liegt in anderen, in denen, die nicht „wir“ sind, etwas Konstitutives für die Offenbarung unserer Identität, und dieser Aspekt muss meiner Meinung nach berücksichtigt werden. Das ist ein wichtiger Aspekt, wenn man von Mission spricht.

 

In manchen Situationen ist es unmöglich, Initiativen durchzuführen, die als missionarisch gelten. Kann man in solchen Kontexten sagen, dass Mission mit dem einfachen Glaubensbekenntnis, der „Confessio fidei“, übereinstimmt?

 

LHERNOULD: Wenn wir vom Glaubensbekenntnis hören, verbinden wir diesen Ausdruck sofort mit der Verpflichtung zum Wort, dem Bedürfnis zu verkünden. Das absolute Bekenntnis zur Liebe des Vaters, wie es im Hebräerbrief heißt, ist Jesus. Nun, bei der Erscheinung des Herrn, kann Jesus nichts sagen. Jesus ist da, ein neugeborenes Kind, und er sagt nichts. Dann folgen dreißig Jahre verborgenen Lebens, die ebenfalls ein Bekenntnis sind. Jesus ist das fleischgewordene Wort, das unter uns lebte und so die Liebe nicht nur durch das Sprechen, sondern auch durch das Leben offenbarte. Charles de Foucauld hat dies sehr treffend ausgedrückt: „Ich möchte so leben, dass die Menschen, wenn sie mich leben sehen, den Ursprung dieser Liebe hinterfragen.“ Wir sind zu derselben Erwartung berufen, zur selben Frage.

 

Mir gefallen besonders jene Stellen im Evangelium, in denen wir, wenn Jesus als Kind nicht sprechen kann oder wenn um ihn herum nichts gesagt wird, wie Josef oder wie Maria bei der Erscheinung des Herrn sind. Es ist nicht das „Alles“ der Mission, aber es ruft uns dazu auf zu erkennen, dass das Bekenntnis eine Verkörperung des Seins Christi Jesu unter uns ist.

 

Ist das also ein Bekenntnis zur Liebe Jesu Christi auch gegenüber den Muslimen?

 

LHERNOULD: Wir wissen, dass Muslime bei uns niemals oder fast niemals ein Evangelium lesen werden. Aber wenn das Leben eines Menschen wie eine aufgeschlagene Seite des Evangeliums ist – mit all seinen Schwächen –, dann gibt es etwas an Jesus, das spürbar wird.

 

Sie waren Bischof von Hippo, wohin Papst Leo XIV. sich auf den Spuren des Heiligen Augustinus begab…

 

LHERNOULD: Ich war viereinhalb Jahre lang Bischof im Bistum Constantine-Hippo. Und es stimmt, dass ich das Bischofsamt gelernt habe, indem ich in Augustins Fußstapfen trat. In gewisser Weise, so die gängige Auffassung, ist der Bischof von Hippo auch 16 Jahrhunderte später noch Augustinus. Noch immer wird er sehr geliebt und geachtet, sogar von den Algeriern. Es ist wunderbar, dass das Pontifikat von Papst Leo nicht nur Augustins Andenken, sondern auch seine spirituelle und missionarische Bedeutung wiederbelebt hat.

 

Was hat Sie als Bischof und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke an Augustinus am meisten beeindruckt und Ihnen am meisten geholfen?

 

LHERNOULD: Spesso mi è stato chiesto come cominciare a avvicinarsi a Agostino. Tanti invitano a leggere le sue Confessioni. Io rispondo piuttosto invitando a leggere il suo trattato sulla prima Lettera di Giovanni. Perché là troviamo il cuore dell'essere cristiano in missione con gli altri: «dall’amore che avrete gli uni per gli altri, tutti sapranno che siete miei discepoli» (Gv 13,35), dice Gesù nel Vangelo secondo Giovanni.

LHERNOULD: Ich werde oft gefragt, wie man sich Augustinus nähern kann. Viele empfehlen, seine Bekenntnisse zu lesen. Ich lade dann dazu ein, seine Abhandlung über den ersten Johannesbrief zu lesen. Denn dort finden wir den Kern des christlichen Missionslebens: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13,35), sagt Jesus im Johannesevangelium.

 

Und was lehrt Augustinus für die Mission der Kirche in der heutigen Zeit?

 

LHERNOULD: Was mich am meisten fesselt, ist vielleicht der Aspekt, über den er am wenigsten geschrieben hat: sein persönliches Gefühl, von Gott geliebt zu werden. Die Quelle all seines Schaffens ist diese persönliche Erfahrung einer innigen Begegnung mit Jesus.

 

Für mich liegt der primäre Horizont der Mission im Inneren: Es geht darum, die Freude der Berufung weiterzugeben, aber auch die gelebte Freude dieser innigen Begegnung mit Gott, die sich dann im Leben in der Welt, in der Familie, in der Gesellschaft und sogar in den Worten ausdrückt, mit denen wir diese Vertrautheit mit anderen teilen.

 

Eine wahre Begegnung mit Jesus ist das Einzige, was das ganze Leben eines Menschen in Freude verwandeln kann.

 

Es ist also kein Angebot, das unterbreitet wird und aus dem man auswählen kann. Es ist auch keine Wahl, keine Option, zu der wir jemanden zwingen würden oder könnten. Wir können nur sagen: Diese Freude, die allen frei angeboten wird, lässt mich leben und verwandelt mein Leben. Und mit diesem Zeugnis, wie die heilige Bernadette in Lourdes sagte, möchte ich nicht „überzeugen“, sondern verkünden.

 

Hilft Ihnen Ihre Situation in einigen nordafrikanischen Ländern dabei, diese Aspekte der Mission zu verstehen, die für alle von Interesse sind?

 

LHERNOULD: Der Missionsbegriff wird oft zu eng gefasst und allein mit der Verkündigung des Kerygmas gleichgesetzt. Die Frohe Botschaft ist zwar unbestreitbar zentral, aber nicht allein das Kerygma, verstanden als die Verkündigung des Ostergeheimnisses, des Leidens, des Todes und der Auferstehung Jesu. Schon zu Beginn des Evangeliums sendet Jesus seine Nachfolger aus, um die Frohe Botschaft zu verkünden, und zu diesem Zeitpunkt ist er weder gestorben noch auferstanden. Die Frohe Botschaft umfasst daher einen ganzen Prozess, der mit der Menschwerdung beginnt, von der Geburt Jesu bis Pfingsten. Die Offenbarung des neuen Lebens in Jesus beginnt mit seiner Geburt und setzt sich mit dem stillen Zeugnis seiner ersten dreißig Lebensjahre fort. Jede kerygmatische Verkündigung darf die Realität dieser im Stillen gelebten Inkarnation niemals vergessen.

 

Auf der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke sprachen Sie als Bischof einer kleinen und armen Gemeinde und bekräftigten, dass man umso besser die Quelle der Mission erkennt, je ärmer man ist. Besteht da nicht die Gefahr, in die Rhetorik von „wenigen, aber guten“ zu verfallen?

 

LHERNOULD: Ich wollte sagen, dass die Erfahrung der Katholizität nicht weniger tiefgreifend ist, ob wir 300 oder drei Millionen sind. Nach der Auferstehung Jesu gab es elf Apostel. In einem Hirtenbrief, den ich während meiner Zeit in Constantine verfasste, erwähnte ich dies ebenfalls und sagte, dass wir nicht zur Effizienz berufen sind, die messbar ist, sondern zur Fruchtbarkeit, die etwas hervorbringt.

 

Die Katholizität der Kirche ist kein statischer Zustand, sondern Mission. Es stimmt, dass wir uns freuen, wenn wir zahlreich sind, aber die Authentizität und Wirksamkeit missionarischer Tätigkeit lässt sich nicht in Statistiken messen. Sie entspringt einer Fruchtbarkeit der Liebe.

 

Wenn Strukturen fehlen, wenn die Mittel und Werke fehlen, die uns so vieles ermöglichen, ist selbst das Leben und Annehmen dieses Zustands missionarisch. Es hilft uns zu erkennen, dass Mission in erster Linie mit unserer Liebesbeziehung zum Herrn und zu unseren Mitmenschen zu tun hat: Er berief zwölf Apostel, sagt Markus, damit sie vor allem „bei ihm seien“ und sie auszusenden, um zu predigen. Die erste Berufung des Missionars ist diese tiefe Verbundenheit mit Christus, die sich in einer lebendigen, von Liebe geprägten Predigt äußert. Es ist auch ein gemeinschaftliches Werk. Wie wir bereits gesagt haben: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt“ (Joh 13,35).

 

Wie wird diese Fruchtbarkeit auch bei der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke wahrgenommen?

 

LHERNOULD: Ich finde es immer wieder wunderbar, wie bei den Versammlungen der Päpstlichen Missionswerke alles durch die gemeinsamen Erfahrungen und Zeugnisse aus allen Regionen und Kontexten erhellt wird. Ohne die Angst, alles auf Standardkategorien zu reduzieren. Es herrscht eine Komplementarität der verschiedenen Erfahrungen, typisch für den missionarischen Prozess, der der gesamten Kirche zugrunde liegt. Und selbst die gelebte Gemeinschaft in der Vielfalt, wie sie bei den Versammlungen der Päpstlichen Missionswerke stattfindet, ist an sich schon ein kraftvoller missionarischer Akt.

 

Was hilft, das Risiko von Fragmentierung und Zersplitterung zu überwinden? Sind „Teambuilding“-Kurse nützlich?

 

LHERNOULD: Selbst bei der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke erleben wir, dass in der geschwisterlichen Gemeinschaft Vielfalt auch als Bereicherung empfunden wird. Die Vielfalt bleibt bestehen; die Dinge werden nicht auf dieselbe Weise angegangen. Doch selbst wenn wir das erste Apostelkollegium betrachten, wäre das aus menschlicher Sicht nicht möglich gewesen. Es gab so unterschiedliche Persönlichkeiten, die sich sogar widersprachen. Aber der Weg mit Christus, das Annehmen seiner Worte und das schrittweise Ergreifenlassen durch die Kraft des Heiligen Geistes schuf Gemeinschaft in Vielfalt. Schon zu Pfingsten sprach die Kirche alle Sprachen der Erde. Und Augustinus betont, dass nicht der einzelne Apostel alle Sprachen spricht, sondern die gesamte Kirche mit ihrer Vielfalt.

 

Und wie begleiten und bestärken die Worte von Papst Leo diesen Weg?

 

LHERNOULD: Bei der Audienz im vergangenen Jahr erinnerte Leo XIV. an die Gemeinschaft und Universalität als prägende Merkmale der Päpstlichen Missionswerke. Mir fiel sofort auf, dass seine Anregungen und Schwerpunkte sehr „augustinisch“ waren. Auch in diesem Jahr lautet der Titel seiner Botschaft zum 100. Weltmissionstag „Eins in Christus, vereint in der Mission“ und greift damit direkt sein augustinisches Bischofsmotto auf. Papst Leo XIV. bekräftigt, dass die Gemeinschaft nicht das Ergebnis unserer eigenen Anstrengungen ist, kein Bauwerk, das wir selbst errichten müssen, sondern die Frucht des Heiligen Geistes. Gemeinschaft wird unter verschiedenen Menschen erfahren, weil sich auf unterschiedliche Weise im Heiligen Geist das Zeugnis Jesu Christi selbst offenbart.

 

(Fides 8/6/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 9.06.2026

EUROPA/POLEN - Anlässlich des 200jährigen Bestehens des “Lebendigen Rosenkranzes”: Zehntausende Pilger versammeln sich in Jasna Góra

Tschenstochau (Fides) – Am Freitag, dem 5. Juni, und Samstag, dem 6. Juni, wurde das Nationalheiligtum Jasna Góra in Tschenstochau zum Treffpunkt der Gebtsvereinigung des „Lebendigen Rosenkranzes“, die 1826 unter von der Seligen Pauline Jaricot in Lyon auf den Weg gebracht wurde.

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Bewegung war das polnische Marienheiligtum Gastgeber des 3. Nationalen Rosenkranzkongresses und der traditionellen Wallfahrt.

Das 200-jährige Jubiläum wird auch am 12. und 13. Juni in Lyon mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm gefeiert, zu dem unter anderem Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die Partikularkirchen) erwartet wird.

Im Rahmen der zweitägigen Veranstaltung in Polen, so Pfarrer Maciej Będziński, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke (PMS) in Polen, gegenüber der Fides, habe der Kongress die Gelegenheit geboten, tiefer in die Geschichte, Theologie und Spiritualität des „Lebendigen Rosenkranzes“ einzutauchen, beginnend mit der Person seiner Gründerin, der Seligen Paolina Jaricot. Zu den Höhepunkte des Kongresses, an dem über 1.200 Personen teilnahmen, gehörten die Erfahrungsberichte der Laien. Unter den Teilnehmern befand sich eine Delegation der Nationaldirektion der Päpstlichen Missionswerke in Frankreich mit Sitz in Lyon, begleitet von Annette d'Arbaumont, einer Nachfahrin der Seligen Paoline Jaricot, deren Anwesenheit den internationalen Charakter der Feierlichkeiten unterstrich.

Zum Abschluss des ersten Kongresstages zogen die Gläubigen in einer Prozession um die Wallfahrtsmauern des Heiligtums und beteten den Rosenkranzes. Höhepunkt des Abends war der feierliche Aufruf von Jasna Góra („Apel Jasnogórski“), an dem mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Unmittelbar darauf folgte das abendliche Gebet vor dem Gnadenbild der Mutter Gottes. Schließlich feierte Bischof Jan Piotrowski, Präsident der Missionskommission der Polnischen Bischofskonferenz, den gemeinsamen Gottesdienst .

Der zweite Tag der Feierlichkeiten begann früh am Morgen, als die Pilger sich im Heiligtum von Jasna Góra versammelten: rund 20.000 Menschen nahmen an der Wallfahrt teil, die im Heiligtum mit einem umfangreichen Programm aus gemeinsamen Gebeten, Zeugnissen, Begegnungen mit Missionaren und einer spirituellen Konferenz fortgesetzt wurde. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Heilige Messe im Heiligtum von Jasna Góra, der der Apostolische Nuntius in Polen, Erzbischof Antonio Guido Filipazzi, vorstand.

Schätzungsweise über 2,5 Millionen Menschen gehören in Polen der Gebetsvereinigung des „Lebendigen Rosenkranzes“ an. Reliquien der Seligen Pauline Jaricot befinden sich in zahlreichen polnischer Pfarreien, und polnische Pilger besuchen regelmäßig ihre Geburtsstadt Lyon.

„Die zweitägigen Feierlichkeiten haben gezeigt, dass die von Pauline Jaricot in Lyon begonnene Tradition zum 200-jährigen Jubiläum in Polen außerordentlich lebendig ist“, resümierte der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Polen, Sie entwickelt sich weiterhin dynamisch und verbindet die Generationen, von den Jüngsten bis zu den Ältesten.“

(EG) (Fides 8/6/2026)

 

 

AFRIKA/MOSAMBIK - Ermittlungen zum gewaltsamen Tod von Bischof Osório Afonso Citora dauern an

  

Quelimane (Fides) – Die Ermittlungen zum Motiv und den Verantwortlichen des Mordes an Bischof Osório Afonso Citora (IMC) der am vergangenen Samstag, dem 6. Juni, ums Leben kam, dauern an. Laut Maximino Amílcar, Sprecher der mosambikanischen Kriminalpolizei (SERNIC) in Zambézia, drangen Unbekannte in den frühen Morgenstunden in die Bischofsresidenz ein und gaben die tödlichen Schüsse ab.

Papst Leo XIV. erfuhr die Nachricht während des Fluges nach Spanien zu seiner Apostolischen Reise vom 6. bis 12. Juni 2026 und drückte sein tiefes Bedauern über den Mord an Bischof Osório aus. Der Papst Leo XIV. „schließt sich in dieser Stunde der Verzweiflung im Gebet dem Volk der Diözesen und ganz Mosambiks an, damit der Herr ihnen Trost schenke, jeden Mann und jede Frau in seiner Liebe behüte und die Hand der Gewalttätigen stille", heißt es in einer Mitteilung des Presseamtes des Heiligen Stuhls. Der Tod von Bischof Osório hat in der Kirche und in der mosambikanischen Gesellschaft, darunter auch beim Erzbischof von Nampula, Inácio Saúre, Bestürzung ausgelöst.

Auch das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) äußerte tiefe Trauer und Bestürzung. In einer am Wochenende veröffentlichten Erklärung bezeichneten die afrikanischen Bischöfe die Tat als „barbarisches Verbrechen“ und Angriff auf Leben, Menschenwürde, Frieden, Gerechtigkeit und Religionsfreiheit. Das Symposium verurteilt den Mord aufs Schärfste und bekräftigt, dass kein religiöser Führer Ziel von Gewalt werden sollte, nur weil er sein Leben dem Dienst an Gott, der Versöhnung und dem Gemeinwohl widmet. In der Stellungnahme fordern die Bischöfe des SECAM die Regierung von Mosambik und die zuständigen Behörden auf, unverzüglich eine transparente und unabhängige Untersuchung durchzuführen, um alle Verantwortlichen für das Verbrechen zu ermitteln und strafrechtlich zu verfolgen. Die Bischöfe fordern zudem verstärkte Schutzmaßnahmen für religiöse Führer und Gotteshäuser. Gleichzeitig bekunden sie ihre Solidarität mit der Bischofskonferenz von Mosambik, dem Klerus und den Gläubigen der Diözesen Quelimane und Beira sowie der Familie von Bischof Osório Afonso, beten für das ewige Seelenheil des Prälaten. Dabei rufen sie zu Gerechtigkeit, Frieden, Achtung des menschlichen Lebens und Religionsfreiheit in Mosambik und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent auf.

Lokale Quellen berichten gegenüber Fides bezeichnen den Mord als „sehr schwerwiegenden und absolut ungerechtfertigten Vorfall“. In einem Video, das von den Consolata-Missionaren veröffentlicht wurde und während des letzten Pastoralbesuchs ihres Mitbruders am 5. Juni in einer der Gemeinden entstand, ist zu sehen, wie Bischof Osório seine Sandalen auszieht, um sich zu den Muslimen zu setzen und mit ihnen zu sprechen. Dabei kommentiert er die jüngste Hirtennote der Bischofskonferenz von Mosambik vom 13. Mai 2026 (vgl. Fides, 15/05/2026), in der die Bischöfe ein Ende der Gewalt in Cabo Delgado forderten und vor dem Extremismus und der Gewalt, insbesondere gegen christliche Gemeinden, warnten, die die Region heimsuchen.

In seinem abschließenden Appell wandte sich Bischof Osório direkt an die Anwesenden: „Ich bitte Sie: Wir dürfen niemals akzeptieren, dass Religion uns spaltet, denn sie soll uns einen. Stimmt das nicht? Sie beten und auch wir beten. Das ist der Sinn meines Besuchs. Ich sagte: Meine Brüder und Schwestern dort leben mit Muslimen zusammen. Es gibt keinen Markt nur für Muslime; der Markt ist für Katholiken, Christen und Muslime. Stimmt das nicht? Das Krankenhaus ist für alle da. Deshalb sagte ich: Ich werde dorthin gehen, um mit ihnen zu sprechen, sie zu grüßen und ihnen zu sagen, dass ich möchte, dass sie für mich beten und dass auch ich für sie bete. Und wir alle werden für Frieden in Mosambik beten, wir werden für Wohlergehen in Mosambik beten, wir werden für Gerechtigkeit in Mosambik beten. Als ich meine Sandalen auszog, erinnerte ich mich daran, dass unser Gott Demut von uns verlangt, er verlangt von uns zu erkennen, dass wir alle Brüder und Schwestern sind.“

(AP) (Fides 8/6/2026)

 

PAPST LEO XIV. IN SPANIEN - Bischof Mazuelos zum Besuch des Papstes auf den Kanarischen Inseln: Ein Zeichen der Hoffnung

 

Las Palmas de Gran Canaria (Fides) – Der Besuch von Papst Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln am 11. und 12. Juni ist Teil seiner ersten Apostolischen Reise nach Spanien (6. bis 12. Juni). Zuvor besucht er Madrid und Barcelona.

Der Besuch auf den Kanarischen Inseln, der den Abschluss der Apostolischen Reise von Papst Leo XIV. nach Spanien unterstreicht die pastorale Fürsoge des Papstes für das Leben in einer der wichtigsten Migrationsregionen Europas.

Der Bischof der Kanarischen Inseln, José Mazuelos, würdigt die bevorstehende Ankunft des Papstes als ein Ereignis von tiefgreifender pastoraler und kirchlicher Bedeutung, insbesondere im Hinblick auf die Migrationssituation auf dem Archipel.

In einem Interview, das auf der offiziellen Website der Diözese veröffentlicht wurde, betonte Bischof Mazuelos, dass der Besuch die Sorge der gesamten Kirche um diejenigen zum Ausdruck bringe, die über die Atlantikroute – eine der gefährlichsten der Welt – die Kanarischen Inseln erreichen. „Der Papst kommt aus mehreren Gründen. Einer davon ist die Migrationskrise im Hafen von Arguineguín, dem ‚Hafen der Schande‘, die wir mitten in der Pandemie erlebt haben“, erinnerte der Bischof.

Der Hafen von Arguineguín wurde zum Symbol der Migrationskrise von 2020, als dort ein provisorisches Lager errichtet wurde, in dem rund 3.000 Menschen auf engstem Raum innerhalb von nur 200 Metern vom Pier ankamen, alle in Fischerbooten (den so genannten „Cayucos“).

Der Papst wird seinen Aufenthalt auf Gran Canaria mit einem Besuch des Hafens beginnen. Hier wird er einige Migranten treffen, die die Überfahrt gewagt haben, Freiwillige, Mitarbeitende und Vertreter von Institutionen, die an vorderster Front bei der Aufnahme tätig sind und ihre Erfahrungen teilen werden – eine Geste, die das Bistum als von „tiefem symbolischen und evangelischen Wert“ betrachtet.

Caya Suárez, die Koordinatorin der Begegnung, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass das Treffen in Arguineguín schlicht, aber sorgfältig geplant sein werde und „für und mit den Migranten der Kanarischen Inseln“ stattfinden solle. Sie betonte außerdem, dass der Archipel eine Station der Nächstenliebe auf dieser Reise darstelle, und erinnerte daran, dass „24 % der Bevölkerung Migranten sind“. Dabei hob sie die Arbeit der Kirche hervor, die diese Menschen begleitet und willkommen heißt.

Der Besuch umfasst auch Initiativen zum Gedenken an die Opfer der Migrationsrouten, wie beispielsweise eine Fotoausstellung am Hafen und ein Gebet für die Hoffnung und Würde derer, die auf der Suche nach einer besseren Zukunft an den Küsten der Kanarischen Inseln ankommen. Mit der Anwesenheit des Papstes soll Arguineguín, bekannt als der „Hafen der Schande“, symbolisch in einen „Hafen der Hoffnung“ verwandelt werden, wo die sogenannten „Engel des Ozeans“ – wie der Bischof der Kanarischen Inseln die Seenotrettungsorganisation „Salvamento Maritimo“, das Rote Kreuz und die Notfallteams, die Migranten Erste Hilfe leisten, nennt – tätig sind.

 

Kanarische Inseln: Europas Atlantikgrenze

 

Die Bedeutung des Besuchs von Leo XIV. auf den Kanarischen Inseln wird erst im Rückblick auf die vergangenen Jahre und das Pontifikat von Papst Franziskus deutlich, der die pastorale und moralische Sorge um Migranten nachhaltig geprägt hat.

Bischof Mazuelos erinnerte an die Wirkung des Bildes von drei jungen Nigerianern, die nach einer elftägigen Reise auf den Kanarischen Inseln angekommen waren, und sich als blinde Passgiere auf dem Ruderblatt eines von Nigeria abfahrenden Öltankers versteckt hatten. Das 2023 veröffentlichte Foto berührte den damaligen Papst Franziskus tief, der bekräftigte: „Dieses Foto hat mich berührt.“

Seitdem nehmen die Kanarischen Inseln einen wichtigen Platz im pastoralen Interesse des Heiligen Stuhls ein. Franziskus hat wiederholt seine Verbundenheit mit dem Archipel zum Ausdruck gebracht und sogar den Wunsch geäußert, die Inseln zu besuchen, um „der Regierung und dem Volk der Kanarischen Inseln“ nahe zu sein. Er würdigt diese Region als eine der dramatischsten Krisenherde Europas. In einem Brief an die Bischöfe der Kanarischen Inseln im November 2023 dankte er der örtlichen Kirche für ihre Arbeit bei der Aufnahme von Migranten und ermutigte angesichts der anhaltenden Migrationskrise zur Schaffung von „Netzwerken der Liebe und Leuchtfeuern der Hoffnung“.

Im Januar 2024 wurden Fernando Clavijo, Präsident der Kanarischen Inseln, Bischof José Mazuelos und Weihbischof Cristóbal Déniz im Vatikan empfangen. Dort schilderten sie drei drängende Probleme: die humanitäre Notlage entlang der Atlantikroute, die Schwierigkeiten bei der Aufnahme und Integration – insbesondere von Minderjährigen – und die fehlenden Zukunftsperspektiven für diejenigen, die aufs Festland gebracht wurden.

In diesem Zusammenhang hat die katholische Gemeinschaft Initiativen wie die sogenannten „Willkommenskorridore“ ins Leben gerufen, um die Aufnahme, Bildung und Integration junger Migranten in verschiedenen spanischen Diözesen zu fördern.

Der Besuch von Papst Leo XIV. wird als weiterer Schritt in der Kontinuität dieser Seelsorge gesehen, deren Bedeutung, so Bischof José Mazuelos, ohne dieses Zuhören und Begleiten einer der komplexesten menschlichen Realitäten unserer Zeit nicht zu verstehen ist.

 

Eine kirchliche Gemeinschaft, die begleitet und hofft

 

Bischof Mazuelos bekräftigte das anhaltende Engagement der Kirche auf den Kanarischen Inseln, insbesondere in der Unterstützung von Minderjährigen und schutzbedürftigen Menschen: „Eine Kirche, die niemals müde wird und immer da ist“, erklärte er.

Mit Blick auf die Realität der Migration im Kontext der Globalisierung betonte er die Notwendigkeit, „diese Realität sichtbar zu machen, damit sie nicht länger verborgen bleibt“.

Er nannte drei Dimensionen pastoraler Arbeit: „Sofortige Aufnahme, Bekämpfung der Ursachen und Integration“. Um die Dringlichkeit zu verdeutlichen, nutzte er ein Beispiel: „Bei einem Gasleck kann ich den Menschen nicht sagen: ‚Solange das Problem nicht behoben ist, werde ich nichts tun.‘ Ich muss ihnen eine Maske geben, damit sie nicht sterben. Und erst dann kümmern wir uns um den entstandenen Schaden.“ Aus diesem Grund, so betonte er, sei es notwendig, die Menschen willkommen zu heißen, sie zu integrieren und gleichzeitig die Ursachen in den Herkunftsländern anzugehen, wie etwa Mafia, Ressourcenausbeutung und Kriege.

Mazuelos erinnerte auch an das menschliche Drama der Überfahrt: „Es muss ein großes Leid gewesen sein, mit hundert anderen auf einem Cayuco im Atlantik fünf oder acht Tage lang zu treiben, ohne zu wissen, ob man ankommen würde.“

Gleichzeitig erklärte er, dass Migranten, wie Papst Leo XIV. sagte, „Lehrer der Hoffnung“ seien, weil „sie uns lehren zu hoffen“.

Laut dem am 2. Juni von der Caritas der Kanarischen Inseln vorgelegten Bericht unterstützte die Sozialarbeit in der Provinz Las Palmas im Jahr 2025 insgesamt 21.372 Einzelpersonen und 7.633 Familien, ein Anstieg von 2 % gegenüber dem Vorjahr. 54 % davon waren Migranten.

Angesichts dieser Zahlen erinnerte Bischof Mazuelos: „Wie uns der Heilige Vater Leo XIV., der uns in wenigen Tagen besuchen wird, eindringlich gebeten hat, müssen wir unsere Ziele höher stecken und als Gemeinschaft zusammenarbeiten, um mehr Gerechtigkeit und Gleichheit zu fördern, damit es keine Notwendigkeit mehr gibt, auszuwandern, geschweige denn über die Atlantikroute, die weiterhin so viele Menschenleben fordert.“

 

Eine Botschaft der Hoffnung für die Ortskirche

 

Zu den erwarteten Ergebnissen des Papstbesuchs zählte der Wunsch des Bischofs, dass „der Atlantik und die Sahara aufhören, ein Friedhof zu sein“.

„Dass wir gemeinsam in der Lage sind, sowohl die Herkunfts- als auch die Zielorte von Migranten zu humanisieren“, fügte er hinzu. „Migration ist kein vorübergehendes Phänomen, sondern das Ergebnis einer globalen Realität: Die Welt verändert sich und ist zunehmend vernetzt. Deshalb haben wir die Pflicht, willkommen zu heißen und gemeinsam mit den Ankommenden dazu beizutragen, auch in ihren Herkunftsländern humanere Bedingungen zu schaffen. Es ist wichtig, denen, die eine bessere Zukunft suchen, nicht Ablehnung entgegenzubringen, sondern Würde und gemeinsame Verantwortung in den Mittelpunkt zu stellen.“

Der Besuch des Papstes bekräftigt eindringlich, dass die Kanarischen Inseln kein vergessenes Randgebiet sind, sondern ein zentraler Ort, an dem die Menschenwürde auf dem Spiel steht. Seine Anwesenheit ist ein Zeichen des Zuhörens für die Helfer an vorderster Front, ein Trost für die von der Krise betroffenen Gemeinschaften und ein Appell an das internationale Gewissen, der daran erinnert, dass Migration kein lokales, sondern ein globales Phänomen ist. In der Tradition seines Vorgängers überbringt Papst Leo XIV. eine klare Botschaft: Jeder Migrant ist keine Nummer, sondern ein Gesicht; keine Last, sondern ein Bruder oder eine Schwester. „Der Papst kommt, um die Kirche auf den Kanarischen Inseln zu bestärken“, schloss Bischof Mazuelos.

(LGR) (Fides 7/6/2026)

 

PAPST LEO XIV. IN SPANIEN - Fronleichnam in Madrid: “Jesus geht durch die Straßen“

 

Madrid (Agenzia Fides) – Am Sonntag, dem 7. Juni, dem Fronleichnamsfest, einem Höhepunkt seiner Spanienreise, befasste sich Papst Leo XIV. in Madrid in seiner Predigt zur Eucharistiefeier auf der „Plaza de Cibeles“ mit der Volksfrömmigkeit. Er warnte vor Nostalgie und erinnerte daran, dass das „Erinnern“ im kirchlichen Leben ein allgegenwärtiger und transformativer Akt sei.

In Spanien, so der Papst, sei Fronleichnam „ist Fronleichnam nicht nur ein weiterer Feiertag im liturgischen Kalender, sondern eine Rückkehr zu den Wurzeln des Glaubens, um die Liebe und Treue zu Gott zu erneuern“. Prozessionen prägten seit Jahrhunderten „die Frömmigkeit, die Kunst, die Musik, die Architektur und das Leben des spanischen Volkes Frömmigkeit, Kunst, Musik, Architektur und das Leben des spanischen Volkes“.

Er betonte, es handele sich nicht um „äußerliche Zurschaustellung, um ein folkloristisches Überbleibsel oder um bloße ästhetische Zierde“ sondern „hier geht es um den Glauben an die Gegenwart des auferstandenen Herrn, der lebt und weiter unter uns weilt“

In diesem Sinne ist die Prozession auch ein missionarischer Akt, denn „so wie Christus sich in der Eucharistiefeier zur Nahrung für uns macht, zeigt die Prozession, dass er nicht im Gotteshaus eingeschlossen bleibt, sondern uns entgegenkommt“.

Jesus „geht durch die Straßen, überquert die Plätze, besucht unsere Stadtviertel“ und „der Christus, der in der Monstranz durch die Straßen zieht, ist derselbe, der sich mit den Armen, den Niedergeschlagenen, den Einsamen und Hilflosen identifiziert“. Deshalb gehe es nicht nur darum, „die Monstranz hinauszutragen, sondern darum, dass wir uns selbst aus dem Egoismus, der Gleichgültigkeit und einem bequemen, privaten Glauben herausführen lassen, um auf seine Einladung zur Umkehr zu antworten, unsere Sichtweise zu ändern und seine Gegenwart anzunehmen, die uns verwandelt und zu Baumeistern einer neuen Welt macht“.

Die Unterscheidung zwischen einer bloßen nostalgischen Erinnerung und einer lebendigen Erinnerung ist entscheidend für das Verständnis von Volksfrömmigkeit, einem wichtigen Bereich der Verkündigung des Evangeliums weltweit und insbesondere in säkularisierten Ländern, wo die Teilnahme an Messen tendenziell schneller abnimmt als die Andachtspraxis. „Die historische Erinnerung an die Fronleichnamsprozessionen nicht auf eine nostalgische Erinnerung beschränken; sie wird vielmehr zu einer Einladung für die Gegenwart, für unser persönliches Leben, für unsere Beziehungen, für die Gesellschaft, für den Aufbau der Zukunft“, so der Papst. In dieser Perspektive sei die Aufforderung zur „Erinnerung“ zu verstehen, die in der ersten Lesung zu hören war (Dtn 8,2): „Es geht darum, sich zu „erinnern“, gerade um nicht zu vergessen, wer der Herr ist, um nicht der Versuchung zu erliegen, auf andere Götzen zu vertrauen und sich von einem Brot zu ernähren, das nicht sättigt“, so der Papst .

Daher hier eine Empfehlung für das Spanien von heute und morgen: „Die Religiosität, die dieses Land seit Jahrhunderten belebt, soll kein Museum der Vergangenheit sein, das man besucht, sondern eine Schule des Glaubens, von der wir auch heute zehren können“. Eine Schule, „die uns lehrt, vor Gott und vor dem Nächsten die Knie zu beugen“. Eine Schule, „die uns die Selbstlosigkeit der Liebe lehrt“ und „in der wir lernen, dass Gott wirklich gegenwärtig ist“ und „dass auch wir berufen sind, in den Situationen und Herausforderungen der Gesellschaft präsent zu sein“.

Mit Blick auf den spanischen heiligen Manuel González, den „den Bischof der verlassenen Tabernakel“, den großen Apostel der Eucharistie im Spanien des frühen 20. Jahrhunderts, und auf die Verse des heiligen Johannes vom Kreuz – „Wie gut weiß ich den Quell, der entspringt und strömt, auch wenn es Nacht ist“ - bekräftigte der Papst: „Jesus in der Eucharistie ist »jener ewige Quell, der verborgen ist« – ein Quell, der fließt und den Durst stillt, ohne jedoch zu blenden, ohne sich mit äußerer Macht aufzudrängen“. „Lasst uns erneut aus dieser eucharistischen Quelle trinken, die uns nicht in einer privaten Frömmigkeit eingeschlossen sein lässt, sondern aussendet, um unsere Brüder und Schwestern, die Familien, die Armen, die Leidenden und diejenigen, die die Hoffnung verloren haben, zu erquicken“, so der Papst abschließend, denn „die eucharistische Gnade verwandelt uns, macht uns aber auch zu Protagonisten der Verwandlung der Geschichte und zu einem Zeichen der Hoffnung für alle, denen wir begegnen“

(MLK) (Fides 7/6/2026)

 

Beileisdsschreiben des Dikasteriums für die Evangelisierung zum Tod von Bischof Osório Citora Afonso

 

Vatikanstadt (Fides) – Das Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neue Teilkirchen) veröffentlichten ein Beileidschreiben zum Tod des mosambikanischen Bischofs Osório Citora Afonso, der in der Vergangenheit Mitarbeiter des Missionsdikasteriums gewesen war. Es folgt die Beileidsbekundung im Wortlaut.

 

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Mit tiefem Schmerz, aber getröstet durch die feste Hoffnung auf die von unserem Herrn Jesus Christus verheißene Auferstehung, trauert das Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für doe Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) mit der Kirche in Mosambik und ist im Geiste mit Papst Leo XIV., dem emeritierten Erzbischof, den Priestern, Diakonen, Ordensleuten und allen Laien der Diözesen Quelimane und Beira verbunden, die die schmerzliche Nachricht vom plötzlichen Tod von Bischof OSÓRIO CITORA AFONSO (I.M.C.) von Quelimane, Apostolischer Administrator von Beira und Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mosambik, erfahren haben, den der Herr am 6. Juni 2026 im Alter von 54 Jahren in das Haus des Vaters rief.

Bischof Osório wurde am 6. Mai 1972 in Ribáuè (Mosambik) geboren, legte in der Ordensgemeinschaft der Consolata-Missionare seine ewigen Gelübde ab und wurde am 3. November 2002 zum Priester geweiht. Erfüllt von einem tiefen missionarischen Eifer und einer tiefen Liebe zur Heiligen Schrift, widmete er sein Wirken mit großem Einsatz der Evangelisierung in Afrika, Italien und der gesamten Kirche. Nach zahlreichen pastoralen, pädagogischen und missionarischen Aufgaben wurde er zum Mitarbeiter des Dikasteriums für Evangelisierung berufen, wo er von 2017 bis zu seiner Bischofsweihe wirkte. Seine Jahre im Dienst des Dikasteriums waren geprägt von Kompetenz, Hingabe, einem aufrichtigen kirchlichen Eifer und einem großzügigen Engagement für die Mission „ad gentes“ und das Wachstum der jungen Kirchen. Am 21. September 2023 ernannte ihn Papst Franziskus zum Weihbischof von Maputo und Titularbischof von Putia in Numidien. Die Bischofsweihe empfing er am 28. Januar 2024 durch Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung. Am 25. Juli 2025 wurde er zum Bischof von Quelimane ernannt und widmet sich seitdem mit unermüdlichem pastoralem Einsatz und authentischer apostolischer Nächstenliebe den ihm anvertrauten Gläubigen.

Am 10. April 2026 wurde ihm zudem das Amt des Apostolischen Administrators von Beira anvertraut, wodurch er die pastorale Verantwortung für zwei Ortskirchen übernahm und gleichzeitig weiterhin als Generalsekretär der Bischofskonferenz von Mosambik amtierte. Sein plötzlicher Tod beraubt die Kirche in Mosambik eines eifrigen und fürsorglichen Hirten, eines vorbildlichen Missionars, eines Mannes tiefen Glaubens und eines treuen Dieners des Evangeliums.

Diejenigen, die die Gelegenheit hatten, ihn kennenzulernen und mit ihm zusammenzuarbeiten, erinnern sich an seine Demut, seine brüderliche Güte, seine spirituelle Tiefe, seine pastorale Weisheit und seine absolute Hingabe an die Mission, die ihm vom Herrn zum Wohl der Kirche anvertraut wurde.

In dieser Stunde der Trauer dankt das Dikasterium für die Evangelisierung dem allmächtigen Gott für das Leben, den priesterlichen und bischöflichen Dienst von Bischof Osório. Es vertraut seine Seele der unendlichen Barmherzigkeit des Vaters an und versammelt sich im Gebet mit seiner Familie, der Ordensgemeinschaft der Consolata-Missionare, dem Klerus, den Ordensleuten und allen Gläubigen der Kirchen von Quelimane und Beira.

Der mütterlichen Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der Mutter der Kirche, der er stets tief ergeben war, vertrauen wir diesen unseren Bruder im Bischofsamt an, im festen Glauben, dass der auferstandene Herr, dem er als Missionar, Priester und Bischof treu gedient hat, ihn in den ewigen Frieden seines Reiches aufnehmen wird. Möge der Herr alle trösten, die um ihn trauern, und seine Kirche stärken in ihrer zuversichtlichen Erwartung der Auferstehung der Toten und des zukünftigen Lebens.

 

Requiescat in pace.

 

Aus dem Dikasterium für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) Vatikanstadt, 6. Juni 2026

† In Gemeinschaft mit Papst Leo XIV. und mit der ganzen Kirche beten für die ewige Ruhe von Bischof Osório Citora Afonso (I.M.C.) in der Gewissheit der Worte des Apostels: „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn“ (Röm 14,8), getragen von der Hoffnung auf die Auferstehung und das ewige Leben.

(Fides 6/6/2026)

 

AFRIKA/MOSAMBIK - Bestürzung und Trauer nach der Ermordung von Bischof Osório Citora Afonso von Quelimane

 

Quelimane (Fides) – Die katholische Kirche in Mosambik trauert um den ermordeten Bischof Osório Citora Afonso von Quelimane. Die Nachricht hat die gesamte katholische Gemeinde sowie viele Menschen, die ihn kannten, tief betroffen gemacht. Der Bischof wurde am Samstagmorgen, dem 6. Juni, tot in seiner Bischofsresidenz in Quelimane aufgefunden. Er war durch Schüsse in die Brust getötet worden. Die Ermittlungen des Nationalen Kriminaldienstes dauern an, und es liegen noch keine genauen Informationen zu den Umständen und den Tätern des Mordes vor, der sich in den frühen Morgenstunden ereignete.

Die gesamte Gemeinde trauert um den Tod des vierten Bischofs des 1954 gegründeten Bistums Quelimane, dessen Schutzpatronin die Muttergottes der Befreiung ist. Das Bistum hat bekannt gegeben, dass an diesem Samsta (6. Juni 2026) um 18:00 Uhr ein Trauergottesdienst stattfindet. Der Gottesdienst wird in der Pfarrei Unserer Lieben Frau der Befreiung – der Kathedrale von Quelimane – abgehalten. Die Bekanntgabe erfolgte durch den Konsultorenrat des Bistums nach Mitteilung des plötzlichen Todes des Bischofs.

Der allgemein als „Don Osório“ bekannte Bischof war von 2017 bis 2023 Mitarbeiter im Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teillarkirchen), mit der er in ständigem Kontakt stand. Er arbeitete auch eng mit Fides zusammen und teilte bis vor wenigen Wochen Neuigkeiten aus der Ortskirche sowie Informationen über die ernste Lage der Gewalt und des Konflikts im Land mit.

Tiefstes Beileid sprach auch der mosambikanische Präsident Daniel Francisco Chapo aus. In seinem Beileidsschreiben betonte er, dass „der Tod von Bischof Osório einen unersetzlichen Verlust für die mosambikanische Gesellschaft und die christliche Gemeinschaft darstellt“, und hob dessen Zeugnis der Demut, des pastoralen Engagements und seines Einsatzes für Frieden und Versöhnung hervor.

Bischof Citora war Mitglied der Ordensgemeinschaf der Consolata-Missonare und bekleidete des Sekretärs der Bischofskonferenz von Mosambik. Seit August 2025 war er Bischofs von Quelimane und im April dieses Jahres wurde er von Papst Leo XIV. auch zum Apostolischer Administrator der Erzdiözese Beira ernannt.

Das Gebiet der Diözese Quelimane erstreckt sich über 57.798 Quadratkilometer und umfasst derzeit 29 Pfarreien und Missionsstationen sowie rund 1.930 christliche Gemeinden mit 1.366.593 Katholiken (Stand: 2025).

(AP) (Fides 6/6/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Vellore zur Wahl eines katholischen Ministerpräsidenten in Tamil Nadu: "Wir sind bereit zur Zusammenarbeit für Entwicklung und sozialen Zusammenhalt“

 

Vellore (Fides) – „Eine bedeutende Entwicklung in Tamil Nadu ist die Wahl eines katholischen Ministerpräsidenten. Der bekannte indische Schauspieler C. Joseph Vijay, Vorsitzender der Partei Tamilaga Vettri Kazhagam (TVK), wurde am 10. Mai vereidigt. Seine Wahl markiert einen wichtigen Wendepunkt in der regionalen politischen Landschaft und beendet die fast 60-jährige Dominanz der beiden dravidischen Parteien“, erklärt Bischof Ambrose Pitchaimuthu von Vellore (Tamil Nadu) und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien, gegenüber Fides. Die vom Bischof erwähnten dravidischen Parteien sind regionale politische Gruppierungen in Indien, die fast ausschließlich im Bundesstaat Tamil Nadu, einem wichtigen Bundesstaat Südindiens, beheimatet sind und deren ideologische Wurzeln in der dravidischen Bewegung liegen, einer Bewegung für soziale Reformen und sprachlich-kulturellen Prägung, die dort zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand.

„Dem neuen Ministerpräsidenten ist es gelungen, ein langjähriges Zweiparteiensystem zu durchbrechen“, so Erzbischof Pitchaimuthu, „Er ist zwar katholisch, wurde aber mit breiter Unterstützung gewählt. Seine neue Partei genießt großen Zuspruch in der Bevölkerung. Nach 60 Jahren, in denen sich zwei Parteien an der Macht abgewechselt hatten, wünschten sich die Menschen in Tamil Nadu dringend einen Wandel. Sie wollten einen Durchbruch und beklagten Korruption und Vetternwirtschaft.“ Die beiden regionalen Parteien, die historisch in dem Bundesstaat verwurzelt sind, sind: die „Dravida Munnetra Kazhagam“ (DMK) säkular, progressiv und regionalistisch, und die „All India Anna Dravida Munnetra Kazhagam“ (AIADMK) ebenfalls regionalistisch, mit Verbindungen zu Sozialpolitik und charismatischen Führungspersönlichkeiten.

„Katholiken machen in Tamil Nadu etwa 12 % der Bevölkerung aus, Christen hingegen 30 % der rund 77 Millionen Einwohner des Bundesstaates. Der religiöse Faktor spielte bei der Wahl jedoch keine Rolle, obwohl hinduistische Randgruppen versuchten, C. Joseph Vijay aufgrund seiner Religion zu diskreditieren“, erklärt der Bischof.

„Er war Schauspieler, was ihm große Popularität einbrachte“, bemerkt Bischof Pitchaimuthu zum kometenhaften Aufstieg des neuen Ministerpräsidenten, „Ich erinnere mich, dass er früher in Fernsehserien einen Politiker spielte; jetzt ist er ein echter, professioneller Politiker. Und es ist kurios, dass es in den sozialen Medien Überschneidungen zwischen realen politischen Diskussionen und inszenierten Beiträgen (also Ausschnitten aus Fernsehserien, in denen er einen Politiker spielte) gibt“.

„Die neue Partei“, fährt er fort, „ist mit hochtrabenden Versprechen und Ankündigungen angetreten. Im Wahlkampf versprach sie kostenlosen Strom, Löhne für Frauen, ein monatliches Arbeitslosengeld für junge Menschen und Studentenkredite von bis zu zwei Millionen Rupien: Maßnahmen mit starker emotionaler und sozialer Wirkung. Genau darin liegt nun die Herausforderung. Meiner Meinung nach kann und muss sie der Bevölkerung ehrlich sagen, welche Maßnahmen unter Berücksichtigung des Staatshaushalts tatsächlich umsetzbar sind.“

Beobachtern zufolge würde die Umsetzung all dieser Wahlversprechen die Staatskasse stark belasten. Vijays Regierung hat von der Vorgängerregierung einen hohen Schuldenberg geerbt, und ihre größte Herausforderung wird darin bestehen, die notwendigen Mittel ohne neue Steuern aufzubringen.

„Die Bevölkerung des Bundesstaates setzt große Erwartungen in die neue Regierung“, so der Bischof von Vellore abschließend, „Die Regierung des Bundesstaates, eine Koalitionsregierung, weist eine starke christliche Repräsentation auf – ein Novum: Neben dem katholischen Ministerpräsidenten ist erstmals in der Geschichte auch der Finanzminister katholisch, und der Parlamentspräsident ist ebenfalls Christ. Wir als Bischöfe werden uns mit ihm treffen und unsere Bereitschaft zur Zusammenarbeit für das Wachstum, die Entwicklung und den Fortschritt Tamil Nadus sowie zur Förderung des sozialen Zusammenhalts, der Grundlage des Wohlstands, zum Ausdruck bringen.“

Unmittelbar nach seinem Amtsantritt genehmigte Vijay wichtige Maßnahmen wie die teilweise kostenlose Stromversorgung, die Schaffung einer speziellen „Schutztruppe“ für Frauen und die Einrichtung von Anti-Drogen-Einheiten in jedem Bezirk des Bundesstaates. In seiner Antrittsrede bat Vijay die Bevölkerung um Zeit, um seine Wahlversprechen zu erfüllen.

 

(PA) (Fides 6/6/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 6.06.2026

Missionarische Dringlichkeit im Vorfeld des Besuchs von Papst Leo XIV.: Wenn das „Problem“ nicht mehr der Atheismus ist

 

Von Marie-Lucile Kubacki

 

Madrid (Fides) – Vom 6. bis 12. Juni 2026 wird Papst Leo XIV. im Rahmen seiner vierten apostolischen Reise außerhalb Italiens Spanien besuchen. Bei dieser Gelegenheit wird er auch Madrid und Barcelona besuchen, wo er in der „Sagrada Família“ eine Messe im Rahmen des Gedenkens zum 100. Todestag des berühmten Architekten Antoni Gaudí (1852–1926) feiern wird. Anschließend reist er auf die Kanarischen Inseln, einen Archipel, der von der Migrationskrise betroffen ist.

Aus kirchlicher und missionarischer Sicht ist die Situation in Spanien besonders interessant. Das historisch vom Christentum geprägte Land durchläuft derzeit einen Säkularisierungsprozess, wobei die kirchliche Gemeinschaft weiterhin einen spürbaren gesellschaftlichen Zusammenhalt aufweist.

Eine vom CIS veröffentlichte Umfrage (Umfrage zu sozialen Tendenzen V, Studie Nr. 3535, Dezember 2025) dokumentiert, dass sich 15,2 % der Befragten als praktizierende Katholiken bezeichnen. Von allen Befragten gaben 11,4 % an, „jeden Sonntag und an Feiertagen“ die Messe zu besuchen, während 4,7 % „mehrmals wöchentlich“ die Messe besuchen.

Angesichts dieser Situation befasst sich die Spanische Bischofskonferenz seit mehreren Jahren mit einer möglichen Neuausrichtung ihrer Mission im Hinblick auf die Realität des Landes.

Wenige Wochen vor der Ankunft des Papstes veröffentlichte die Bischofskonferenz ein umfangreiches und aufschlussreiches Dokument mit dem Titel „Poneos en camino“ (vgl. Lk 10,3), das pastorale Leitlinien für die kommenden vier Jahre vorschlägt.

Während Papst Leo XIV. in seiner jüngsten Ansprache an die Teilnehmer der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke die „Gläubigen der ältesten Kirchen“ an die Bedeutung ihrer Teilhabe „am missionarischen Geist der ganzen Kirche“ erinnerte, bietet der Text der spanischen Bischöfe eine klare und dynamische Analyse. „In Spanien gehört die jahrhundertealte Ära, in der es hieß: ‚Ich bin katholisch, weil ich in Spanien geboren wurde‘, endgültig der Vergangenheit an“, heißt es in dem Dokument.

„Die Schwierigkeiten, denen wir bei der Evangelisierung begegnen, verbunden mit der Alterung und dem Mitgliederschwund der christlichen Gemeinschaft – Ehepaare, Ordensleute, Pfarrer und Laien, die sich der Sendung der Kirche verpflichtet fühlen – führen zu einer gewissen Entmutigung in der Kirche, die durch die Arbeitsbelastung und die Herausforderungen der Evangelisierung, insbesondere unter den geweihten Geistlichen, noch verstärkt wird“, heißt es in dem Dokument weiter. „Die Ordensleute in Spanien erleben eine außergewöhnliche Umstrukturierung ihrer Provinzen und ihrer apostolischen Präsenz. Die laufende Umstrukturierung der Pfarreien zu ‚Pastoraleinheiten‘ vermittelt uns – unabhängig von ihrer Bezeichnung –zusammen mit den soeben beschriebenen Entwicklungen das Gefühl, dass wir uns auf die ‚Verwaltung des Ressourcenmangels‘ konzentrieren, was den Weg zu jener ‚pastoralen Umkehr‘ behindert, die die Neuartigkeit dieses epochalen Wandels erfordert.“

 

Die Versuchung eines “Doppellebens” und die zu berücksichtigenden Erwartungen

 

Die spanische Bischofskonferenz regt zum Nachdenken an, indem sie die Episode im Abendmahlssaal erinnert, in der die Jünger zunächst verängstigt eingeschlossen sind. „Manche meinen, es sei besser, im ‚Abendmahlssaal‘ Zuflucht zu suchen, bis der Sturm vorüber ist“, heißt es in diesem Zusammenhang. Die Bischöfe warnen vor der Versuchung, Mission und das Leben der Kirche zu unterteilen in das, was im ‚Tempel‘, im kirchlichen Kontext, geschieht, und in das, was außerhalb, in der übrigen Zeit, geschieht. „Die tief in der Kultur verwurzelten Schwierigkeiten drängen zu einer Art Doppelleben, in dem man zwar die Botschaft des Evangeliums verkündet, gleichzeitig aber weltliche Lebensweisen, Werkzeuge und Mittel annimmt“, heißt es weiter. „Wir reduzieren das Leben im Zeichen des Evangeliums letztlich auf den Tempel, während wir außerhalb – in Arbeitsbeziehungen, in Beziehungen zu anderen und Nachbarn, als Eltern in der Schule oder als Berufstätige – die von Geld und Macht beherrschten Regeln der Welt akzeptieren, die Gleichgültigkeit und Passivität gegenüber der Evangelisierung im Kontext der herrschenden Mentalität erzeugen“. Dieses „Doppelleben“ ist die „Entfremdung“, auf die Franziskus in der „Enzyklika Dilexit“ nos (2024) Bezug nimmt. Aus diesem Klima, so die Analyse der spanischen Bischofskonferenz, entstehen „ideologische Reduktionen des Glaubens oder Nostalgie für vergangene Zeiten“, die „alle Übel der Kirche der Konzilsreform und ihrer Rezeption zuschreiben“.

Zu den Symptomen der heutigen Weltgewandtheit zählen die spanischen Bischöfe eine Kultur der „Ermächtigung“ im anthropologischen, ökonomischen und politischen Bereich, die „eine Mentalität hervorbringt, die dem christlichen Menschenbild widerspricht“. Ein weiteres Symptom ist der Konsumismus. „Das gegenwärtige kulturelle, ökonomische und politische System ist wie ein Supermarkt strukturiert: Vergnügen, verstanden als Befriedigung eines Bedürfnisses, und Macht und Geld als Mittel zu dessen Erreichung“, heißt es. In einem Kontext, der vom Aufstieg des Individualismus geprägt ist und die traditionelle Auffassung von Familie und Gemeinschaft schwächt, beobachtet die Bischofskonferenz eine wachsende Unruhe angesichts des Unbekannten. Die „anthropologische Reduzierung des Menschen auf ein bloßes Individuum“ erzeugt tiefe Unzufriedenheit und verarmt „Vernunft, Gefühl und Willen“. Diese Unzufriedenheit wird oft durch das Streben nach „Macht“ oder „zusätzlichen Ersatzbefriedigungen“ kompensiert, ohne dass das anhaltende Unbehagen jemals überwunden wird. Und doch offenbart diese Spannung eine tiefere Sehnsucht: die Wiederentdeckung, dass „das Leben ein Geschenk ist, keine Macht“. Hinter der Verherrlichung des Individuums verbirgt sich somit eine „Sehnsucht nach der Person“, hinter dem Streben nach Macht die Sehnsucht nach „Liebe“ und hinter den Versprechungen eines „erfüllten Lebensplans“, die die Konsumgesellschaft bietet, die Sehnsucht nach „Heiligkeit“. Für die spanische Bischofskonferenz sind dies die Erwartungen, denen die Kirche entsprechen muss, um missionarisch tätig zu sein.

 

Der Triumph einer „Do-it-yourself“-Religion

 

Ein weiteres zentrales Ergebnis ist, dass die Kirche in der säkularisierten spanischen Gesellschaft weniger mit Atheismus als vielmehr mit der Sehnsucht nach Gott konfrontiert ist, die sich auf vielfältige Weise äußert. Laut einer Studie der „Fundación SM“ mit dem Titel „Jóvenes españoles 2026“, über die mehrere spanische katholische Medien berichteten, stieg der Anteil junger Menschen, die sich als katholisch bezeichnen, zwischen 2020 und 2025 zwar von 31,6 % auf 45 %, doch ist der Inhalt dieses Glaubens oft synkretistisch: Unter praktizierenden Katholiken glauben 60,7 % an Karma, 48,5 % an Reinkarnation und 44,1 % an magische Künste. So entsteht eine individuelle Spiritualität, die Elemente katholischer Tradition mit Fragmenten neoesoterischer Spiritualität verbindet. Auch wenn Zahlen nicht überbewertet werden sollten, verdeutlichen diese Daten die Komplexität der Situation, die sich nicht einfach durch die Dialektik von Niedergang und Erneuerung erklären lässt. Wie kann man also auf diese Sehnsucht nach Gott antworten, wohl wissend, dass sie oft mit einer individualistischeren und distanzierteren Haltung gegenüber d3en Institutionen einhergeht? Die Mission für jene, die Religionssoziologen mitunter als „spirituell, aber nicht religiös“ oder „Konfessionslose“ bezeichnen, stellt also eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit dar. Diese Elemente finden sich auch in Frankreich, wohin der Papst vom 25. bis 28. September reisen wird. In beiden Ländern erfordert die Erkenntnis der Säkularisierung und der Rückgang der katholischen Praxis mehr denn je einen stärkeren Fokus auf die Kohärenz und Vitalität des Zeugnisses.

In Spanien ruft die Kirche dazu auf, diesen Paradigmenwechsel mithilfe der von Papst Franziskus in seiner Ansprache an die Römische Kurie im Jahr 2023 dargelegten Unterscheidungskraft zu vollziehen: „Sechzig Jahre nach dem Konzil wird immer noch über die Unterscheidung zwischen „Progressiven“ und „Konservativen“ debattiert, aber das ist nicht der Unterschied: Tatsächlich ist der zentrale Unterschied der zwischen „Verliebten“ und „Gewöhnten“ besteht. Dies ist der Unterschied. Nur wer liebt, kann weitergehen“.

Zahlreiche apostolische Initiativen und Experimente wurden in den letzten Jahren umgesetzt, „in den Bereichen Erstverkündigung, Erwachsenenkatechumenat, Erneuerung der Sakramentenvorbereitung, neue Ehevorbereitungsprogramme, Volksfrömmigkeit, eucharistische Anbetung und Hilfe für die Ärmsten“, stellt die Bischofskonferenz fest und hebt zudem den Beitrag katholischer Migranten zur Revitalisierung und Erneuerung der Gemeinden hervor. Letztlich gehe es weniger darum, neue Rezepte zu erfinden, als vielmehr darum, in jeder Epoche und an jedem Ort die Quelle des lebendigen Wassers des Evangeliums und die einfachen, zeitlosen Gesten der Seligpreisungen wiederzuentdecken.

(Fides 5/6/2026)

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Ebola: “St. Theresa Mission Hospital” bringt Aufklärungskampagne auf den Weg

 

Nzara (Fides) – Das „St. Theresa Mission Hospital“ in Nzara hat eine umfassende Aufklärungskampagne für die katholische Diözese Tombura-Yambio auf den Weg gebracht, in deren Rahmen die Vorsichtsmaßnahmen gegen die anhaltenden Ebola-Epidemien in der Demokratischen Republik Kongo und Uganda erläutert werden. Dabei wird die Bedeutung von Prävention und Wachsamkeit hervorgehoben, wobie es im Südsudan bisher keine bestätigten Fälle gab.

Bei einer Informationsveranstaltung die an diesem Donnerstag (4. Juni) in den Räumlichkeiten der Diözesanverwaltung stattfand, wurde die die wachsende Besorgnis um die öffentliche Gesundheit in der Region angesichts der bestätigten Fälle in den Nachbarländern unterstrichen. Der Südsudan, in dem 1976 im Bezirk Nzara erstmals eine Ebola-Epidemie auftrat, bleibt aufgrund der Nähe zu den betroffenen Regionen und der historischen Bedeutung der Krankheit in seinem Gebiet besonders in Allarmbereitschaft.

Bischof Barani Eduardo Hiiboro Kussala von der Tombura Yambio dankte dem Missionskrankenhaus und der „Catholic Organization for Development and Peace“ (CODEP) für die Förderung der Initiative und würdigte die Bedeutung proaktiver Gesundheitsaufklärung. Er mahnte alle Teilnehmenden zur Wachsamkeit. Der Bischof betonte zudem die Notwendigkeit von Schutzmaßnahmen und warte vor der reellen Gefahr von Ebola, die er als „eine äußerst gefährliche Krankheit“ bezeichnete, „die im Alltag besondere Vorsicht erfordert“. Er rief Regierungsbehörden, internationale Partner, Gemeinden und Wissenschaftler dazu auf, Forschung und Aufklärungskampagnen zum Virus zu intensivieren und die potenzielle Gefahr für den Alltag und die Gesundheitssysteme der Gemeinden hervorzuheben. Dabei bat er Gemeinden, zivilgesellschaftliche Organisationen und Nichtregierungsorganisationen, Verdachtsfälle umgehend den Gesundheitsbehörden zu melden. Darüber hinaus forderte er regelmäßige Aufklärungsveranstaltungen in allen lokalen Sprachen, um alle Gemeindemitglieder unabhängig von Bildungsstand oder Sprachkenntnissen zu sensibilisieren.

Das katholische „Saint Teresa Missionary Hospital“ in Nzara spielt eine Schlüsselrolle im diözesanen Gesundheitssystem und dient als Anlaufstelle für Gesundheitspersonal aus der gesamten Diözese, das sich über Präventions- und Bekämpfungsmaßnahmen gegen Ebola informiert. Laut lokalen Gesundheitsbehörden sollen die gemeinsamen Initiativen der Diözese, des Krankenhauses, von CODEP, Regierungsbehörden und Gemeindeorganisationen die Ausbreitung von Ebola in Südsudan verhindern und die Gesundheit und das Wohlergehen gefährdeter Bevölkerungsgruppen im Bundesstaat Western Equatoria schützen.

An der Informationsveranstaltung nahmen Mitarbeiter der Diözese Tombura-Yambio und von CODEP, Vertreter der „Eve Organization“, Priester, Verantwortliche und Mitarbeitende der Diözesanverwaltung teil. Die vielfältige Beteiligung von Vertretern kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen unterstreicht den kooperativen Ansatz im Bereich der Gesundheitssicherheit.

(AP) (Fides 5/6/2026)

 

ASIEN/MYANMAR - Fünf Bischöfe mussten seit Beginn des Bürgerkriegs ihr Bistum verlassen: "Die Menschen beten mit Tränen in den Augen”

 

Vatikanstadt (Fides) – Aufgrund des seit 2021 andauernden Bürgerkriegs in Myanmar mussten fünf Bischöfe der insgesamt 17 Diözesen des Landes ihre Bischofssitze und ihre jeweiligen Kathedralen verlassen und leben nun in Pfarreien in sichereren Gebieten, die nicht von den Kämpfen zwischen Rebellen und Armee betroffen sind. „Es handelt sich um die Bischöfe der Diözesen Pekhon, Loikaw, Banmaw, Mindat und Lashio“, sagte Bischof Felice Ba Htoo von Pekhon, einer Stadt im Staat Shan in Zentralmyanmar, gegenüber Fides. Er schilderte das Leid dieser myanmarischen Bischöfe, die miterleben mussten, wie ihr Land seit fünf Jahren vom Bürgerkrieg verwüstet wird, was die Bevölkerung schwer trifft. „Auch wir als Bischöfe sind betroffen, und mit uns unsere Pfarreien. Viele mussten geschlossen werden, weil sie beschädigt oder zerstört wurden oder weil sie ohne Gläubige dastanden“, sagte er. Die Bischöfe von Myanmar, die sich derzeit zu ihrem Ad-limina-Besuch im Vatikan aufhalten, begegneten heute Papst Leo XIV. mit dem sie auch über ihr Leid und das des burmesischen Volkes sprachen. Gemeinsam mit ihm beteten sie für Frieden und Versöhnung.

„Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt“, so Bischof Felice Ba Htoo gegenüber Fides, „Wir leben im Hier und Jetzt und vertrauen auf Gott. Unsere heutige Mission ist es, den Menschen nahe zu sein, den Binnenvertriebenen, die über das ganze Land verstreut sind: einige im Dschungel, andere in Flüchtlingslagern, wieder andere in Dörfern, die weniger stark von der Gewalt betroffen sind. Wir versuchen, sie zu besuchen, sie zu trösten und ihnen Hoffnung zu schenken. Wir feiern die Sakramente mit den Katholiken. Wir ermutigen sie und laden sie ein, im Geiste der gegenseitigen Liebe, der Zusammenarbeit und der Hilfe zu leben, um diese Zeit der Ungewissheit und der Schwierigkeiten zu überwinden. Die Menschen sind müde und traumatisiert von dem Konflikt, der nun schon fünf Jahre andauert. In diesem von Prüfungen und Leid geprägten historischen Kontext begeben wir uns auf unsere Pilgerreise der Hoffnung.“

Priester, Ordensleute und Katecheten stünden in engem Kontakt mit den Menschen und predigten Frieden und Versöhnung, um sicherzustellen, dass der Hass nicht die Oberhand gewinnt, berichtet er. „Wir vertrauen auf Gott und beten für eine Zeit des Lichts für unsere Zukunft.“

„Mindestens 40.000 weitere Vertriebene haben in unserem Bistum Zuflucht gesucht“, so der Bischof zur Lage in seiner Diözese, „Sie gehören verschiedenen Religionen an und suchen Gebiete, die nicht von der Gewalt betroffen sind, wie beispielsweise den westlichen Teil des Bistums.“ Auch die Suche nach Wasser treibe den Flüchtlingsstrom an: „Die Vertriebenen versuchen, sich an Orten mit Wasser anzusiedeln, da Wasser in unserer Region knapp ist. Um zu überleben, waren die Bewohner der indigenen Dörfer in den letzten Jahren sehr gastfreundlich und teilten die Früchte des Landes und das Land zum Anbau. Doch nun, nach fünf Jahren, ist es sehr schwierig geworden: Die indigenen Menschen müssen für ihre Familien sorgen und haben keine Ressourcen mehr, die sie mit den Vertriebenen teilen können. Die humanitäre Lage hat sich verschlechtert.“ „Jetzt“, fährt er fort, „leben Tausende von Vertriebenen in über 30 Flüchtlingslagern in unserer Region. Andere leben in Lagern, wo immer sie können, wo immer sie einen Ort finden, der ihnen das Überleben ermöglicht.“

Zum Leben der katholischen Kirche, das von dieser prekären Lage geprägt ist, bemerkt der Bischof: „Das Leben der Kirche wurde durch den Konflikt beeinträchtigt. Die täglichen Kämpfe zwangen mich, das Pastoralzentrum in Pechon zu verlassen und in ein Dorf zur Pfarrei der Heiligen Jungfrau Maria zu ziehen. Wir mussten etwa sieben von 16 Pfarreien schließen. Von den rund 60.000 Katholiken der Diözese haben viele ihre Pfarreien verlassen und sind in ländliche Gebiete gezogen, näher zu ihren Verwandten.“

„Einige Kirchen und Klöster wurden zerstört“, fährt er fort, „Gerade im Zentrum der Diözese, in Pekhon, lebte die größte katholische Bevölkerung, und es gab dort bessere Gebäude und eine bessere Infrastruktur. Doch in all diesen Gebieten konnten die Menschen nicht bleiben und sie wurden nach und nach entvölkert.“

„Die Diözesanpriester“, berichtet Bischof Felice Ba Htoo, „leben in den Lagern Seite an Seite mit den Flüchtlingen. Sie leben dort mit den Menschen. Sie ermutigen sie, weil diese sich sozusagen den Priestern anvertrauen, ihnen vertrauen und sich sogar ein Stück weit beschützt fühlen. Priester, Ordensleute und Katecheten bemühen sich sehr, den Gläubigen nahe zu sein und ihren Bedürfnisse entgegenzukommen; sie versuchen sicherzustellen, dass diese zumindest sonntags die Messe besuchen können, organisieren Schulunterricht für Kinder und versuchen stets, vertriebene Familien zu ermutigen, zu trösten und zu begleiten.“

„Für uns Priester und Nonnen ist es unerlässlich, traumatisierte Menschen zu begleiten. Das ist unser Hauptanliegen: ihnen zu zeigen, dass der Herr sie immer liebt. Selbst in dieser schwierigen Situation hält Gott noch etwas Gutes für uns bereit: Er schenkt uns die Möglichkeit, diesen verletzlichen und leidenden Menschen wirklich nahe zu sein“, sagt der Bischof.

„Die Lage, in der wir uns befinden ist wirklich kritisch“, beklagt er, „Seit fünf Jahren quält uns die Gewalt. Die Menschen sind erschöpft, aber sie beten mit Tränen in den Augen, mit innigen, tiefgründigen Worten. Die Gläubigen beten den Rosenkranz, gehen in die Kirche oder in provisorische Kapellen und nehmen an der eucharistischen Anbetung teil: Es sind immer so viele Menschen da. Das ist von großer Bedeutung. Es zeigt, dass die Menschen an Gott glauben und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht aufgeben“.

Pekhon im Süden des Staats Shan liegt an der südöstlichen Front des Bürgerkriegs, wo es immer wieder zu sporadischen, aber anhaltenden Gewaltausbrüchen kommt. Das Gebiet ist strategisch wichtig für die Verkehrswege und di Streitkräften der Militärjunta stehen lokalen Volksverteidigungskräften gegenüber. In dieser komplexen und zersplitterten Situation sind auch regierungsnahe ethnische Milizen wie die „Pa-O-National Organisation“ präsent.

Das Gebiet ist nach wie vor umkämpft und äußerst instabil. Es kommt immer wieder zu Zusammenstößen zwischen der Armee, die einige Stützpunkte und die Hauptstraßen kontrolliert, und Widerstandsgruppen, deren Stellungen sich in ländlichen Gebieten und den umliegenden Hügeln befinden.

(PA) (Fides 5/6/2026)

 

Erzbischof Nwachukwu bei der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke: "Mit Blick auf die Märtyrer verkünden wir der Welt die Auferstehung Christi"

 

Rom (Fides) – Das weltweite Netzwerk der Päpstlichen Missionswerke ist heute eine lebendige Realität, getragen von „einem einfachen Ziel: die Botschaft Jesu Christi in Orte und Situationen zu bringen, in denen kirchliche Gemeinschaften gedeihen. Diese Mission kann nur dann fruchtbar werden, wenn wir an die Auferstehung glauben“.

Am Ende der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke 2026 erinnerte Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Dikasteriums für die Evangelisierung, an das Geheimnis der Erlösung und des Heils, das Christus uns geschenkt hat, als Grundlage jeder authentischen und fruchtbaren apostolischen und missionarischen Arbeit. Dies tat er in der Predigt während der Eucharistiefeier, der er an diesem (dem 3. Juni) in der Kirche des „Collegio San Lorenzo da Brindisi“ vorstand, womit eine intensive Arbeitswoche zu Ende ging, an der über 100 Nationaldirektoren aus fünf Kontinenten in Rom teilgenommen hatten.

„Wenn wir nicht an die Auferstehung glauben“, fügte der nigerianische Erzbischof hinzu und verwies damit auf die vielen konkreten Initiativen und Projekte, die die Päpstlichen Missionswerke in den einzelnen Ländern unterstützen, „wird sich unsere Aufmerksamkeit letztlich auf die materiellen Dinge dieser Welt richten.“

Der Dienst der Päpstlichen Missionswerke an den kirchlichen Gemeinden, so erinnerte der Sekretär des Missionsdikasteriums, werde so lange geleistet, „bis die Ortskirchen ausreichend stark und selbstständig sind“. Papst Leo XIV., fügte er hinzu, „beharrt nachdrücklich darauf: Es geht nicht darum, diesen Kirchen einfach so lange zu helfen, bis sie selbstständig sind und sie dann im Stich zu lassen, sondern darum, ihnen zu helfen, selbstständig zu werden, damit wir uns alle weiterhin gegenseitig unterstützen können.“

Eine Erfahrung der Gemeinschaft, die auch jene Generationen einschließt, die in früheren Zeiten Leib und Seele für die Verkündigung des Evangeliums gaben. Wie der heilige Charles Lwanga und seine Gefährten, Märtyrer in Uganda, deren Fest am 3. Juni in der katholischen Kirche begangen wird.

„Ich persönlich gedenke in besonderer Weise“, sagte der nigerianische Erzbischof in seiner Predigt, „all jener Märtyrer und aller anderen Märtyrer, die es ermöglicht haben, dass das Evangelium andere Länder erreichte, dank der jungen Missionare, die ein bequemes Leben hinter sich gelassen haben und aufgebrochen sind, oft unter großen Opfern, und ihr Leben hingegeben haben.“

Früher waren die Transport- und Kommunikationsmittel nicht mit den heutigen vergleichbar. Und als die Missionare damals aufbrachen, „kehrten viele von ihnen nie zurück“. „Man kann sich vorstellen“, betonte der Erzbischof, „wie viele Tränen vergossen wurden. Deshalb beziehe ich mich auf Psalm 126, Vers 6: ‚Sie gehen, ja gehen und weinen und tragen zur Aussaat den Samen. Sie kommen, ja kommen mit Jubel und bringen ihre Garben‘. Sie brachen unter Tränen auf und trugen den Samen; sie säten den Samen, der Same brachte Frucht, und nun ist es Zeit für den zweiten Teil: Sie kehren mit Freuden zurück und bringen ihre Garben.“

 

Seligsprechung der Priester und Märtyrer Jan Bula und Václav Drbola am 6. Juni: Eine Geschichte der Gnade inmitten von Verfolgung

 

Von Chiara Dommarco

 

Brünn (Fides) – „Regime, Ideologien und Ängste vergehen, aber Wahrheit, Liebe und Treue haben eine Stärke, die die Geschichte überdauert“, so Pfarrer Karel Orlita im Gespräch mit Fides über das Leben von Jan Bula und Václav Drbola, den beiden tschechischen Priestern, die am 6. Juni in Brünn selig gesprochen werden. Während der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Kardinal Michael Czerny wird ein Kelch von Jan Bula verwendet werden.

Pfarrer Orlita, Postulator der Diözesanphase und Verwalter der römischen Phase des Seligsprechungsverfahrens, erlebte die Fortschritte bei der Selig- und Heiligsprechung der beiden Märtyrer aus nächster Nähe: es handelt sich um die ersten Märtyrer in der Diözese Brünn und in der zeitgenössischen Geschichte der Tschechischen Republik, die selig- oder heiliggesprochen werden.

„Wir leben in einer Zeit, die von Kriegen, Polarisierungen, kulturellen Krisen, Angst und moralischer Verwirrung geprägt ist. In diesem Zusammenhang erinnern uns ihre Aussagen daran, dass der Mensch nicht ohne Wahrheit und ohne Hoffnung leben kann. Sie zeigen, dass es möglich ist, menschlich frei zu bleiben, auch wenn alles von Gewalt und Lügen dominiert zu sein scheint“, kommentiert Pfarrer Orlita.

Václav Drbola wurde 1912 in Starovičky in Südmähren in eine Familie mit bescheidenen Verhältnissen geboren. Nach seinem Abitur 1933 trat er noch im selben Jahr ins Priesterseminar in Brünn ein. 1938 wurde er zum Priester geweiht und widmete sich insbesondere Kindern und Jugendlichen, indem er Katechismusunterricht, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen organisierte. Als Mitglied der Tschechoslowakischen Volkspartei engagierte er sich aktiv im öffentlichen Leben von Bučovice, wo er einen Großteil seines Dienstes als Seelsorger ausübte und sich durch seine liebenswürdige Art die Zuneigung aller erwarb.

Jan Bula wurde 1920 in Lukow, einem mährischen Dorf an der Grenze zu Deutschland, in eine sehr einfache Familie geboren. Wie Drbola trat er 1939 direkt nach dem Abitur in das Priesterseminar in Brünn ein. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er während der deutschen Besatzung als Zwangsarbeiter in einer Keramikfabrik, wo sein künstlerisches Talent zur Verzierung von Gebrauchsgegenständen genutzt wurde. 1944 kehrte er in das zerbombte Brünn zurück, malte Szenen der Passion auf Karton und widmete sich dem Studium und dem Verfassen von Texten über die russische Ikonenmalerei. Nach Kriegsende wurde er zum Priester geweiht und nach Rokytnice entsandt, wo er sich durch seine Großzügigkeit den Respekt aller Gemeindemitglieder erwarb. Sein kurzes Wirken war geprägt von Ausflügen, Theateraufführungen für Kinder und Jugendliche, Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche, seinem Engagement im Gemeindeleben als Mitglied der Volkspartei und den Gemälden, die er in seiner Freizeit schuf.

Nach dem kommunistischen Putsch von 1948 geriet die katholische Kirche, die bereits unter der Verfolgung durch die Nationalsozialisten litt, in eine neue schwere Zeit. Die Verstaatlichung von Kirchenbesitz, die Schließung von Schulen und Priesterseminaren sowie zahlreiche Verhaftungen von Geistlichen und Laien führten zu einer verschärften systematischen Kampagne gegen die Kirche. Im Juni 1949 setzte die Regierung einen Plan zur Rekrutierung von Katholiken für eine neue, eigens gegründete Organisation um, die sogenannte „Katholische Aktion“. Nachdem sie die katholische Presse verboten und Bischöfe unter Hausarrest gestellt hatte, versuchte die Regierung, Geistliche und Bevölkerung davon zu überzeugen, dass dies die neue katholische Vereinigung sei, der sie sich anschließen sollten.

Auf Bitte des Prager Erzbischofs Josef Beran an alle Priester verlasen auch Bula und Drbola am Sonntag, dem 19. Juni, während der Messe das von ihm herausgegebene Rundschreiben. Darin wurden die Gläubigen zur Wachsamkeit und zur Treue gegenüber der römisch-katholischen Kirche aufgerufen. Bei dieser Gelegenheit stellte Bula auch klar, dass die Unterschrift mit seinem Namen, die unter den Mitgliedern der Regierungsinitiative „Katholische Aktion“ auftauchte, eine Fälschung war: „(...) Seid treu. Enttäuscht nicht das Vertrauen eurer Kirche, in die ihr hineingeboren wurdet. (...) Betet, dass der Heilige Geist euren Verstand erleuchte und euch in diesen schwierigen Zeiten wahre Erkenntnis schenke.“

So gerieten sie ins Visier der des tschechische Staatssicherheitsdienstes (STB), die einen verdeckten Ermittler, „Hauptmann Malý“, einsetzte, um die beiden Priester zu verhaften. Im Februar 1951 besuchte Bulas ehemaliger Klassenkamerad Ladislav Malý ihn und erzählte ihm von einem Plan, Erzbischof Beran aus dem Gefängnis zu befreien. Malý fügte hinzu, dass dieser den Wunsch geäußert habe, bei einem katholischen Priester zu beichten, der Rom treu geblieben sei. Bula erklärte sich bereit, die Beichte des Erzbischofs abzunehmen, und der Hauptmann suchte den Priester mehrmals auf, doch dieser weigerte sich, seine Fragen zu dem Treffen mit dem Bischof zu beantworten. Bula wurde im April desselben Jahres verhaftet.

Dasselbe Muster wiederholte sich bei Drbola: Malý erzählte ihm dieselbe Geschichte über den Erzbischof, und der Priester versprach, seine Beichte abzunehmen, doch der Zeitpunkt für die Beichte kam nie. Drbola wurde im Juni 1951 verhaftet. Ihm wurde vorgeworfen, den Mordanschlag auf Babice am 2. Juli 1951 angestiftet zu haben, bei dem der Hauptmann und andere drei Funktionäre der Kommunistischen Partei töteten. Drbola und Bula, die sich zum Zeitpunkt der Ereignisse beide im Gefängnis befanden, wurden unter Folter gezwungen, sich selbst zu belasten und ein vor dem Richter vorzutragendes Protokoll mehrmals zu wiederholen. Laut diesem Protokoll war Drbola einer der Hauptanstifter des Dreifachmordes und Bula der Anführer einer subversiven Gruppe, die den Hauptmann unterstützte.

Drbola wurde am 3. August 1951 und Bula am 20. Mai 1952 im Gefängnis von Jihlava in Westmähren hingerichtet. Ihr Ruf der Unschuld hatte sich bereits zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung in der Öffentlichkeit verbreitet.

Zwei Tage nach dem Prozess, in dem neben Drbola 13 weitere Katholiken (darunter ein weiterer Priester) angeklagt waren, berichtete Radio Vatikan über das Urteil mit den Worten: „Wir kennen den wahren Grund für die Verurteilung der Priester und Laien zum Tode nicht. Auch aus offiziellen Nachrichten werden wir ihn nicht erfahren. (...) Wenn sie verurteilt wurden, weil sie die natürlichen und unveräußerlichen Menschenrechte verteidigten, dann sind sie wahre Märtyrer.“

„Während der Arbeit an der Positio“, so Pfarrer Orlito, „hatte ich oft den Eindruck, dass das eigentliche Hauptthema ihrer Geschichte nicht so sehr die Verfolgung war, sondern die Kraft der Gnade Gottes, die sie bis zum Ende trug.“

In einer Gesellschaft, die zunehmend von emotionaler und psychischer Zerbrechlichkeit geprägt ist, von der vor allem Jungendliche betroffen sind, „kann das Lebensbeispiel und die Umstände des Todes der beiden Märtyrer zur Reifung eines gesunden und freien christlichen Gewissens beitragen, das sich nicht falschen (politischen oder kulturellen) Ideologien unterwirft, die damals wie heute einflussreich und manipulativ sind“, bemerkt Maria Cristina Bresciani, Postulatorin der römischen Phase des Seligsprechungsverfahrens, im Gespräch mit Fides.

Die Briefe, die Bula aus dem Gefängnis an seine Familie schrieb und die von der Polizei zurückgehalten und erst später ausgehändigt wurden, zeugen von der inneren Ruhe, mit der der junge Mann die Monate seiner Haft durchlebte: „Der Herrgott hat mir ein kurzes Leben geschenkt, aber ich glaube, es war nicht vergeblich. Ich bin heute glücklich, Ihm gedient zu haben und bis zum Ende sein Diener geblieben zu sein. Ich gehe in Frieden mit Ihm. Ich freue mich darauf, in der Ewigkeit zu ruhen und all jene wiederzusehen, die mir vorausgegangen sind. (...) Ich hatte viele Pläne, aber sie alle waren dem Willen Gottes untergeordnet".

„Auch die Gestalt von Václav Drbola“, bemerkt Pfarrer Orlito, „ist zutiefst bewegend. Aus den Zeugnissen geht hervor, dass er ein Priester war, der den Menschen sehr nahestand, demütig, väterlich und einfach. Und vielleicht macht gerade diese Normalität sein Zeugnis umso bedeutsamer. Es waren keine Männer, die nach Heldentum strebten: Es waren Priester, die einfach Christus und der Kirche treu bleiben wollten.“

Zwei für die gesamte Gesellschaft wichtige Persönlichkeiten, betont Pfarrer Orlito: „Für Gläubige sind sie ein Beispiel für Treue zu Christus und der Kirche, selbst in Zeiten der Prüfung. Sie lehren uns, dass Glaube nicht bloß eine kulturelle Tradition oder ein privates Gefühl ist, sondern eine Realität, für die es sich zu leben und, wenn nötig, zu leiden lohnt. Doch ihre Botschaft spricht auch Nichtgläubige an, denn ihr Opfer berührt universelle Werte: Zivilcourage, die Verteidigung des Gewissens, die Ablehnung der Lügen der Macht. Selbst diejenigen, die nicht dem christlichen Glauben angehören, können in ihnen Männer erkennen, die ihre Würde nicht opfern.“

 

(Fides 30/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 5.06.2026

 ASIEN/MYANMAR - “Karuna Mission Social Solidarity” feiert 25jähriges Bestehen: “Lebensrettende Hand” für Menschen in Not

 

Yangon (Fides) – „Karuna Mission Social Solidarity“ (KMSS), international bekannt als Caritas Myanmar, feierte das 25-jährige Bestehen und bekräftigte damit eine Mission der Nächstenliebe und der Nähe zu Armen und Leidenden.

Die katholische Hilfsorganisation, die jährlich über eine Million Menschen durch ihr weitverzweigtes Netzwerk unterstützt, arbeitet heute in einem dramatischen Kontext, der vom Bürgerkrieg nach dem Militärputsch von 2021 und den verheerenden Folgen zweier schwerer Erdbeben im März 2025 in Myanmar geprägt ist. Die Jubiläumsfeierlichkeiten, die in den vergangenen Tagen in Yangon stattfanden, brachten religiöse Würdenträger, Caritas-Mitarbeitende, Geistliche, Ordensleute, Spender, Freiwillige und internationale Partner und standen im Zeichen der Dankbarkeit. Alle Anwesenden brachten ihre Wertschätzung für die Arbeit von „Karuna“ zum Ausdruck, die das Engagement für die Unterstützung bedürftiger Gemeinschaften in ganz Myanmar bekräftigte.

Unter den Gästen der Jubiläumsfeier betonte Alistair Dutton, Generalsekretär von „Caritas Internationalis“: „Was wir tun, ist sehr wichtig, aber wie wir es tun, ist noch wichtiger. Wir sind Ausdruck der Liebe Christi und Zeugen derselben.“ Er ermutigte Caritas Myanmar, weiterhin „Liebe und die Gute Nachricht des Evangeliums“ zu den Menschen im ganzen Land zu bringen.

Der Erzbischof von Yangon Kardinal Charles Maung Bo dankte bei einem Gottesdienst in Yangon für das 25-jährige Wirken von Caritas Myanmar. Er bezeichnete die Arbeit der Organisation als „sichtbar gewordene Liebe“. Dabei erinnerte er an das unschätzbare Engagement von Caritas in Friedenszeiten und insbesondere in Krisenzeiten, wenn sie von Konflikten, Vertreibung, Armut und sozialer Not geprägt sind.

Der Kardinal dankte „den unzähligen Mitarbeitenden, Freiwilligen, Priestern und Ordensleuten, die ihre Mission trotz Druck und Schwierigkeiten stillschweigend fortgesetzt haben“. „Denn die Liebe treibt uns an“, sagte er.

Angesichts der aktuellen Herausforderungen, vor denen Myanmar steht – das Land befindet sich inmitten einer „Polykrise“ –, betonte Kardinal Bo, dass Caritas inmitten von Konflikten, wirtschaftlicher Not und weitverbreitetem Leid weiterhin eine „lebensrettende Hand“ sei. „Trotz der Schwierigkeiten lieben wir weiter“, sagte er und rief zu „neuer Hoffnung und Frieden für Myanmar“ auf.

Monsignore Andrea Ferrante, Geschäftsträger des Heiligen Stuhls in Myanmar, überbrachte die Grüße und Gebete von Papst Leo XIV. anlässlich des Jubiläums. „Das 25-jährige Jubiläum ist ein Meilenstein, an dem wir dem Herrn für die erzielten Fortschritte danken und unser Engagement erneuern“, erklärte er und lobte Caritas Myanmar für ihre Hilfe in humanitären Notlagen, darunter der Zyklon Nargis im Jahr 2008 und das Erdbeben von 2025 und ermutigte die Organisation, ihre Hilfsbemühungen trotz der Krisen fortzusetzen.

In den vergangenen 25 Jahren hat Caritas Myanmar Gemeinden im ganzen Land durch humanitäre Hilfe, Bildungsinitiativen, Nothilfe und Programme zur sozialen Entwicklung unterstützt. Die Organisation verfügt über 16 Diözesanstellen. Um auf die durch den Konflikt und das Erdbeben von 2025 ausgelösten Krisen zu reagieren, ist sie in über 5.200 Dörfern und Flüchtlingslagern tätig. Die Hauptbegünstigten der Programme von Caritas Myanmar sind die am stärksten gefährdeten und von den Kampfhandlungen Betroffenen: Binnenvertriebene, ländliche und isolierte Gemeinden, Familien, die durch Konflikte oder Naturkatastrophen ihr Land und ihre Lebensgrundlage verloren haben. Frauen und Kinder, die in instabilen Kontexten einem erhöhten Risiko von Ausbeutung und Mangelernährung ausgesetzt sind, stehen im Fokus. Zudem gibt es ein spezielles Behandlungs- und Integrationsprogramm für HIV/AIDS-Patienten – eine Krankheit, die in Myanmar eine der höchsten Inzidenzen in Südostasien aufweist.

 

(PA) (Fides 4/6/2026)


Ebola: Neues Nothilfeprojekt zur Eindämmung in der DR Kongo gestartet

Diakonie Katastrophenhilfe stellt 250.000 Euro bereit

4.06.2026

 

(Berlin/dwd) - Die Ebola-Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo breitet sich weiter aus. Laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde CDC gibt es bereits rund 1.100 Verdachtsfälle, auch das Nachbarland Uganda ist betroffen. Die Diakonie Katastrophenhilfe hat mit zwei lokalen Partnern ein Nothilfeprojekt in der DR Kongo gestartet. Im Südsudan wird die Aufklärungsarbeit an der Grenze unterstützt.  

Seit Anfang dieser Woche unterstützen die Partnerorganisationen TPO und RACOJ acht Gesundheitszentren in den betroffenen kongolesischen Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu, um in den kommenden drei Monaten Infektionskontrollen durchzuführen. Dafür erhält das Gesundheitspersonal persönliche Schutzpakete, die unter anderem Handschuhe, Masken, Schutzanzüge sowie Desinfektionsmittel enthalten. „Im Moment geht es vor allem darum, dass das Gesundheitspersonal sicher arbeiten kann und sich nicht ansteckt. Mit unserer Hilfe können wir das gewährleisten“, sagt Josue Ibulungu, Landesbüroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der DR Kongo.

Zusätzlich werden 120 Gemeindeeinrichtungen und Schulen mit Hygieneartikeln sowie Material zur sicheren Wasserversorgung ausgestattet, um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Aufklärungsteams schulen 500 Mitglieder von Gemeindevertretungen und Gesundheitskomitees zu den Übertragungswegen des Virus und notwendiger Prävention. Begleitend werden Radiospots gesendet, um die Menschen zuhause aufzuklären, denn: „Es gibt viele Menschen, die bis heute nicht davon überzeugt sind, dass es sich um Ebola handelt. Manche glauben an eine andere Krankheit oder an Verschwörungen. Die Menschen müssen die Gefahr verstehen, mitarbeiten und sich an der Eindämmung von Ebola beteiligen. Ohne jede und jeden einzelnen ist eine schnelle Eindämmung nicht machbar“, sagt Josue Ibulungu.

Parallel verstärken die Partner die psychosoziale Unterstützung. Sie sprechen mit den Menschen über die Angst vor einer Ansteckung oder helfen nach dem Verlust von Angehörigen. Um eine Ausbreitung des Ebola-Virus auf den Südsudan zu unterbinden, findet auch dort Aufklärungsarbeit statt. Reconcile, eine Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe geht dafür an grenznahe Schulen und öffentliche Plätze und informiert die Menschen.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Nothilfe DR Kongo
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 


Syrien: Aufwertung von US-Diplomat Tom Barrack verschärft Lage der Minderheiten

4.06.2026

(Göttingen/gfbv) - Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert die Aufwertung des US-Diplomaten Tom Barrack zum Sondergesandten von Präsident Donald Trump für Syrien und den Irak. Nach Einschätzung der Menschenrechtsorganisation verschärft die Entscheidung die Lage der Minderheiten in Syrien. Diese werden weiterhin durch das neue Regime in Damaskus verfolgt.

Barrack war bislang US-Sonderbeauftragter für Syrien und ist zugleich US-Botschafter in der Türkei. US-Außenminister Marco Rubio hatte zunächst das Auslaufen seiner Funktion als Syrien-Beauftragter verkündet. Kurze Zeit später gab US-Präsident Trump seine neue Rolle bekannt.

„Viele Angehörige von Minderheiten machen Tom Barrack maßgeblich für ihre katastrophale Lage mitverantwortlich. Er schützt die neuen islamistischen Machthaber in Syrien und verharmlost ihre Verbrechen an Minderheiten und demokratischen Kräften“, sagt Dr. Kamal Sido, Nahostreferent der GfbV. „Barracks Äußerung, dass Demokratie für diese Region nicht geeignet sei, ist besorgniserregend und abwertend gegenüber den Menschen in der gesamten Region. Sie wirft ein Licht auf den Umgang der westlichen Politik mit den Menschen in Syrien und im gesamten Nahen Osten und zeigt, dass demokratische Bestrebungen nicht ernst genommen werden.“

„Diese Politik führt dazu, dass die Menschen in Syrien den Glauben an Demokratie und Menschenrechte zunehmend verlieren. Die neuen Machthaber in Syrien werden politisch immer weiter normalisiert, während sie weiterhin Verbrechen an den syrischen Minderheiten begehen“, kritisiert Sido.

In der Drusenprovinz al-Suwaida können die vertriebenen Menschen immer noch nicht in ihre verlassenen Dörfer zurückkehren. Bei den Massakern an der drusischen Bevölkerung im Süden Syriens im Juli 2025 wurden Tausende Häuser niedergebrannt. Selbst das syrische Regime spricht mittlerweile von 7.144 niedergebrannten Häusern. Viele Menschen wurden bei den Angriffen getötet. Die drusischen Gebiete, die nicht unter der Kontrolle des islamistischen Regimes in Damaskus stehen, sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Auf den Zufahrtsstraßen nach Damaskus werden weiterhin Drusen ermordet. Auch in den alawitischen Gebieten an der syrischen Mittelmeerküste dauern die Morde und Vergewaltigungen an der alawitischen Bevölkerung weiter an.

Im sogenannten Gebiet „Wadi an-Nasara“ (Tal der Christen) im westlichen Syrien werden die rund 150.000 überwiegend christlichen Bewohner immer stärker bedrängt. „Bewaffnete islamistische Gruppen fahren nachts durch die Dörfer und verbreiten Angst unter den Christen“, berichtet der Menschenrechtler.

In den kurdischen Gebieten Nordsyriens werden die kurdische und die aramäische Sprache systematisch verdrängt. Immer mehr Schilder auf Kurdisch und Aramäisch verschwinden von den Straßen und staatlichen Gebäuden, obwohl sie Amtssprachen in der Autonomen Region sind. „Viele Kurden befürchten, dass die getroffenen Vereinbarungen vom Regime in Damaskus nicht eingehalten werden“, sagt Sido. Tausende Kurden, darunter viele Frauen, die jahrelang als Mitglieder der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) gegen den „Islamischen Staat“ (IS) gekämpft haben, befinden sich weiterhin in den Gefängnissen des Regimes in Damaskus.

 

„Deutschland und die EU dürfen Syrien und den Nahen Osten nicht der chaotischen Politik Trumps überlassen. Europa hat ein unmittelbares Interesse daran, in Syrien Stabilität, Demokratie und Menschenrechte zu fördern. Instabilität und Diktaturen führen zu mehr Konflikten, Kriegen und letztendlich auch zu Fluchtbewegungen nach Europa“, betont Sido.


FIDES-NACHRICHTEN - 4.06.2026

Erzbischof Sangalli bei Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke: “Missionarische Umkehr” ist kein abstraktes Konzept

 

Rom (Agenzia Fides) – Die von Papst Leo XIV. als dringendes Gebot der Gegenwart geforderte „permanente missionarische Umkehr“ ist keine bloße Absichtserklärung und oder ein abstraktes Konzept. Das zeigt sich konkreten darin, dass die Säkularisierungsprozesse in vielen Ländern auch zu einem Rückgang der Spenden führen, was die Päpstlichen Missionswerke, die für die apostolische Arbeit eingesetzten "weltlichen Güter" sorgfältig zu verwalten und ihnen mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

 

Während der letzten Tage der Generalversammlung, die vom Mittwoch, dem 27. Mai, bis Mittwoch, dem 3. Juni, in Rom stattfand, wurde die Vitalität des Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke in ihrer ganzen Konkretheit deutlich – im Dialog der Nationaldirektoren mit den Generalsekretären der Internationalen Sekretariate sowie durch die Denkanstöße, die auch durch die Ansprache von Erzbischof Samuele Sangalli, beigeordneter des Dikasteriums für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) und Leiter der Verwaltung des Dikasteriums, angeregt wurden.

 

Am Nachmittag des Dienstags, dem 2. Juni, lud Erzbischof Sangalli auch in seiner Predigt während der Eucharistiefeier in der Kapelle des „Collegio internazionale San Lorenzo da Brindisi“ zum Nachdenken ein. Inspiriert von der Lesung aus dem Markusevangelium („So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“), betonte der Erzbischof, wie Jesus selbst wenige Tage vor seinem Leiden „im Umgang mit dem, was wir ‚weltliche Güter‘ nennen, auf die Probe gestellt wurde“. Und: „Seine Antwort bietet uns einen Leitsatz: Wir werden dem Kaiser nur dann ehrlich und transparent geben können, was dem Kaiser gehört, wenn wir zuvor gelernt haben, Gott zu geben, was Gott gehört.“

 

Papst Leo XIV. hatte bei der Audienz für Teilnehmenden der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke am Montag, dem 1. Juni (vgl. Fides 1/06/2026), alle dazu aufgerufen, sich „einer ständigen missionarischen Umkehr zu verschreiben und gemeinsam Wege zu suchen, eine missionarische Kirche für die Heilung unserer von Spannungen, Konflikten und Kriegen geprägten Welt zu sein“. Ein Anliegen – so bekräftigte der Bischof von Rom –, bei dem „die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke unverzichtbar bleibt“.

 

Kardinal Luis Antonio Tagle, Pro-Präfekt des Missionsdikasteriums, appellierte während der vorangehenden Messe im Petersdom ebenfalls an alle Mitglieder des Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke, sich gegenseitig als „Geschenk und Ressource“ zu erkennen. „Ermutigen wir einander“, bemerkte auch Erzbischof Sangalli, „auch im Hinblick auf die Verwaltung weltlicher Güter.“

 

In seiner Ansprache an die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke betonte der beigeordnete Sekretär des Missionsdikasteriums: „Die Säkularisierungsprozesse in der westlichen Welt, verbunden mit der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft nicht mehr aus Tradition, sondern aus freier persönlicher Entscheidung, führen zunehmend nicht nur zu einem drastischen Rückgang der Zahl praktizierender Gläubiger, sondern auch zu einem erheblichen Rückgang der Spenden“ im Zusammenhang mit diesem Paradigmenwechsel.

Einerseits, so Erzbischof Sangalli, „ist es notwendig, eine umsichtigere und aufmerksamere Ressourcenverwaltung entschieden zu unterstützen.“ Andererseits, fügte er hinzu, „drängt uns die Lage auch materiell dazu, den Prozess der finanziellen Selbstversorgung jener jungen Kirchen abzuschließen, der kanonisch mit ihrer Anerkennung als Ortskirchen mit eigener Hierarchie eingeleitet wurde.“ Dies sei ein günstiger Zeitpunkt, um die wahre Quelle jener „missionarischen Zusammenarbeit“ wiederzuentdecken, die der Gründung der vier Päpstlichen Missionswerke zugrunde liegt.

 

„Gegenseitiger Austausch und Unterstützung im Gebet, in der apostolischen Tätigkeit und im Teilen von Ressourcen“, erklärte der stellvertretende Sekretär des Missionsdikasteriums, „müssen uns einerseits zu tiefgreifender Transparenz und Integrität in der Berichterstattung über die Verwaltung weltlicher Güter führen; andererseits dazu, vermehrt Pilotprojekte durchzuführen, die junge Kirchen schrittweise und ihren eigenen Möglichkeiten entsprechend zu Modellen der Selbstversorgung durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen führen.“

 

In diesem Zusammenhang forderte Erzbischof Sangalli auch die Einrichtung von „Schulungen für diözesane Finanzverwalter in allen Ländern innerhalb der dem Dikasterium anvertrauten Gebiete, in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bischofskonferenzen und den Missionsinstituten, die sich für diese Schulungsarbeit zur Verfügung gestellt haben.“

(GV) (Fides 3/6/2026)

 

AFRIKA/NIGERIA - Gesellschaft der Afrikamissionen und Schwesternn unserer lieben Frau von dan Aposteln feiern dreifaches Jubiläum

 

Lagos (Fides) – Mit Blick auf Geschichte, Mission und Erneuerung kamen die Oberen der Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA) und der Schwestern Unserer Lieben Frau von den Aposteln (NDA) im „Domus Fidei“- Zentrum der Schwestern vom Eucharistischen Herzen Jesu in Lagos zusammen, um ein dreifaches Jubiläum zu feiern: das 170jährige Bestehen der von Bischof Melchior de Marion Brésillac gegründeten Gesellschaft der Afrikamissionen (SMA); das 150jährige Bestehen der Missionsschwestern unserer lieben Frau von den Aposteln (NDA); und der 200. Geburtstag von Pater Augustin Planque, dem ersten Generaloberen der Gesellschaft der Afrikamissionen und Gründer der Kongregation der Schwestern unserer lieben Frau von den Aposteln.

Pater Pierre-Paul Dossekpli, ein togoischer Priester der Gesellschaft der Afrikamissionen, erinnert in seinem Bericht zu der Veranstaltung an „zwei Stimmen und ein Charisma“, die jeweils durch den Generaloberen der Gesellschaft der Afrikamissionen, Pater François du Penhoat und von der Generaloberin der Missionsschwestern unserer lieben Frau von den Aposteln, Schwester Mary T. Barron, am Ende des Plenarkonzils zum Ausdruck gebracht wurden (vgl. Fides 22/5/2026).

Der Tag stand im Zeichen des Gebets: „Es geht uns noch besser, wenn wir uns gut verstehen“, sagte Pater du Penhoat zur Eröffnung des Treffens und blickte dabei auf die lange und bewegte Geschichte der beiden Ordensgemeinschaften zurück. Der Generalobere der betonte nachdrücklich, dass dieses Treffen nicht aus Notwendigkeit, sondern aus tiefem Wunsch entstanden sei: „Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses Treffen auch den Beginn eines neuen Kapitels markiert. Nicht die Notwendigkeit, sondern unser Wunsch und unser Wille prägen es. Unser missionarische Arbeit ist das, was unsere gemeinsame Identität ausmacht: Die Gemeinschaftsfriedhöfe von Lagos, Ibadan, Agoué und anderen Orten an der Küste sind der sichtbare Ausdruck davon: sie zeugen von einem Leben, das wir gemeinsam hingegeben haben, damit das Reich Gottes wachsen kann.“

Schwester Mary T. Barron begrüßte die Anwesenden und betonte die Bedeutung des dreifachen Jubiläums: „Diese Jubiläen sind nicht bloß Meilensteine, sondern Einladungen. Sie erinnern uns daran, dass die Mission stets ein empfangenes Geschenk, eine gemeinsame Verantwortung und eine uns anvertraute Zukunft ist.“ Die Generaloberin sprach offen über die Bedeutung der Zusammenarbeit im Kontext der Mission: „Es ist nicht einfach nur eine schöne Beschäftigung oder etwas Angenehmes … es ist Teil unserer missionarischen Berufung in der heutigen Zeit … für die Authentizität unserer Mission, unseres Zeugnisses, unserer Evangelisierung.“

Schwester Anne Falola, Mitglied des Generalrats der Missionsschwestern unserer lieben Frau von den Aposteln, betonte: „Das Zusammensein dient nicht nur der Mission, sondern ist selbst eine Mission.“

Der Tag ging mit einem gemeinsamen Gottesdienst am Fest des heiligen Justinus zu Ende, eines Märtyrers, der sein Leben für die Wahrheit des Evangeliums gab und der an diesem Tag als Schutzpatron des Treffens der Missionare und Missionarinnen diente, die ihr gemeinsames Engagement für die Verkündigung des Evangeliums erneuerten.

(AP) (Fides 3/6/2026)

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Bischöfe begrüßen Auflösung der Wahlkommission: “Reformprozess im Geiste des Zuhörens”

 

Abidjan (Agenzia Fides) – Als „Antwort auf die von verschiedenen Vertretern des nationalen soziopolitischen Lebens geäußerten Bedenken“ bezeichnen die Bischöfe der Elfenbeinküste die Entscheidung der ivorischen Regierung, die Unabhängige Wahlkommission (CEI) aufzulösen.

Die Auflösung der CEI wurde am vergangenen 6. Mai vom Ministerrat beschlossen. Die Bischöfe äußerten sich dazu in einer Erklärung, die im Anschluss an die 129. Vollversammlung der Bischofskonferenz der Elfenbeinküste (Conférence des évêques catholiques de Côte d'Ivoire, CECCI), die vom 25. bis 31. Mai tagte, veröffentlicht wurde.

„In einer Zeit, in der das Land, das sich nach Frieden, echter Versöhnung und ganzheitlicher menschlicher Entwicklung sehnt, nach so vielen Jahren immer noch darum ringt, sein Gleichgewicht wiederzuerlangen und alle seine Bürger zu vereinen, begrüßen die Bischöfe der Elfenbeinküste die Entscheidung der Regierung, die Unabhängige Wahlkommission (CEI) aufzulösen, um einen neuen Mechanismus zur Durchführung von Wahlen in der Elfenbeinküste einzurichten“, heißt es in der Erklärung der CECCI, die von deren Vorsitzenden, Bischof Marcellin Yao Kouadio von Daloa, unterzeichnet ist.

Die Bischöfe begrüßen, „diese Initiative, als Antwort der Behörden auf die von verschiedenen Vertretern des nationalen soziopolitischen Lebens geäußerten Bedenken“, und „ermutigen die Regierung, diesen Reformprozess im Geiste des Zuhörens, des Dialogs und der Konsultation mit allen wichtigen Kräften der Nation fortzusetzen.“

Gleichzeitig äußern die Bischöfe „die Hoffnung, dass das künftige System nicht länger politisiert wird und konkret dazu beiträgt, das Vertrauen der politischen Akteure zu stärken, das Vertrauen der Bürger in die Institutionen der Republik zu festigen und transparente, faire, inklusive und friedliche Wahlen zu gewährleisten.“ Die Botschaft schließt mit der Bekräftigung des Engagements der Kirche, ihre Unterstützung überall dort anzubieten, wo ihre Expertise benötigt wird. „Gemeinsam können Staat und Kirche zum Wohle der Elfenbeinküste ein Land der Hoffnung, der Gerechtigkeit, des Friedens, der Geschwisterlichkeit und des sozialen Zusammenhalts aufbauen, vorausgesetzt, dass dabei keiner das Ziel aus den Augen verliert: das vollkommene Wohlergehen aller Menschen.“

Die Unabhängige Wahlkommission wurde am 9. Oktober 2001 mit dem Auftrag gegründet, Wahlen und Referenden in der Elfenbeinküste zu organisieren und zu überwachen. Sie besaß Rechtspersönlichkeit und administrative Autonomie. Während ihres 25-jährigen Bestehens sah sich die Kommission anhaltender Kritik der Opposition wegen mangelnder Neutralität und Unabhängigkeit ausgesetzt und geriet wiederholt in Kontroversen während Wahlen.

Nach der Ankündigung ihrer Auflösung legten mehrere politische Parteien ihre eigenen Bedingungen für die Einführung eines neuen Wahlmanagementsystems dar. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass die Entscheidung ohne Konsultation aller Parteien getroffen worden war.

 

ASIEN/PAKISTAN - “Jahr der Kinder” im Bistum Islamabad-Rawalpindi: Mehr Bildungschancen für benachteiligte Kinder

 

Islamabad (Fides) – Im „Jahr der Kinder“ ist die katholische Glaubensgemeinschaft aufgerufen, die Qualität der Bildung zu verbessern und die Teilnahme von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen an Bildungsprogrammen zu fördern, um insbesondere den am stärksten benachteiligten Kindern Chancen zu eröffnen. Man wolle sich außerdem um die finanzielle Nachhaltigkeit der Schulen im Bistum Islamabad-Rawalpindi bemühen. Dies bekräftigt der Diözesanrat für Bildung, der 45 Schulen im Bistum verwaltet. Die Bildungseinrichtungen befinden sich in der Hauptstadt Islamabad, in der Region Upper Punjab und in Khyber Pakhtunkhwa, drei verschiedenen Distrikten, die zum Bistum gehören. Insgesamt rund 25.000 Schüler und Schülerinnen besuchen diese Schulen, davon etwa 10.000 Katholiken und 15.000 Nicht-Katholiken, überwiegend Muslime.

In der Diözese Islamabad-Rawalpindi, die 2026 das „Jahr der Kinder“ feiert, hat das Thema Alphabetisierung und Hochschulbildung für junge Menschen, insbesondere für Katholiken, nun Priorität. Erzbischof Joseph Arshad, der gemeinsam mit dem Diözesanrat einen Fünfjahresplan vorstellte, erklärt gegenüber Fides: „Bildung ist in unserem diözesanen Gemeindeleben nicht nur eine kulturelle Angelegenheit, sondern eine transformative Mission, die Glauben, Werte und intellektuelle Entwicklung integriert.“

In diesem Rahmen müssen „akademische Prinzipien, verankert in ethischen und spirituellen Werten, das Fundament jeder Institution bilden“, betont der Diözesanrat für Bildung, der in diesem Zusammenhang mehrere Handlungsfelder benennt. Erstens die Ausbildung kompetenter Lehrkräfte, verbunden mit notwendigen Investitionen in die Entwicklung ihrer kulturellen, pädagogischen und didaktischen Kompetenzen. „Motivierte und gut ausgebildete Lehrkräfte sind unerlässlich für eine qualitativ hochwertige Bildung an allen Schulen“, heißt es dazu.

Zweitens wurde die Integration von moderner Technologie als Instrument zur Verbesserung des Unterrichts, zur Optimierung der Verwaltung und zur Vorbereitung der Schüler auf die sich rasant entwickelnde digitale Welt identifiziert. Dabei wird betont, dass auch die Unterstützung der Schüler und ein ganzheitlicher Ansatz zur kindlichen Entwicklung, der die pädagogischen, emotionalen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse berücksichtigt, gewährleistet sein müssen. Ein besonders wichtiges Anliegen ist die Beschaffung von Mitteln für Stipendien an christliche Schüler aus armen oder benachteiligten Familien für die Primar-, Sekundar- und sogar Hochschulbildung.

Darüber hinaus betont der Rat: „Es ist unerlässlich, Eltern, Kirchengemeinden und die lokale Bevölkerung in die Bildung der Kinder einzubeziehen: Bildung gedeiht, wenn geteilte Verantwortung und aktive Zusammenarbeit Schulen und Gemeinden verbinden.“

Im Großraum Islamabad zeigt sich ein deutlicher Kontrast zwischen der Situation der Kinder in den entwickelteren Stadtgebieten und den benachteiligten Vororten, wo Kinder erheblichen Gefahren ausgesetzt sind. Obwohl die Hauptstadt im Allgemeinen bessere Indikatoren aufweist als die ländlichen Provinzen Pakistans, besuchen rund 90.000 Kinder (15 % der Kinder im schulpflichtigen Alter) keine Schule.

Auf nationaler Ebene sprechen Experten von einem „Bildungsnotstand“ in Pakistan: Die Analphabetenrate und die Zahl der Schulabbrecher sind hoch. Dieses Phänomen betrifft insbesondere die ärmsten Bevölkerungsgruppen, darunter auch christliche Gemeinden, wo laut Angaben der örtlichen Kirche „80 % der christlichen Kinder Analphabeten sind“. Kinderarbeit im Hausangestelltenbereich und im informellen Sektor ist ebenfalls weit verbreitet.

 

(PA) (Fides 3/6/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 3.06.2026

AMERIKA/HAITI - Missionar berichtet aus Pourcine Pic-Makaya: „Dieses Jahr sind wir auf Spenden angewiesen“

Pourcine-Pic Makaya (Fides) – „Trotz begrenzter Möglichkeiten konnten wir einen bedeutenden Tag feiern, an dem wir die Flagge, ein Symbol der Einheit, würdigten und den Wunsch aller Haitianer nach einem normalen Leben feierten“ so Pater Massimo Miraglio (MI) als Pfarrer tätig in der kleinen Berggemeinde Pourcine Pic-Makaya tätig ist, zur Feier des Tages der Flagge.

Der Kamillianer-Missionar berichtet von den vergangenen Wochen, in denen er sich mit der gesamten Gemeinde ausgetauscht hat. „Ich habe mich kürzlich mit den Lehrkräften der Alphabetisierungsschule getroffen, um die Lage zu erfassen und die Aktivitäten zum Jahresende zu planen. An der Schule unterrichten 13 Lehrkräfte die rund 170 Schüler, die auf 12 Klassen an verschiedenen Standorten in Pourcine Pic Makaya verteilt sind. Das Projekt wird dank der Begeisterung der Teilnehmer im nächsten Jahr fortgesetzt. Wir werden aus den Fehlern dieses Jahres lernen und vor allem die Lehrerausbildung verbessern.“

Pater Massimo spricht auch über die Rolle der Frauen in der Gemeinde: „Trotz unserer Bemühungen sind Frauen in Schlüsselpositionen unserer Gemeinde weiterhin unterrepräsentiert“, bemerkt er. „Wenn wir jedoch bedenken, dass wir ganz von vorn angefangen haben, ist heute schon etwas erreicht. Beispielsweise sind in der Pfarrschule fünf von neun Lehrkräften Frauen. Im Allgemeinen sind die Lehrkräfte an haitianischen Schulen überwiegend männlich, mit der einzigen Ausnahme des Kindergartens, wo ausschließlich Frauen unterrichten.“

Ein weiteres Thema, das der Kamillianer-Missionar anspricht, ist die Haupteinnahmequelle der Region: die Bohnenernte. „Die Ernte fiel für eine Minderheit gut und für viele zufriedenstellend aus; für einige Familien war sie schlecht und für eine Minderheit sogar katastrophal“, sagt er. „Leider war die Bohnenernte auf dem Gemeindeland... katastrophal! Zu viel Regen auf schattigen, überschwemmten Böden, und dazu noch eine verspätete Aussaat – wir haben die Ernte verloren! Kurz gesagt, dieses Jahr sind wir auf Spenden angewiesen, auf die Bohnen, die man uns gibt! Bald werden diejenigen, deren Land über 1500 Metern oder in feuchten Schluchten liegt, mit den Vorbereitungen für die Aussaat im Juli beginnen.“

Die Lage der gesamten haitianischen Bevölkerung bleibt äußerst prekär. Rund 6,4 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Laut dem Bericht zur Infektionsprävention und -kontrolle (IPC) vom April 2026 sind 5,8 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit bedroht. Ein Großteil der Bevölkerung lebt unter prekären Bedingungen. Verschärft wird diese Situation durch Massenvertreibung, den eingeschränkten Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen und erhöhte Sicherheitsrisiken. Daher ist eine rasche, koordinierte und sektorübergreifende humanitäre Hilfe unerlässlich.

 

(AP) (Fides 2/6/2026)

 

AFRIKA/GHANA - Bischof Matthew Kwasi Gyamfi nach fremdenfeindlicher Gewalt: “Nein zu Vergeltungsmaßnahmen gegen Südafrikaner, die in anderen afrikanischen Ländern leben”

 

Accra (Fides) – „Ghanaer werden weiterhin in Südafrika leben und Südafrikaner weiterhin in Ghana. Ghanaer haben dort Geschäfte und Südafrikaner haben hier Geschäfte. Lasst uns in Einheit und Liebe leben“ so Bischof Matthew Kwasi Gyamfi von Sunyani, Vorsitzender der Bischofskonferenz von Ghana, in einer Erklärung gegenüber lokalen Medien. Er äußerte sich darin zu den fremdenfeindlichen Spannungen in Südafrika, von denen unter anderem ghanaische Einwanderer betroffen sind.

Mehrere Staatsbürger afrikanischer Länder wurden unterdessen bereits in ihre Heimatländer zurückgeführt, um fremdenfeindlicher Gewalt zu entgehen. Als Reaktion auf die Intoleranz gegenüber Ausländern in Südafrika breitet sich in den Herkunftsländern der Ausgewiesenen Feindseligkeit gegenüber Südafrikanern aus.

Bischof Gyamfi mahnt, dass diese Haltung vielmehr als Werk einer Minderheit und nicht aller Südafrikaner zu betrachten seien. „Ich glaube, dass die zurückgeführten Ghanaer sowie alle anderen afrikanischen Bürger diese Handlungen als Missverständnis seitens einiger Personen in Südafrika betrachten und nicht mit der Rückführung eigener Südafrikaner reagieren sollten.“ Der Vorsitzende der ghanaischen Bischofskonferenz warnt: „Sobald dieser Prozess in Gang kommt, wird er sich in ganz Afrika ausbreiten“. „Alle sollten Ruhe bewahren“, mahnt Erzbischof Gyamfi.

Der Vorsitzende der ghanaischen Bischofskonferenz verweist auch auf den Präzedenzfall gegenseitiger Ausweisungen zwischen Nigeria und Ghana. „Ghana beging einst den Fehler, Nigerianer zur Rückkehr aufzufordern, woraufhin Nigerianer ihrerseits Ghanaer auswiesen“, erinnert er sich. „Ich glaube nicht, dass die beiden Länder diese Fehler jemals wiederholen werden, denn sie haben ihre Lektion gelernt“, so Bischof Gyamfi abschließend. Der Bischof von Sunyani bezog sich dabei auf zwei unterschiedliche Ereignisse. Das erste datiert aus dem Jahr 1969, als Ghana eine Anordnung erließ, die Ausländer ohne gültige Papiere verpflichtete, das Land innerhalb von 14 Tagen zu verlassen. Hauptsächlich betroffen waren nigerianische Staatsbürger. Das zweite Ereignis ereignete sich 1983, als Nigeria mindestens zwei Millionen Ausländer ohne gültige Papiere auswies, darunter etwa eine Million Ghanaer.

Fremdenfeindliche Gewalt gegen Migranten aus Asien, Pakistan, Bangladesch und anderen Ländern sowie gegen Afrikaner aus Nachbarländern wie Simbabwe, Mosambik und sogar aus weiter entfernten Ländern wie Nigeria, Ghana und Somalia kommt in Südafrika immer wieder vor. Sie wird durch hohe Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Ungleichheit angeheizt. Migranten werden beschuldigt, Arbeitsplätze zu stehlen, Straftaten zu begehen oder soziale Dienste zu überlasten. Die Gewalt umfasst Selbstjustiz, Plünderungen und Übergriffe, insbesondere in Regionen wie Gauteng und KwaZulu-Natal.

Bei Protesten im Jahr 2026, die die Abschiebung von Migranten ohne gültige Papiere forderten, kam es zu Gewalt mit Toten und Verletzten sowie zur Rückführung mehrerer Ausländer. Obwohl nicht alle Südafrikaner diese Ansicht teilen, handelt es sich dabei um ein wiederkehrendes Problem. Sowohl die Südafrikanische Katholische Bischofskonferenz (vgl. Fides 21/05/2026) als auch das Symposium der Bischofskonferenzen von Afrika und Madagaskar (SECAM) haben fremdenfeindliche Gewalt entschieden verurteilt.

(L.M.) (Fides 2/6/2026)

 

ASIEN/PHILIPPINEN - Forum philippinischer Organisationen fordert Schutz der Rechte von Arbeitnehmern mit Blick auf die Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz

 

Manila (Fides) – Ein Forums philippinischer Organisationen, darunter die katholisch geprägte „Church People-Workers Solidarity“ (CWS) sowie Gewerkschaften wie „Kilusang Mayo Uno“ (KMU) und der Nationale Gewerkschaftsbund, wollen angesichts wirtschaftlicher Krisen und des Aufkommens von Technologien wie künstlicher Intelligenz, die den Menschen ersetzen könnten, die Würde und die Rechte der Arbeitnehmer schützen.

Angesichts der ernsten Lage auf dem philippinischen Arbeitsmarkt planen die Gewerkschaften Streiks und Protestkundgebungen, die sich an den Kraftstoffpreisen und Regierungsentscheidungen orientieren. Geplant sind Blockaden, Proteste, Demonstrationen und landesweite Streiks. Die Organisationen verweisen auf die steigende Inflation und die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten und fordern vom Kongress eine substanzielle landesweite Lohnerhöhung. Die Arbeitnehmer, so betont das Forum, seien gezwungen, oft mehr als zwölf Stunden am Tag in extremen Schichten zu arbeiten, um ihre Familien zu ernähren. Der derzeitige Mindestlohn ist unwürdig und muss per Gesetz in einen echten „Existenzlohn“ umgewandelt werden.

Es wird auch die Notwendigkeit betont, befristete Arbeitsverträge und das weit verbreitete System der befristeten Beschäftigung zu beenden das die Arbeitsplatzsicherheit untergräbt und keine angemessene soziale Absicherung bietet. Die Praxis des „Red-Tagging“, bei der Gewerkschaftsführer und Menschenrechtsverteidiger als „kommunistische Rebellen“ oder „Terroristen“ gebrandmarkt werden, um ihre Forderungen und gewerkschaftlichen Aktionen zu delegitimieren, wird ebenfalls verurteilt.

Ein besonderes Anliegen ist heute der Schutz vor Automatisierung und der unregulierten Anwendung künstlicher Intelligenz. In einer Erklärung nach der Veröffentlichung der Enzyklika „Magnifica Humanitas“ von Papst Leo XIV. fordern die CWS und andere Gewerkschaftsverbände einen konsequenten Schutz vor dem sogenannten „technokratischen Paradigma“. Bischof Gerardo Alminaza, Präsident der CWS, betonte: „Die Wirtschaft muss den Arbeitnehmern dienen, nicht umgekehrt.“ Die Organisationen weisen darauf hin, dass die Gefahr darin besteht, dass Unternehmen KI als Vorwand für Massenentlassungen, invasive Überwachung, weitere prekäre Verhältnissen auf dem der Arbeitsmarkt, Unterdrückung des Rechts auf gewerkschaftliche Organisierung und Aushöhlung der Arbeitnehmerrechte nutzen werden.

„Arbeit ist nicht bloß eine wirtschaftliche Tätigkeit; sie ist Teilhabe an Gottes Schöpfungswerk“, erinnerte der Bischof. Und wenn Technologie dazu genutzt werde, Arbeitskräfte für höhere Gewinne zu ersetzen, „entsteht eine neue soziale Katastrophe, die den Menschen nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern auch ihre Würde, ihren Sinn und die Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben raubt“, erklärte er.

Der philippinische Arbeitsmarkt befindet sich derzeit in einer komplexen Übergangsphase. Laut offiziellen Angaben gibt es rund 51,65 Millionen erwerbstätige Filipinos. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5 %, was etwa 2,58 Millionen Menschen entspricht, während die Unterbeschäftigungsquote mit 12,3 % weiterhin besonders hoch ist. Das bedeutet, dass über 6 Millionen Filipinos, obwohl sie erwerbstätig sind, einen Zweitjob suchen oder Überstunden leisten müssen, um den täglichen Lebensunterhalt ihrer Familien zu sichern.

In einer heiklen Phase des nationalen Gesellschaftsgeschehens setzt ökumenische “Church People-Workers Solidarity“ (CWS), bestehend aus Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Arbeitern, ihre Mission fort, die Würde der Arbeit zu fördern, das Recht auf einen fairen Lohn zu verteidigen und Arbeitnehmer gegen Praktiken wie Arbeitsplatzunsicherheit und wirtschaftliche Ungleichheit zu unterstützen – mit dem Ziel sozialer Gerechtigkeit.

Darüber hinaus engagiert sich die Organisation in Bildungsaktivitäten durch Programme, die das Bewusstsein in Pfarrgemeinden und Schulen durch Informationskampagnen, Forschungsprojekte, Seminare und Initiativen für Schüler schärfen.

(PA) (Fides 2/6/2026)

 

 

 

Papst an die Päpstlichen Missionswerke: Vereint im Zeichen einer „missionarischen Umkehr“

 

Von Marie-Lucile Kubacki

 

Vatikanstadt (Fides) – Die Dringlichkeit einer dauerhaften „missionarischen Umkehr“ stand im Mittelpunkt der englischsprachigen Ansprache von Papst Leo XIV. an die Teilnehmer der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke, die er am Montag, dem 1. Juni, in der „Sala Clementina“ des Apostolischen Palastes in Audienz empfing. Im Saal befanden sich über hundert Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke aus fünf Kontinenten, Kardinal Luis Antonio Tagle, weitere hochrangige Vertreter des Dikasteriums für Mission und Mitarbeitende der internationalen Sekretariate der Päpstlichen Missionswerke.

 

Bedeutende "Meilensteine” im Jahr 2026

 

Das laufende Jahr, so der Papst, sei „reich an missionarischen Meilensteinen“, angefangen mit dem hundertjährigen Jubiläum der Einführung des Weltmissionssonntages durch Papst Pius XI. „auf Bitten des Päpstlichen Werkes für die Glaubensverbreitung“. Seit hundert Jahren wird der vorletzte Sonntag im Oktober in aller Welt als Weltmissionssonntag begangen. „Dieser Tag ist dem Gebet, der Besinnung und dem Beitrag zum Evangelisierungsauftrag der Kirche gewidmet, insbesondere in Gebieten, in denen die Verkündigung des Evangeliums erst beginnt und die Kirche noch jung ist.“

Der Bischof von Rom betonte die konkrete Dimension dieses Engagements: „An diesem Tag“, sagte Papst Leo, „ist jede katholische Gemeinde eingeladen, zu beten und geistliche und materielle Opfer für die Missionsarbeit in den Gebieten der Erstevangelisierung darzubringen und die jungen Kirchen zu unterstützen.“ Dieses weltweite Engagement drückt die Gemeinschaft der Kirche aus: „Ich freue mich“, so der Papst, „ihnen allen und allen, die mit Ihnen weltweit zusammenarbeiten, meinen Dank auszusprechen für all Ihre Bemühungen, ob groß oder klein, den Weltmissionssonntag in allen kirchlichen Bereichen der universalen Gemeinschaft der Kirche zu fördern.“

Leo XIV. erinnerte auch an einen oft übersehenen, aber wesentlichen Aspekt: „Wenn ich hinzufügen darf“, sagte er, „eines der besonderen Ziele des Weltmissionstages ist es, die Gläubigen der ältesten Kirchen, der sozusagen konsolidierten Kirchen, daran zu erinnern, wie wichtig es ist, dass auch sie sich mit dem missionarischen Geist der gesamten Kirche vereinen.“

Der Papst hob die konkrete Rolle der einzelnen Päpstlichen Missionswerke hervor, die unter anderem durch die weltweit Weltmissionssonntag gesammelten Spenden ermöglicht wird. Diese Arbeit unterstützt durch das Päpstliche Werk für die Glaubensverbreitung die apostolische Tätigkeit in über 1.130 Kirchsprengeln in den Gebieten, die dem Dikasterium für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und neuen Teilkirchen, unterstehen. Diese Sektion, so der Papst weiter, unterstütze auch die Verwaltung von fünf Kollegien in Rom zur Ausbildung von Priestern und Ordensleuten, „die in die Ewige Stadt kommen, um zu studieren und wertvolle Dienste in ihren Ortskirchen zu leisten, in die sie nach Abschluss ihres Studiums zurückkehren. Diese und viele weitere missionarische Initiativen sind dank der Großzügigkeit der Gläubigen am Weltmissionssonntag möglich.“

 

Die bevorstehende Seligsprechung von Erzbischof Fulton Sheen

 

Der Papst erwähnte auch die bevorstehende Seligsprechung von Erzbischof Fulton J. Sheen, die am 24. September in St. Louis, Missouri, von Kardinal Tagle zelebriert wird. Der Erzbischof zählte zu den bekanntesten Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke in den Vereinigten Staaten von Amerika. „Erzbischof Sheen“, so Papst Leo, „war ein Leuchtfeuer des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das jahrzehntelang durch Radio und Fernsehen strahlte. Ich selbst erlebte seine Evangelisierung in meiner Jugend. Seine Sendungen erreichten Millionen von Menschen mit der Hoffnung des Evangeliums, und seine Initiativen und Bemühungen leisteten den Kirchen in den Bereichen der Erstevangelisierung enorme geistliche und materielle Unterstützung.“

 

Die „entscheidende Rolle“ der Päpstlichen Missionswerke

 

Der Papst erinnerte daran, dass 2026 das 110jährige Bestehen der Päpstlichen Missionsunion gefeiert wird, die vom seligen Paolo Manna gegründet und von Papst Paul VI. als die „Seele“ der anderen Missionswerke bezeichnet wurde. Er ermutigte die Union, unter allen Getauften „eine missionarische Spiritualität und ein immer tieferes Engagement für den universalen Evangelisierungsauftrag der Kirche in diesem neuen missionarischen Zeitalter“ zu fördern.

In einer von Konflikten geprägten Welt bekräftigte der Papst, dass die vier dem Dikasterium für Evangelisierung anvertrauten Päpstlichen Missionswerke „einen wertvollen Dienst für den Auftrag der Kirche leisten, Christus, den Friedensfürsten und die menschgewordene Offenbarung der göttlichen Liebe zur Menschheit, zu verkünden“.

„Das Päpstliche Kindermissionswerk“, fuhr der Papst im Hinblick auf die Arbeit der einzelnen Werke, „erfüllt eine besonders wertvolle Aufgabe, indem es Kindern in aller Welt, insbesondere in Regionen, von Hass und Gewalt heimgesucht sind, das Licht des Glaubens und den Trost christlicher Liebe bringt.“ Gleichzeitig „fördert und unterstützt das Päpstliche Missionswerk des Heiligen Apostels Petrus die Ausbildung einheimischer Geistlicher und Ordensleute in den Gebieten der Erstevangelisierung. Vielerorts hätten Seminaristen und Novizen ohne die Hilfe des Missionswerks nicht die notwendigen Mittel für ihre menschliche, spirituelle und seelsorgerische Ausbildung“, erklärte der Papst.

 

Die “missionarische Umkehr” in der heutigen Welt

 

Das Thema des Weltmissionssonntags 2026 – „Eins in Christus, vereint in der Mission“ – so Papst Leo XIV. im Schlussteil seiner Ansprache lade alle dazu ein, „die Dringlichkeit einer fortwährenden missionarischen Umkehr anzunehmen und gemeinsam nach Wegen zu suchen, eine missionarische Kirche für die Heilung unserer Welt zu sein, die von Spannungen, Konflikten und Kriegen geprägt ist.“

Das Zweite Vatikanische Konzil – erinnerte der Nachfolger Petri unter Bezugnahme auf das Konzilsdekret „Ad Gentes“ zur Mission – bekräftigte, dass „die Kirche auf ihrer Pilgerreise auf Erden ihrem Wesen nach missionarisch ist, da sie nach dem Plan Gottes des Vaters ihren Ursprung in der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen Geistes hat.“

Papst Leo erinnerte die Anwesenden daran, dass die „Arbeit der Päpstlichen Missionswerke für die weltweite Evangelisierung unverzichtbar“ bleibe und jede Form kirchlicher Mission auf Christus ausgerichtet bleiben müsse. „Bei allem, was wir für das Werk der Evangelisierung tun, müssen wir stets Jesus Christus ins Zentrum stellen und das schöne Prinzip des Evangeliums hochhalten, das Johannes der Täufer wie folgt ausgedrückt hat: ‚Er muss wachsen, ich aber geringer werden' (Joh 3,30)“, so sein Appell.

(Fides 1/6/2026)

 

Kardinal Tagle: Mission ist Teilhabe an der Sendung Gottes

 

Vatikanstadt (Fides) – „Mission ist nicht nur eine Strategie, nicht nur ein strategischer Plan, sondern die wahre Teilhabe an der Sendung Gottes.“

In seiner Predigt im Petersdom während der Eucharistiefeier mit den Teilnehmenden der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke an diesem Montag (1. Juni) in der „Cappella del Coro“ erinnerte Kardinal Luis Antonio Tagle an die tiefe Quelle der missionarischen Dynamik.

Der Pro-Präfekt des Dikasteriums für Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) kommentierte das Tagesevangelium (Mk 12,1-12) und das Gleichnis von den Winzern („Sie pakten seinen geliebten Sohn, brachten ihn um und warfen ihn aus dem Weinberg“), und sprach über die Verantwortung der Gläubigen als Verwalter, nicht als Besitzer, der Gabe Gottes. „Im Evangelium“, erklärte der Kardinal, „wendet sich Jesus an die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten. Seine primären Adressaten waren also die Juden – die religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Führer jener Zeit. Anhand eines Gleichnisses zeigt er, dass Gott sich um sein Volk kümmert. Der Weinberg ist ein Bild für das Volk Israel und verdeutlicht, wie sehr Gott sich um sein Volk sorgt.“ Während das Volk sich „manchmal an Gottes Wahrheit erinnert, Gott manchmal aber auch vergisst. Manchmal loben sie Gott, manchmal wählen sie andere Götter. Dies ist das Volk, das berufen ist, Gottes Volk zu sein. Doch Gott ist treu“, fuhr er fort.

Trotz der unterschiedlichen Auffassungen der Menschen von Gottes Treue existiere eine Dynamik von Erinnerung und Vergessen, die einen konkreten seelsorgerischen Ansatz biete. „Wir haben eine lange Liste von Problemen zu lösen, aber wir haben keine Liste, keine Erinnerung an Gottes Segen für uns“, bemerkte der Kardinal. Dieser Gegensatz zwischen der „Liste der Probleme“ und der „Erinnerung an den Segen“ lege nahe, dass Glaubenskrisen nicht nur aus realen Schwierigkeiten entstehen, die weder unterschätzt noch geleugnet werden sollten, sondern auch aus dem Verlust der Erinnerung an Gottes Wirken. „Ja, Schwierigkeiten wird es immer geben, aber lasst uns unsere Augen öffnen für Gottes wunderbares Wirken in unserem Leben, trotz unserer eigenen Unzulänglichkeiten“, betonte der Kardinal.

Im Gleichnis von den Winzern, so der Kardinal weiter, liege auch eine Botschaft, die zur Gewissensprüfung anregen solle. „Weil die Winzer vergaßen, dass sie Verwalter waren, wollten sie die Ernte nicht teilen, sondern für sich behalten. Deshalb wiesen sie diejenigen zurück, die der Gutsbesitzer geschickt hatte, um seinen Anteil einzuholen. Und als sogar der Sohn des Gutsbesitzers geschickt wurde, sagten sie: ‚Wenn wir den Sohn beseitigen, gibt es keinen Erben mehr. Wir werden die Erben‘“, erinnerte er sich und zog eine Brücke zur Gegenwart. „So ist die Situation bis heute“, erklärte der Kardinal. „Betrachten wir all die Konflikte und Kriege, die in der Welt und leider auch in der Kirche stattfinden.“ Und er warnte: „Wenn wir unsere Rolle als Verwalter vergessen, denen der Herr die Pflege seines Weinbergs anvertraut hat, können wir Gott einen schlechten Dienst erweisen und sogar den Weinberg ruinieren.“

Dies, so betonte der Kardinal, sei eine wichtige Haltung bei der Mission, die „wahrhaftig eine Teilhabe an der Mission Gottes – des Vaters, der sich um sein Volk kümmert – darstellt“.

Der Kardinal ermutigte anschließend alle Anwesenden – darunter die über hundert Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke, die aus fünf Kontinenten nach Rom gekommen waren – Gott füreinander zu loben: „Vielleicht ist Ihnen das nicht bewusst, aber jeder von uns ist ein kostbares Geschenk Gottes. Wir mögen alle begrenzt sein, aber wir sind kostbare Geschenke Gottes. Und wir wollen Gott füreinander danken und ihn loben. An alle, die formell oder informell verbunden sind: Bitte vergessen Sie nicht, dass wir – so unwürdig wir auch sein mögen – Teil von Gottes Segen für die Kirche sind. Lasst uns füreinander sorgen. Lasst uns für die Mission sorgen.“

Eine wahre Aussendung in die Mission kurz vor der Audienz der Teilnehmer der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke bei Papst Leo XIV., und eine heilsame Erinnerung daran, dass die Quelle der Mission nicht Strategien oder Aktionspläne sind, die bei der geringsten Schwierigkeit infrage gestellt werden können, noch das persönliche Genie des Einzelnen, sondern die Erkenntnis eines unschätzbaren und freien Geschenks, Gottes, das es zu bewahren gilt. Ein Echo des ersten Briefes des Apostels Paulus an die Korinther: „Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.“

(ML) (Fides 1/6/2026)

 

AFRIKA/KONGO - Bischof von Nkayi zurückgetreten und Nachfolger ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den von Bischof Daniel Mizonzovon Nkayi (Repubblik Kongo) eingereichten Rücktritt angenommen und den bisherigen Bischofskoadjutor derselben Diözese, François Halyday Mbouangui, zu seinem Nachfolger ernannt.

(Fides 1/6/2026)

 

Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke auf den Spuren des seligen Paolo Manna

 

Ducenta (Fides) – „Die ganze Kirche, alle Kirchen für die ganze der Welt.“ Das Motto des Seligen Paolo Manna, das den missionarischen Impuls als universelles Merkmal jeder lebendigen kirchlichen Gemeinschaft in Erinnerung ruft, erklang erneut in der sechseckigen Kapelle von Ducenta in der Diözese Aversa, wo die sterblichen Überreste des Seligen seit 2005 ruhen. Der neue Erzbischof von Benevento, Michele Autuoro, bekräftigte es in seiner Predigt während der Eucharistiefeier, die an diesem Sonntag (31. Mai) am Hochfest der Heiligen Dreifaltigkeit, in der Kapelle von Ducenta mit den Teilnehmenden der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke 2026 gefeiert wurde, die derzeit in Rom stattfindet, darunter mehr als 100 Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke von allen fünf Kontinenten.

Im Rahmen einer arbeitsreichen Woche am „Collegio Internazionale San Lorenzo da Brindisi“ unternahmen die Nationaldirektoren aus aller Welt an diesem Sonntag eine Wallfahrt zu einem Ort in Kampanien, der den Päpstlichen Missionswerken besonders am Herzen liegt.

1921 eröffnete Manna das „Herz-Jesu-Seminar“ in Ducenta (heute ein Zentrum für missionarische Spiritualität unter der Leitung des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen), um junge Missionare in Süditalien zu fördern.

 

Der “missionarische Eifer” des seligen Paolo Manna

 

Paolo Manna (1872–1952), der 2001 während des Pontifikats von Johannes Paul II. seliggesprochen wurde, schenk den Päpstlichen Missionswerken mit seinem unermüdlichen missionarischen Eifer weiterhin wertvolle Impulse und aktuelle Orientierungshilfen für die Ausübung ihrer apostolischen Berufung in der heutigen Zeit.

Manna gilt als Gründer der Päpstlichen Missionsunion, eines der vier Päpstlichen Missionswerke, die 1916 von Papst Benedikt XV. unter dem Namen „Missionarsunion des Klerus“ anerkannt wurden. Laut Manna sollten alle Priester – und nicht nur die Missionare „ad gentes“ – von der Kirche, deren Horizont die ganze Welt umfasst, darin unterstützt werden, sich missionarisch zu engagieren.

Während seiner Zeit als Oberer des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen unternahm Manna eine 14-monatige Weltreise, um Missionserfahrungen aus erster Hand zu sammeln. Im Anschluss daran verfasste er 1929 ein Manuskript („Beobachtungen zur modernen Methode der Evangelisierung“), das erst nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil veröffentlicht wurde. Darin plädierte Manna unter anderem nachdrücklich für eine Reform der Ausbildungsprogramme für Seminaristen, um die Leitung der Ortskirchen einheimischen Priestern und Bischöfen anzuvertrauen.

Die jährliche Versammlung der Päpstlichen Missionsgesellschaft (PMS) bietet zudem Gelegenheit, Förderanträge für Projekte und Initiativen im Bereich der Missionsarbeit und der Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaften zu erörtern. Dank Paolo Manna verfügt die PMS über wirksame Gegenmittel gegen die Gefahr, ihre Mission auf die bloße Bereitstellung materieller Ressourcen zu reduzieren.

„Die Missionen“, schrieb Manna in den kritischen Passagen seiner „Beobachtungen“ in der Sprache der damaligen Zeit, „präsentieren sich den Ungläubigen aufgrund ihres ausgeprägt westlichen Charakters als Organisationen von Fremden. Heiden, die Verständigen, die, die etwas zu sagen haben, sehen Jesus Christus nicht an vorderster Front der Glaubensverbreitung. Sie sehen die Schule, das Krankenhaus, sie sehen andere große und schöne Werke, vor allem aber sehen sie reiche und mächtige Fremde und in den Konvertiten Menschen, die diesen Fremden wegen der Vorteile, die sie erhalten haben oder zu erhalten hoffen, unterworfen sind.“

 

„Heute“, schrieb Manna weiter, „ist es besorgniserregend zu sehen, wie die Idee der Unentbehrlichkeit des Geldes die Köpfe der heutigen Missionare durchdrungen hat.“

 

Der Ursprung der Mission und das Geheimnis der Dreifaltigkeit

 

Paolo Manna, so Erzbischof Autuoro zum Abschluss seiner Predigt, „trug in seinem Herzen den Wunsch, dass das Evangelium allen verkündet werde und dass alle Mitglieder der Kirche, alle Getauften, diese Sehnsucht verspürten, dass das Evangelium alle erreiche und dass alle in Christus und in der trinitarischen Liebe heilig würden.“

Der von der Insel Procida stammende Erzbischof Michele Autuoro, den Leo XIV. am 13. Mai letzten Jahres zum Erzbischof von Benevento ernannte, ist Präsident der Kommission für die Evangelisierung der Völker und die Zusammenarbeit zwischen den Kirchen der italienischen Bischofskonferenz. Von 2013 bis 2018 nahm er als Nationaldirektor von „Missio Italia“ auch an den Versammlungen der Päpstlichen Missionswerke teil.

In seiner Predigt sprach Erzbischof Autuoro darüber, wie die missionarische Dynamik der Kirche ihren Ursprung nicht in Projekten und Strategien, sondern im Geheimnis der trinitarischen Gemeinschaft findet. „Und so“, fügte der Erzbischof hinzu, „ist es schön zu wissen, dass auch Sie heute die Versammlung der Päpstlichen Missionswerke begehen.“ „Wie Papst Leo in seiner Botschaft zum bevorstehenden 100. Weltmissionssonntag in Erinnerung rief“, fuhr Autuoro fort, „entsteht Mission nicht nur aus der Einheit, sondern sie ist auch wirksam, wenn wir alle vereint sind. Und die Päpstlichen Missionswerke sind weltweit Ausdruck dieser Einheit.“ „In einer Zeit, die von Zwietracht, Gewalt, Tod und Krieg gezeichnet ist“, bemerkte der Erzbischof, „ist die Kirche, auch durch das Engagement der Päpstlichen Missionswerke, umso mehr zu dieser Mission des Aufbaus von Beziehungen zwischen allen Völkern der Erde berufen. Geschwisterliche Beziehungen, Beziehungen der Gemeinschaft, Beziehungen, in denen die Welt, die Nationen und die Völker zum Frieden geführt werden. Denn das erste Geschenk des auferstandenen Jesus an die Kirche und die Menschheit ist eben dieses Geschenk des Friedens“.

 

(GV) (Fides 31/5/2026)


Qualitätssiegel für Global Micro Initiative e.V.: Schmitz-Stiftungen fördern Großprojekt für Kleinbauern

20.05.2026

 

Nach intensiver Prüfung fördern die Schmitz-Stiftungen erneut die Arbeit der Global Micro Initiative e.V. (GMI). Das neue 60.000-Euro-Projekt auf den Philippinen kombiniert Gesundheitsschutz mit nachhaltiger Landwirtschaft – ein ganzheitlicher Ansatz, der 40 Familien aus der Armutsspirale hilft.

(Hösbach/Philippinen/gmi) - Vertrauen ist die härteste Währung in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Hösbacher NGO Global Micro Initiative e.V. hat nun erneut einen Vertrauensbeweis erhalten: Mit einem Projektvolumen von über 60.000 Euro startet die Organisation ein Hilfsprogramm für 40 Kleinbauernfamilien in der philippinischen Subic-Region Sacatihan. Das Projekt wird durch den Kleinprojektefonds der Schmitz-Stiftungen – maßgeblich gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) – sowie durch die Stiftung WissenWecken gGmbH finanziert. Für Global Micro Initiative e.V. markiert es den Beginn einer neuen Entwicklungsphase.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 29.05.2026

Kardinal Tagle bei der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke: Mission und Einheit entstehen aus der Taufe

 

Rom (Fides) – In seiner Eröffnungsansprache bei der Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke an diesem Mittwoch (27. Mai) befasste sich Kardinal Luis Antonio Tagle mit der Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltmissionssonntag 2026. Er ließ sich bei seinen Auslegungen von Jesu Gebet um die Einheit und den Erfahrungen der ersten christlichen Gemeinden inspirieren.

Die Papstbotschaft wurde am 25. Januar veröffentlicht, dem Tag, an dem die Kirche der Bekehrung des Apostels Paulus gedenkt. Der Weltmissionssonntag wurde vor hundert Jahren, im Jahr 1926, von Papst Pius XI. eingeführt und wird in diesem Jahr am Sonntag, dem 18. Oktober, begangen.

 

„Eins in Christus und vereint in der Mission“

 

Der Kardinal erinnerte daran, dass das Thema der Botschaft Papst Leos XIV., „Eins in Christus, vereint in der Mission“, an dessen augustinischen Wahlspruch „In Illo uno unum“ (In dem Einen sind wir eins) anknüpft.

Der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) bezog sich in seiner Ansprache auf das 17. Kapitel des Johannesevangeliums, in dem auch die Betrachtung des Papstes wurzelt, insbesondere Jesu Gebet: „Ich bitte nicht nur für diese hier“- das heißt für die Jünger – „sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“. Er wolle diesen Teil von Jesu Gebet besonders hervorheben: „Alle sollen eins seien“, erklärte der Kardinal, „denn er umfasst alle Fäden der Theologie, der Spiritualität, der Trinität, der Ekklesiologie und der Mission. „Brüder und Schwestern, dies ist Jesu Gebet vor seinem Tod. Und wir glauben, dass er, zur Rechten des Vaters sitzend und für uns Fürsprache einlegend, weiterhin betet. Er richtet dieses Gebet weiterhin an den Vater: ‚Sie sollen alle eins‘.“

Die Einheit, für die Jesus betet, so der Kardinal weiter, sei nicht „einfach eine Frage der Organisation, Planung oder Strategie, sondern der göttlichen Gemeinschaft mit den Jüngern, zu der die Jünger durch die Gnade eingeladen sind, teilzuhaben.“ Einheit sei ein Geschenk: „Die Einheit, die Jesus sich wünscht, für die er für uns betet und die uns durch den Glauben im Sakrament der Taufe geschenkt wird. Es ist diese Art von geistlicher und kirchlicher Gemeinschaft, die uns zuteilwird.“ „Wenn wir also unsere Arbeitsmaterialien für den Weltmissionssonntag vorbereiten, um diesem Aufruf des Heiligen Vaters zu folgen, eins in Christus und somit eins in der Mission zu sein, hoffe ich, dass wir nicht vergessen, zu diesem grundlegenden Aspekt der christlichen Gemeinschaft zurückzukehren, der oft zugunsten anderer Formen sogenannter Einheit übersehen oder heruntergespielt wird“, fügte er hinzu.

Für den Kardinal ist dies das Fundament der Mission: „Wenn wir von der Taufe als Sakrament des Glaubens und zugleich als Sakrament der Mission sprechen, sollten wir zu diesem grundlegenden Element der Einheit, der Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit, zurückkehren.“

 

Einheit als Voraussetzung für die Glaubwürdigkeit der Mission

 

In seiner Ausführung zum zweiten Teil der Botschaft von Papst Leo XIV., der der „Einheit in der Mission“ gewidmet ist, betont Kardinal Tagle: Einheit ist kein exklusives Gut, das nur kleinen, elitären Gruppen vorbehalten ist, sondern ein Zeugnis für die Welt. „In Jesu Gebet geht es nicht um die Einheit derer, die einander sagen: ‚Ich sehe dich an, du siehst mich an, ich lächle dich an, du lächelst mich an, wir sind vereint, es geht uns gemeinsam gut‘. Für Jesus ist Einheit – wahre geistliche Einheit und authentische kirchliche Gemeinschaft – nicht nach innen gerichtet.“

Christliche Einheit ist in Jesu Gebet vielmehr eine Voraussetzung der Mission: „Ein Zustand der Authentizität und Glaubwürdigkeit in der Mission. Die Einheit der Christen ist eine missionarische Verkündigung dessen, wer unser Gott ist. Wir sagen gewissermaßen: ‚Seht uns an, denn der Gott der Gemeinschaft wohnt in uns.‘ Das Leben der Christen sollte an sich ein lebendiges Wort für die Welt sein.“

Ausgehend von Paulus beschrieb der Kardinal, was er die „Mystik der missionarischen Einheit“ nennt: „Vielfalt der Gaben, Vielfalt der Sprachen, Vielfalt der Generationen, aber alle Glieder eines Leibes, füreinander sorgend, für das Gemeinwohl wirkend. Das ist missionarische Einheit, missionarische Lebendigkeit.“

Der Kardinal sprach mit Bedauern die Situationen interner Spaltungen an, ja sogar gewaltsamer, die die Glaubwürdigkeit der Botschaft des Evangeliums untergraben, insbesondere in den Gebieten der Erstevangelisierung: „Es geht nicht um meinen Stamm, nicht um meine Region. Es geht darum: Werden die Menschen glauben, dass Jesus vom Vater gesandt wurde?“

 

Die ersten christlichen Gemeinden als Paradigma der Mission

 

Um den Appell von Papst Leo XIV. zu veranschaulichen, bezog sich der Kardinal auch auf die Apostelgeschichte, in der er das Vorbild für diese „Mystik der missionarischen Einheit“ sieht: „In der Apostelgeschichte, Kapitel 2, Verse 42–47, sehen wir, wie die ersten christlichen Gemeinden dies lebten. Sie hielten an der Lehre der Apostel fest, beteten, brachen das Brot und teilten die Güter. Die Qualität des Gemeinschaftslebens – die Einheit – wurde zu einer missionarischen Botschaft. Menschen, die sie sahen, vielleicht aus Neugier, begannen, sich der Gemeinschaft anzuschließen.“

Diese ersten Gemeinschaften, von denen Lukas schreibt, dass sie „ein Herz und eine Seele“ waren und alles miteinander teilten, können eine Perspektive für das heutige kirchliche Leben bilden: „Soweit ich es verstehe, fordert der Heilige Vater unsere Pfarreien, unsere Diözesen, unsere Ordensgemeinschaften, unsere Schulen auf, dies zu leben, es zu einer Lebensregel zu machen, damit diese Gemeinschaft auch zu einer missionarischen Verkündigung dessen wird, wer unser Herr ist.“

In einer Welt, die „zerrissen, verwundet und gespalten ist durch Wettbewerb, Ungleichheit, Diskriminierung, Ungerechtigkeit und Krieg“, so der Kardinal, bekräftigt die Papstbotschaft einen besonderen Auftrag der Kirche: „Der Welt zu zeigen, dass Einheit möglich ist, dass Einheit real ist. In unserer Einheit mit dem Herrn und in unserer Einheit untereinander – dank unserer Einheit mit dem Herrn – sollten wir der Welt mit unseren Worten und, so hoffen wir, mit unserem Gemeinschaftsleben sagen können: ‚Einheit ist möglich. Einheit ist real. Seht auf den Leib Christi.‘“

 

Liebe als Grundlage der Mission

 

Der dritte Teil der Botschaft von Papst Leo XIV., den der Kardinal mit dem Begriff der „Mission der Liebe“ zusammenfasste, benennt den Inhalt dieser Einheit: „Liebe ist der Inhalt der Einheit und zugleich das Wesen der Mission“, erklärte er. „Die Taufe bedeutet Wiedergeburt, Neuschöpfung durch den Gott der Liebe. Wir werden nach dem Bild des dreieinigen Gottes der Liebe neu geschaffen. Wenn wir taufen, tun wir dies nicht in unserem eigenen Namen: Das wäre der sicherste Weg, Spaltung zu säen“, bemerkte er humorvoll. „Wir taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, und der Mensch wird ein Mensch der Gemeinschaft.“

Der Kardinal erinnerte an einen Besuch in einem Flüchtlingscamp im Libanon und bezeugte, wie diese „Mission der Liebe“ Christus so begehrenswert macht: Als ihn einige Flüchtlinge fragten, warum Christen aus verschiedenen Ländern da seien, um der lokalen Bevölkerung zu helfen, antwortete er: „Weil unser Meister und Herr Jesus Christus uns gelehrt hat, alle Menschen zu lieben. Deshalb sind wir hier.“ Daraufhin, so der Kardinal, habe ein junges Mädchen gesagt: „Ich möchte diesen Jesus kennenlernen. Er muss ein guter Freund sein.“

Diese Dynamik legte der Kardinal den über hundert nationalen Direktoren der Päpstlichen Missionswerke ans Herz: allen Menschen, beginnend bei den Kindern – auch durch die Arbeit des Kindermissionswerks –, zu helfen, „nein zu allen Zeichen der Spaltung in unserem Leben zu sagen und uns für die Einheit in Christus zu entscheiden“, um „von einer anderen Art der Gemeinschaft Zeugnis abzulegen“. Er schloss: „Angesichts all der schönen Jubiläen, die wir in diesem Jahr feiern, der Botschaft von Papst Leo und der aktuellen globalen Lage glaube ich, dass wir als Christen, einzeln und als Gemeinschaft, wahrhaftig berufen sind, dieses Geschenk der Gemeinschaft zu leben. Durch die Taufe gehören wir einander an. Und diese Zugehörigkeit wird in gegenseitiger Fürsorge, im Sorge füreinander zum Wohle aller, voll gelebt und wird so zum missionarischen Zeugnis für die heutige Welt.“

(ML) (Fides 28/5/2026)

 

AFRIKA/NIGERIA - “Möge Gottes Gnade gegenüber Abraham unsere Gemeinschaften in diesen schwierigen Zeiten zum Zusammenleben inspirieren”

 

Abuja (Fides) – „Möge Gottes Gnade gegenüber Abraham unsere Gemeinschaften in diesen schwierigen Zeiten zum Zusammenleben inspirieren“, so die nigerianische Bischofskonferenz in einer Botschaft an die muslimischen Gläubigen des Landes anlässlich des Eid al-Adha-Festes, das an Gehorsam des Propheten Abraham gegenüber Gott erinnert.

„Gottes Gnade, an die wir uns bei diesem Fest erinnern, lädt Muslime, Christen und alle Nigerianer dazu ein, über die Erlösung Abrahams nachzudenken, als sein Sohn verschont wurde und zu ihm zurückkehrte“, betonen die nigerianischen Bischöfe. „Für diese Gnade sind wir alle aufgerufen, Gott zu danken, der uns trotz der dunklen Wolken der Ungewissheit und der schwierigen Umstände in diesem Moment unserer nationalen Geschichte beschützt“, heißt es weiter in der Botschaft.

Die CBCN ruft die Nigerianer dazu auf, diesem Beispiel zu folgen und so zum Wachstum unserer Gemeinschaften beizutragen.

An die an die Oberhäupter islamischer Gemeinden gewandt, erklären die katholischen Bischöfe: „Gemeinsam können wir als Führungskräfte dazu aufrufen, mehr Nächstenliebe zum Wohle aller zu üben.“ Dies sei ein Aufruf, „egoistische Strategien und Programme aufzugeben“, um sich „unseren Mitmenschen, die heute unter den Folgen jahrelanger ineffektiver Politik leiden, selbstlos zu widmen.“

Das Bistum Oyo im Südwesten Nigerias veröffentlichte eine von Bischof Emmanuel Adetoyese Badejo und Pfarrer Joseph Ogundipe, dem Leiter des Büros für interreligiösen Dialogs im Bistum, unterzeichnete Botschaft. Darin äußerten sie die Hoffnung, dass der Feiertag eine Gelegenheit bieten werde, den Dialog zwischen Christen und Muslimen zu vertiefen. Angesichts der Entführungswelle rief die Botschaft Christen und Muslime zur Einheit im Kampf gegen „alle Formen des Bösen, die unsere Identität und unser gemeinsames Streben als Gläubige an den einen Gott bedrohen“, auf.

(L.M.) (Fides 28/5/2026)

 

AFRIKA/KENIA - Widerstand gegen ein US-amerikanisches Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Kenia

 

Nairobi (Fides) – Die „Law Society of Kenya“ (LSK) lehnt einem US-amerikanischen Behandlungszentrum für Ebola-Patienten in Kenia ab.

„Wir fordern die kenianische Regierung auf, strenge Maßnahmen zu ergreifen, um die Einschleppung von Ebola-Fällen nach Kenia zu verhindern. Dazu gehört die Ablehnung des Antrags der US-Regierung auf Einrichtung eines Ebola-Behandlungszentrums in Kenia, in das Ebola-Patienten aus anderen Ländern eingeflogen würden“, so der Präsident der LSK, die 20.000 Mitglieder zählt.

Die US-Regierung hat angekündigt, die Einrichtung einer Quarantäne- und Behandlungszentrums in Kenia speziell für Amerikaner zu erwägen, die dem Ebola-Virus ausgesetzt waren (aber keine Symptome aufweisen), anstatt sie in die Vereinigten Staaten zurückzuholen. Der Vorschlag löst in Kenia eine intensive öffentliche Debatte aus, insbesondere aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Risiken für die lokale Bevölkerung und der Frage nach der Kapazität des kenianischen Gesundheitssystems, eine mögliche Pandemie zu bewältigen. Die kenianischen Behörden bestätigten den Beginn von Gesprächen, betonten aber, dass die endgültige Entscheidung der nationalen Sicherheit Priorität einräumen werde.

Der Präsident der LSK bestreitet nicht, dass die vom Virus Betroffenen angemessene Versorgung erhalten sollten, betont aber, dass diese dort erfolgen müsse, wo die Infektion auftritt. „Da alle Ebola-Patienten Zugang zu medizinischer Versorgung auf höchstem Niveau verdienen und wir ihnen menschliche Solidarität schulden, während wir gleichzeitig die gesunde Bevölkerung schützen, schreiben die Gesundheitsprotokolle vor, dass Behandlungs- und Isolationseinrichtungen in der Nähe des Infektionsherdes eingerichtet werden“, bekräftigt er.

Bislang wurden in Kenia keine Ebola-Fälle gemeldet. Das Virus hat jedoch einige Gebiete im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und mit etwa zehn Fällen auch Uganda betroffen. Uganda hat die Grenze zur Demokratischen Republik Kongo geschlossen und die für den 3. Juni geplante Wallfahrt zum Tag der ugandischen Märtyrer zum Nationalheiligtum von Namugongo abgesagt (vgl. Fides, 19/05/2026). Unter den erwarteten Pilgern befanden sich auch mehrere aus Kenia. Mindestens 500 kenianische Gläubige, die sich auf den Weg nach Namugongo gemacht hatten, wurden an der Grenze aufgehalten.

(L.M.) (Fides 28/5/2026)

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Kambodschanische Märtyrer: "Ein unschätzbares spirituelles Erbe für die Kirche und für die Welt“

 

Rom (Fides) – „Mit tiefer Freude übergaben wir Kardinal Semeraro, dem Präfekten des Dikasteriums für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, die versiegelten Dokumente, die in einer feierlichen Zeremonie in Phnom Penh unterzeichnet wurden. Sie beziehen sich auf die diözesane Untersuchung des Selig- und Heiligsprechungsverfahrens von Bischof Joseph Salas und seinen elf Gefährten, den Märtyrern Kambodschas. Diese versiegelten Dokumente enthalten ein kostbares Zeugnis des Glaubens, des Mutes und der Liebe: fast 2.500 Seiten, die den heldenhaften Weg dieser Männer und Frauen in den Jahren 1970–1977 in Kambodscha schildern“, erklärte der Apostolischer Vikar von Phnom Penh, Bischof Olivier Schmitthaeusler, gegenüber Fides, am Rande des Ad-limina-Besuchs der Bischöfe von Laos und Kambodscha in Rom.

Der Vikar erläutert: „Diese Akten dokumentieren nicht nur ihr Leben und ihr Opfer, sondern sie sind auch ein unschätzbares spirituelles Erbe für die Kirche und die Welt.“

Die Ortskirche eröffnete am 15. Mai 2015 offiziell die diözesane Untersuchung zu den kambodschanischen Märtyrern. Seitdem hat ein Team unter der Leitung des Postulators, Pfarrer Paul Chatserey, Zeugenaussagen und Dokumente aus aller Welt zusammengetragen. Dem Team gehörten weitere Priester an, die dem Diözesangericht angehören, Notare und eine Historische Kommission unter dem Vorsitz von Pfarrer Vincent Chrétienne.

„Bischof Yves Ramousse, der diese zukünftigen Märtyrer so sehr liebte und kannte, spielte eine entscheidende Rolle bei der Erstellung der ersten Liste“ so Bischof Schmitthaeusler weiter, „Die Recherche- und Zusammenstellungsarbeit führte zur heutigen Vorstellung von zwölf Dienern Gottes: Bischof Joseph Chhmar Salas und seinen elf Gefährten – Priestern, Ordensleuten und Laien –, die den Reichtum des Volkes Gottes repräsentieren.“ Bei der Übergabe der Unterlagen an das Dikasterium für Selig- und Heiligsprechungsprozesse, äußert der Vikar seine Hoffnung, dass „die Prüfung und Unterscheidung fortgesetzt werden mögen, damit diese Märtyrer der Weltkirche bald als Geschenk und leuchtendes Zeugnis übergeben werden können.“

Im Interview mit Fides erinnert sich der Postulator, Pfarrer Paul Chatserey, der auch Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Kambodscha und Laos ist: „Der Anstoß zur Erforschung der Geschichten der kambodschanischen Märtyrer kam von Papst Johannes Paul II., der im Jubiläumsjahr 2000 die asiatischen Kirchen in allen Ländern dazu aufrief, ihre Märtyrer anzuerkennen und ihrer zu gedenken.“ Papst Johannes Paul II. sagte: „Diese Diener Gottes […] bilden ein großes Fresko christlicher Menschlichkeit […] Es ist das Fresko der Seligpreisungen, gelebt bis zum Blutvergießen.“ „In diesem Sinne errichtete die kambodschanische Kirche eine Gedenkstätte für die Märtyrer; wir bauten ein Kreuz und ein kleines Heiligtum. Seitdem findet jährlich ein Gedenkfest für die Märtyrer statt, das Gläubige aus dem ganzen Land zusammenbringt“, erklärt er.

„Allmählich wuchs das Bewusstsein, und wir begannen, Material, Dokumente und Zeugnisse zu sammeln. Das war sehr schwierig, denn während der dunklen Jahre des Krieges und der Roten Khmer wurden die Kirchen mitsamt all ihren Dokumenten zerstört“, erklärt der Postulator. „Wir wappneten uns mit Geduld und begannen, mündliche Zeugnisse zu sammeln. Dann erhielten wir große Hilfe und unschätzbare Unterstützung von den Archiven der Gesellschaft für Auslandsmissionen in Paris. So wuchs die Arbeit langsam und mühsam, und schließlich, nach Jahren der Arbeit, des Studiums und der Forschung, gelang es uns, genügend Material zusammenzutragen, um das Verfahren für Bischof Salas und elf Gefährten voranzubringen.“

„Nun“, erklärt er, „freut sich unsere Kirche in Kambodscha. Die Spiritualität und Inspiration der Märtyrer ist von großer Bedeutung; sie ist uns eine große Ermutigung. Unsere Gemeinden werden sich nun im Gebet vereinen, damit die Sache, dank der Arbeit im Vatikan, nach Gottes Plan vorankommen kann.“

„Gleichzeitig werden wir weiterhin das Bewusstsein, insbesondere bei jungen Menschen, für die Geschichte unserer Märtyrer schärfen, indem wir Broschüren veröffentlichen und kulturelle, katechetische und Gebetsveranstaltungen organisieren. Wir hoffen und beten, dass ihr Beispiel fruchtbar sein und unserer kleinen Kirche Gnade und Heiligkeit für die Zukunft bringen möge“, schließt er.

 

(PA) (Fides 28/5/2026)


Kolumbien: Mehr Gewalt, weniger Hilfe

Zahl der Kämpfer unter Waffen verdoppelt / Rekrutierung von Jugendlichen steigt

 

 

28.05.2026

 

(Berlin/dkh) -/ Die Präsidentschaftswahlen in Kolumbien am kommenden Sonntag sind ein Gradmesser für die Friedenspolitik der scheidenden Regierung. Die Zahlen sprechen aus humanitärer Sicht eine klare Sprache: Vertreibungen, Gewalt und Übergriffe durch bewaffnete Gruppen steigen seit Jahren wieder an. Vielerorts können Daten durch fehlenden humanitären Zugang und finanzielle Kürzungen nicht mehr verlässlich erhoben werden. „Die Präsenz humanitärer Akteure geht zurück. Die blinden Flecken nehmen zu und das gesamte Ausmaß der humanitären Krise in Kolumbien ist immer schwerer zu erfassen. Das verzerrt die Sicht auf die Realität“, kritisiert Marino Jansen, Landesbüroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in Kolumbien, die Entwicklung. 

 

Die Hoffnung auf ein Ende der Gewalt in Kolumbien war mit dem Friedensschluss zwischen Regierung und FARC-Guerilla 2016 groß. Zehn Jahre später ist sie verschwunden. Splittergruppen der einstigen Rebellengruppe haben sich neu bewaffnet. Seit 2021 verdoppelte sich die Zahl der Bewaffneten auf mehr als 25.000. Die nichtstaatlichen Gruppen sind in rund drei Viertel aller Bezirke des Landes aktiv. „Wir erleben eine Atomisierung des Konflikts mit unzähligen neuen Gruppen, die sich bewaffnen und gewaltsam ihre Einflussgebiete ausdehnen. Ganze Gemeinden werden dabei von der Außenwelt abgeriegelt“, sagt Jansen. Fast zehn Millionen Kolumbianer*innen leben unter der teilweisen oder vollständigen Kontrolle bewaffneter Gruppen.

 

Laut UN-Angaben waren im vergangenen Jahr 1,6 Millionen Menschen vom bewaffneten Konflikt und der Gewalt direkt betroffen – vier Mal mehr als noch im Jahr 2024. Fast 340.000 Menschen in Konfliktzonen erhielten keine oder nur verzögert humanitäre Hilfe, weil Organisationen der Zugang verwehrt wurde. „Massive Vertreibungen waren und bleiben ein Problem, aber heute kommt hinzu, dass viele Betroffene gar keinen Schutz mehr suchen können, weil sie eingekesselt sind. Das setzt sie einer ständigen Gefahr aus“, so Jansen.

 

Besonders alarmierend ist die hohe Zahl von rekrutierten Kindern und Jugendlichen in Kolumbien. 2025 gab es offiziell 257 Fälle, doch die Dunkelziffer liegt laut Benposta, einer Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe, deutlich höher. Rund 9.500 Kinder und Jugendliche seien laut der Kinderschutzorganisation 2025 landesweit an Schulen in Berührung mit dem Konflikt oder bewaffneten Gruppen gekommen. Viele Jugendliche müssten laut Benposta heute nicht mehr gewaltsam gezwungen werden, den Gruppen beizutreten. Es reiche schon, sie mit Geld oder anderen Anreizen zu überzeugen.

 

Umso schwieriger ist es, sie aus den Gruppen wieder herauszuholen. „Früher agierten die Rebellengruppen ideologischer und haben akzeptiert, dass Kinder zunächst in der Schule etwas lernen müssten. Das hatte sie von einer Zwangsrekrutierung abgehalten. Heute funktioniert dieses Argument nicht mehr“, sagt ein Mitarbeiter von Benposta aus dem Departement Guaviare. Dort arbeitet die Organisation an elf Schulen, wo sie akut gefährdete Jugendliche identifiziert und evakuiert, bevor es zu spät ist. Hunderte Jugendliche konnten so in den vergangenen Jahren mit finanzieller Unterstützung der Europäischen Union vor dem völkerrechtswidrigen Verhalten der bewaffneten Gruppen geschützt werden.

 

„Viele Kinder werden in diesem Konflikt getötet oder sie töten“, sagt Marino Jansen, und warnt vor einer Normalisierung dieser Tendenz. „Während wir in Kolumbien erneut steigende Opferzahlen und zunehmende Verletzungen des humanitären Völkerrechts registrieren, ist die Finanzierung der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit für Kolumbien in den vergangenen Jahren um rund 40 Prozent zurückgegangen. Hilf- und Perspektivlosigkeit sind Hauptgründe dafür, dass Kinder und Jugendliche in die Hände bewaffneter Gruppen getrieben werden. Internationale Unterstützung kann das abfedern“, sagt Jansen.   

Die Diakonie Katastrophenhilfe beteiligt sich an der Petition „Solidarität nicht kaputtsparen“.


Sie können die Petition mit Ihrer Unterschrift unterstützen: https://www.diakonie-katastrophenhilfe.de/appell-fuer-entwicklungszusammenarbeit


FIDES-NACHRICHTEN - 28.05.2026

Generalversammlung der Päpstlichen Missionswerke 2026 beginnt

 

Rom (Fides) – „Tatsächlich sind die Päpstlichen Missionswerke das „wichtigste Mittel“, um bei allen Getauften ein missionarisches Verantwortungsbewusstsein zu wecken und kirchliche Gemeinschaften in Gebieten zu unterstützen, in denen die Kirche noch jung ist“, so Papst Leo XIV. am 22. Mai 2026 zur Bedeutung der Päpstlichen Missionswerke, als er die Nationaldirektoren der Päpstlichen Missionswerke anlässlich ihrer jährlichen Generalversammlung in Rom im Vatikan empfing.

 

Ein Jahr später treffen sich über 100 Nationaldirektoren des weltweiten Netzwerks der Päpstlichen Missionswerke erneut in der Ewigen Stadt. Sie reisen von allen fünf Kontinenten zu ihrer jährlichen Versammlung an, die sich als wertvolle Gelegenheit versteht, die Berufung und den Beitrag der Päpstlichen Missionswerke im „neuen missionarischen Zeitalter“, das auch von Papst Leo XIV. hervorgehoben wird, gemeinsam zu bekräftigen.

 

Globales Netzwerk im Dienste der Mission

 

Im vergangenen Jahr dankte der Nachfolger Petri in seiner Ansprache an die Teilnehmer der Versammlung der Päpstlichen Missionswerke, für die Arbeit der Päpstlichen Missionswerke „für Ihren engagierten Dienst, der für die Evangelisierungsmission der Kirche unverzichtbar ist, wie ich persönlich aus meiner eigenen pastoralen Erfahrung in den Jahren meines Dienstes in Peru bezeugen kann“. Papst Leo hob auch die spezifischen Aufgaben hervor, die jedes der vier Missionswerke übernimmt, die aus der missionarischen Kreativität und dem Glaubenssinn des Gottesvolkes hervorgegangen sind und die im Laufe der Zeit zu einem integralen Bestandteil des Dikasteriums der Mission geworden sind: das Päpstliche Werk für die Verbreitung des Glaubens (deren Generalsekretär Pater Tadeusz Nowak Mitglied der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria ist), das – wie der Papst erinnerte – „Hilfe für pastorale und katechetische Programme, den Bau neuer Kirchen, die Gesundheitsversorgung und das Bildungswesen in Missionsgebieten leistet“; das Päpstliche Kindermissionswerk (dessen Generalsekretärin Schwester Inês Paulo Albino, eine guinea-bissauischen Schwestern der Anbetung des Blutes Christi ist), das „ebenfalls christliche Bildungsprogramme für Kinder unterstützt und für deren Grundversorgung und Schutz sorgt“; das Päpstliche Werk des Heiligen Apostels Petrus (dessen Generalsekretär der Pater Guy Bognon Mitglied der Sulpizianer ist), das „missionarische Berufungen, sowohl zum priesterlichen Dienst als auch zum Ordensleben fördert“; und die Päpstliche Missionsunion (deren Generalsekretär der vietnamesische Franziskanerpater Dinh Anh Nueh Nguyen ist), die sich – wie der Bischof von Rom erinnerte – „der Ausbildung von Priestern, Ordensmännern und -frauen sowie des gesamten Volkes Gottes für das missionarische Wirken der Kirche widmet“.

 

Intensives Programm

 

Die Arbeitssitzungen der Versammlung finden im „Collegio Internazionale San Lorenzo di Brindisi“ der Kapuzinerbrüder statt.

Der heutige Eröffnungstag der Versammlung beginnt mit einer Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für dieEvangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teillarkirchen). Im Anschluss an die Liturgie hält Kardinal Tagle die Eröffnungsansprache.

Das intensive Programm der Versammlung dauert bis Mittwoch, den 3. Juni. Zu den Höhepunkten für die Teilnehmer zählt auch dieses Jahr die Audienz bei Papst Leo XIV. am Montagmorgen, den 1. Juni.

Am Sonntag, den 31. Mai, pilgern die Teilnehmer zur Wallfahrtskirche der Heiligen Philomena und besuchen anschließend Neapel und den dortigen Dom, wo sie die Reliquien des Heiligen Januarius verehren.

Während der Arbeitssitzungen stellen die vier Generalsekretäre die Arbeit und Budgets der einzelnen Missionswerke vor. Außerdem werden neue, zu fördernde Projekte präsentiert und genehmigt. Eine separate Sitzung ist dem Thema Kommunikation und Fundraising gewidmet. Am Dienstagnachmittag, dem 2. Juni, spricht Erzbischof Samuele Sangalli, stellvertretender Sekretär für Verwaltung im Dikasterium für die Evangelisierung.

Das Programm der Versammlung schließt am Mittwoch, dem 3. Juni, mit der Eucharistiefeier unter dem Vorsitz von Erzbischof Fortunatus Nwachukwu, Sekretär des Missionsdikasteriums.

 

Einhundert Jahre Weltmissionssonntag

 

Im Jahr 2026 jährt sich die Einführung des Weltmissionstages zum hundertsten Mal. Papst Pius XI. rief ihn ins Leben, um die Beteiligung aller Gläubigen am apostolischen Wirken durch Gebet und materielle Unterstützung zu fördern und zu bezeugen.

 

Der Weltmissionssonntag wird weltweit am vorletzten Sonntag im Oktober begangen, in dessen Mittelpunkt die Weltmission steht.

 

Im vergangenen Jahr wandte sich Papst Leo XIV. in einer Videobotschaft an alle katholischen Pfarreien weltweit und erinnerte sie daran, dass „die ganze Kirche jedes Jahr am Weltmissionssonntag für die Missionare und den Erfolg ihrer apostolischen Arbeit betet“.

 

Der Papst erinnerte sich an seine persönlichen Erfahrungen als Priester und später als Missionsbischof: „Ich habe mit eigenen Augen gesehen“, sagte er, „wie Glaube, Gebet und Großzügigkeit an diesem Tag ganze Gemeinschaften verändern können.“

 

In diesem Jahr wird der Weltmissionssonntag am 18. Oktober. Alle an diesem Sonntag weltweit gesammelten Spenden werden den Päpstlichen Missionswerken anvertraut, um Projekte und Initiativen zur Verkündigung des Evangeliums zu unterstützen, insbesondere in Ländern Asiens, Afrikas sowie Mittel- und Südamerikas. Ein Netzwerk engagierter Missionare und leidenschaftlicher Mission macht die Päpstlichen Missionswerke zu einer dynamischen Organisation, die sich nicht nur dem Sammeln von Spenden widmet.

 

„Die Päpstlichen Missionswerke“, erinnerte Papst Franziskus in seiner Botschaft an die Päpstlichen Missionswerke am 21. Mai 2020, „sind ein Werkzeug, das der Mission in den Teilkirchen dient, im Horizont der Mission der Kirche, die immer die ganze Welt umfasst, und sie müssen so gelebt werden. Darin besteht ihr stets wertvoller Beitrag zur Verkündigung des Evangeliums. Wir sind alle aufgerufen, aus Liebe und Dankbarkeit, auch mit euren Werken, die Keimzellen des theologischen Lebens, die der Geist Christi hervorsprießen und wachsen lässt, wo er will, auch in den Wüsten, zu bewahren. Bittet im Gebet in erster Linie darum, dass der Herr uns alle bereit machen möge, die Zeichen seines Wirkens zu erkennen, um sie dann der ganzen Welt zu zeigen“.

(Fides 27/5/2026)

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Ebola: Bistum Tombura-Yambio erhöht Alarmbereitschaft

 

Juba (Agenzia Fides) – Das Bistum Tombura-Yambio im Südsudan steht nach der Ausbreitung des Ebola-Virus in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo unter erhöhter Epidemieüberwachung.

„Obwohl in unserem Gebiet noch keine bestätigten Fälle gemeldet wurden, bleibt das Risiko einer grenzüberschreitenden Übertragung aufgrund der häufigen Bevölkerungsbewegungen innerhalb der Region hoch. Daher können wir nicht untätig bleiben oder unvorbereitet sein“, schreibt Pfarrer Charles Mbikoyo, Direktor der diözesanen Caritas, in einer Erklärung, die Fides vorliegt.

Pfarrer Mbikoyo veranlasst, „dass die Abteilung für Gesundheit, Wohlbefinden und Integration über das St. Theresa Mission Hospital die Maßnahmen zur Alarmierung, Vorbeugung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit unverzüglich verstärkt, um unsere Gemeinden und Einrichtungen zu schützen“.

Die Abteilung ist daher beauftragt „die Überwachungs- und Früherkennungsmechanismen in allen Gesundheitseinrichtungen und Gemeinden zu stärken; das Bewusstsein und die Gesundheitsaufklärung über Ebola-Symptome, Präventionsmaßnahmen, Hygienepraktiken und die Bedeutung der rechtzeitigen Meldung zu intensivieren; Notfallteams vorzubereiten und in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsbehörden die Isolationsbereitschaft sicherzustellen; die Bevölkerung zu Ruhe und Wachsamkeit aufzurufen, unnötige Panik zu vermeiden und die Richtlinien des öffentlichen Gesundheitswesens strikt zu befolgen; mit dem Büro des Gesundheitsministers und allen relevanten staatlichen und humanitären Gesundheitspartnern zusammenzuarbeiten; Gemeindevorsteher, Kirchen, Schulen und lokale Organisationen zu mobilisieren, um Präventionskampagnen und verantwortungsvolles Verhalten in der Bevölkerung zu unterstützen“.

Pfarerr Mbikoyo schließt mit einem dringenden Appell an die Bevölkerung, unnötigen Kontakt mit potenziell infizierten Personen oder Leichen zu vermeiden, auf gute Hygiene zu achten, ungewöhnliche Krankheitssymptome umgehend der nächstgelegenen Gesundheitseinrichtung zu melden und die Verbreitung von Gerüchten und Falschinformationen zu unterlassen.

Bislang haben die südsudanesischen Behörden keine Ebola-Fälle auf ihrem Gebiet gemeldet, jedoch Überwachungs-, Screening- und Vorsichtsmaßnahmen eingeleitet.

In der Demokratischen Republik Kongo gibt es etwa 105 bestätigte Fälle (darunter etwa 10 Todesfälle) und über 900 Verdachtsfälle (darunter etwa 220–223 Verdachtsfälle mit Todesfällen). Schätzungen zufolge übersteigt die Gesamtzahl der Verdachts- und bestätigten Fälle 1.000, mit mindestens 241 gemeldeten Todesfällen. In Uganda gibt es etwa zehn bestätigte Fälle und einen Todesfall.

(L.M.) (Fides 27/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Ethische Prinzipien für die Künstliche Intelligenz: Katholische Bischöfe begrüßen "Magnifica Humanitas" als „Kompass“ für die Gläubigen

 

Neu-Delhi (Fides) – Künstliche Intelligenz (KI) ethisch zu gestalten, sie zu entwaffnen und sie in den Dienst der Menschenwürde sowie des Schutzes der Armen und Schwachen zu stellen: Dies sind einige der Kernpunkte der Enzyklika „Magnifica Humanitas“, die die indischen Bischöfe begrüßten, wie sie in einer Erklärung nach der Veröffentlichung der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. mitteilten.

Die Indische Bischofskonferenz (CBCI) bezeichnete den Text als „wertvollen Beitrag zur Soziallehre der Kirche in Kontinuität mit Rerum Novarum“ und als „Leitfaden für den Umgang mit den Herausforderungen der KI“, die im indischen Kontext vielfältig sind: Arbeitslosigkeit, Ungleichheit, Überwachung und Machtkonzentration. Die Perspektive, aus der man sich diesen Problemen nähern sollte, betonte die CBCI – wie aus der Enzyklika deutlich hervorgeht –, ist die Bekräftigung der „zentralen Stellung des Menschen, geschaffen nach dem Bilde Gottes“ und das Bestreben, sicherzustellen, dass die technologische Entwicklung „von ethischen Prinzipien geleitet wird, die auf Menschenwürde, Gerechtigkeit und dem Gemeinwohl gründen“.

Die indische Kirche – eine Gemeinschaft von rund 20 Millionen Gläubigen – beabsichtigt, die Enzyklika „Magnifica Humanitas“ zur Aufklärung und Sensibilisierung in Gemeinden und Bildungseinrichtungen zu diesem Thema zu nutzen. Angesichts der rasanten Digitalisierung und der zunehmenden Verbreitung künstlicher Intelligenz in Indien, die Bildung, Arbeit und Gesellschaft grundlegend verändern, empfiehlt die CBCI die Enzyklika als wertvolle Orientierungshilfe für Seelsorger, Pädagogen, Politiker und Gläubige. Die Bischöfe setzen sich für die Vertiefung und Verbreitung der Enzyklika ein, insbesondere in Fortbildungsprogrammen, katholischen Bildungseinrichtungen und im sozialen Bereich.

Kardinal Anthony Poola, Vorsitzender der CBCI, betont, dass das Dokument „einen klaren moralischen Kompass in einer Zeit des rasanten technologischen Wandels“ biete und die Notwendigkeit unterstreiche, die Schwächsten, insbesondere Arme, Jugendliche und marginalisierte Gemeinschaften, vor den potenziell negativen Auswirkungen unkontrollierter künstlicher Intelligenz zu schützen. „Die CBCI ermutigt alle Katholiken und Menschen guten Willens, die Enzyklika im Geiste des Gebets zu lesen und eine Kultur zu fördern, in der die Technologie im Dienste der ganzheitlichen Entwicklung jedes Menschen steht.“

Eine der Sorgen der Kirche gilt insbesondere den Auswirkungen von KI auf Dalits: Einerseits besteht die Gefahr, dass historische Diskriminierung verstärkt wird; andererseits bietet KI, sofern sie nach ethischen und entwicklungspolitischen Kriterien eingesetzt wird, Potenzial für Inklusion.

In Indien, einem der aktivsten Länder in der KI-Entwicklung, auch durch staatliche Investitionen, erscheint „Magnifica Humanitas“ zu einem Zeitpunkt, an dem die Ethik und die Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft, den Bildungssektor und die soziale Gerechtigkeit, insbesondere für die Ärmsten, intensiv diskutiert werden.

In diesem Kontext stieß der Text des Papstes auch in den indischen Medien auf Interesse: Die Zeitung „The Hindu“ hob beispielsweise den Aufruf des Papstes zur „Entwaffnung“ von KI hervor und ordnete die Enzyklika als „globales ethisches Manifest“ ein, das Indien auch zu angemessenen Regulierungsmaßnahmen aufruft.

Zu den interessantesten Aspekten im indischen Kontext, die in Analysen von Zeitungen wie der „Economic Times“ und der „Times of India“ untersucht wurden, zählt die Frage der Beschäftigung, angesichts der potenziell hohen Risiken für Arbeitsplätze aufgrund der großen Bedeutung des IT-Sektors im Land. Generell begrüßten die indischen Medien die Forderung nach einer notwendigen Regulierung von KI-Prozessen und das Beharren auf dem Vorrang des Individuums vor Profit und Innovation.

 

(PA) (Fides 27/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 22.05.2026

Künstliche Intelligenz als Kriegsinstrument: „Wir töten Menschen anhand von Metadaten“

 

Von Luca Mainoldi

 

Rom (Fides) – Anlässlich der Veröffentlichung der Enzyklika von Papst Leo XIV. über Künstliche Intelligenz (KI) am 25. Mai ist auch die Frage des Einsatzes von KI im militärischen Bereich ein wichtiges Thema.

KI verspricht, alle Bereiche des menschlichen Lebens grundlegend zu verändern, und der militärische Sektor gehört zu den ersten, die davon profitieren. Die andauernden Kriege, insbesondere der Ukraine-Krieg (Beginn 2022) und der Krieg im Nahen Osten (Beginn 2023), dienen als Testfeld für innovative Waffensysteme und militärische Taktiken. Dazu gehören Robotersysteme wie Drohnen aller Art und verschiedene Formen von KI. Von der Logistik bis zur Aufklärung, von der Planung militärischer Operationen bis zu deren Führung und Kontrolle, von der Zielerkennung bis zur Steuerung autonomer Waffensysteme – es gibt keinen Bereich, in dem künstliche Intelligenz nicht im militärischen und strategischen Feld eingesetzt wird.

Zu den Systemen, die ernsthafte ethische Bedenken aufwerfen, gehören jene zur Identifizierung menschlicher Ziele, die auf der Grundlage von Formen der automatischen Profilerstellung ausgewählt werden.

„Wir töten Menschen anhand von Metadaten“, gab der US-amerikanische General Michael Hayden, ehemaliger Chef der National Security Agency (NSA, 1999–2005) und der Central Intelligence Agency (CIA, 2006–2009), im Jahr 2014 (aus technologischer Sicht) offen zu. Metadaten beziehen sich nicht auf den Inhalt von E-Mails oder Telefonaten, sondern auf Daten, die mit der Nachricht zusammenhängen, wie Datum, Uhrzeit und Ort von Absender und Empfänger. Die strukturierte Nutzung von Metadaten ermöglicht die Erstellung von Beziehungsdiagrammen potenzieller Ziele und damit das sogenannte Umfeldprofiling: Tagesabläufe, potenzielle Schwachstellen, familiäre, freundschaftliche und berufliche Beziehungen. Dieses Modell wird durch den Einsatz von KI-Tools wie dem Lavender-System und dem Hasbara-System („Gospel“), das von der israelischen Armee im Gazastreifen verwendet wird, sowie einem weiteren System namens „Where's my Daddy?“ verstärkt. Das erste System ermöglicht die Verfolgung der Bewegungen Tausender Menschen und die Identifizierung potenzieller Hamas-Mitglieder durch die Analyse von Telefonkontakten, Social-Media-Beiträgen, WhatsApp-Chats und ähnlichen Nachrichten, Gesichtserkennung und mehr. Basierend auf den von Lavender verarbeiteten Berichten erstellt das zweite Programm, Hasbara, automatisch eine Tötungsliste, die anschließend an „Where's my Daddy?“ weitergeleitet wird. Letzteres System alarmiert durch die Verfolgung von Handybewegungen, sobald eine Zielperson ihr Telefon (das aus Sicherheitsgründen ausgeschaltet war) wieder einschaltet, üblicherweise bei der Rückkehr nach Hause. Tragischerweise wurden im Gaza-Krieg Tausende unschuldige Menschen getötet, weil sie sich neben oder in der Nähe von durch KI-Systeme identifizierten Zielpersonen aufhielten. Ursprünglich für den Einsatz unter strenger menschlicher Aufsicht konzipiert, wurden diese Systeme eingesetzt, ohne die generierten Informationen sorgfältig zu überprüfen.

Im Krieg Israels und der USA gegen den Iran kamen KI-Tools des 2003 gegründeten US-amerikanischen Unternehmens Palantir zum Einsatz, das den Markt für KI-Tools im militärischen und sicherheitspolitischen Bereich dominiert (darunter nutzt auch der britische National Health Service die Systeme zur Analyse von Patientendaten). Insbesondere das Maven-System spielte eine zentrale Rolle in den Kriegseinsätzen, indem es Daten von Satelliten, Drohnen, Radar, elektronischen Signalen und anderen Quellen integrierte, um ein gemeinsames Lagebild des Schlachtfelds zu erstellen. Dies beschleunigte die Zielidentifizierung (die sogenannte Eliminierungskette) erheblich und ermöglichte es beispielsweise einer einzelnen Person, innerhalb weniger Wochen zu erledigen, wofür zuvor ganze Analystenteams Monate benötigten. Das System integriert offenbar Modelle wie Claude von Anthropic und wurde sowohl von US-amerikanischen als auch von israelischen Streitkräften eingesetzt.

Die Verbreitung solcher Werkzeuge wirft nicht nur dramatische ethische Fragen auf, sondern führt auch zum allmählichen Verschwinden des mittleren Managements (z. B. der für die Analyse von Rohdaten zuständigen Beamten), das durch KI ersetzt wird. Dies wiederum wirft das Problem auf (bekannt aus dem zivilen Sektor, etwa dem mittleren Management in Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen), zukünftige Führungskräfte auszuwählen und auszubilden, da die Ausbildung von unten nach oben („Lehrling“) durch den Einsatz von KI zunehmend eingeschränkt wird. Dadurch besteht die Gefahr, dass KI zur alleinigen Informationsquelle für tödliche Entscheidungen wird – bis zu dem Tag, an dem die KI selbst die Kontrolle übernimmt.

Ein Risiko, das sich bereits bei autonomen Waffensystemen zeigt, die ohne Rücksprache mit einem menschlichen Vorgesetzten die Entscheidung zum Töten treffen können.

Die Entscheidung zur Entwicklung und zum Einsatz solcher Waffensysteme ist politisch. Westliche Mächte haben bisher erklärt, keine tödlichen, autonomen Systeme einführen zu wollen, die nicht von Menschen gesteuert werden. Die Positionen anderer Mächte sind differenzierter. Laut einem UN-Bericht führte eine mit künstlicher Intelligenz (KI) ausgestattete türkische Drohne im Jahr 2020 in Libyen den ersten dokumentierten Tötungsfall durch eine vollständig autonome Maschine ohne menschliche Kontrolle durch. Darüber hinaus sind die Aussagen von US-Luftwaffenoberst Tucker Hamilton auf einer KI-Konferenz im Jahr 2023 weiterhin umstritten. Er gab an, dass in einem simulierten Experiment die Drohne, die mit der Zerstörung eines feindlichen Radars beauftragt war, nach dem Befehl zum Abbruch des Angriffs ihr eigenes Kommandozentrum angriff, um die Mission fortzusetzen. Die Aussagen des US-Obersts wurden inzwischen relativiert, das von ihm beschriebene Szenario gilt jedoch weiterhin als glaubwürdig.

(Fides 21/5/2026)

 

EUROPA/ITALIEN - Kamillianer-Orden gedenkt seiner Märtyrer und erinnert an die Hingabe der Krankenpfleger in der heutigen Zeit

 

Rom (Fides) – Mehr als 300 Blutzeugen haben ihr Leben im Dienst an Kranken, Verwundeten und Vergessenen geopfert, oft inmitten von Kriegen, Epidemien und Katastrophen. „Ihr Vermächtnis ist nicht nur eine Erinnerung, die wir bewahren; es ist eine lebendige Berufung, die uns bis heute prägt und unser Handeln beeinflusst“, so Pater José Ignacio Santaolalla Sáez (MI), Präsident des Camillian Disaster Serivice International (CADIS International), zum des Festes der Märtyrer des Krankenpflegeordens am 25. Mai.

„Lasst uns an diesem Tag, an dem wir der Märtyrer gedenken, gemeinsam für Gerechtigkeit und Frieden in der Welt beten, im Rahmen der Novene zu den Märtyrern des Kamillianerordens, die am 16. Mai begann“, so der Missionar in einer Mitteilung, die Fides vorliegt. „Lasst uns auch uns selbst fragen und darüber nachdenken: Wie sind wir aufgerufen, ihren Geist in einer Welt zu verkörpern, die von komplexen und lang anhaltenden Krisen geprägt ist? Wo sind wir aufgerufen, Solidarität zu zeigen, auch wenn es schwierig oder kostspielig ist? Dies sind die Fragen, die unsere Treue zu der uns anvertrauten Mission prägen werden.“

„Die Märtyrer der Kamillianer waren nicht einfach nur Gestalten der Vergangenheit; ihre Geschichten zeugen von demselben Mut und derselben Hingabe, die auch heute noch Gesundheitsfachkräfte inspirieren. Sie lebten und starben im Sinne des kamillianischen Charismas: den Kranken zu dienen, selbst unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Während wir auf die Vergangenheit zurückblicken, dürfen wir in der Gegenwart die dringenden Hilferufe des andauernden Konflikts im Nahen Osten nicht ignorieren. Ganze Gemeinschaften sind unmittelbar von der Gewalt betroffen: Familien werden aus ihren Häusern vertrieben, Verwundete benötigen dringend medizinische Versorgung, Kinder sind ihrer Sicherheit und Bildung beraubt, und die Gesundheitssysteme sind am Limit“, so der CADIS-Präsident, der die vielfältigen Bedürfnisse hervorhebt, die erfüllt werden müssen, darunter die medizinische Notfallversorgung der Verwundeten, der Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten, psychosoziale Unterstützung für Kriegstraumatisierte, der Schutz der Schwächsten und die Wiederherstellung der grundlegenden Menschenwürde. „Ebenso wichtig sind die langfristigen Bedürfnisse“, fügt Pater José Ignacio hinzu, „um die Gemeinschaftsstrukturen wiederaufzubauen, die Lebensgrundlagen zu sichern, die lokalen Gesundheitskapazitäten zu stärken und die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung in dieser anhaltenden Unsicherheit zu fördern.“

„Während wir diesen Gedenktag begehen, müssen wir uns auch den umfassenderen Realitäten stellen, die unsere humanitäre Lage prägen. Das Zusammenwirken bewaffneter Konflikte, klimabedingter Katastrophen und globaler Gesundheitsprobleme verstärkt die Verwundbarkeit der Menschen. Das Beispiel der Märtyrer der Kamillianer mahnt uns, dass unsere Reaktion nicht halbherzig oder zögerlich sein darf. Sie muss mutig, koordiniert und tief in unserer Identität verwurzelt sein“, fügt er hinzu.

„Möge uns das Zeugnis der Märtyrer der Nächstenliebe weiterhin inspirieren“, schließt der Präsident von CADIS International, „Möge ihr Opfer unsere Reaktion auf die dringenden Bedürfnisse unserer Zeit leiten. Und möge unsere gemeinsame Mission, selbst in kleinen, aber bedeutsamen Schritten, zur Wiederherstellung von Frieden und Würde für alle beitragen.“

(AP) (Fides 21/5/2026)

 

AFRIKA/SÜDAFRIKA - Katholische Bischöfe beklagen Zunahme von Gewalt gegen Migranten

 

Kapstadt (Agenzia Fides) – Angesichts der zunehmenden Gewalt und Spannungen gegen ausländische Migranten in verschiedenen Regionen Südafrikas veröffentlichte die Südafrikanische Katholische Bischofskonferenz (SACBC) an diesem Mittwoch, 20. Mai 2026, eine ungewöhnlich entschiedene pastorale Erklärung.

In dem Dokument mit dem Titel „Pastoral Statement on Violence Against Migrants in South Africa“, unterzeichnet von ihrem Präsidenten, Kardinal Stephen Brislin, erklärt die Bischofskonferenz, sie wolle sich in einem „kritischen Moment mit einem tiefen Gefühl der Dringlichkeit und moralischen Verantwortung“ äußern.

Die Bischöfe verurteilen die Akte der Gewalt, Einschüchterung und erzwungenen Ausweisung gegen Migranten und Flüchtlinge „unmissverständlich“. Solche Taten, so heißt es weiter, „stellen einen schweren Verstoß gegen die Menschenwürde und einen Verrat an den Werten dar, die unsere Gesellschaft prägen sollten“. „Gewalt gegen Migranten kann niemals gerechtfertigt, toleriert oder akzeptiert werden“, bekräftigen sie. Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahlen möchten die Bischöfe zudem „einen besonderen und dringenden Appell an die politischen Parteien und alle, die öffentliche Verantwortung anstreben“, richten, die Migrationssituation oder das Leid der Gemeinschaften nicht „für politische Zwecke“ auszunutzen. „Der instrumentelle Einsatz von Angst, Spaltung und menschlicher Verletzlichkeit, um Wahlvorteile zu erlangen, ist moralisch inakzeptabel und birgt die Gefahr, ein ohnehin schon fragiles soziales Umfeld weiter zu destabilisieren“, betonen sie nachdrücklich.

Menschenrechtsorganisationen und die südafrikanische Menschenrechtskommission (SAHRC) haben ebenfalls Alarm geschlagen. In einer am 19. Mai 2026 veröffentlichten Erklärung zeigte sich die SAHRC laut dem südafrikanischen Nachrichtenportal IOL „zutiefst besorgt“ über Berichte und Videos in den sozialen Medien, die gewalttätige Angriffe auf Einwanderer ohne Dokumente, insbesondere in der Provinz KwaZulu-Natal, zeigen.

Neben der Verurteilung fordern die Bischöfe, die Ursachen des Problems anzugehen. „Diese Proteste und diese Gewaltwellen“ seien „Symptome tieferliegender, älterer Versäumnisse und gebrochener Versprechen, die nicht länger ignoriert werden können“, analysieren sie in ihrer Erklärung. Daher müssten diese Ursachen „ehrlich angegangen“ werden, andernfalls werde sich „der Kreislauf aus Wut, Groll und Gewalt weiter verschärfen“.

Sie bieten eine detaillierte Analyse der Ursachen dieses Phänomens. „Zu lange“, so schreiben sie weiter, „wurde der Schrei der Armen nicht gehört. Die Versprechen von Würde, Integration und Chancengleichheit bleiben für viele Südafrikaner unerfüllt. Anhaltende Mängel bei der Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen, wachsende Ungleichheit und der Skandal der Massenarbeitslosigkeit haben zu Verzweiflung und Frustration geführt.“ Zu den Spannungsquellen zwischen der einheimischen Bevölkerung und Migranten, „insbesondere in wirtschaftlich benachteiligten Gemeinschaften“, zählen „der Wettbewerb um knappe Ressourcen wie Arbeitsplätze, Wohnraum und öffentliche Dienstleistungen“ sowie ein Vertrauensverlust. „Durchlässige Grenzen, Korruption im Innenministerium und unregelmäßige Einwanderungsverfahren haben das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit des Staates, Migration effektiv zu steuern, untergraben“, schreiben sie.

Bereits im Januar 2023 hatten die Bischöfe in einer Erklärung, die am Ende der Vollversammlung der SACBC veröffentlicht wurde, den fortbestehenden „Rassismus kolonialer und apartheidähnlicher Prägung“ in der südafrikanischen Gesellschaft, einschließlich der Kirche selbst, verurteilt. Sie erklärten, Rassismus könne nicht dadurch beendet werden, dass man ihn „leugne“, sondern indem man ihn benenne, Diskriminierung – auch in Pfarreien, Seminaren und Gemeinden – anerkenne und Sensibilisierungs- und Schulungsprogramme durchführe. Die Erklärung vom Mai 2026 scheint somit eine Weiterentwicklung dieses Engagements zu sein.

Kardinal Stephen Brislin, Erzbischof von Kapstadt und Präsident der SACBC, hat Fremdenfeindlichkeit wiederholt moralisch verurteilt. 2025 prangerte er Gruppen an, die Ausländern den Zugang zu Krankenhäusern und Schulen verwehrten, und erklärte, dass „unabhängig vom Aufenthaltsstatus jeder Mensch ein Recht auf medizinische Versorgung und Bildung hat“. In einem Hirtenbrief vom 4. Oktober, der auf der Website der SACBC veröffentlicht wurde, nannte er diese Praktiken „zutiefst widerwärtig“. Er sah darin ein Zeichen einer moralischen Krise: die Versuchung, die Schwächsten zum Sündenbock zu machen, anstatt die strukturellen Ursachen der Armut und insbesondere der Korruption und Misswirtschaft, anzugehen.

Die jüngste Erklärung vom 20. Mai stellt den Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit in einen glaubensbasierten Rahmen. „Jeder Mensch ist nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen“, schreiben die Bischöfe. Daraus folge eine „unverhandelbare“ Verpflichtung, die Würde jedes Menschen zu schützen, „insbesondere die der Schwächsten“, darunter Migranten und Flüchtlinge. In Anlehnung an die Enzyklika „Fratelli Tutti“ von Papst Franziskus rufen sie zu einer Geschwisterlichkeit auf, die Grenzen, Angst und Ausgrenzung überwindet: „Wir können keine friedliche Gesellschaft auf Hass, Stigmatisierung oder Gewalt aufbauen.“ Die Erklärung schließt mit einem Gebet in einem „entscheidenden Moment für die Nation“, dass der Herr „den Mut schenken möge, dem Bösen entgegenzutreten, die Weisheit, das Rechte zu erkennen, und die Kraft, gerecht, barmherzig und wahrhaftig zu handeln.“

(ML) (Fides 21/5/2026)

 

ASIEN/INDONESIEN - Papua: Katholiken bei Drohnenangriff auf Kirche verletzt

 

Timika (Fides) – „Der jüngste Drohnenangriff auf eine katholische Kirche in Intan Jaya hat zivile Opfer gefordert und die lokale Bevölkerung schwer traumatisiert. Als Franziskaner Ordensbrüder der Kommission ‚Gerechtigkeit und Frieden‘ äußern wir unsere tiefe Besorgnis über die zunehmende Gewalt gegen Gotteshäuser und unbewaffnete Anwohner. Wir bekräftigen, dass der Schutz des menschlichen Lebens, die Würde indigener Gemeinschaften und die Heiligkeit religiöser Stätten ausnahmslos gewahrt werden müssen. Wir fordern eine unabhängige Untersuchung sowie die sofortige Gewährleistung von Sicherheit und humanitärer Hilfe für alle betroffenen Familien“, erklärte Pater Alexandro Rangga (OFM), Leiter der Kommission ‚Gerechtigkeit und Frieden‘ der Ordensbrüder von Indonesisch-Papua, gegenüber Fides.

Am 17. Mai explodierte nach dem Sonntagsgottesdienst eine Bombe im Hof der katholischen St.-Paulus-Kirche im Dorf Mbamogo im Regierungsbezirk Intan Jaya in der Provinz Zentralpapua. Bei der Explosion wurden vier Zivilisten (allesamt indigene papuanische Katholiken) verletzt. Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich zahlreiche Gläubige auf dem Kirchhof.

Laut mehreren Augenzeugen wurde der Sprengsatz von einer Drohne ausgelöst. Hunderte Zivilisten flohen in die Wälder, was die Spannungen in der Region verschärfte.

Das indonesische Militär (TNI) hat jegliche Beteiligung bestritten und von einer möglichen „Provokation“ gesprochen, die Chaos stiften und die Spannungen zwischen Militär und Bevölkerung verschärfen sollte.

Die Polizei von Zentralpapua hat Ermittlungen eingeleitet, um die Umstände und die Verantwortlichen zu ermitteln.

Pfarrer Yanuarius Yance Yogi, ein katholischer Gemeindepfarrer vor Ort, koordinierte die Evakuierung der Verletzten und äußerte seine Besorgnis um die Sicherheit der Gläubigen. Tino Mote, Vorsitzender der Katholischen Jugend von Zentralpapua, forderte eine transparente Untersuchung und appellierte an den indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto, „mit ernsthaften Friedensmaßnahmen“ einzugreifen.

Die Gläubigen der katholischen Gemeinde im Bistum Timika sind zutiefst schockiert.

Die Region ist bereits seit Jahrzehnten von Konflikten zwischen indonesischen Sicherheitskräften und papuanischen Separatistengruppen gezeichnet. Pater Alexandro Rangga, Leiter der Kommission für Gerechtigkeit und Frieden, äußert sich besorgt über die weit verbreitete Gewalt: „Schießereien, Sicherheitsoperationen gegen Zivilisten, der Tod von Kindern, Frauen, Studenten und Angehörigen indigener Völker sowie die jüngsten Bombenexplosionen in der Nähe von Gotteshäusern haben nicht nur eine Flüchtlingswelle ausgelöst, sondern auch tiefe Wunden und Schmerzen verursacht. Diese Situation zeigt, dass Papua in einem Kreislauf des Leidens gefangen ist und noch keinen Weg zu wahrem Frieden gefunden hat.“

„Der andauernde Konflikt hat dem papuanischen Volk sein Sicherheitsgefühl, seine Zukunft und sein Recht auf Leben geraubt“, fügt er hinzu, „Papuanische Kinder und Frauen sind das Antlitz der Menschheit sie sind ein verwundetes Ebenbild Gottes selbst, das in einem friedlichen Umfeld leben und aufwachsen, eine angemessene Bildung erhalten und ohne den Schatten der Gewalt und den Lärm von Waffen leben sollte.“

Die Franziskaner lehnen die Militarisierung ziviler Gebiete ab: „Die übermäßige Präsenz bewaffneter Streitkräfte in zivilen Gebieten“, bemerkt er, „hat bisher Traumata, Angst, Vertreibung und neue Verwundbarkeiten für die Gemeinschaften verursacht. Wir fordern eine unabhängige Untersuchung aller Vorfälle mit zivilen Opfern unter uneingeschränkter Achtung der Grundsätze der Gerechtigkeit und unter Gewährleistung der moralischen und materiellen Verantwortlichkeit der Verantwortlichen. Wie in der Enzyklika ‚Pacem in Terris‘ dargelegt, gründet wahrer Frieden allein auf Wahrheit, Gerechtigkeit, Liebe und Freiheit. Ohne Gerechtigkeit wird Frieden zu einem erzwungenen Schweigen.“

„Wir rufen alle Gläubigen auf, ihre Gebete für den Frieden in Papua zu intensivieren, den Opfern Solidarität zu zeigen und selbst zu Friedensstiftern in der Gemeinschaft zu werden“, so Franziskaner abschließend, „Wir glauben, dass Papua kein verfluchtes Land, sondern ein Land des Lebens ist. Papua darf kein Ort endlosen Krieges sein. Papua ist unsere gemeinsame Heimat.“

Derzeit herrscht in der indonesischen Provinz Papua (auch bekannt als Itia Jaya) ein Konflikt niedriger bis mittlerer Intensität, der sich hauptsächlich auf das zentrale Hochland der Region konzentriert. Die indonesischen Militäroperationen haben in den letzten Jahren zugenommen und massive Bevölkerungsvertreibungen verursacht: Allein seit Anfang 2026 wurden über 105.000 Binnenvertriebene registriert, zumeist indigene Papua, die in die Wälder fliehen. Die lokale Bevölkerung wirft dem Militär vor, Zivilisten zu töten, Dörfer niederzubrennen, Kirchen und Schulen anzugreifen und die Menschenrechte schwer zu verletzen. Das Militär bestreitet dies und behauptet, lediglich gegen bewaffnete Separatisten zu kämpfen.

Während die politische Gruppe „Organisasi Papua Merdeka“ (OPM) vor Ort aktiv ist, verüben bewaffnete Separatisten Angriffe und Hinterhalte gegen Sicherheitskräfte, Infrastruktur und mitunter auch gegen Bergleute, die sie als „Eindringlinge“ betrachten. Die Hauptforderungen der papuanischen Bevölkerung sind Unabhängigkeit oder zumindest mehr Autonomie im Rahmen der Anerkennung ihrer melanesischen Identität, die sich von der indonesischen unterscheidet. Indonesien seinerseits betrachtet die Provinz Papua als unteilbaren Teil seines Staatsgebiets und sieht die Bewegung als separatistische und terroristische Bedrohung.

Ein Schlüsselfaktor in einer rohstoffreichen Region ist die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen (Kupfer, Gold, Holz, Gas usw.), die von großen multinationalen Konzernen mit Konzessionen der indonesischen Zentralregierung ausgebeutet werden, ohne dass die lokale Bevölkerung davon profitiert.

Ein weiterer Konfliktfaktor ist die jahrzehntelange Politik der Zentralregierung zur Umsiedlung von Bevölkerungsgruppen (Transmigration, also die Migration von Menschen von Java und anderen indonesischen Inseln). Diese hat die indigenen Papua zu einer Minderheit gemacht und die Spannungen um Land und Ressourcen verschärft.

In dieser komplexen Situation gibt es Vorwürfe von Folter, Menschenrechtsverletzungen, Verschwindenlassen und Straflosigkeit der Sicherheitskräfte. Die katholische und die protestantischen Kirchen in Papua spielen eine wichtige Rolle beim Schutz der Menschenwürde und der Menschenrechte sowie bei der Förderung von Dialog und Frieden.

Die indonesische Provinz Papua, der westliche Teil der großen Insel Neuguinea, war bis 1962 eine niederländische Kolonie, bevor es 1969 durch ein Referendum, an dem nur etwa 1.000 gewählte Vertreter teilnahmen – ohne Volksabstimmung –, in Indonesien integriert wurde. Seitdem führen Unabhängigkeitsgruppen einen politischen Kampf und setzen sich für die Forderungen der lokalen Bevölkerung ein.

(PA) (Fides 21/5/2026)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl: Bischöfe appellieren an Priester

 

Bogotá (Fides) – Im Einklang mit den bereits auf den Weg gebrachten Initiativen zur Förderung des verantwortungsvollen Wählens im Hinblick auf die für den 31. Mai 2026 angesetzten Präsidentschaftswahlen hat die Bischofskonferenz Kolumbiens ein Schreiben an die Priester des Landes, herausgegeben. Darin ruft sie diese dazu auf, die Wahlzeit „mit einem tiefen moralischen, geistlichen und patriotischen Bewusstsein zu begehen und stets nach dem Gemeinwohl, Gerechtigkeit, Wahrheit und brüderlichem Zusammenleben zu streben“.

Das Schreiben ist unterzeichnet vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Francisco Javier Múnera Correa, dem stellvertretenden Vorsitzenden, Erzbischof Gabriel Ángel Villa Vahos, und dem Generalsekretär, Bischof Germán Medina Acosta, und betont, dass der Wahlprozess „einen entscheidenden Moment für die Demokratie und die Zukunft des Landes“ darstellt. Aus diesem Grund werden die Priester gebeten, „unparteiisch, umsichtig, weise und mit echtem pastoralem Gespür zu handeln und parteiische Haltungen oder Äußerungen zu vermeiden, die die Spaltung vertiefen könnten“.

Die Bischöfe laden alle ein, anlässlich des bevorstehenden Pfingstfests am 24. Mai gemeinsam für Frieden, Versöhnung und die Besonnenheit der Wähler zu beten, wobei sie auch verstärkt für Kolumbien beten sollen, damit der Heilige Geist die Bürger bei ihrer Wahlentscheidung leitet. In diesem Zusammenhang sei auch das Gebet dafür wichtig, dass Führungskräfte gewählt werden, die „im Einklang mit Gottes Willen“ stehen und bereit sind, auf die wahren Bedürfnisse des kolumbianischen Volkes einzugehen.

Das Schreiben erinnert zudem daran, dass das Land den Beitrag aller benötigt, um „ein anderes soziales Klima zu schaffen, das auf Vorschlägen und Programmen basiert, die dem Gemeinwohl, der Gerechtigkeit und dem friedlichen Zusammenleben dienen“, wobei jegliche Form von Polarisierung oder politischer Instrumentalisierung des Glaubens vermieden werden soll. Die Bischofskonferenz schließt mit einem Aufruf zur Förderung von gegenseitigem Respekt, Einheit und ethischem Engagement der Gläubigen und stellt die Priester unter den Schutz der Jungfrau Maria.

 

(LGR) (Fides 21/05/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 21.05.2026

AFRIKA/NIGERIA - Besorgnis um entführte Lehrkräfte und Schulkinder im Bundesstaat Oyo

 

Abuja (Fides) – „Lasst uns für die Freilassung der in den Schulen von Ogbomoso entführten Geiseln beten“, appellierte Bischof Emmanuel Adetoyese Badejo von Oyo im gleichnamigen Bundesstaat im Südwesten Nigerias, an der Grenze zu Benin, an die Gläubigen.

 

„Angesichts der jüngsten Entführung von Lehrkräften und Schülern in den Schulen von Ogbomoso bitte eindringlich ich darum, in jeder Heiligen Messe und in jeder Fürbittandacht, einschließlich der Novene zum Heiligen Geist, für die Freilassung der Geiseln zu beten“, so Bischof Badejo. „Ich bitte außerdem um das Gebet für unsere Regierung, dass Gott unseren Verantwortlichen die Weisheit, den Weitblick und den Mut schenke, die nötig sind, um schnell und entschlossen zum Schutz unseres Volkes zu handeln“, so der Bischof abschließend.

 

Am 15. Mai griff ein Kommando bewaffneter Männer auf Motorrädern mehrere Schulen in der Gegend von Ahoro-Esinele im Distrikt Oriire nahe Ogbomoso an. Zu den betroffenen Schulen gehörten die „Baptist Nursery and Primary School“ in Yawota, die „Community Grammar School“ in Esiele und die „LA Primary School“ in Ogbomoso.

 

Laut nigerianischer Polizei wurden bei dem Angriff zwei Menschen getötet und mindestens 45 Schüler und Schülerinnen, ein Schulleiter und sieben Lehrkräfte entführt. Am Sonntag, dem 17. Mai, tauchten in den sozialen Medien Videos auf, in denen der Schulleiter und ein Lehrer die Bundes- und Landesregierungen eindringlich baten, sich für ihre Freilassung einzusetzen. Dem Gouverneur des Bundesstaates Oyo zufolge wurde ein Mathematiklehrer in der Gefangenschaft der Entführer getötet. Der Gouverneur bestätigte außerdem, dass die Strafverfolgungsbehörden in den betroffenen Gemeinden sechs Personen wegen mutmaßlicher Mittäterschaft mit den Entführern sowie drei weitere Personen, die als „Personen von Interesse“ gelten, festgenommen haben.

 

Laut dem Gouverneur hat der zunehmende Druck auf islamistische Gruppen im Nordosten Nigerias diese dazu veranlasst, in andere Regionen, darunter den Südwesten, auszuweichen. Auch im benachbarten Benin nimmt der Druck durch islamistische Gruppen nigerianischer Herkunft zu, sodass Einheiten der nigerianischen Armee dorthin entsandt wurden, um die lokalen Sicherheitskräfte bei der Eindämmung der Bedrohung zu unterstützen.

 

Am 19. Mai protestierten Lehrkräfte in Ogbomoso, legten den Schulbetrieb lahm und forderten dringende Maßnahmen zur Gewährleistung größerer Sicherheit an den Schulen.

(L.M.) (Fides 20/5/2026)

 

Hirtenbrief des Bischofs von Laghouat nach Papstbesuch: Christen in Algerien als “Weihrauchkörnchen“ in der „Schule der Wüste“

 

Laghouat (Fides) – Vor einem Monat betrat Papst Leo XIV. zu einem historischen Besuch algerischen Boden. Er traf auf ein Volk mit tiefem Glauben und zelebrierte die Messe in der Augustinus-Basilika in Annaba. Zuvor hatte er sichtlich bewegt die archäologische Stätte des antiken Hippo besucht, jener Stadt, in der der Heilige der „Bekenntnisse“ und des „Gottesstaates“ Bischof war. In seiner Predigt richtete er einen eindringlichen Appell an die christliche Gemeinde vor Ort: „Liebe Christen in Algerien, bleibt in diesem Land ein demütiges und treues Zeichen der Liebe Christi. Bezeugt das Evangelium durch einfache Gesten, echte Beziehungen und einen Dialog, den ihr Tag für Tag lebt: Auf diese Weise bringt ihr Wohlgeschmack und Glanz in eure Umgebung. Eure Präsenz in diesem Land lässt an den Weihrauch denken: Ein glühendes Körnchen, das Duft verbreitet, weil es dem Herrn Ehre erweist und vielen Brüdern und Schwestern Freude und Trost schenkt“. Dieser Weihrauch sei „ein kleines, kostbares Element“, das nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehe, doch aus dem Herzens steige, „nämlich Lobpreis, Segen und Fürbitte empor und verbreiten den lieblichen Wohlgeruch“.

Der Appell ist nicht ungehört verhallt. Im Bistum Laghouat Ghardaïa hat Bischof Diego Sarrió Cucarella, ein spanischer Missionar der Weißen Väter und von 2017 bis 2024 Präsident des Päpstlichen Instituts für Arabische und Islamische Studien (PISAI) in Rom, soeben seinen ersten Hirtenbrief veröffentlicht. Darin reflektiert er über die Einladung von Papst Leo XIV. und erinnert an die algerische Wüste als einen Ort, an dem das Zeugnis der im Namen Christi Getauften ebenfalls nachhallt.

„Was das Thema der Wüste betrifft, so entspringt es in erster Linie der konkreten Erfahrung unserer Ortskirche. Im Süden Algeriens ist die Wüste nicht nur eine geografische Realität: Sie ist eine spirituelle und menschliche Schule“, so der Bischof gegenüber Fides, „Die Wüste erinnert uns an unsere Zerbrechlichkeit, unsere Bedürftigkeit nach anderen und unsere Bedürftigkeit nach Gott. Sie lehrt uns Besonnenheit, das Wesentliche, Geduld und gelebte Brüderlichkeit.“ Ein weiterer entscheidender Faktor sei der Besuch des Papstes. „Ich wollte diesen Brief gerade jetzt veröffentlichen, weil der Besuch des Heiligen Vaters für uns eine Gnade und ein Licht war“, betont der Bischof und fügt hinzu, dass die Worte des Papstes der Gemeinde geholfen hätten, „unsere Berufung als kleine Kirche inmitten einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung neu zu verinnerlichen.“ „Ich glaube auch, dass der Besuch für die gesamte algerische Gesellschaft von großer Bedeutung war. Viele haben in den Gesten und Worten des Heiligen Vaters einen aufrichtigen Respekt vor der Geschichte, der religiösen Identität und der Würde des algerischen Volkes wahrgenommen. Seine Aufrufe zu Frieden, Geschwisterlichkeit und Dialog fanden großen Anklang, insbesondere in einem Land, dessen Erinnerung an die Konflikte der vergangenen Jahre noch immer lebendig ist“, fährt er fort. „Wir hoffen zudem, dass das durch diesen Besuch gestärkte Klima des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts im Laufe der Zeit auch eine positive Entwicklung in einigen administrativen und rechtlichen Bereichen bewirken wird, die das Leben der katholischen Kirche im Land betreffen – stets im Geiste des Dialogs und des Gemeinwohls“. „Ich glaube, eine der wertvollsten Früchte war es, jenen ‚Dialog des Alltags‘ sichtbar zu machen, der hier täglich auf einfache und diskrete Weise gelebt wird: Beziehungen der Freundschaft, gegenseitige Gastfreundschaft, menschliche Nähe und gegenseitiger Respekt zwischen Christen und Muslimen“, betont er.

Insbesondere das Bild des „Weihrauchkörnchens“ drückt mit Einfachheit und Tiefe aus, wozu diese kirchliche Präsenz berufen ist: „eine diskrete, geschwisterliche, betende Präsenz, die nicht den Vordergrund sucht, sondern deren Treue zum Evangelium“, bemerkt der Bischof.

Der Hirtenbrief beginnt genau mit diesem Symbol. Indem er auf das Bild des Weihrauchkörnchens zurückkommt, bekräftigt er, dass die Kirche nicht nach Kategorien von Macht, Einfluss oder Erfolg definiert wird, sondern nach der evangelischen Logik des Opfers, der Diskretion und der verborgenen Fruchtbarkeit. Aus diesem Grund hat der Brief einen kontemplativen Ton. Der Bischof schlägt kein Programm mit leicht umsetzbaren Rezepten vor, sondern vielmehr eine spirituelle Meditation über die Form, zu der das christliche Zeugnis in diesem Land berufen ist, strukturiert um drei Dimensionen: eine demütige Präsenz unter dem algerischen Volk, ein Leben stiller Selbsthingabe und eine ständige Ausrichtung auf Gott, aus dem allein wahre Geschwisterlichkeit entstehen kann.

Die Wüste, so der Bischof, sei „nicht nur eine geografische Realität, sondern eine wahre spirituelle Schule“. Das lange päpstliche Zitat im Brief verdeutlicht dies eindringlich: „In der Wüste kann man nicht alleine überleben. Die Härte der Natur relativiert jeden Anspruch auf Selbstgenügsamkeit und erinnert uns alle daran, dass wir einander brauchen, und dass wir Gott brauchen“.

Der Bischof versteht diese Aussage als treffende Auslegung für die Gegenwart. In der Wüste zerfallen Illusionen der Selbstgenügsamkeit, und gerade deshalb kann die Kirche ihr authentischstes Antlitz wiederentdecken: eine Gemeinschaft der Beziehungen und der gegenseitigen Abhängigkeit unter Gottes Blick, denn die Wüste ist der Ort, wo Gott zu den Herzen seines Volkes spricht. Sie sei ein Ort der Prüfung und zugleich der Läuterung, wohin sich Christus selbst zurückzieht. „Die Wüste verarmt uns also nicht, sondern sie gibt uns neue Orientierung. Sie schließt uns nicht ein, sondern öffnet uns für das Wesentliche“, fährt Bischof Diego Sarrió Cucarella fort. Die Wüste nehme dabei sehr konkrete Züge an. Der Bischof erinnert an das Leid der Migranten, die die Sahara durchqueren, und mahnt uns, dass sie, wie das Mittelmeer, niemals zu einem Ort werden darf, an dem die Hoffnung erlischt oder das menschliche Leben vergessen wird.

In diesem Kontext ist Charles de Foucauld eine Schlüsselfigur dieser „Schule der Wüste“. Der Bischof hebt vor allem seinen Stil hervor: „Das Beeindruckendste an seinem Lebensweg ist nicht in erster Linie, was er tat, sondern wie er lebte. Er kam ohne sichtbare Pläne oder menschliche Ambitionen. Er entschied sich einfach, in diesem Land zu leben, das Leben der Menschen um ihn herum zu teilen und in demütiger, täglicher Treue vor Gott zu stehen.“ Zur Untermauerung zitiert er die Betrachtung des „Bruders aller Menschen“ zu Lukas 8,16: „Unser ganzes Dasein, unser ganzes Wesen muss das Evangelium von den Dächern rufen; unser ganzes Wesen muss Jesus atmen.“ Es gehe also nicht darum, sich in missionarischem Aktivismus zu verausgaben, sondern vor allem darum, sich von Christus erfüllen zu lassen. „Wie ein Weihrauchkörnchen zu sein bedeutet, zu akzeptieren, nicht im Mittelpunkt zu stehen“, betont der Bischof.

„Weihrauch verströmt seinen Duft erst, wenn er verbrannt wird“, und dies wird zur Metapher für „Treue im Einfachen und Wiederkehrenden“, für „Geduld in Beziehungen“, für „Ausdauer in Schwierigkeiten“, für „Selbsthingabe ohne Anerkennung“. Mehr als eine allgemeine Theologie der Minderheit entwirft Bischof Cucarella eine Theologie der Beziehung und der Einfachheit, der Authentizität christlichen Lebens, die einen konkreten kirchlichen Lebensstil prägt: klein, aber nicht selbstbezogen, zerbrechlich, aber nicht ängstlich, kontemplativ, aber nicht körperlos, geschwisterlich ohne Ambitionen der Vorherrschaft. Eine Kirche, die ihre eigene Kleinheit nicht als Versagen, sondern als den Raum annimmt, in dem Gott freier wirken kann. Hier entfaltet das „wie ein Weihrauchkörnchen“ seine wahre Bedeutung, denn es zeigt, dass christliche Fruchtbarkeit in einem Zeitalter, das oft von Sichtbarkeit und Zahlen besessen ist, das einfache Antlitz einer Präsenz haben kann, die betet, dient, begleitet und durch die einfachen Gesten des Alltags die Luft mit einem zarten Wohlgeruch des Evangeliums erfüllt.

(ML) (Fides 20/5/2026)

LINK

Hirtenbrief von Bischof Diego Sarrió Cucarella im Wortlaut (Französisch) -> https://www.fides.org/it/attachments/view/file/20260516-Diego-Sarrio-Cucarella_Comme-un-grain-dencens.pdf

 

 

ASIEN/SRI LANKA - Dengue-Warnung: In Pfarreien sollen Komitees zur Prävention eingerichtet werden

 

Colombo (Fides) – Seit Anfang 2026 wurden in Sri Lanka fast 28.000 Dengue-Fälle registriert, die in 15 Fällen tödlich verliefen. Die Epidemie wird durch den bevorstehenden Monsunregen verschärft, da dieser die Vermehrung der virusübertragenden Mücken begünstigt. Im gesamten Jahr 2025 wurden insgesamt rund 51.000 Fälle verzeichnet. Laut lokalen Gesundheitsbehörden wurden Fälle in allen 25 Distrikten registriert, mit den meisten Infektionen in Colombo, Gampaha, Matara, Galle, Ratnapura und Kalutara sowie im Stadtgebiet von Colombo (alle in der Westprovinz). Die Nationale Dengue-Kontrolleinheit Sri Lankas (NDCU) schlug Alarm und berichtet von einer rasanten Zunahme der Mückenbrutstätten in Schulen, Betrieben, religiösen Einrichtungen und öffentlichen Gebäuden, hauptsächlich aufgrund unsachgemäßer Abfallentsorgung.

 

In Sri Lanka, vor allem in den Küsten- und Westregionen, bilden Katholiken eine Minderheit. Die Kirche hat sich jedoch in Gesundheitskrisen stets engagiert und ist weiterhin aktiv in Initiativen auf Gemeindeebene, die sich auf die Beseitigung von Krankheitsherden in Gemeinschaftszentren und religiösen Einrichtungen konzentrieren. Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Malcolm Ranjith, ist sich dieser Problematik besonders bewusst und setzt sich aktiv für die Bewältigung der Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Gesundheit ein. Während Dengue-Epidemien rief er in den vergangenen Jahren immer wieder zum Gebet, Fasten und zu konkreten Maßnahmen wie Aufräumaktionen auf. Während der Epidemie von 2017, die mit über 186.000 Verdachtsfällen und Hunderten von Todesfällen ihren Höhepunkt erreichte, rief der Kardinal zu einer Gebets- und Fastenwoche, einer Novene zum heiligen Sebastian, dem Schutzpatron gegen Pest und Epidemien, zu besonderen Messen und Prozessionen sowie zur Anrufung der Jungfrau Maria und aller Heiligen auf.

 

Zu den praktischen Präventionsmaßnahmen, die die NDCU auch für religiöse Einrichtungen empfiehlt, zählt insbesondere die wöchentliche Reinigung. Diese könnte beispielsweise sonntagmorgens in Kirchen oder an geeigneten Tagen für andere Glaubensrichtungen unter Einbeziehung von Geistlichen, Mitarbeitern, Freiwilligen und Gläubigen erfolgen. Weitere Vorschläge umfassen die Einrichtung von „Dengue-Präventionskomitees“ in den Pfarreien, analog zu anderen Gemeindegruppen, unter Einbeziehung von Jugendgruppen, wobei die Initiative mit dem Thema der Bewahrung und des Schutzes der Schöpfung verknüpft wird.

(AP) (Fides 20/5/2026)

  

ASIEN/MYANMAR - “Radio Veritas Asia”: Stimme der Hoffnung im Bürgerkrieg

 

Banmaw (Fides) – In entlegenen Gebieten, unter Flüchtlingen, die aufgrund des Konflikts aus Städten und Dörfern geflohen sind, in Gemeinschaften, die von den Wunden des Bürgerkriegs und der Unsicherheit gezeichnet sind, spendet eine Stimme weiterhin Hoffnung und stärkt den Glauben: die Stimme von „Radio Veritas Asia“ (RVA). Der Sender sendet in verschiedenen lokalen Sprachen Myanmars und ist ein wichtiger Bezugspunkt für Gläubige unterschiedlicher Diözesen und ethnischer Gruppen. Katholische Gemeinden in Myanmar, feierten am Sonntag, den 17. Mai, den „Radio Veritas Tag“ und würdigten die die Bedeutung von RVA für die Verbreitung des Evangeliums über Radio und digitale Medien.

Im äußersten Norden Myanmars, im Kachin-Staat, versammelten sich über 500 Katholiken in einem Lager für Binnenvertriebene in der Diözese Banmaw, um den RVA-Tag in Kachin zu begehen. Der Bischof von Banmaw, Raymond Sumlut Gam, betonte die Hauptaufgabe von Radio Veritas Asia sei es „das Evangelium zu verkünden.“ Unter Bezugnahme auf die Stelle aus dem Matthäusevangelium (10,27): Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern!“ erklärte der Bischof, dass „genau dies die Aufgabe von RVA ist“, und lud die Gläubigen zur Teilnahme an dieser Mission ein. „RVA ist ein Kommunikationsmittel, das die Wahrheit verbreitet. Wir beteiligen uns, wir spenden und wir beten für die Menschen, die dort arbeiten“, so der Bischof, der an die Geschichte von RVA Kachin erinnerte, die 1982 begann und weiterhin „vielen Gläubigen in ihren Prüfungen spirituelle Ermutigung schenkt“´.

Ebenfalls im Staat Kachin versammelten sich 250 Gläubige, Katecheten und Hörer von „Radio Veritas“ in Rawang, um den achten Jahrestag des Programms zu feiern, das die Frohe Botschaft in ihrer Sprache verkündet. In der St.-Josephs-Kirche der Diözese Myitkyina zeigte sich Pfarrer Mark Kyi Moe sehr erfreut und stolz darüber, dass RVA in Rawang ein wertvolles Instrument zur Verbreitung des Evangeliums unter den Rawang-Stämmen sei und Inhalte wie religiöse Nachrichten, allgemeine kulturelle Informationen und Gebete ausstrahle.

Weiter südlich, in der Diözese Pathein, feierte die ethnische Gemeinschaft der Karen, die einen RVA-Sender in ihrer Sprache betreibt, am 17. Mai den RVA-Tag. Im Rahmen einer Eucharistiefeier bemerkte Bischof Henry Eikhlein von Pathein: „Der RVA-Tag bietet die Gelegenheit, den Dienst der Verkündigung des Evangeliums zu würdigen.“ „Dieses Zeugnis“, fuhr er fort, „entspringt dem Glauben an den auferstandenen Christus, wie ihn der heilige Paulus, der heilige Petrus und andere Heilige lehrten, die mutig in der ganzen Welt Zeugnis für ihn ablegten.“ Diese Apostel, so fuhr er fort, seien ein Vorbild für die Gläubigen Burmas, die inmitten von Not und in einem Kontext der Unsicherheit und des Leidens leben, wo „die von RVA verbreiteten Worte der Hoffnung dazu beitragen, unseren Glauben Tag für Tag zu stärken und zu vertiefen“.

„Es ist wichtig“, schloss er, „dass das Volk der Karen weiterhin durch seine Muttersprache Zeugnis von seinem Glauben ablegt.“ Er wies darauf hin, dass der Karen-Sender von Radio Veritas bereits 1982 gegründet wurde und seither dank des Engagements von Priestern und Ordensschwestern, die sich täglich diesem Apostolat widmen und die Botschaften des Papstes sowie Programme zur Kirchengeschichte in Karen ausstrahlen, ein wichtiger Bezugspunkt für die lokale Gemeinschaft ist.

Die allgemeinen Sendungen von „Radio Veritas Asia“ mit Hauptsitz in Manila begannen 1969 auf Initiative der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen (FABC). Der Sprachdienst für Myanmar startete 1978 mit burmesischen Sendungen, gefolgt von Sendungen in weiteren Sprachen des Landes, die sich an die Gläubigen ethnischer Minderheiten richten.

(PA) (Fides 20/5/2026)

 

“Wie der Ton in der Hand des Töpfers”: Postulator beginnt Arbeit an der „Positio“ im Seligsprechungsverfahren von Pater Emiliano Tardif

 

Von Javier Trapero

 

Madrid (Fides) – Pater Emiliano Tardif, ein kanadischer Priester der Kongregation der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu (MSC) und ein bekannter Prediger der „Katholischen Charismatischen Erneuerung“, begann seine Missionstätigkeit in der Dominikanischen Republik kurz nach seiner Priesterweihe in Kanada. Nach mehreren Jahren intensiver Seelsorgearbeit erkrankte er schwer an Lungentuberkulose. Die Krankheit zwang ihn zur Rückkehr in seine Heimat, wo er mit schlechter Prognose ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Ärzte hielten einen mindestens einjährigen Krankenhausaufenthalt für seine Genesung für notwendig. Seine Geschichte wird in dem Film „Día 8. El soplo del Espíritu“ erzählt, der am 8. Mai in den spanischen Kinos anlief.

 

Pater Emiliano war überzeugt, dass seine Mission darin bestehen sollte, an der Seite der Ärmsten und derer zu leben, die Jesu barmherzige Liebe am meisten benötigen. Der Postulator des Seligsprechungsverfahrens, Pater Joaquín Herrera (MSC), hebt einige Schlüsselelemente hervor, die seinen missionarischen Geist prägten. Der erste Faktor war seine Familiengeschichte: Seine Eltern waren tief religiös, und sein Vater zeichnete sich durch seine besondere Großzügigkeit aus. Pater Emiliano selbst sagte, sein Vater habe „die Gabe der Armut“ besessen. Der zweite Faktor war das Charisma der Missionare vom Heiligsten Herzen Jesu, die sich der Verkündigung der Botschaft Jesu verschrieben haben, der jeden Menschen mit zärtlicher, mitfühlender, barmherziger, starker und unerschütterlicher Liebe liebt.

 

Während seines Krankenhausaufenthalts ereignete sich etwas, das sein Leben tiefgreifend verändern sollte. Eine Gruppe der „Katholischen Charismatischen Erneuerung“ bot an, für seine Genesung zu beten. Obwohl seine bisherigen Erfahrungen mit dieser geistlichen Bewegung in den Gemeinden, in denen er tätig gewesen war, nicht besonders positiv gewesen waren, nahm Pater Emiliano das Angebot an. Er berichtete, dass er während des Gebets der Gruppe ein starkes Hitzegefühl in der Brust verspürte und sich allmählich besser fühlte. Wenige Tage später stellten die Ärzte überrascht fest, dass seine Tuberkulose vollständig verschwunden war.

 

„Seine Genesung“, erzählt Pater Joaquín, „hat ihn zu einem Mann des Gebets gemacht. Ich glaube, Gott ruft auch mich dazu auf, ein Mann des tieferen Gebets zu werden. Die Arbeit mit Honig, hinterlässt etwas. Ich hoffe, es ist auch bei mir so. Ich glaube, diese Arbeit ruft mich zum Gebet auf, dazu, sie zu verinnerlichen. Es ist wie bei einer Einladung, eine Exerzitienwoche zu leiten: Man überlegt, wie man den Zuhörern das Evangelium vermitteln kann, aber dann merkt man, dass es auch einen selbst betrifft. In dem Maße, wie man sich selbst einbringt, sagt einem der Herr, dass dies auch für einen selbst gilt.“

 

Nach seiner Rückkehr in die Dominikanische Republik teilte Emiliano Tardif seine Zeit zwischen Gemeindearbeit und Predigt auf. Schon bald bat er jedoch seine Oberen, sich ganz dem Ruf Gottes zu widmen, den er verspürte: die Verkündigung des lebendigen Christus. Pater Joaquín erklärt es so: „Er verband die für die Herz-Jesu-Missionare typische Spiritualität mit dem missionarischen Eifer der Neuevangelisierung. Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu stand im Mittelpunkt seines geistlichen Lebens. Er verkündete das Evangelium der barmherzigen Liebe und stellte den lebendigen Jesus dar, um den Armen dieser Welt, insbesondere den Kranken, Gottes Liebe zu verkünden. Er war stets für sie da, im Vertrauen auf Gott, der die Liebe ist.“

 

Pater Joaquín erzählt eine bemerkenswerte Anekdote, die ihm widerfahren ist. In einem Gespräch verglich Pater Tardif sie mit Eseln, die schwere Lasten tragen, um anderen zu dienen. Er hätte sich niemals vorstellen können, dass diese Worte sich so tief in sein Gedächtnis einprägen würden, dass sie Jahre später seinem Buch den Titel „Soy el burro de Jesús“ geben würden.

 

Pater Herrera begegnete Pater Tardif vor dessen Heilung, besonders aber danach, als dieser sich ganz der Verkündigung des lebendigen Jesus und der Entfaltung seiner Heilungsgabe widmete. Seine Geschichte offenbart eindrucksvoll seine innere Wandlung: „Ich sah einen anderen Emiliano. Einen Emiliano, der weiterhin ein vollwertiger Missionar des Heiligsten Herzens Jesu war, nun aber völlig offen für den Heiligen Geist, der ihn auf Wege führte, die er sich selbst nie hätte vorstellen können. Als Mensch blieb er derselbe: hilfsbereit, fleißig, wenn auch aufmerksamer gegenüber seiner Gesundheit, sehr demütig und fröhlich. Nach seiner Heilung sah ich ihn offener, mit einer größeren Fähigkeit, Gottes Liebe zu erkennen. Mit einer tieferen Überzeugung von Jesu Worten: ‚Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen (Joh 14,12)‘, die sich in seinem Heilungsdienst widerspiegelten. Eine Veränderung seiner Lebenskraft war spürbar; er war mit größerer Kraft ganz seiner neuen Mission gewidmet.“

 

Er präsentierte sich bescheiden, ohne Wert auf sein Studium oder seine Qualifikationen zu legen. Er sprach von der Erfahrung des lebendigen Jesus, der heute wirkt, des liebenden Jesus. Er fühlte sich genau dafür auserwählt. Ob er nun mit einem einfachen Menschen in der Dominikanischen Republik sprach oder Königin Fabiola in Belgien traf – er machte keinen Unterschied zwischen den Menschen. Seine Treffen wurden oft von prominenten Persönlichkeiten besucht. Nach seinem Tod ordnete der Präsident der Dominikanischen Republik sogar einen nationalen Trauertag an.

 

Dies war nicht nur ein Ausdruck der Anteilnahme der Bevölkerung, der einfachen Menschen, denen er geholfen und für die er zum Missionar geworden war, sondern auch eine höhere gesellschaftliche Anerkennung seiner Arbeit.

 

Die derzeit laufenden Arbeiten an der „Positio“ fügen sich ebenfalls in diese Sichtweise ein. „Ich betrachte die Arbeit an der Positio als eine Art ‚Falle‘ Gottes“, erklärt Pater Joaquín Herrera scherzhaft. „Ich habe gerade einen wichtigen Auftrag in Rom für die Kongregation abgeschlossen; eigentlich sollte ich als Missionar nach Mittelamerika zurückkehren, wo ich Jahrzehnte verbracht habe, aber ich habe mich entschieden, nach Spanien zurückzukehren, und jetzt, da ich mehr Zeit für intellektuellere Tätigkeiten habe, beginnt die Ausarbeitung der Positio für das Seligsprechungsverfahren von Emiliano Tardif. Diese Arbeit habe ich bereits für die Seligen Märtyrer von Quiché in Guatemala geleistet. Ich werde sie mit Begeisterung angehen; ich weiß, dass sie sehr anspruchsvoll sein wird, aber Gott wird mir beistehen. Ich hoffe, ich bin gesund genug, sie zu vollenden. Vielleicht kann ich die fertige Positio in anderthalb Jahren abgeben.“

 

„Schon allein die Aufgabe und das Warten auf die zwölf Bände Dokumentation für die diözesane Phase lassen mich das Bedürfnis verspüren zu beten“, fährt er fort, „Ich weiß nicht, was dieser Prozess für mich bereithält; der Heilige Geist wird mich erleuchten. Auf meiner Weihekarte stand: ‚Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand (Jeremia 18,6)‘.“ „Das ist eine der Eigenschaften, die ich in Emiliano wiederentdeckt oder zumindest stärker wahrgenommen habe: Auch er war in der Lage, sich von vielem zu lösen, um das zu vollbringen, was Gott ihm anvertraut hatte, einen lebendigen Jesus zu verkünden und Menschen in großen Notlagen zu heilen“, bekräftigt er abschließend.

 

(Fides 20/5/2026)


Ebola-Ausbruch: Bevölkerung und Gesundheitspersonal nicht ausreichend geschützt

Ausbreitung der Epidemie befürchtet / Nothilfe in Vorbereitung

21.05.2026

 

(Berlin/dw) - Die Diakonie Katastrophenhilfe warnt vor einer weiteren Ausweitung der Ebola-Epidemie. „In der Provinz Süd-Kivu gilt mittlerweile eine Gesundheitswarnung, weil es eine intensive Bewegung von Menschen zwischen den Provinzen gibt. Das macht eine Eindämmung des Virus nahezu unmöglich“, warnt Dr. Josue Ibulungu, Landesbüroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der ostkongolesischen Stadt Goma. Ein Nothilfeprojekt wird derzeit für Nord- und Süd-Kivu sowie die Provinz Ituri vorbereitet.

Geplant sind Präventionsmaßnahmen und Infektionskontrollen in Gemeinden und Gesundheitseinrichtungen, daneben soll die Bevölkerung über Risiken durch den tödlichen Virus aufgeklärt werden. Konkrete Hilfe in der Provinz Ituri, in der der aktuelle Ebola-Ausbruch begonnen hat, ist hingegen komplexer: „Einige bewaffnete Gruppen in Ituri sind trotz der Epidemie weiter aktiv und töten Menschen. In anderen Provinzen nehmen die bewaffneten Akteure die Lage ernster und kooperieren, um den Gesundheitsnotstand in den Griff zu bekommen“, erklärt Ibulungu.

„Das Gesundheitspersonal in den ostkongolesischen Provinzen ist nicht ausreichend ausgestattet, obwohl es in der Region immer wieder zu Epidemien kommt. Es fehlt an adäquater und ausreichender Schutzausrüstung“, sagt Ibulungu. Zwar steige derzeit das Bewusstsein der Menschen für die wachsende Gefahr, aber das reiche nicht. „Viele betroffene Regionen sind dicht besiedelt und der Handel und die Bewegung in die Nachbarländer und andere Regionen sind nicht unterbrochen. Sie können bei der Größe der Region auch nicht effizient unterbunden werden. Deshalb befürchten wir, dass es nicht bei den fast 120 bestätigten und vielen weiteren vermuteten Todesfällen bleiben wird“, sagt Ibulungu.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist seit vielen Jahren mit sechs lokalen Partnerorganisationen in Nord- und Süd-Kivu aktiv. Laufende Projekte richten sich vor allem an Betroffene sexualisierter Gewalt, die medizinisch und psychologisch unterstützt werden. Intern Vertriebene, von denen es zu Jahresbeginn mehr als 5,3 Millionen im gesamten Land gab, erhalten zusätzlich Bargeldhilfen und verbesserten Schutz vor den Folgen der anhaltenden Gewalt. Die Krise in der DR Kongo gilt seit Jahren als „vergessene Katastrophe“. Internationale Hilfsgelder wurden in den vergangenen Jahren stark gekürzt. In der Folge konnten humanitäre Hilfe und Präventionsmaßnahmen nicht in dem Maße umgesetzt werden, was Epidemien wie den aktuellen Ebola-Ausbruch begünstigt.

Die Diakonie Katastrophenhilfe bittet um Spenden:
Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Nothilfe DR Kongo
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 


Kindersterblichkeit in Subsahara-Afrika ist überproportional hoch

SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai

Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr
Foto: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V.. Fotograf: Jakob Fuhr

14,05.2026

 

(München/ots) - Neun Kinder unter fünf Jahren sterben weltweit pro Minute, mehr als die Hälfte stammt aus Subsahara-Afrika. Ein Großteil der Todesfälle ereignet sich, weil Familien der Zugang zu einer qualifizierten medizinischen Schwangerschafts- und Geburtsbetreuung, zu Impfschutz und Medikamenten fehlt. Die Überlebenschancen von Kindern sind maßgeblich von ihrem Geburtsort abhängig. Darauf weisen die SOS-Kinderdörfer zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai hin. "Die Stärkung von Familien darf nicht an Ländergrenzen haltmachen, sie muss vielmehr da ansetzen, wo die elementarsten Dinge fehlen. Das Recht auf Familie ist untrennbar mit dem Recht der Kinder auf medizinische Versorgung verbunden. Die internationale Gemeinschaft steht in der Pflicht, deutlich mehr in ihre Gesundheitsversorgung zu investieren, gerade in Subsahara-Afrika", sagt Boris Breyer, Pressesprecher der SOS-Kinderdörfer weltweit.

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 20.05.2026

EUROPA/SPANIEN - Tag der Missionare und Missionarinnen der Erzdiözese Madrid: “Der Herr ruft immer wieder”

 

Madrid (Fides) – „Wir danken von Herzen“ lautete das Motto des Tages der Missionare und Missionarinnen, der im Erzbistum Madrid am Sonntag, dem 17. Mai, dem Hochfest Christi Himmelfahrt, begangen wurde.

Zentraler Höhepunkt des Tages war die Eucharistiefeier in der Almudena-Kathedrale mit dem Erzbischof von Madrid, Kardinal José Cobo.

Die jährliche Feier, die von der Missionsdelegation in Zusammenarbeit mit den Päpstlichen Missionswerken veranstaltet wurde, bot Gelegenheit, für das Leben und Zeugnis der mit der Diözese verbundenen Missionare und Missionarinnen zu danken. Gleichzeitig wurden jene, die im kommenden Pastoraljahr in die Mission „ad gentes“ aufbrechen, verabschiedet und die bereits im Missionsgebiet tätigen Missionare und Missionarinnen erneut gesegnet.

Die bischöfliche Missionsdelegation erinnert daran, dass die Erzdiözese Madrid derzeit 533 Missionare in 84 Ländern hat: 138 Ordensfrauen, 4 Klausurschwestern, 94 Ordensmänner, 223 Laien – darunter 71 Missionsfamilien – und 74 Diözesanpriester, die auf fünf Kontinenten verteilt sind. Laut der Delegation bilden sie alle das konkrete Gesicht einer Kirche, die sich nach außen wendet und berufen ist, die Evangelisierung über die Grenzen der Diözese hinaus voranzutreiben.

Der bischöfliche Missionsdelegierte und Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke in der Erzdiözese Madrid, Manuel Cuervo Godoy, betont gegenüber Fides, dass die missionarische Berufung „nicht als isoliertes Ereignis entsteht, sondern als ein Prozess, der im täglichen Glaubensleben reift“, durch Seelsorge, Katechese, soziales Engagement und persönliche Berufungsfindung innerhalb der kirchlichen Gemeinschaft.

In diesem Sinne erinnert er die grundlegende Rolle von Pfarreien, Gemeinden und missionarischen Gruppen bei der Begleitung von Berufungen sowie die Bedeutung von Ausbildung, Entscheidungsfindung und Aussendung in Gemeinschaft mit der Weltkirche, berufen zu einem „Zustand permanenter Mission“. „Der Herr ruft immer wieder; die Kirche ist missionarisch, eine Kirche, die hinausgeht“, betont er in diesem Zusammenhang. Er hebt auch die Bedeutung der Gemeinschaft hervor: „Wenn Missionare und Missionarinnen uns besuchen, bitten sie uns vor allem um Gebete für ihre Arbeit.“

Die bischöfliche Delegation für die Missionen stellt zudem fest, dass die missionarische Seelsorge in Madrid von einem breiten kirchlichen Netzwerk getragen wird, das nicht nur die Begleitung bereits ausgesandter Missionare und Missionarinnen ermöglicht, sondern auch die Förderung neuer Berufungen, insbesondere unter Laien und jungen Menschen. In diesem Sinne wird daran erinnert, dass das missionarische Leben „auf der täglichen Erfahrung von Glaube und Dienst gründet und nicht nur auf einzelnen Entscheidungen.“

Im Rahmen des diözesanen Tages der Missionare und Missionarinnen sprach Fides mit María Ángeles, einer Laienmissionarin aus Madrid, die dem Missionsverein OCASA angehört und deren Berufung sich allmählich entwickelte. „Meine missionarische Berufung war schon in meiner Kindheit angelegt“, sagt María Ángeles und erinnert sich daran, wie der Kontakt mit Missionsschwestern in ihrer Kindheit in ihr den Wunsch weckte, am Leben der Völker teilzuhaben, zu denen sie gesandt worden waren. „Mein Leben, ohne große Ereignisse, war geprägt von Dankbarkeit gegenüber Gott für die empfangenen Gaben, insbesondere Großzügigkeit und den Dienst am Nächsten“, erklärt sie.

Im Lauf der Zeit hat María ein starkes soziales und seelsorgerisches Engagement in ihrer Heimat entwickelt und in Aufnahmezentren für HIV-Positive, Obdachlosenheimen, Caritas-Projekten und im Katechismusunterricht ihrer Gemeinden mitgewirkt. „Ich war immer mit den Pfarrgemeinden in meiner Umgebung verbunden“, betont sie.

„Der Ruf zur Mission hat mich stets begleitet“, erklärt sie und betont, dass ihre Berufung nicht das Ergebnis einer einzelnen Erfahrung, sondern eines fortschreitenden Erkenntnisprozesses ist. Auf diesem Weg sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Missionsprojekten in Ecuador, der Dominikanischen Republik, Burkina Faso und Mali, die ihren Glauben und ihre Hilfsbereitschaft stärkten.

Die Missionarin erklärt außerdem, dass Zeit ein Schlüsselelement ihrer Berufung war: „Gott hat seine Zeit, die nicht meine ist“, bemerkt sie und bezieht sich damit auf einen Prozess, in dem Geduld und Unterscheidungsvermögen wesentlich für die Entwicklung ihrer Antwort auf den Ruf waren.

María Ángeles bereitet sich derzeit auf eine neue Aufgabe als Laienmissionarin in der Dominikanischen Republik vor, in der Gemeinde Sabaneta im Bistum San Juan de la Maguana, wo sie in der Seelsorge und der Gemeindearbeit mitwirken wird.

Das diesjährige Motto „Wir danken von Herzen“ drückt Dankbarkeit gegenüber all jenen aus, die ihr Leben der Mission gewidmet haben, und lädt die gesamte Diözesangemeinschaft ein, ihr Engagement für die Evangelisierung zu erneuern. „Nur wer sein Leben großzügig hingibt, kann Missionar sein“, betont die bischöfliche Missionsdelegation.

Kardinal José Cobo brachte in seinem Grußwort an die Missionare und Missionarinnen seinen Dank zum Ausdruck: „Vielen Dank, dass Sie die Kirche auf fünf Kontinenten und in 84 Ländern gegenwärtig machen. Sie sind eine lebendige Gegenwart der Liebe des Vaters zu allen Menschen, ein Zeichen dafür, dass wir eine Kirche sind, die hinaus geht und berufen ist, diese liebende Gegenwart zu sein, das Angebot Christi an alle Menschen zu verkörpern und anderen sichtbar zu machen. Vielen Dank an die kranken Missionare unserer Diözese, an all jene, die die Missionsgebiete nicht erreichen können und sie dennoch durch ihr Leiden und Gebet unterstützen, ein Gebet, das die Missionare beschützt und begleitet. Vielen Dank an die Priester, Ordensleute, geweihten Männer und Frauen, geweihten Laien, Familien und kranken Missionare: Wir danken von Herzen!“.

Unterdessen bereitet sich das Erzbistum Madrid auf den bevorstehenden Besuch von Papst Leo XIV. am 6., 7. und 8. Juni vor. Dieser Besuch ist ein Zeichen der Einheit und Erneuerung im Glauben und bekräftigt die missionarische Berufung und den Wunsch, mit der Vision eines christlichen Glaubens auf den Weg einer Kirche „im Aufbruch“.

(LGR) (Fides 19/05/2026)

 

Zehn Jahre nach der Ermordung: In der Slowakei wird an die Ärztin und Missionsschwester Veronika Racková erinnert

 

Von Bohumil Petrík

 

Bánov (Fides) – „Ich kann die Menschen im Sudan nicht verlassen, weil ich sie liebe“: Das sagte Schwester Veronika Racková, Ärztin und Missionarin, über sich selbst, bevor am 16. Mai 2016 südsudanesische Soldaten an einem Kontrollpunkt auf sie schossen.

Zehn Jahre nach ihrem Tod am 20. Mai 2016 in einem Krankenhaus in Nairobi ist die Erinnerung an ihr Zeugnis, insbesondere in ihrer Heimat, weiterhin lebendig. Viele hoffen, dass das Seligsprechungsverfahren für die slowakische Ordensschwester bald beginnen wird.

Der Apostolische Nuntius in der Slowakei, Erzbischof Nicola Girasoli, zelebrierte am Sonntag, dem 17. Mai, in Bánov, dem Geburtsort von Schwester Veronika Racková, einen Gottesdienst zum zehnten Jahrestag ihrer Ermordung.

In seiner Predigt während der Messe in der Kirche des heiligen Erzengels Michael erinnerte Erzbischof Girasoli daran, dass Schwester Veronikas Zeugnis sie zu einem Vorbild missionarischen Engagements mache. Der Nuntius äußerte seine Hoffnung, dass alle, angefangen bei ihren Mitschwestern und denen, die sie in der Slowakei und im Südsudan kannten, dazu beitragen würden, „damit der Seligsprechungsprozess beginnen kann, denn ihr Zeugnis christlichen Lebens ist wunderschön, und die heutige Feier hilft uns, in dieser Richtung weitere Fortschritte zu erzielen.“

Veronika Racková wurde 1958 in Bánov, einer Stadt, die damals zur Tschechoslowakei gehörte, geboren. Sie war Ärztin und gehörte der Kongregation der Steyler Missionsschwestern an. Als Missionarin und Ärztin arbeitete sie zunächst in Ghana und später im Sudan, jenem Teil des Landes, der während ihrer Missionszeit seine Unabhängigkeit erklärte und den Südsudan hervorbrachte.

Die slowakische Ordensschwester leitete das „St.Bakhita’s Medical Center“ in Yei.

Laut einem damaligen Bericht von Fides erhielt Schwester Veronika am 16. Mai gegen Mitternacht einen dringenden Notruf wegen einer Frau mit Geburtskomplikationen. Die Ordensschwester begleitete die Patientin mit dem Krankenwagen zum „Harvester’S Health Center“, einer Einrichtung, die besser für die Versorgung von Müttern und Neugeborenen ausgestattet war. Auf dem Rückweg wurde sie von Schüssen getroffen, die von bewaffneten Männern, Soldaten der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA, der ehemaligen Guerillabewegung, die nach der 2011 ausgerufenen Unabhängigkeit des Landes die Macht übernommen hatte), abgefeuert wurden.

Schwester Veronika wurde umgehend in ein Krankenhaus in Nairobi gebracht, wo sie nach mehreren Tagen ihren Verletzungen erlag.

In ihrem letzten Interview erzählte Schwester Veronika, dass vor der Gründung des Staates Südsudan ökumenische Gebete für den Erfolg des Unabhängigkeitsreferendums gesprochen worden waren: „Nicht nur die Kirche im Sudan und in Afrika war beteiligt, sondern die ganze Welt. Meine Mitschwestern im Dorf Ivanka pri Dunaji in der Slowakei übersetzten das Gebet für das Referendum ins Slowakische, sodass auch sie auf Slowakisch beteten.“

Als sich die Sicherheitslage im Land zuspitzte, wurde die Ordensgemeinschaft gefragt, ob sie in ihre Heimat zurückkehren wolle.

„Wir haben darüber nachgedacht, jede Nonne für sich und dann als Gemeinschaft“, erklärte Veronika im Interview, „und wir entschieden zu bleiben, weil wir spürten, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren und dass Gott mit uns war. Diese Menschen brauchten uns nicht so sehr wegen unserer Arbeit, sondern um gemeinsam beten und beisammen sein zu können.“

Aufgrund ihrer Missionserfahrung riet Schwester Veronika: „Was die Länder der Dritten Welt betrifft, nehmt nichts als selbstverständlich hin. Sorgt für euer Leben und eure Familie. Lasst uns solidarisch an der Seite der Bedürftigen stehen.“

Bei der Gedenkfeier im Südsudan fünf Jahre nach ihrem Tod sagte der damalige Bischof von Yei, Erkolano Lodu Tombe: „Die Kirche kann nicht zulassen, dass Ungerechtigkeit die Welt weiterhin zerstört. Deshalb zieht sich der noch laufende Fall von Schwester Veronika viel zu lange hin. Aber so funktionieren Gerichtsverfahren, und wir müssen weitermachen, bis wir vor Gericht Gerechtigkeit erfahren.“

2019 verlieh der slowakische Präsident Andrej Kiska Schwester Veronika posthum das Pribina-Kreuz Erster Klasse für ihren „außergewöhnlichen Beitrag zur sozialen Entwicklung der Slowakischen Republik durch präventive Gesundheitsdienste und ihre missionarische Tätigkeit“.

Bei der Gedenkfeier am vergangenen Sonntag erinnerte Pfarrer Peter Čieško von der Gemeinde Bánov daran, dass die Einwohner von Schwester Veronikas Heimatstadt zu Recht stolz auf ihre Mitbürgerin seien und dass der Blick auf Schwester Veronika den Menschen große Ermutigung biete, nicht nur für sich selbst zu leben, sondern bereit zu sein, anderen ihre Hilfe anzubieten.

(Fides 19/5/2026)

 

AFRIKA/UGANDA - Ebola-Epidemie: Tag der ugandischen Märtyrer wird verschoben

 

Kampala (Fides) – Der „Tag der ugandischen Märtyrer“ wurde aufgrund der Ebola-Epidemie im Osten der Demokratischen Republik Kongo, die sich auch auf das Nachbarland Uganda ausgebreitet hat, verschoben. Dies gab der ugandische Präsident Yoweri Museveni an diesem Montag (18. Mai) in einer Erklärung bekannt. „Nach Rücksprache mit dem nationalen Krisenstab zur Bekämpfung der Epidemie und mit religiösen Führern haben wir beschlossen, den Tag der Märtyrer am 3. Juni auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, der noch bekannt gegeben wird“, hieß es in der Erklärung.

Präsident Museveni erklärte, die Entscheidung sei gefallen, weil jedes Jahr Tausende von Pilgern aus dem Osten des Kongo, der derzeit von einer Ebola-Epidemie betroffen ist, nach Uganda kommen. „Um das Leben aller zu schützen, ist es unerlässlich, dass diese wichtige Veranstaltung verschoben wird“, beton der Präsident.

Die Entscheidung des Präsidenten wurde von den ugandischen katholischen Bischöfen begrüßt, die in einer Erklärung, die Fides vorliegt, „den katholischen Gläubigen Empfehlungen an die Hand geben, damit dieser wichtige Gedenktag im Geiste des Gebets begangen werden kann.“

„Das Gedenken an die Märtyrer Ugandas ist und bleibt ein tiefgreifendes Zeugnis des Glaubens, des Mutes, der Treue zu Christus und des unerschütterlichen Bekenntnisses zu christlichen Werten“, bekräftigen die Bischöfe. Daher werden „Diözesen und Pfarreien trotz der Verschiebung der nationalen Gedenkfeier in Namugongo ermutigt, den Tag gemäß den Anweisungen des Diözesanbischofs und der zuständigen Regierungsbehörden zu begehen“.

Die ugandische Bischofskonferenz lädt zudem alle Mitglieder der Kirche ein, „für unser Land, für die Beschäftigten im Gesundheitswesen und für alle von den Umständen, die die Verschiebung notwendig gemacht haben, Betroffenen zu beten“.

Die Bischöfe appellieren an die Regierung und das Gesundheitsministerium, „die Richtlinien zu befolgen“ und bitten die Medien, „umfassend über den Ebola-Ausbruch zu berichten“.

„Als Hirten des Volkes Gottes rufen wir alle Gläubigen dazu auf, ruhig, betend, geeint und voller Hoffnung zu bleiben. Das Zeugnis der ugandischen Märtyrer inspiriert die Kirche und die Nation weiterhin und erinnert uns daran, dass wahrer Glaube täglich durch Liebe, Opferbereitschaft, Wahrheit und Treue zu Gott gelebt wird“, heißt es in der Erklärung abschließend.

Auch die "Church of Uganda“, die zur Anglikanischen Gemeinschaft gehört, befürwortet die Verschiebung der Feierlichkeiten zum Gedenktag der ugandischen Märtyrer.

In einer am 18. Mai veröffentlichten Erklärung bestätigte der Provinzsekretär der Church of Uganda, Reverend Canon William Ongeng, dass die Entscheidung nach Konsultationen zwischen der Regierung, den Seuchenschutzbehörden und religiösen Führern getroffen wurde.

Der Tag der Märtyrer von Uganda gedenkt 45 zum Christentum konvertierten im Alter zwischen 14 und 50 Jahren, die in den frühen Jahren des Christentums in Uganda zwischen 1885 und 1887 aufgrund ihres Glaubens getötet wurden. Unter ihnen waren 22 Katholiken, die 1920 selig- und 1964 heiliggesprochen wurden. Am Tag der Märtyrer von Uganda kommen jedes Jahr Millionen von Pilgern aus Uganda und den Nachbarländern zum Heiligtum von Namugongo.

Der Ebola-Ausbruch begann in der Provinz Ituri in der Demokratischen Republik Kongo und wird durch das Ebola-Bundibugyo-Virus verursacht (ein seltenerer Stamm, für den es im Gegensatz zum häufigeren Zaire-Stamm weder einen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt).

Mitte Mai gab es ein Dutzend laborbestätigte Fälle sowie Hunderte Verdachtsfälle (allein in der Demokratischen Republik Kongo wurden bis zu 395 Fälle gemeldet) und schätzungsweise 80 bis 100 Todesfälle, die auf die Infektion zurückzuführen sein sollen. Verdachtsfälle wurden auch aus Kampala (Uganda) und der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa gemeldet.

(L.M.) (Fides 19/5/2026)

 

Pater Giacomo Costa: Die Kirche in der Mongolei als “Labor” für Synodalität und Inkulturation

 

Ulaanbaatar (Fides) - Im Herzen einer zahlenmäßig kleinen (weniger als 0,1 % der Bevölkerung des Landes) und überraschend kreativen Kirche bot die kürzlich von der Apostolischen Präfektur von Ulaanbaatar veranstaltete "Pastoralwoche" in diesem Jahr ein konkretes Labor für Synodalität und Inkulturation, das durch die Anwesenheit von Pater Giacomo Costa (SJ), Konsultor des Generalsekretariats der Bischofssynode, geprägt war.

Zu den Höhepunkten der Woche zählte die Einweihung und Eröffnung des Forschungszentrums für mongolische Sprache und Kultur „Studium“ am 5. Mai. Sie unterstreicht eindrucksvoll, wie die katholische Kirche in der Mongolei seit Jahren versucht, sich tief im kulturellen Gefüge des Landes zu verankern. Das von der Apostolischen Präfektur geförderte Projekt ist, wie der Apostolischer Präfekt Kardinal Giorgio Marengo gegenüber Fides erklärte, „ein Zentrum für Kulturforschung, ein physischer Ort, aber vor allem ein Team von Menschen“. Das in der Nähe der Kathedrale gelegene „Studium“ wird neben einer derzeit im Bau befindlichen Bibliothek auch Büros und einen Besprechungsraum umfassen, „wo sich Menschen, insbesondere Mitglieder unseres Teams, Kulturschaffende und Universitätsprofessoren treffen können“. Im Untergeschoss befindet sich ein großer, gut ausgestatteter Konferenzraum, in dem die Einweihung stattfand. Der Kardinal betont jedoch, dass das Herzstück des „Studium“ nicht in erster Linie die Infrastruktur sei: „Wir arbeiten an zwei Fronten: Zum einen bieten wir eine monatliche Konferenz an, die sich vor allem an Missionare richtet und Themen der mongolischen kulturellen Identität behandelt. Und wir bieten einen Weg der kontinuierlichen Weiterbildung, der ein besseres Verständnis der mongolischen Kultur und Identität aus kultureller, historischer, politischer, religiöser und sprachlicher Perspektive ermöglicht.“

Ein weiteres Fachgebiet ist die Sprache: „Wir möchten immer adäquatere Übersetzungen bereitstellen, die uns bereits vorliegenden Materialien prüfen und überarbeiten, um sprachliche Unterstützung bei der Übersetzung von für die Kirche nützlichen Texten zu leisten“, fügt der Kardinal hinzu. Durch diese doppelte Aufgabe – Fortbildung und sprachliche Arbeit – positioniert sich das „Studium“ im Zentrum eines langen Inkulturationsprozesses.

In diesem Kontext, an der Schnittstelle von Inkulturation und Synodalität, fügt sich die Teilnahme von Pater Giacomo Costa an der Pastoralwoche ein. Als Jesuit und Theologe, der am synodalen Prozess der Weltkirche beteiligt ist, begleitet Pfarrer Costa einen theologisch-pastoralen Weg in der Mongolei, der die Realität einer jungen Kirche ernst nimmt, deren Gläubige aus einer von anderen religiösen Traditionen geprägten Kultur stammen.

 

Pater Costa, Sie leiten ein synodales theologisches Pastoralprogramm in der Mongolei. Wie nehmen Sie diese kirchliche Realität wahr? Was beeindruckt Sie am meisten?

 

Die Ankunft in der Mongolei fühlt sich an wie das Betreten einer anderen kirchlichen Welt. Dort ist das Christentum nicht einfach nur eine Minderheit: Es repräsentiert kein gemeinsames kulturelles Gedächtnis, es gehört nicht zur gewohnten Symbolik der Gesellschaft. Mir wurde von einem Kind erzählt, das beim ersten Betreten einer Kapelle vor dem Kruzifix erschrak und zu weinen begann. Es ist eine einfache Begebenheit, die aber etwas Tiefgründiges offenbart: Dort ist das Kreuz noch nicht zu einem zur Gewohnheit gewordenen Bild geworden. Es gewinnt seine ganze Fremdheit und seine ganze Kraft zurück. In gewisser Weise zwingt es uns, es neu zu betrachten.

Dies hat sehr konkrete Konsequenzen für die Kirche. In der Mongolei kann man nicht von impliziten Annahmen ausgehen. Es gibt kein leicht zugängliches christliches Vokabular, keine spontane Vertrautheit mit dem Evangelium und nicht einmal jene kulturellen Strukturen, die in Europa zumindest teilweise die kirchliche Erfahrung auch dann noch tragen, wenn die religiöse Praxis nachlässt. Aus diesem Grund gewinnt die Missionsfrage ihre ursprüngliche Brisanz zurück: Was bedeutet es, Christus Menschen zu verkünden, die kein Vorwissen über das Christentum haben? Wo fängt man da wirklich an?

Darüber hinaus sind viele Regionen des Landes aus kirchlicher Sicht völlig unbekannt. Evangelisierung bedeutet hier nicht primär die Ausweitung einer institutionellen Präsenz, sondern vielmehr die Möglichkeit, vertrauensvolle, menschliche und uneigennützige Beziehungen aufzubauen. In der Mongolei präsentiert sich das Evangelium wieder vor allem als Lebensweise, noch bevor es zu einem religiösen Diskurs wird. Und vielleicht ist dies einer seiner faszinierendsten Aspekte.

 

Was ist das Besondere am synodalen Prozess in einer so jungen und kleinen Kirche wie der mongolischen, die nur etwas mehr als 1400 Mitglieder zählt?

 

Die aktuelle Umsetzungsphase der Synode unterstreicht, dass jede Kirche berufen ist, den synodalen Prozess in ihre eigene Geschichte einzubetten. In der Mongolei hat dies eine besonders starke Bedeutung, da die Kirche dort nach 1992 praktisch aus dem Nichts entstanden ist. Paradoxerweise läuft eine so junge Kirche Gefahr, schnell von importierten Modellen überlastet zu werden. Wenn eine Gemeinde entsteht, reproduziert sie fast spontan Strukturen, Sprachen und pastorale Kategorien aus den Heimatkirchen der Missionare. Das Problem ist nicht nur die praktische Organisation. Es betrifft die gesamte Vorstellung von Kirche. Die Gefahr besteht, dass die Institution der kirchlichen Erfahrung vorausgeht, dass der Aufbau von Strukturen wichtiger ist als das wirkliche Zuhören im Hinblick auf das Leben der Menschen und die konkreten Wege, auf denen das Evangelium in dieser Kultur Wurzeln schlagen kann.

Synodalität hingegen führt eine andere Logik ein. Sie zwingt uns, innezuhalten, zuzuhören und gemeinsam zu unterscheiden. Sie fragt immer wieder: Was ist wirklich notwendig, damit hier eine christliche Gemeinde entstehen kann? Welche Formen tragen wirklich dazu bei, dass das Evangelium gelebt wird? In diesem Sinne schützt die Synodalität die junge mongolische Kirche vor der Versuchung, zu einer vereinfachten Kopie ausländischer Kirchenmodelle zu werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass die mongolische Kirche aus Missionaren aus fast dreißig verschiedenen Ländern besteht. Hier kann „Einheit in Vielfalt“ nicht nur eine spirituelle oder diplomatische Formel bleiben. Sie wird vielmehr zu einer ganz konkreten, alltäglichen Praxis, die die Entscheidungsfindung, die Ausübung von Autorität und die Gestaltung der Beziehungen zwischen mongolischen Missionaren und Laien, zwischen verschiedenen Ordensgemeinschaften und zwischen teils sehr unterschiedlichen kirchlichen Kulturen beeinflusst. Die Synodalität bietet genau diesen Raum, in dem sich diese Pluralität in Gemeinschaft verwandeln kann, ohne auf Uniformität reduziert zu werden.

 

Die Pastoralwoche stand unter dem Motto „Die katholische Kirche in der Mongolei: Geschenk und Mission“. Wie drückt diese Verbindung die synodale Berufung einer Ortskirche aus?

 

Ich würde es eher als Zirkelschluss denn als Paarung bezeichnen. In der Mongolei zeigt sich ganz deutlich, dass Mission allein aus der Erfahrung entsteht, etwas empfangen zu haben, das uns nicht gehört. Das Evangelium ist nicht in erster Linie ein zu verwirklichendes Projekt oder eine zu verteidigende Identität. Es ist ein Geschenk, das der Kirche selbst vorausgeht. Wie Papst Franziskus in „Evangelii Gaudium“ sagte: „Christen haben die Pflicht, es zu verkünden […] als jene, die eine Freude teilen, auf einen schönen Horizont weisen, ein verlockendes Festmahl anbieten.“ Auch Papst Leo betonte, dass die Kirche „durch Anziehungskraft“ evangelisiert.

In solch kleinen und fragilen Kontexten taucht sofort ein weiteres Problem auf. Eine missionarische Kirche läuft leicht Gefahr, mit ihren eigenen Werken, ihrer Organisationsfähigkeit und den von ihr mobilisierten wirtschaftlichen Ressourcen identifiziert zu werden. Natürlich hat all dies einen hohen Wert, insbesondere in einem Land, das von vielen sozialen Problemen geprägt ist. Doch das Herzstück der Mission liegt woanders. Wenn der Bezug zum Evangelium nicht im Mittelpunkt steht, wird die Kirche unweigerlich nur als eine von vielen humanitären Organisationen in der Region wahrgenommen.

In der Mongolei verstehen wir daher die christliche Botschaft radikaler durch die Qualität der Beziehungen: durch die Zeit, die man sich nimmt, durch das Zuhören, durch die Fähigkeit, das Leben miteinander zu teilen, ohne den anderen sofort zu verdrängen. In der Mongolei kann Kirche nur innerhalb dieser Logik der Großzügigkeit und der Offenbarung entstehen. Und vielleicht berühren wir genau hier einen der tiefsten Kerne der Synodalität: eine Kirche, die sich als ein Netzwerk von Beziehungen versteht, das von der Gegenwart des Herrn belebt, durchdrungen und erneuert wird.

 

Papst Franziskus lobte während seiner Reise in die Mongolei die Missionare, die sich „inkulturiert“ hätten, um „das Evangelium auf mongolische Art zu predigen“. Wie passt dieser Prozess der Inkulturation zur Synodalität?

 

Nimmt man die Perspektive des Abschlussdokuments der Synode ernst, erscheint der Zusammenhang zwischen Inkulturation und Synodalität nahezu unausweichlich. Synodalität besteht nicht in einer partizipatorischen Technik oder einer funktionalen Umverteilung kirchlicher Aufgaben. Sie betrifft vielmehr die Art und Weise, wie das Volk Gottes gemeinsam auf das hört, was der Heilige Geist innerhalb einer gegebenen Geschichte und Kultur sagt.

In der Mongolei tritt dieser Punkt besonders deutlich hervor, da sich das Christentum dort noch in der Anfangsphase seiner Verwurzelung befindet und die Schritte der Missionare und der mongolischen Bevölkerung absolut bewundernswert sind. Es geht nicht einfach darum, bestimmte Inhalte in die Landessprache zu übersetzen. Es geht um etwas viel Tieferes: Wie das Evangelium die Vorstellungskraft, die Art und Weise, wie Beziehungen erlebt werden, das Verhältnis zur Zeit, zur Natur, zur Familie und zur Gastfreundschaft prägen kann – allesamt Aspekte, die für die mongolische Kultur spezifisch sind.

Ein solcher Prozess kann weder von oben verordnet noch ausschließlich von Missionaren entwickelt werden. Er erfordert vielmehr reale Räume für gemeinsame Unterscheidung. Das Gespräch im Heiligen Geist gewinnt hier eine ganz konkrete Bedeutung, da es neu getauften Mongolen ermöglicht, auszudrücken, was sie als authentisch mit dem Evangelium vereinbar empfinden und was ihnen noch fremd oder von außen auferlegt erscheint. Authentische Inkulturation entsteht stets aus Gegenseitigkeit: Das Evangelium verändert eine Kultur, und gleichzeitig wird die Kirche durch die Begegnung mit diesem Volk verwandelt. Die Synodalität bewahrt und fördert genau diese wechselseitige Dynamik.

 

Welchen Mehrwert bietet die synodale Methodik für eine Kirche, die bereits über einfache und flexible Strukturen verfügt?

 

Tatsächlich sind die Strukturen, denen ich begegnet bin, fragil, vielleicht einfach, aber nicht unbedingt flexibel. Selbst in der Mongolei besteht die Gefahr, dass pastorale Strukturen schnell nach dem Vorbild der kirchlichen Gewohnheiten von Missionaren aufgebaut werden. Das ist verständlich, denn jeder Missionar bringt unweigerlich seine eigene Vorstellung von Kirche mit.

Die synodale Methodik fördert die Qualität der Beziehungen. Vor allem ermöglicht sie uns zu erkennen, wie selten es selbst innerhalb der Kirche ist, sowohl dem Wort Gottes als auch anderen wirklich zuzuhören. Man muss anerkennen, dass viele Dynamiken, die in der Mongolei auftreten, denen anderswo ähneln: die Tendenz, sofort zu reagieren, ohne auf das Gesagte einzugehen; die Schwierigkeit, sich wirklich hinterfragen zu lassen; die Schwierigkeit, gemeinsam im Lichte des Wortes Gottes zu urteilen, anstatt allein auf der Grundlage der eigenen pastoralen Überzeugungen.

Und die Erfahrungen der letzten Tage waren wahrlich ein großer Fortschritt. So haben beispielsweise einige mongolische Laien ihr Verständnis von Willkommenskultur erläutert. Es ist bemerkenswert, wie viel Wert auf den ersten Kontakt, die Qualität der Präsenz und die Feinfühligkeit gelegt wird, mit der man sich auf das Leben eines anderen einlässt. Dies wirft für alle Beteiligten ganz konkrete Fragen auf: Spiegelt sich diese Sensibilität wirklich in unseren Gemeinden, karitativen Organisationen und Schulen wider? Wie können wir jemanden, der aus finanziellen Gründen kommt und kein Interesse am Glauben hat, herzlich willkommen heißen? Wie können ungleiche Beziehungen zwischen Gebenden und Empfangenden in Großzügigkeit gelebt werden? Die Synodalität ermöglicht es uns gerade, diese Fragen nicht vorschnell abzutun, sondern aufmerksam zu verfolgen.

Schließlich ist bereits eine sehr bedeutende Frucht unseres Weges sichtbar: die Bildung einer kleinen Gruppe von Begleitern, die Gespräche im Geist und die Dynamik der Gemeinde anleiten können. In einer Kirche, die das Bedürfnis nach spirituellem Wachstum so stark verspürt, ist dies von unschätzbarem Wert. Das Haus der Spiritualität in der Nähe von Ulaanbaatar verfolgt genau diesen Ansatz. Doch Orte allein genügen nicht. Eine Kirche wächst, wenn es Menschen gibt, die spirituelle Prozesse fördern, die Unterscheidung begleiten und reife kirchliche Beziehungen unterstützen können.

 

Kann die mongolische Erfahrung der Weltkirche etwas bieten, sowohl im Hinblick auf das Verständnis der Synodalität als auch auf das Verhältnis zwischen Evangelisierung und Inkulturation?

 

Ich bin überzeugt: Die Mongolei zwingt die Kirche, sich erneut mit Fragen auseinanderzusetzen, die andernorts Gefahr laufen, aus Gewohnheit in Vergessenheit zu geraten. In vielen Ländern mit alten christlichen Traditionen denken die Menschen unbewusst weiterhin innerhalb eines kulturellen Horizonts, der zwar geschwächt, aber dennoch präsent ist: eine gemeinsame religiöse Sprache, eine gewisse symbolische Vertrautheit, gefestigte Strukturen, moralische und soziale Bezugspunkte, die sich über die Zeit herausgebildet haben. In der Mongolei hingegen tritt das Wesentliche und das, was zu sekundären historischen Schichten gehört, mit größerer Klarheit hervor.

Die mongolische Erfahrung erinnert uns alle einmal mehr daran, dass Synodalität nicht aus einem organisatorischen Bedürfnis entsteht. Sie entspringt dem Bedürfnis, echte Gemeinschaft innerhalb einer fragilen, verstreuten, multikulturellen und Minderheitenkirche aufzubauen, den missionarischen Impuls zu nähren und jeden der wenigen Getauften, die sie bilden, wertzuschätzen. In einem solchen Kontext wird besonders deutlich, dass Synodalität sich nicht um Logiken der Opposition oder interner Machtkämpfe formt, sondern um die gemeinsame Verantwortung für die Verkündigung des Evangeliums und für das konkrete Leben der kirchlichen Gemeinschaft.

Die mongolische Erfahrung erinnert uns auch daran, dass Synodalität nicht einfach eine Frage vermehrter Beratungen ist. Es geht vielmehr darum, wie die Kirche lernt, Beziehungen zu gestalten, die nicht von Dominanz, Klerikalismus und Selbstbezogenheit geprägt sind. In diesem Sinne erscheint die im Schlussdokument erwähnte „Beziehungsumkehr“ in der Mongolei sehr konkret.

Darüber hinaus bietet die Mongolei den ältesten Kirchen eine wertvolle Lektion: Sie erinnert uns daran, dass das Christentum niemals vollständig mit einer Zivilisation, einer Kultur oder einer endgültigen historischen Form übereinstimmt. Das Evangelium bleibt stets im Vergleich zu den Strukturen und Kulturen, die es beherbergen, überbordend.

 

Papst Leo XIV. betonte von seiner Antrittsrede an die Bedeutung der Synodalität für die Kirche. Worin besteht das Besondere am Ansatz des Heiligen Vaters im Vergleich zu der Synodalität, die auf der vorherigen Synodenversammlung als „Sendung, Teilhabe, Gemeinschaft“ definiert wurde?

 

Jeder Papst bringt unweigerlich seinen eigenen spirituellen Stil, seine eigene Sprache und sein eigenes kirchliches Empfinden mit. Der entscheidende Punkt des synodalen Prozesses betrifft jedoch nicht die Persönlichkeit des Papstes, sondern die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils. Sowohl Papst Franziskus als auch Papst Leo XIV. haben diese Kontinuität nachdrücklich betont. Die Synodalität ist einer der Wege, auf denen die Kirche versucht, die konziliare Ekklesiologie unter den gegenwärtigen historischen Bedingungen tiefer zu verinnerlichen.

Aus diesem Grund würde ich nicht von einem Bruch zwischen einer „Synode von Franziskus“ und einer von Leo XIV. eingeleiteten neuen Phase sprechen. Der Prozess ist derselbe. Schwerpunkte, Prioritäten und die Ausübung des Petrusamtes verändern sich zwangsläufig, aber die gemeinsame Überzeugung, dass die Kirche berufen ist, gemeinsam unter der Führung des Heiligen Geistes durch die Geschichte zu gehen, bleibt bestehen.

Mir scheint jedoch, dass der gegenwärtige Kontext die prophetische Bedeutung der Synodalität noch deutlicher macht und dass Papst Leo sie voll und ganz erfasst hat. Wir leben in einer Welt, die von zunehmender Polarisierung, Identitätskonflikten und einer fortschreitenden Unfähigkeit geprägt ist, Unterschiede zu akzeptieren, ohne sie in Gegensätze umzuwandeln. In diesem Kontext wird deutlich, dass die Synodalität die Art und Weise hervorhebt, wie die Kirche Zeugnis für die Möglichkeit eines versöhnten Zusammenlebens ablegt. Kirchliche Gemeinschaft beseitigt keine Spannungen, aber sie verhindert, dass diese zu einer Logik gegenseitigen Ausschlusses werden. Und genau das kann auch der Gesellschaft insgesamt vorgelebt werden.

Die Kategorien „Gemeinschaft, Teilhabe, Sendung“ bleiben daher zentral für den Ansatz von Papst Leo XIV. Insbesondere die Mission erscheint zunehmend als der Horizont, der alles andere versöhnen kann. Eine wahrhaft missionarische Kirche kann nicht selbstbezogen leben, denn das Evangelium drängt sie beständig über sich selbst hinaus.

Im Laufe des synodalen Prozesses entwickelte sich ein sehr starkes Bewusstsein: Dokumente allein bewirken keine kirchliche Transformation. Sie können Prozesse leiten, verdeutlichen und anstoßen. Die wahren Früchte der Synode hängen jedoch von der konkreten Fähigkeit der Kirchen ab, in ihren Beziehungen, in der Ausübung ihrer Autorität, in ihren pastoralen Praktiken und Strukturen im Sinne ihrer Mission umzukehren. Letztlich lädt die Synode die Kirche nicht dazu ein, etwas anderes zu werden, als sie ist, sondern vielmehr jene Lebensweise, jene Beziehungsgestaltung und jenes Miteinander, die ihren Ursprung und Maßstab in Christus und seinem Evangelium findet, auch in den konkreten Formen des täglichen Lebens tiefer hervortreten zu lassen.

(ML) (Fides 19/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Geiselkrise in Manipur: Christliche Religionsvertreter vermitteln

 

Imphal (Fides) – Eine Delegation christlicher Religionsvertreter aus Manipur und anderen nordostindischen Bundesstaaten bemüht sich um eine Vermittlung im ethnischen Konflikt in Manipur. Dieser war zwischen den Kuki und Meitei ausgebrochen und hat nun auch die Naga, eine dritte in Manipur ansässige ethnische Gruppe, in Mitleidenschaft gezogen. Die Religionsvertreter werden insbesondere die Distrikte Kangpokpi und Senapati besuchen, um die anhaltende Geiselkrise zu entschärfen.

Auslöser war die Ermordung dreier Baptistenpastoren am 13. Mai im Distrikt Kangpokpi. Am selben Tag wurden 20 Männer – sechs Angehörige der Naga- und 14 Angehörige der Kuki-Gemeinschaft (beide christlichen Volksgruppen) – von ihren jeweiligen bewaffneten Gruppen als Vergeltung für die Unruhen nach dem Anschlag entführt. Seitdem gibt es keine Neuigkeiten über die Geiseln. Der „United Naga Council“ (UNC) gab an, dass sich unter den sechs Geiseln zwei Pastoren befinden. In der chaotischen Situation wurden auch zwei Mitglieder des Ordens der Salesianer von Don Bosco entführt, später aber wieder freigelassen.

An der Vermittlungsinitiative sind Vertreter des Nordostindischen Baptistenkirchenrats und der Manipur Baptist Convention (MBC) beteiligt. Die Delegation traf sich zunächst mit dem Ministerpräsidenten von Manipur, Yumnam Khemchand Singh, um die Spannungen zwischen den Stammesgemeinschaften zu erörtern. Die Religionsvertreter boten ihre Vermittlung zwischen den Gemeinschaften an und erhielten dafür Unterstützung von den politischen Verantwortlichen, die, so der Premierminister, auf die Religionsvertreter zählen, um „den Dialog wiederaufzunehmen und den Frieden wiederherzustellen“.

Eine Gruppe christlicher Vertreter trifft sich mit Vertretern der Kuki; eine zweite Gruppe führt Gespräche mit Vertretern der Naga, um anschließend eine gemeinsame Basis für die anhaltende Geiselkrise zu finden. Inmitten der angespannten Lage hat der „United Naca Council“ (UNC) eine Blockade verhängt, während die Kuki einen Generalstreik ausgerufen haben. Die Blockade hat Hunderte von Lastwagen auf dem NH-02 (der Hauptverkehrsader der Region) zum Stillstand gebracht und den Transport in die von Kuki bewohnten Gebiete sowie nach Imphal, einer Stadt mit mehrheitlich Meitei-Bevölkerung, unterbrochen. Dies schürt die Sorge vor einem Mangel an lebensnotwendigen Gütern.

Während die Kuki alle öffentlichen und privaten Aktivitäten eingestellt haben, hat der Kuki-Zo-Council (KZC), der diese ebenfalls suspendiert hat, den indischen Premierminister Narendra Modi um die Intervention der Zentralregierung gebeten. Man befürchtet einen großflächigen ethnischen Konflikt zwischen den Naga und den Kuki.

Während der Beerdigung der drei Baptistenpastoren, die am 13. Mai bei einem Hinterhalt getötet worden waren, vergab Haominlun Sitlhou, der Sohn von Pastor Vumthang Sitlhou, einem der drei Ermordeten, öffentlich den Mördern seines Vaters. Tausende Gläubige nahmen an der Trauerfeier auf dem Gelände der „Thadou Baptist Association India“ in Motbung teil.

Pastor Vumthang Sitlhou war in der Region für sein aktives Engagement für Frieden und Versöhnung sowie für seine Bemühungen um die Koordination und Einheit der christlichen Gemeinden verschiedener ethnischer und Stammesgruppen bekannt. Haominlun Sitlhou erinnerte an das Wirken seines Vaters und appellierte an die wichtigsten am Konflikt beteiligten Organisationen vor Ort, die Geiseln freizulassen und konkrete Schritte für den Frieden in Manipur einzuleiten.

(PA) (Fides 19/5/2026)

 

 

AFRIKA/SÜDSUDAN - Bischof von Tombura Yambio: “Mögen Führungskräfte, Kirchen, junge Menschen, Frauen, Intellektuelle, die Zivilgesellschaft und Familien Brücken der Heilung und des Friedens sein”

 

Tombura Yambio (AFides) – „Western Equatoria war nicht nur als Kornkammer des Südsudans bekannt, sondern auch als Hort friedlichen Zusammenlebens, als grünes Herz des Südsudans, als Garten der Gastfreundschaft, als Heimat des Dialogs, als Land harter Arbeit und als Zufluchtsort der Menschenwürde“, so Bischof Eduardo Hiiboro Kussala von Tombura Yambio in einer Botschaft an die Behörden, die religiösen Führer und die gesamte Bevölkerung. Der Mai steht im gesamten Südsudan im Zeichen des Nationalfeiertags mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen und Treffen zur Erinnerung an die Geschichte der Unabhängigkeit des Landes.

„Doch im Laufe der Jahre haben sich schmerzhafte Herausforderungen in unsere Gesellschaft eingeschlichen“, so Bischof Hiiboro weiter. „Gewalt, politische Instabilität, wirtschaftliche Not, Unsicherheit, Vertreibung, Misstrauen und Spaltung haben unser soziales Gefüge schwer beschädigt. Verschiedene Teile unseres geliebten Staates, von den Angriffen der "Lord’s Resistance Army" (LRA) bis hin zu den Konflikten in Mundri, Maridi, Yambio, Ezo und Tombura, haben Schmerz, Angst, Vertreibung und Leid erfahren. Doch nach all diesen schmerzhaften Jahren ist eine Wahrheit ganz deutlich geworden: Gewalt hat unsere Gemeinschaften nicht geheilt. Hass hat das Vertrauen untergraben. Rache lässt keinen Frieden entstehen.“

„Wahrer Frieden entsteht durch Dialog. Deshalb appelliere ich heute an alle unsere Bürgerinnen und Bürger: Lasst uns die Kultur des respektvollen Dialogs, der Versöhnung und der Einheit wiederbeleben. Mögen die Verantwortlichen offen mit den Gemeinden sprechen. Mögen Führungskräfte, Kirchen, junge Menschen, Frauen, Intellektuelle, die Zivilgesellschaft und Familien Brücken der Heilung und des Friedens sein. Vor allem aber lasst uns die Heiligkeit des menschlichen Lebens schützen. Das Leben ist ein Geschenk Gottes”, so der Bischof.

Bischof Hiiboro betont mit Blick auf den unangemessenen Umgang mit Medien, wie schädlich impulsiver Gebrauch sein kann. „Heute kann eine unbedachte Nachricht Beziehungen zerstören, die über Generationen gewachsen sind“, hebt der Prälat hervor. „Eine Beleidigung, die man vor einem Handybildschirm schreibt, kann Hass in vielen Herzen säen. Worte haben Macht. Sie können heilen oder zerstören, vereinen oder spalten. Eine Gesellschaft wird zu dem, was ihre Mitglieder durch Worte, Einstellungen und Taten beständig säen. Lasst uns daher eine Sprache der Einheit entwickeln, die von Respekt, Weisheit, Heilung, Ermutigung und Verantwortung geprägt ist. Mögen unsere Worte Beziehungen schützen, anstatt sie zu zerstören. Ich lade alle unsere Mitmenschen ein, zum Gebet zurückzukehren und sich fest an Christus, den Friedensfürsten, zu klammern. Das Gebet verändert Einstellungen, heilt Erinnerungen, lindert Bitterkeit und erneuert Gemeinschaften“.

Der Bischof von Tombura Yambio, der sich seit Langem für Dialog und Menschenrechte einsetzt, schließt seinen Appell mit einem Aufruf zur Einheit statt zur Spaltung. „An die politischen Führungskräfte: Führung bedeutet Dienen, nicht Spaltung. An die Jugend: Nutzt eure Energie und Intelligenz, um die Zukunft durch Bildung, Landwirtschaft, Innovation, Unternehmertum und Friedensarbeit zu gestalten. An die Frauen: Bleibt Hüterinnen des Lebens, der Heilung und der Versöhnung. An die traditionellen Anführer: Besinnt euch auf die Weisheit des Dialogs, der Geduld und der moralischen Führung. An die religiösen Führer: Verteidigt weiterhin Wahrheit, Gerechtigkeit, Frieden und Einheit ohne Furcht, Schrecken oder Stammesdenken. Und an unser gesamtes Volk: Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, Western Equatoria zu Frieden und Entwicklung zurückzuführen, damit unser Bundesstaat einen bedeutenden Beitrag zur Einheit und Zukunft des Südsudans leisten kann.“

(AP) (Fides 18/5/2026)

 

AFRIKA/SIMBABWE - Bischöfe äußern erneut Zweifel an der geplanten Verfassungsänderung

 

Harare (Fides) – Die Bischöfe Simbabwes äußerten sich „zutiefst besorgt“ darüber, dass die geplante Verfassungsrevision „grundlegende Verfassungsprinzipien untergräbt, die institutionelle Unabhängigkeit schwächt, die direkte demokratische Teilhabe einschränkt und die verfassungsmäßigen Garantien gegen Machtkonzentration und -missbrauch aushöhlt“.

Sie appellieren daher „respektvoll an das Parlament, jene Bestimmungen des Gesetzentwurfs abzulehnen, die mit der verfassungsmäßigen Demokratie, der Souveränität des Volkes und der langfristigen Stabilität und Integrität der simbabwischen Verfassungsordnung unvereinbar sind“.

Die Position der Mitglieder der simbabwischen Bischofskonferenz (ZCBC) wurde in einer ausführlichen Erklärung dargelegt, die vom Vorsitzenden und vom stellvertretenden Vorsitzenden, Bischof Raymond Mupandasekwa von Masvingo und Administrator von Chinhoyi, sowie Bischof Rudolf Nyandoro von Gweru, unterzeichnet wurde. Bereits im März hatten die Bischöfe ihre Ablehnung des von der Regierungsmehrheit vorgelegten Verfassungsreformvorschlags zum Ausdruck gebracht.

Die Erklärung vom 12. Mai bekräftigt, dass „die katholische Kirche in Simbabwe sich nicht als politischer Akteur, sondern als moralische und bürgerliche Stimme am Verfassungsprozess beteiligt, die sich dem Schutz der Menschenwürde, dem Konstitutionalismus, der demokratischen Teilhabe, der Gerechtigkeit, der Rechenschaftspflicht und dem Gemeinwohl verpflichtet fühlt. Verfassungsfragen sind nicht bloß juristische und technische Angelegenheiten; sie prägen die moralischen und institutionellen Grundlagen des nationalen Lebens“.

Andere christliche Konfessionen, wie der Zimbabwe Council of Churches (ZCC), die Evangelical Fellowship of Zimbabwe, die zusammen mit der katholischen Bischofskonferenz Teil der Zimbabwe Heads of Chritian Denominations (ZHOCD), haben sich ebenfalls gegen die Verfassungsreform ausgesprochen oder aufgrund ähnlicher Einwände wie die der katholischen Bischöfe (Schwächung demokratischer Garantien, Konzentration der Exekutivmacht usw.) zur Vorsicht gemahnt.

Der Zimbabwe Indigenous Interdenominational Concil of Churches (ZIICC), der die apostolischen, pfingstkirchlichen, evangelikalen und indigenen Kirchen vertritt (und nach eigenen Angaben über 8,7 Millionen Gläubige repräsentiert), vertritt hingegen eine völlig andere Position. Er unterstützt den Gesetzentwurf nachdrücklich. Der ZIICC hat Petitionen eingereicht, in denen er argumentiert, dass die Verfassungsreform die Stabilität der Regierung, die Kontinuität der Regierungspolitik und die nationale Entwicklung fördert und mit biblischen Prinzipien wie dem Siebenjahreszyklus übereinstimmt.

Die vorgeschlagene Änderung sieht unter anderem vor, die direkte Wahl des Präsidenten durch das Volk durch eine Wahl in einer gemeinsamen Sitzung des Parlaments zu ersetzen; die Amtszeit des Präsidenten, des Parlaments und der lokalen Regierungen von fünf auf sieben Jahre zu verlängern (mit der Möglichkeit, die Amtszeit von Präsident Emmerson Mnangagwa, 84, bis 2030 zu verlängern); und dem Präsidenten das Recht einzuräumen, zehn zusätzliche Senatoren zu ernennen.

(L.M.) (Fides 18/5/2026)

 

Kardinal Tagle in Burundi zum 75jährigen Bestehen des Priesterseminas “St. Petrus Claver”: “Jedes Seminar ist ein Abendmahlssaal”

 

Bujumbura (Fides) - Kardinal Luis Antonio Tagle, Propräfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen), besuchte am Samstag, dem 16. Mai 2026, Burundi. Der philippinische Kardinal wurde am Flughafen von Bujumbura von einer großen Menge Gläubiger, Priester und Ordensleute herzlich empfangen, die ihre Dankbarkeit zum Ausdruck brachten. Das Erzbistum Bujumbura berichtet auf seiner offiziellen Website, dass insbesondere die Pfarreien in der Nähe des Flughafens – Buterere, Gatumba und Muramvya – sowie jene in der Nähe der Apostolischen Nuntiatur dem Gesandten des Heiligen Vaters einen herzlichen Empfang bereiteten.

Der Besuch diente in erster Linie der Feier des 75-jährigen Bestehens des Priesterseminars „St. Peter Claver“ in Burundi, das seit 1950 Kandidaten für das Priesteramt ausbildet. In seiner Predigt erläuterte Kardinal Tagle über das Geheimnis des Letzten Abendmahls und dessen Bedeutung für die Priesterausbildung und entwickelte dabei drei spirituelle Aspekte: kirchliche Gemeinschaft, gemeinschaftliche Vielfalt und Gebet.

 

Die Friedensbotschaft von Papst Leo XIV.

 

Gleich zu Beginn seiner Predigt übermittelte Kardinal Tagle die Botschaft des Papstes: „Der auferstandene Herr grüßt uns weiterhin mit den Worten: ‚Friede sei mit euch.‘ Papst Leo XIV. hat diesen Gruß vom ersten Augenblick seines Pontifikats an zu seinem eigenen gemacht und mich beauftragt, ihn mit der Versicherung seiner väterlichen Liebe weiterzugeben.“

Anschließend begründete er die Jubiläumsfeier mit einem Zitat aus dem Buch Tobit: „Es ist gut, das Geheimnis eines Königs zu wahren, die Werke Gottes aber zu offenbaren und ehrend zu bekennen“.

Er würdigte die Pioniere der Evangelisierung in Burundi und begrüßte die laufenden Ausbildungsprojekte, insbesondere das vorbereitende Priesterseminar in Cibitoke und das im Bau befindliche Priesterseminar „Erzbischof Michael Aidan Courtney“ in Minago in der Diözese Ruyigi. Die Wahl von Minago für dieses Projekt ist kein Zufall: Genau an diesem Ort wurde Erzbischof Michael Aidan Courtney, damals Apostolischer Nuntius in Burundi, am 29. Dezember 2003 ermordet. Ein Denkmal zur Erinnerung an ihn wurde in Minago am 14. August 2025 von Kardinal Pietro Parolin, dem vatikanischen Staatssekretär, während seines Besuchs in Burundi eingeweiht und gesegnet.

Kardinal Tagle wandte sich direkt an die anwesenden Seminaristen und wiederholte die Worte von Papst Leo XIV. anlässlich des Jubiläums der Seminaristen im Petersdom am 24. Juni 2025: „Liebe Seminaristen, die Weisheit der Mutter Kirche, geleitet vom Heiligen Geist, sucht stets nach den geeignetsten Wegen zur Ausbildung der Priester, den Bedürfnissen des jeweiligen Ortes entsprechend. Was ist eure Aufgabe in diesem Bestreben? Es ist, euch niemals mit dem Erreichten zufriedenzugeben, niemals nur passive Empfänger zu sein, sondern mit Leidenschaft das priesterliche Leben zu leben, in der Gegenwart zu präsent zu sein und mit prophetischem Herzen in die Zukunft zu blicken.“

Diese Empfehlung gab den Ton für die Erläuterungen vor, die sich auf den Abendmahlssaal als Vorbild für das Priesterseminar konzentrierte – einen Ort, der seit 75 Jahren in Burasira unter der Leitung des Heiligen Geistes steht.

 

Cum Petro et sub Petro: kirchliche Gemeinschaft

 

Der erste Aspekt, mit dem sich Kardinal Tagle befasste, betraf das Leben in Gemeinschaft. In seiner Betrachtung der Apostelgeschichte erinnerte er daran, wie die Elf nach der Himmelfahrt Jesu vereint blieben: „Nachdem die Apostel Jesus in den Himmel auffahren sahen, standen sie allein vor ihrem Schicksal. Der Meister, der sie zusammengeführt hatte, war nicht mehr sichtbar, doch sie blieben vereint, eng verbunden, bevor sie in alle Welt zerstreut wurden, um das Evangelium zu verkünden.“

Der Kardinal betonte den Primat des Petrus und zitierte Christi Verheißung: „Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“ Anschließend erläuterte er die ekklesiologischen Implikationen: „Jedes Priesterseminar ist ein Abendmahlssaal, in dem man lernt, die Erfahrung der kirchlichen Gemeinschaft zu leben, unter dem Vorsitz des Nachfolgers des Apostels Petrus. Die Gemeinschaft geht der Mission voraus, befruchtet sie und nährt sie.“

Unter Bezugnahme auf die lateinische Formel „Cum Petro et sub Petro“ (mit Petrus und unter Petrus) betonte der Kardinal, dass diese Gemeinschaft „die Anerkennung der Abhängigkeit von einer fundamentalen Kraft voraussetzt, aus der die Jünger Kraft und Inspiration schöpfen“. Er erinnerte zudem unter Bezugnahme auf die Enzyklika „Lumen Fidei“ von Papst Franziskus daran, dass „das Lehramt des Papstes und der mit ihm in Gemeinschaft stehenden Bischöfe nichts Äußerliches oder eine Einschränkung der Freiheit ist, sondern den Kontakt mit der ursprünglichen Quelle des Glaubens gewährleistet“.

 

Eine Kirche der Vielfalt

 

Der zweite behandelte Punkt betraf die gemischte Natur der Abendmahlsgemeinschaft. Kardinal Tagle reflektierte über Marias Anwesenheit an der Seite der Apostel: „Die Kirche besteht nicht nur aus den Aposteln, sondern umfasst auch Frauen, darunter Maria, die Mutter Jesu.“ Er beschrieb Maria als „eine vorbildliche Jüngerin, die stets danach strebte, in allem Gottes Willen zu folgen“ und ihrer Antwort an den Engel treu blieb: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast.“

 

Er zitierte den heiligen Paulus: „Die Gnadengaben sind vielfältig, aber es ist derselbe Geist, der sie spendet. Die Dienste sind vielfältig, aber es ist derselbe Herr, der sie beseelt.“ Diese Ekklesiologie der Komplementarität führt zu einer wichtigen Frage: „Die Ausbildung von Priesterkandidaten betrifft nicht nur bestimmte Bereiche der Kirche, wie Bischöfe und einige Priester. Jedes Mitglied der Kirche und jede Gruppe von Jüngern ist von dem betroffen, was im Abendmahlssaal unserer Seminare geschieht.“

 

Der Kardinal rief die burundischen Gemeinden dazu auf, ihre Priesterseminare materiell zu unterstützen, und erinnerte an die Worte Christi: „Gebt ihr ihnen zu essen.“

 

Das Gebet, eine Waffe des Dienstes

 

Der dritte und letzte Aspekt betraf das Gebet als „die Haupttätigkeit der Abendmahlsgemeinschaft“. Kardinal Tagle bezog sich dabei auf das Johannesevangelium, in dem Jesus betet: „Vater, die Stunde ist gekommen. Verherrliche deinen Sohn, damit der Sohn dich verherrlicht!“ und kommentierte: „Die Herrlichkeit Jesu ist daher nicht die der Welt, sondern die der vollen Offenbarung von Gottes Liebe zu ihm und seinen Brüdern und Schwestern in der Menschheit. Es ist die Herrlichkeit des Leidens am Kreuz.“

 

Er betonte, dass „das Gebet bis zum Ende, bis zum Gipfel von Golgatha, die Waffe von Jesu Wirken war“ und erinnerte daran, dass Jesus auch nach der Auferstehung „mehr denn je unser Fürsprecher beim Vater ist“.

 

Der heilige Petrus Claver, ein Vorbild der Hingabe an Gott

 

Abschließend erinnerte Kardinal Tagle an den Namensgeber des Seminars, dem heiligen Petrus Claver, einem spanischen Jesuiten, der am 26. Juni 1580 in Verdú in Katalonien, geboren wurde und am 8. September 1654 in Cartagena de Indias im heutigen Kolumbien starb und sich „am 3. April 1622 selbst zum Sklaven der Afrikaner für immer erklärte“. Nach Abschluss seines Theologiestudiums in Bogotá wurde er nach Cartagena an der Karibikküste entsandt, wo er 1616 zum Priester geweiht wurde. Er verbrachte den Rest seines Lebens dort im Dienst der Sklaven, die in diesem Hafen aus Afrika an Land gingen. Cartagena war einer von zwei spanischen Häfen, die für die Aufnahme von Sklaven bestimmt waren. Schätzungsweise 10.000 Sklaven kamen zu Petrus Clavers Zeiten jährlich an, und sie befanden sich nach der langen Seereise meist in einem sehr schlechten Zustand. Petrus Claver wartete mit erbettelten Proviantmitteln am Kai. Begleitet von ehemaligen Sklaven, die als Dolmetscher dienten, ging der spanische Jesuit an Bord der Schiffe und begrüßte die Menschen an Deck, bevor er in den Schiffsraum hinabstieg, um die Kranken zu versorgen. „Er reinigte Wunden, trug Salben auf, legt Verbände an und sprach mit ihnen über Gott“ heißt es auf der Website der Jesuiten. 44 Jahre lang hieß Petrus Claver Sklaven willkommen, wenn sie von Bord gingen, versorgte und pflegte sie. Er kleidete sie, tröstete sie und unterwies sie im Glauben. Er besuchte auch Leprakolonien und pflegte Pestkranke; schließlich war es die Pest, die ihn in Cartagena das Leben kostete. Der Kardinal betonte, dass dieser Heilige „selbst Ablehnung und Missverständnisse erfahren hatte, nicht nur seitens der Kolonialherrschaft, sondern auch innerhalb seines eigenen Ordens“, aber dass er „uns ein wunderbares Beispiel dafür hinterlassen hat, wie man den Widrigkeiten des Lebens begegnet“.

 

Der Weg von der Passion zur Herrlichkeit

 

„Der heilige Petrus lehrt uns in der zweiten Lesung dieser Liturgie, dass wir lernen müssen, an Christi Leiden teilzuhaben, um uns freuen zu können, wenn seine Herrlichkeit offenbart wird“, so der Kardinal abschließend, „Wir können den wunderbaren Garten der Auferstehung nicht erreichen, ohne notwendigerweise durch den engen und beschwerlichen Garten Gethsemane zu gehen, der zum schmerzhaften Garten Golgatha führt. Brüder und Schwestern, die Zusammensetzung der gemischten Gemeinschaft des Abendmahls lehrt uns, dass wir alle – Männer und Frauen, Apostel oder einfache Jünger, Blutsverwandte Jesu – auf diesem Weg von der Passion zur Herrlichkeit, vom Kreuz zur Auferstehung, im Geist des Gebets und der Hingabe an Gott verbunden sind. Insbesondere aber sind die Hirten aufgerufen, Vorbilder des Glaubens, der Liebe und des Gebets unter ihren Brüdern und Schwestern zu sein.“ Eine kraftvolle spirituelle und ekklesiologische Herausforderung.

(ML) (Fides 18/5/2026)

 

ASIEN/PAKISTAN - Erzbischof Arshad: "Wir bemühen uns um Bildung und Berufsausbildung für junge Menschen”

 

Islamabad (Agenzia Fides) – „In meiner Zeit als Bischof, zunächst in Faisalabad und dann in Islamabad, wurde mir bewusst, dass wir uns in Pakistan auf die Jugend konzentrieren müssen, denn sie macht 60 % der pakistanischen Bevölkerung aus. Auch in der christlichen Gemeinschaft stellen junge Menschen einen bedeutenden Anteil von etwa 60 %. Doch rund 80 % von ihnen sind Analphabeten – ein wahrer Bildungsnotstand“, sagte Erzbischof Joseph Arshad von Islamabad-Rawalpindi, im Interview mit Fides am Rande des Ad-limina-Besuchs der pakistanischen Bischöfe.

„Als Erzbischof der Diözese Islamabad-Rawalpindi“, so Arshad gegenüber Fides, „besuchte ich alle Pfarreien und sprach mit jungen Menschen. Im Austausch mit ihnen begannen sie, ihre Bedürfnisse zu äußern, insbesondere im Bereich Bildung und Berufsberatung, aber auch Bibelkurse und Sportangebote.“

„In Anerkennung dieses Bedarfs haben wir Initiativen im Bildungsbereich ins Leben gerufen. Junge Menschen brauchen Bildung und Arbeit: zwei wesentliche Dinge für unsere Gemeinschaft, die unter Armut und Ausgrenzung leidet“, erklärt der Erzbischof.

„Deshalb haben wir uns dafür eingesetzt, dass Mitglieder unserer Gemeinden eine angemessene Bildung an weiterführenden Schulen erhalten und sich um Stellen in Regierungsbehörden und der öffentlichen Verwaltung bewerben können. Aus diesem Grund haben wir im Bistum die Kurse des Central Superior Services (CSS) eingeführt. Diese Kurse bereiten die Studierenden durch das Bestehen einer staatlichen Prüfung auf die Arbeit in öffentlichen Ämtern und Regierungsbehörden vor“. „In Islamabad“, fährt er fort, „haben wir damit vor etwa fünf Jahren begonnen, und zwar mit gutem Erfolg.“

„Darüber hinaus“, erklärt der Erzbischof, „mussten wir an die jungen Menschen denken, die eine Ausbildung benötigen, aber aus abgelegenen Gebieten stammen. Tatsächlich ist das Bistum Islamabad-Rawalpindi mit seinen 250.000 katholischen Gläubigen eines der größten in Pakistan: Es erstreckt sich bis nach Afghanistan, in die Kaschmir-Region und in die Hälfte des Punjab – die sehr unterschiedlich sind. Deshalb haben wir in Rawalpindi ein College für Universitätsstudenten eröffnet, in dem Studierende aus allen Teilen des Bistums unterkommen können und ihnen die Möglichkeit bietet, in der Stadt zu leben und zu studieren.“

„Es ist auch wichtig, dass junge Menschen, die keinen Zugang zu höherer Bildung haben, berufliche Kompetenzen entwickeln. Deshalb versuchen wir, präsent zu sein und zur beruflichen Weiterbildung beizutragen“, sagt er.

Katholiken hätten trotz ihrer schwierigen Lebensumstände „einen starken und lebendigen Glauben“, bemerkt er. „Wir müssen jedoch die Ausbildung von Priestern, Ordensleuten und Laien fördern und insbesondere die Beteiligung der Laien am Leben der Kirche stärken.“ „Im diözesanen Pastoralplan – der unter Mitwirkung aller entwickelt wurde“, betont er, „streben wir danach, eine aktive und gläubige Gemeinschaft zu sein, die die Frohe Botschaft verkünden kann.“

„Die christliche Gemeinde in Pakistan“, so der Erzbischof, „ist klein und besteht aus Menschen ohne Stimmen, die in der Gesellschaft schwach sind. Es ist eine vorwiegend schwache, arme und marginalisierte Gemeinschaft. Die Dynamik, die wir in der Gesellschaft beobachten, ist folgende: Die Reichen sind mächtig, die Armen machtlos. Deshalb werden die Armen weiterhin diskriminiert. Diese Mentalität liegt auch Phänomenen wie Blasphemievorwürfen zugrunde, die oft haltlos sind, oder der Entführung und Zwangsbekehrung junger Frauen aus christlichen oder anderen nicht-muslimischen Gemeinden zum Islam. Im Kern steht die Vorstellung, dass nicht alle Menschen gleich sind; dieser Mentalität stellen wir uns entgegen und berufen uns auf die Verfassung und den Grundsatz der Würde jedes Menschen.“

„Trotz der Herausforderungen und Schwierigkeiten“, schließt er, „bin ich sehr zuversichtlich, was die Zukunft der Kirche in Pakistan angeht, denn die Menschen sind stark in ihrem Glauben; sie wanken nicht.“ Zum Ad-limina-Besuchs sagte er: „Es war sehr ermutigend für uns, den Papst zu treffen und uns als lebendiger Teil der Weltkirche zu fühlen. Wir sind eine kleine, junge Gemeinde, die Unterstützung braucht. Und wir hoffen, dass Papst Leo nach dem historischen Besuch von Johannes Paul II. nach Pakistan kommen kann, um unseren Glauben und unsere Hoffnung zu stärken.“

 

(PA) (Fides 18/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 19.05.2026

ASIEN/VIETNAM - Erzbischof Joseph Vu Van Thien: “Die Kirche in Vietnam ist dankbar für die Missionaren und Märtyrer”

 

Von Paolo Affatato

 

Vatikanstadt (Fides) – Mit jährlich 30.000 Neutaufen beweist die katholische Gemeinde in Vietnam die Lebendigkeit ihres Glaubens „im Kontext einer Gesellschaft mit vielen Komplexitäten und Schwierigkeiten“, so Erzbischof Joseph Vu Van Thien von Hanoi, stellvertretender Vorsitzender der vietnamesischen Bischofskonferenz, im Interview mit Fides am Rande des Ad-limina-Besuchs der Bischöfe im Vatikan.

Der Erzbischof berichtet, dass die katholische Gemeinde – inspiriert von den ersten Missionaren und gestärkt durch das Beispiel der Märtyrer – heute insgesamt 7,5 Millionen Gläubige, 7.400 Priester, 27.000 Ordensleute, 2.500 Seminaristen und 70.000 Katecheten zählt.

 

Erzbischof Joseph Vu Van Thien, wie würden Sie das kirchliche Leben in Vietnam beschreiben?

 

Man könnte im Geiste des „Magnificat“ viel über die wunderbaren Dinge sagen, die der Herr für die Kirche in Vietnam gewirkt hat. Ich möchte die Vitalität und Dynamik der Kirche inmitten einer komplexen und schwierigen Gesellschaft hervorheben. Das Leben der Gläubigen selbst ist ein „Magnificat“. Es gibt viele wunderbare Dinge im Leben vietnamesischer Christen.

 

Dank dieser Vitalität erleben wir viele Berufungen zum Priesteramt und zum Ordensleben. Viele junge Menschen entscheiden sich für das Priesteramt, das Ordensleben oder engagieren sich in der Seelsorge.

 

Um den Grund für dieses Aufblühen zu verstehen, muss man zunächst Gottes Wirken und Willen erkennen; das „menschliche Geheimnis“ ist die Familie, das Fundament eines gelebten Glaubens.

 

In vietnamesischen Gemeinden beginnt die Katechese sehr früh. Die Katechese beginnt im Elternhaus, und ab dem siebten Lebensjahr besuchen die Kinder den Katechismusunterricht zur Vorbereitung auf die Erstkommunion und die Firmung. Es gibt einen im Allgemeinen sehr gut organisierten Prozess der christlichen Initiation, der dazu dient, den Glauben von Kindern und Jugendlichen zu festigen und zu vertiefen.

 

Ich möchte insbesondere darauf hinweisen, dass auch der liturgische Dienst am Altar ein Weg ist, junge Menschen an das Priesteramt heranzuführen. Jugendliche beginnen ihren Dienst beispielsweise als Ministranten. Durch diese Praxis entwickeln sie einen festen Glauben sowie eine besondere Vertrautheit bei der Gewohnheit, sich dem Altar zu nähern; sie werden dabei auch von ihren Familien bestärkt: Alles beginnt dort.

 

Können Sie einige Daten zur vietnamesischen katholischen Glaubensgemeinschaft nennen?

 

Die Kirche in Vietnam ist mit 7,5 Millionen Gläubigen bei einer Gesamtbevölkerung von 102 Millionen Vietnamesen – das entspricht 7,3 % – nach wie vor eine kleine Gemeinde. Sie ist in 27 Diözesen gegliedert. Da etwa 75–80 % der Gläubigen ihren Glauben aktiv praktizieren, trägt die Kirche in Vietnam weiterhin reiche Frucht.

Laut Prognosen für 2025 gibt es in Vietnam insgesamt 7.453 Priester (Diözesan- und Ordenspriester), 27.000 Ordensleute und 2.500 Seminaristen in elf Priesterseminaren. 70.000 junge Katecheten engagieren sich in unseren Pfarreien, in Gemeinderäten und katholischen Vereinigungen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich unser Land in einer historischen Phase befindet, in der die IT-Revolution, der wissenschaftliche Fortschritt und das Wirtschaftswachstum sowohl ein Segen als auch eine Versuchung darstellen und viele Menschen von Gott entfernen können. Angesichts dieser Schwierigkeiten und Herausforderungen in Kirche und Gesellschaft streben wir als Seelsorger danach, jeden Getauften zu einem authentischen und missionarischen Jünger zu formen. Jedes Jahr haben wir rund 30.000 neue Taufen; im Jahr 2025 waren es etwa 33.000. Dies ist ein großes Geschenk. Pfarrgemeinden und Ordensgemeinschaften ergreifen zahlreiche Initiativen und Aktivitäten, um das Evangelium zu bezeugen und es zu verkünden. Und viele vietnamesische Priester aus Diözesen und Ordensgemeinschaften sind als Missionare in verschiedenen Ländern tätig.

 

Wie denkt man in der Öffentlichkeit über die katholische Kirche und die Katholiken in der Gesellschaft?

 

Vietnam wird von der atheistischen Kommunistischen Partei regiert. Katholiken bilden in einer überwiegend buddhistischen Gesellschaft, die auch animistischen und volkstümlichen Glaubensvorstellungen anhängt, nur eine Minderheit. Auf der einen Seite versucht die Propaganda zu behaupten, das Christentum sei „von außen gekommen“, von Fremden eingeführt worden und bleibe daher unserer Kultur und Nation fremd. Und diese Art von Propaganda ist nicht nur in den Medien, sondern auch im Bildungssystem präsent. Man versucht, die ersten Missionare mit dem Kolonialismus in Verbindung zu bringen und sie in einem negativen Licht darzustellen. Dies ist ein historischer Irrtum, der jedoch bewusst herbeigeführt wird. Wir wissen, dass die ersten Missionare im 17. Jahrhundert in Vietnam ankamen, während die Franzosen erst Ende des 19. Jahrhunderts eintrafen.

 

Aus einer anderen Perspektive betrachten Nicht-Katholiken die katholische Kirche als gut organisierte, hierarchisch strukturierte und daher solide Institution, die Sicherheit bietet und sie wird dafür geschätzt. Katholiken werden im Allgemeinen für ihren Beitrag zum Gemeinwohl durch soziale und karitative Arbeit geachtet. Selbst Regierungsbeamte stellen fest – sofern sich die Gelegenheit zum Dialog mit ihnen bietet –dass es dort, wo viele Katholiken leben, weniger Kriminalität gibt. In Großstädten mit einer besser gebildeten Bevölkerung verstehen die Menschen den Katholizismus besser und haben eine positive Meinung von unseren Gemeinden, aufgrund ihrer karitativen Arbeit und weil sie der Gesellschaft und insbesondere jungen Menschen positive Werte vermitteln. In kleinen Dörfern und abgelegenen Gebieten ist das Bild der Kirche jedoch aufgrund von Propaganda weniger positiv.

 

Katholiken stellen sich selbst als „gute Bürger und gute Christen“ dar …

 

Diesen Ausdruck verwendete Papst Benedikt XVI. beim Ad-limina-Besuch der Bischöfe im Jahr 2009. Aus Sicht des Evangeliums ist diese Perspektive sehr klar, und auch die Regierung verwendet sie häufig, wenn auch mit einem etwas „politischeren“ Unterton. Für uns bedeutet sie, dass die Gläubigen einen tiefen Glauben an Gott haben und gleichzeitig vorbildliche Bürger sind, die ihr Land lieben und durch ihre Arbeit und ihr Leben einen praktischen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Kommunistische Funktionäre versuchen mitunter, den Begriff des Patriotismus in „Liebe zum Sozialismus“ umzudeuten. Ich möchte an die Bedeutung des Hirtenbriefs von 1980 erinnern, der den Ausgangspunkt der Bischofskonferenz bildete, denn er besagt: „Lebe den Glauben im Herzen oder unter den Menschen.“ Er war ein hervorragender Ausgangspunkt für die Beziehung zur Zivilgesellschaft.

 

Es scheint eine allmähliche Verbesserung der bilateralen Beziehungen zu den Regierungsbehörden gegeben zu haben. Passt die Einladung des vietnamesischen Präsidenten an den Papst zu einem Besuch in das Land in diesen Kontext?

 

Seit 1980 haben sich die Beziehungen der Regierung zum Heiligen Stuhl verbessert. Ein Schlüsselmoment war beispielsweise der Besuch von Kardinal Roger Etchegaray in Vietnam im Jahr 1989: Man kann sagen, dass damit eine neue Phase begann, und seitdem sprechen wir vom Dialog. Jahre später, im Jahr 2011, wurde der erste „nicht-residierende“ päpstliche Vertreter des Heiligen Stuhls in Vietnam ernannt; schließlich wurde 2023 Erzbischof Zalewski zum ersten ständigen Vertreter in Vietnam ernannt.

 

In diesem Prozess entstand eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit Vertretern des Heiligen Stuhls und Vietnams, die bereits konkrete Ergebnisse erzielte. Ich möchte darauf hinweisen, dass bereits der vorherige Präsident den Papst eingeladen hatte. Nun hat der neue Präsident, To Lam, der zugleich Generalsekretär der Partei ist, Papst Leo im April dieses Jahres nach Vietnam eingeladen. Als vietnamesische Bürger und Katholiken erwarten wir diesen Besuch mit großer Hoffnung. Dies war bereits der Wunsch von Papst Johannes Paul II. bei der Heiligsprechung der 117 vietnamesischen Märtyrer 1988 in Rom. Wir vertrauen auf die jahrtausendealte Erfahrung der päpstlichen Diplomatie, die wissen wird, wie sie zum Wohle nicht nur der Kirche in Vietnam, sondern auch des vietnamesischen Volkes handeln kann. Während des Ad-limina-Besuchs lud der Vorsitzende unserer Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Nguyen Nang von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon), den Papst ebenfalls offiziell zu einem Besuch in Vietnam ein.

 

Wie verlief Ihr Treffen mit dem Papst?

 

E' stato un incontro molto caloroso e amichevole. Leone XIV ha parlato della Chiesa vietnamita con affetto: sa che è piccola ma attiva e fervente di gioventù. L'impressione più importante per noi, quando veniamo a Roma e incontriamo il Papa, è quella di un “ritorno a casa”. In tutti i dicasteri che abbiamo visitato vi era sempre questo spirito, c’è stata calorosa accoglienza. Ci hanno detto: siete qui non solo per fare rapporto ma per costruire la comunione e l'unità nella famiglia. Il Papa ci ha dato dei consigli per come svolgere il nostro ministero.

Es war ein sehr herzliches und freundliches Treffen. Papst Leo XIV. sprach voller Zuneigung über die vietnamesische Kirche: Er wisse, dass sie klein, aber aktiv und voller jugendlichem Elan sei. Der wichtigste Eindruck für uns, wenn wir nach Rom kommen und den Papst treffen, ist der einer Art „Heimkehr“. In allen Dikasterien, die wir besucht haben, herrschte stets diese Atmosphäre; wir wurden herzlich empfangen. Man sagte uns: Ihr seid nicht nur hier, um Bericht zu erstatten, sondern um Gemeinschaft und Einheit in zu stärken. Der Papst gab uns Impulse für unseren Dienst als Hirten.

 

Welchen Rat hat er gegeben?

 

Der erste gute Ratschlag lautete, der Ausbildung von Priestern und Seminaristen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Der zweite betrifft die Rolle der Laien, nicht nur in der Seelsorge, sondern auch in administrativen Angelegenheiten. Der dritte Ratschlag forderte besondere Aufmerksamkeit für die Jugendarbeit. Der vierte Punkt betrifft die aktive Teilhabe von Frauen am kirchlichen Leben unter Wahrung ihrer Würde und Rechte. Schließlich rief er uns dazu auf, uns um Minderjährige und Schutzbedürftige zu kümmern und ihr Leben und ihre Zugehörigkeit zur Gemeinschaft zu schützen. Wir gingen getröstet und ermutigt von den Worten des Papstes aus der Begegnung heraus. Ich möchte daran erinnern, dass am 2. Juli 2026 ein päpstlicher Apostolischer Legat zur Seligsprechung von Pater Francis Xavier Truong Buu Diep, dem Märtyrer, der 1946 als Zeuge der Nächstenliebe gegenüber den Armen und Leidenden sein Leben gab, nach Vietnam kommen wird. Dieses Ereignis wird zweifellos eine wertvolle Ermutigung für das Volk Gottes in Vietnam sein und uns alle dazu anspornen, das Evangelium mit noch größerem Eifer zu leben und zu bezeugen.

 

Sollte der Papst jemals nach Vietnam reisen, was würde das für die dortige Kirche bedeuten?

 

Es wäre von großer Bedeutung, denn es wäre das erste Mal in der Geschichte, dass ein Papst nach Vietnam käme. Für Katholiken wäre es ein besonders bedeutendes Ereignis – man kann sich die Freude und Begeisterung vorstellen und wie es ihren Glauben stärken würde –, aber auch für Nicht-Katholiken wäre es von großer Bedeutung. Der Papst ist das Oberhaupt der Weltkirche. Selbst Nicht-Katholiken schätzen unseren Papst als Förderer des Friedens, daher wäre seine Anwesenheit sicherlich sehr bedeutsam und er würde herzlichen empfangen.

 

Wie wird an die ersten Missionare, die den Glauben nach Vietnam brachten erinnert und wird diese Erinnerung rezipiert?

 

Die Vietnamesen sind den Missionaren zutiefst dankbar. Wir freuen uns, die frohe Botschaft des Evangeliums dank der Missionare empfangen zu haben. Wir erinnern uns insbesondere an den französischen Jesuiten Alexandre de Rhodes, eine bedeutende Persönlichkeit, der im Jahr 1600 nach Vietnam kam und die Gelegenheit hatte, mit dem portugiesischen Missionar Francisco de Pina zusammenzuarbeiten, um die einheimische Sprache in lateinische Schrift zu transkribieren. Sie schufen ein neues Schriftsystem für die vietnamesische Sprache, das wir noch heute verwenden. Dank ihnen ist Vietnam das einzige Land in Asien, das das lateinische Alphabet verwendet, während andere Länder ihre eigene Kalligrafie haben. Die Entwicklung einer neuen Schrift für ein Volk ist eine Leistung von höchstem Wert. Selbst die vietnamesische Regierungen und sogar vietnamesische Universitäten, die die Arbeit der Missionare manchmal nur ungern erwähnen, können diese Tatsache nicht leugnen und müssen Alexandre de Rhodes und seinen Mitstreitern die gebührende Anerkennung zollen.

In Vietnam wirkten auch Missionare vieler anderer Orden, wie der Jesuiten, Augustiner, Dominikaner, Franziskaner, Priester der Pariser Mission (MEP) und vieler anderer. Die ersten beiden französischen Missionare waren zugleich die ersten beiden vom Heiligen Stuhl in Vietnam ernannten Bischöfe, sowohl im Süden als auch im Norden: Bischof Lambert de la Motte und Bischof François Pallu. Im Jahr 2024 haben wir das diözesane Verfahren zu ihrer Seligsprechung eingeleitet.

Ich möchte betonen, dass unsere Gemeinden regelmäßig Wallfahrten zu den Gräbern der Missionare organisieren, stets mit großer und tiefer Dankbarkeit. Viele Missionare sind in Vietnam begraben; sie haben ihr Leben hingegeben; sie waren Missionare „ad vitam“. Wir sind tief bewegt und empfinden tiefe Zuneigung, wenn wir die Gräber der Missionare sehen. Sie haben uns ein lebendiges Zeugnis des Glaubens hinterlassen. Der Einfluss der Missionare in Vietnam ist tiefgreifend, nicht nur auf die Mentalität, sondern auch auf die Kultur und Struktur der vietnamesischen Kirche. Vor allem danken wir ihnen, weil wir durch ihre Anwesenheit das Geschenk des Glaubens empfangen haben.

 

Welche Beziehung besteht heute noch zu den vietnamesischen Märtyrern und ihrer Spiritualität? Welche Bedeutung haben sie für das Leben der Kirche heute?

 

Vietnamesische Katholiken sind im Allgemeinen sehr stolz auf ihre Märtyrer und dankbar für sie. Dies zeigt sich deutlich in den katholischen Gemeinden in der Diaspora, in Europa, den Vereinigten Staaten und anderen Teilen der Welt. Wenn sie sich zu einer Gemeinde zusammenschließen oder eine Kapelle gründen, wird der Name oft auf die Heiligen Vietnamesischen Märtyrer bezogen oder die Gemeinde wird Unserer Lieben Frau von La Vang gewidmet. Wir hegen eine tiefe Verehrung für die vietnamesischen Märtyrer, und aus diesem Grund findet man im ganzen Land unzählige ihnen gewidmete Schreine an ihrem Geburtsort oder dem Ort ihres Martyriums.

Man stelle sich vor: In 200 Jahren wechselvoller Ereignisse und Verfolgungen gab es schätzungsweise 130.000 vietnamesische Märtyrer. Es gibt sogar den Fall eines ganzen Dorfes von Märtyrern: Menschen, die lebendig verbrannt wurden, nur weil sie an Christus glaubten. Von dieser Gruppe wurden 117 bereits im Jahr 1988 heiliggesprochen und einer im Jahr 2000 seliggesprochen. In Hanoi wird derzeit ein neuer Schrein für die Märtyrer fertiggestellt. Das Heiligtum wird Ende 2026 fertiggestellt sein und im darauffolgenden Jahr mit der ersten Versammlung der Bischofskonferenz im neuen Nationalheiligtum eingeweiht. 2027 jährt sich die Ankunft von Alexandre de Rhodes in Thang Long (dem heutigen Hanoi) zum 400. Mal.

Die Spiritualität der Märtyrer ist die Treue zu Gott. Wir versuchen, unseren Gläubigen zu vermitteln, dass es heute keine Verfolgung mehr gibt wie früher, die Treue aber dieselbe geblieben ist. In der modernen Gesellschaft, in der Phänomene wie Konsumdenken und Säkularisierung uns von Gott entfernen, ist der Geist der Märtyrer – der treue Glaube – umso wichtiger.

 

Sie haben die Jungfrau von La Vang erwähnt: Warum ist sie für vietnamesische Gläubige so wichtig und was bedeutet diese besondere Verehrung?

 

La Vang ist der Name eines Ortes in Zentralvietnam, wo vor über 200 Jahren viele Gläubige auf der Flucht vor Verfolgung Zuflucht suchten. Es war ein Wald. Laut verschiedenen Hypothesen leitet sich der Name La Vang von einer Blattart ab, die in diesem Wald vorkommt.

Während die Gläubigen den Rosenkranz beteten, erschien ihnen die Muttergottes. Sie ermutigte sie, ihrem Glauben treu zu bleiben und sagte „Ich bin immer bei euch“. Und sie versprach, dass jeder, der dort zum Beten käme, erhört würde. So wurde La Vang nach und nach zu einem im ganzen Land bekannten Marienwallfahrtsort.

Vor über zwanzig Jahren beschloss die vietnamesische Bischofskonferenz, eine Marienstatue mit vietnamesischen Gesichtszügen und Kleidung anfertigen zu lassen. Eine der ersten Statuen wurde von Papst Johannes Paul II. gesegnet und später in Vietnam verehrt. Die spirituelle Bedeutung dieses Ortes liegt in der tiefen Marienverehrung der Bevölkerung. Die Vietnamesen hegen eine tiefe Liebe zur Muttergottes, nicht zuletzt, weil das Bild der Mutter in unserer Kultur ein Symbol für Widerstandsfähigkeit, Aufopferung und bedingungslose Liebe ist und den Grundstein von Familie und Gesellschaft bildet.

Diese tiefe kulturelle Verbundenheit rührt daher, dass die Vietnamesen die Mutterfigur innig verehren. So beten nicht nur Katholiken zur Muttergottes, sondern auch Buddhisten finden in ihr vertraute Nähe. Unsere poetische und literarische Tradition ist reich an Liedern und Sprüchen über die Mutter. Auch deshalb ist es Tradition, dass alle Gläubigen zu Maria kommen, um ihre Verehrung auszudrücken und um Gnaden zu bitten. Sie kommen zu Maria, damit sie sie zu Christus führt.

(Fides 18/5/2026)

 

Erzbischof von Praha in Theresienstadt: "Versöhnung auch dort, wo sie nicht angebracht erscheint"

 

Von Bohumil Petrík

 

Litoměřice (Fides) – „Jesus möchte nicht, dass wir Ausnahmen bei der Vergebung machen, etwa wenn wir sagen: ‚Ich vergebe dir bis zu diesem Punkt, aber hier werde ich dir nicht mehr vergeben‘“, so Erzbischof Stanislav Přibyl von Prag zum Thema Vergebung und Versöhnung, „unabhängig davon, ob dies unter verschiedenen Umständen und in den Augen anderer angebracht erscheint oder nicht“. Er äußerte sich anlässlich der kürzlich stattgefundenen ökumenischen Feier in der ehemaligen NS-Konzentrationsstätte Theresienstadt in Tschechien, in der dortigen Auferstehungskirche.

Das ökumenische Treffen am 9. Mai war die fünfte Veranstaltung im Rahmen des von Stanislav Přibyl selbst, damals noch Bischof des Bistums Litoměřice, für das Jahr 2026 ausgerufenen Jubiläums der Versöhnung. Unterdessen wurde Přibyl von Papst Leo XIV. zum Erzbischof von Prag ernannt und ist derzeit Apostolischer Administrator von Litoměřice.

Das Jubiläum der Versöhnung wurde ausgerufen, um die noch immer offenen Wunden des Zweiten Weltkriegs zu heilen, dessen Ende in der Tschechischen Republik am 8. Mai, einem Nationalfeiertag, begangen wird. Jeden Monat im Jahr 2026 findet im Rahmen des Jubiläums eine Veranstaltung – ein Gebet, eine Messe oder eine Wallfahrt – statt, die allen offensteht und an einem der Orte abgehalten wird, die mit den Gräueltaten und der Gewalt während und nach dem Krieg in Verbindung stehen.

„Das Jahr der Versöhnung hat sich als Zeichen der Zeit erwiesen. Schauen wir uns an, was in der Politik geschieht“, fuhr der Erzbischof von Prag bei dem Treffen mit Vertretern verschiedener Konfessionen in Theresienstadt fort und betonte: „Wenn wir dunkle Zeiten durchleben, ziehen wir die Drohkarte, wir beginnen, Menschen wie Statistiken zu zählen, und wir beginnen, unsere eigene Gerechtigkeit zu schaffen.“

Laut dem tschechischen Erzbischof dürfen die Tragödien des Hasses nicht auf bloße Statistiken reduziert werden, und es gehe nicht darum, zu messen, „wie viele Menschen während und nach dem Krieg gestorben sind“. Denn „wenn ein Mensch stirbt, stirbt die ganze Welt“.

Im Anschluss an die Predigt wurde das Vaterunser gemeinsam auf Tschechisch und Deutsch gebetet. Priester verschiedener Konfessionen beteten für die Harmonie zwischen den Völkern, für die vom Krieg betroffenen Gebiete, für die Versöhnung einer gespaltenen Gesellschaft durch Demut und für alle, die in Theresienstadt gelitten haben. Zum Abschluss wurde das „Te Deum“ gesungen.

Im Jahr 1941 wurde das Ghetto Theresienstadt (Terezín) errichtet. Während der Nazi-Besatzung starben mindestens 35.000 Menschen in dem Durchgangslager aufgrund der entsetzlichen Lebensbedingungen, und etwa 140.000 Juden wurden auf dem Weg in andere Konzentrationslager zunächst dorthin deportiert. Heute erinnert in der heutigen Tschechischen Republik ein Museum an diese Gräueltaten.

Ein weniger bekanntes Kapitel dieser Geschichte ist, dass sich innerhalb der Festungsmauern von Theresienstadt von 1945 bis 1948 ein Internierungslager für Deutsche befand. Einige wurden von dort in andere Lager und Gefängnisse verlegt, doch mehr als 500 starben noch vor Ort.

Im Jahr 1938 annektierte Nazi-Deutschland das Sudetenland, die mehrheitlich deutschstämmige Region der Tschechoslowakei, und errichtete das Protektorat Böhmen und Mähren. Nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg wies die Tschechoslowakei zwischen 1945 und 1946 etwa drei Millionen Deutsche aus, vorwiegend aus dem Sudetenland, das heute zum Bistum Litoměřice gehört. Einige Deutsche wurden getötet, andere in den Selbstmord getrieben.

Im Jubiläumsjahr des Bistums Litoměřice wurde am 13. Januar auch der wundersamen Heilung der Waise Magdalena Kade nach einer Marienerscheinung (die sich 1866 ereignet hatte) sowie der Gründung der Ackermann-Gemeinde der Heimatvertriebenen aus dem Sudetenland im Jahr 1946 gedacht, ein Verband in der katholischen Kirche Deutschlands, der sich als Diözesanverband der katholischen Heimatvertriebenen der Aussöhnung zwischen Deutschen, Tschechen und Slowaken widmet.

Die erste Veranstaltung des Jubiläums der Versöhnung fand am 13. Januar statt. Die nächste – eine Wallfahrt von Postoloprty nach Žatec – ist für den 3. Juni geplant.

(Fides 17/5/2026)

 

ASIEN/PAKISTAN - Kardinal Coutts: "Pakistan als Friedensvermittler: Wir arbeiten für ein harmonisches Zusammeleben in Pakistan und in der Welt“

 

Rom (Agenzia Fides) – „Pakistan agiert als Friedensvermittler zwischen zwei Großmächten, dem Iran und den Vereinigten Staaten, mit Blick auf den Weltfrieden. Das ist eine sehr positive Entwicklung. Ich bin auch überrascht, dass Pakistan plötzlich so positiv von der Welt, von anderen Ländern und der internationalen Gemeinschaft wahrgenommen wird“, sagte Kardinal Joseph Coutts, emeritierter Erzbischof von Karatschi, gegenüber Fides, der mit der Delegation pakistanischer Bischöfe in Rom zum Ad-limina-Besuch anwesend war.

Im Gespräch mit Fides erklärte der Kardinal: „Ich hoffe, wir können weiterhin in diese Richtung denken und handeln und uns nicht auf die Entwicklung von Waffen konzentrieren. Denn ich befürchte, dass beides Hand in Hand geht: Auch Pakistan entwickelt eigene Waffen, Raketen und Schiffe. Wir sollten vielmehr, den Aufruf von Papst Leo zu einem ‚unbewaffneten und entwaffnenden‘ Frieden beherzigen und gemeinsam auf globale Abrüstung hinarbeiten. Wir hoffen und beten, dass Pakistan sich tatsächlich für den Weg eines echten Friedens entscheidet.“

„Vor dem schrecklichen Hintergrund des Krieges im Nahen Osten“, bemerkte Kardinal Coutts, „ist Pakistans Beteiligung an diesen Friedensbemühungen positiv und ein Hoffnungsschimmer für uns alle. Auch wir, die kleine christliche Gemeinde in Pakistan, arbeiten in dieselbe Richtung und wollen Frieden und Harmonie fördern.“

„Ich spreche lieber von ‚harmonischem Zusammenleben‘ als von interreligiösem Dialog“, bemerkt der Kardinal, dessen bischöfliches Motto „Harmonie“ lautet. „Harmonie bedeutet in der Tat gegenseitige Akzeptanz. Dialog kann bedeuten, die eigenen Positionen unverändert darzulegen. Der Zweck jedes Treffens ist jedoch, einander zuzuhören und jene Harmonie zu schaffen, die Frieden ermöglicht. Die Verwendung dieses Wortes ist wichtig, und nun verwendet es auch die pakistanische Regierung in Bezug auf das Ministerium bzw. Amt für religiöse Minderheiten und soziale Harmonie. Soziale Harmonie ist mit religiöser Harmonie verbunden. Diese beiden Elemente lassen sich nicht trennen“, betont er.

„Harmonie liegt mir sehr am Herzen, denn sie bedeutet Geschwisterlichkeit, sie bedeutet, gemeinsam für ein friedliches Zusammenleben auf dieser Erde zu arbeiten. Dies ist eine Mission, eine spirituelle Mission, die wir als Christen in Pakistan trotz aller Herausforderungen und Schwierigkeiten weiterführen und von der wir hoffen, dass sie auch auf politischer Ebene Wirkung zeigen wird“, schließt er.

(PA) (Fides 16/5/2026)

 

AMERIKA/KOLUMBIEN - Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl: Bischöfe bringen Initiative für „verantwortungsvolles Wählen“ auf den Weg

 

Bogotá (Fides) – Mit Blick auf die für den 31. Mai in Kolumbien angesetzten Präsidentschaftswahlen haben Bischöfe und katholische Organisationen Initiativen auf den Weg gebracht, die eine verantwortungsvolle Wahlbeteiligung fördern sollen.

Sollte kein Kandidat die absolute Mehrheit erreichen, ist eine Stichwahl für den 21. Juni 2026 geplant.

Die Bischofskonferenz beklagt eine Verschärfung der Gewalt im Südwesten des Landes, insbesondere in den Departements Cauca, Valle del Cauca, Nariño, Huila und Meta. In einer Erklärung vom 27. April äußerten die Bischöfe ihre Besorgnis über die humanitäre Lage infolge der bewaffneten Auseinandersetzungen, die die Zivilbevölkerung und besonders schutzbedürftige Gemeinschaften betreffen. Sie betonten, dass solche Ereignisse die grundlegenden Voraussetzungen für ein demokratisches Zusammenleben untergraben. Zudem bekräftigten sie: „Nichts rechtfertigt Gewalt.“

Aus diesem Grund haben die Prälaten über den Bischöflichen Dienst für Vergebung, Versöhnung und Frieden (SERP) – eine 2023 von den kolumbianischen Bischöfen gegründete Organisation zur Koordinierung kirchlicher Initiativen für Versöhnung und Frieden – drei Online-Seminare organisiert, die über den YouTube-Kanal und die Facebook-Seite der Kolumbianischen Bischofskonferenz (CEC) zugänglich sind. Ziel ist es, vom Evangelium und der Soziallehre der Kirche inspirierte Instrumente zur Entscheidungsfindung anzubieten, um das bürgerschaftliche Engagement und das Gemeinwohl bei Wahlen zu stärken.

Bereits am Ende der 120. Vollversammlung der Bischofskonferenz, die im Februar 2026 in Bogotá stattfand, erinnerten die Bischöfe daran, dass die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen sind, „in Gewissensfreiheit und ohne jeglichen Druck oder Korruption“ an Wahlen teilzunehmen. Sie riefen sie dazu auf, den Wahlprozess in einem Klima demokratischer Verantwortlichkeit zu erleben und jede Form von Gewalt, Desinformation oder Polarisierung abzulehnen.

In diesem Sinne hat das Bistum Palmyra im Südwesten des Landes, in einer von Gewalt betroffenen Region, die Broschüre „Politik ist die höchste Form der Nächstenliebe“ veröffentlicht. Dieser pastorale Leitfaden bietet Kriterien für die Entscheidungsfindung bei Wahlen im Lichte des Lehramtes der Kirche. Das Dokument enthält Leitlinien für verantwortungsvolles Wählen und ruft zu einer bewussten Wahlentscheidung, zur Bekämpfung von Fehlinformationen und zur Stärkung einer demokratischen Kultur auf, die auf Respekt und Dialog basiert.

Die drei von der Bischofskonferenz organisierten Online-Seminare sollen „Gläubige und alle Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, ihr Wahlrecht frei und informiert auszuüben“. Sie bieten analytische Instrumente mit Blick auf die drängenden politischen und sozialen Herausforderungen. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Seelsorge, Soziallehre und Sozialwissenschaften befassen sich mit Fragen der Ethik im öffentlichen Leben, christlicher Urteilsfähigkeit und staatsbürgerlicher Verantwortung.

Das erste Seminar mit dem Titel „Politik als Berufung: Politik im Lichte des Glaubens evangelisieren“ fand bereits am Montag, dem 11. Mai, unter Beteiligung von Bischof Héctor Fabio Henao Gaviria, dem Delegierten der Bischofskonferenz für die Beziehungen zwischen Kirche und Staat, statt. Die Reihe wird am 18. Mai mit dem Webinar „Gewissenhafte Entscheidung: Wählen, Versöhnung und das Gemeinwohl“ fortgesetzt, das sich der ethischen Beurteilung des Wahlverhaltens im Lichte von Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden widmet. Die Reihe schließt am 25. Mai mit dem Seminar zum Thema „Hoffnungsvoll Wählen: Eine freie, informierte und friedliche Entscheidung“, die Bürgerinnen und Bürger darin bestärken soll, ihr Wahlrecht in innerer Freiheit auszuüben.

Die Bischofskonferenz betonte, dass die Kirche weder politische Parteien noch Kandidaten unterstützt, sondern die Entwicklung des moralischen Gewissens der Wähler begleitet, da sie davon überzeugt ist, dass „politische Teilhabe ein konkreter Ausdruck von Nächstenliebe und dem Einsatz für Gerechtigkeit ist“.

 

(LGR) (Fides, 16/5/2026)


Chinas langer Arm gegen Tibets religiöse Selbstbestimmung

Unterdrückung über Jahrzehnte vorbereitet

16.05.2026

 

(Göttingen/gfbv) - Die gewaltsame Assimilation von Minderheiten betreibt die Kommunistische Partei Chinas nicht erst seit ihrem jüngsten Gesetz zur „Förderung ethnischer Einheit und Fortschritts“. Mit der Entführung des Panchen Lama hat sie bereits vor über 30 Jahren den Grundstein für eine feindliche Übernahme des tibetischen Buddhismus gelegt. Das betont die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) anlässlich des 31. Jahrestags der Entführung am kommenden Sonntag: „China versucht, die Nachfolge des bald 91-jährigen Dalai Lama politisch zu kontrollieren, denn als zweithöchste Autorität des tibetischen Buddhismus spielt der Panchen Lama traditionell eine zentrale Rolle bei der Anerkennung eines neuen Dalai Lama“, erklärt Mirjam Kobold, GfbV-Referentin für Genozid-Prävention und Schutzverantwortung. „Dieser Fall zeigt, wie langfristig und planvoll die chinesische Regierung vorgeht, um den tibetischen Buddhismus zu assimilieren. Das verletzt grundlegende Menschenrechte wie Religionsfreiheit sowie das Recht der Menschen auf kulturelle und spirituelle Selbstbestimmung, die ihnen auch das chinesische Recht formal zugesteht.“

Der vom Dalai Lama anerkannte 11. Panchen Lama, Gedhun Choekyi Nyima, wurde am 17. Mai 1995 im Alter von sechs Jahren gemeinsam mit seiner Familie von den chinesischen Behörden verschleppt. Bis heute gibt es keine unabhängigen Informationen über seinen Aufenthaltsort oder Gesundheitszustand. Menschenrechtsorganisationen wie die GfbV sowie die Vereinten Nationen fordern seit Jahren vergeblich Aufklärung über sein Schicksal.

Nach der Entführung von Gedhun Choekyi Nyima setzte die chinesische Regierung einen eigenen Panchen Lama ein, den tibetische Buddhisten nicht anerkennen. Seit 2007 beansprucht Peking staatliche Kontrolle über die Anerkennung einer künftigen Reinkarnation des Dalai Lama. Der Dalai Lama betonte hingegen wiederholt, dass allein tibetisch-buddhistische religiöse Institutionen über seine Nachfolge entscheiden können.

„Chinas Angriffe auf Religionsgemeinschaften und Minderheiten betreffen immer mehr auch Exil-Gruppen in Deutschland und Europa. Tibetische, uigurische sowie andere chinesische Communities berichten seit Jahren von Einschüchterung und Überwachung sowie Druck auf Familienangehörige in der Heimat“, betont Kobold. „Menschenrechte in Tibet müssen deshalb ein substanzieller Bestandteil deutscher und europäischer China-Politik bleiben. Die staatliche Einflussnahme auf die Nachfolge des Dalai Lama ist ein klarer Eingriff in die Religionsfreiheit und muss auch so benannt werden – besonders vor dem Hintergrund transnationaler Repressionen gegen Exil-Communities in Europa.“

 

 


Auch nach 31 Jahren hält China Tibets 11. Panchen Lama weiterhin vor der Welt verborgen

 

(Berlin/ict) - Vor 31 Jahren, am 17. Mai 1995 entführten die chinesischen Behörden den damals sechsjährigen tibetischen Jungen Gedhun Choekyi Nyima. Nur wenige Tage zuvor hatte der Dalai Lama ihn als Tibets 11. Panchen Lama, und damit als einen der höchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus, anerkannt.  

Am Vorabend des 31. Jahrestags dieses Verbrechens der KP Chinas fordert die International Campaign for Tibet (ICT) weiterhin mit Nachdruck die Freilassung des Panchen Lama und seiner Familie. Gemeinsam mit Tibetern und Tibet-Unterstützern in aller Welt verlangt ICT, dass Peking die Entführung von Tibets Panchen Lama eingesteht und der Welt mitteilt, wo er festgehalten wird.  

ICT ruft Regierungen sowie die gesamte internationale Gemeinschaft dazu auf, Druck auf die chinesische Regierung auszuüben, damit diese Beweise für die Sicherheit und das Wohlergehen des Panchen Lama vorlegt. Während Tibeter im Exil im vergangenen Monat den 37. Geburtstag des Panchen Lama feierten, sind weder er noch seine Eltern seit ihrer Entführung durch China im Jahr 1995 öffentlich in Erscheinung getreten. 

Die Weigerung der KP-Machthaber, Informationen über den Verbleib des Panchen Lama preiszugeben, ist Teil ihrer anhaltenden Kampagne der Unterdrückung und kulturellen Assimilation in Tibet. Rückblickend war die Entführung des Panchen Lama im Jahr 1995 ihr erster Schritt ihres Plans, sich in die Nachfolge des Dalai Lama einzumischen. 

Nach der Entführung von Gedhun Choekyi Nyima setzten die chinesischen Behörden einen anderen tibetischen Jungen, Gyaltsen Norbu, in seine Rolle ein. ICT geht davon aus, dass Peking eine ähnliche Taktik anwenden wird, um sich in die Wahl des 14. Dalai Lama durch die Tibeter einzumischen, wenn die Zeit gekommen ist.  

Chinas sogenanntes Gesetz über „ethnische Einheit“, das am 1. Juli in Kraft tritt, sowie der 15. Fünfjahresplan der VR China zeigen klar, in welche Richtung die chinesische KP gehen möchte. Ganz offensichtlich geht es darum, Chinas nationale und internationale Menschenrechtsverpflichtungen zu unterlaufen und die Zerstörung des einzigartigen sprachlichen, religiösen und kulturellen Erbes Tibets zu beschleunigen.  

China hält Tibet, ein vor Einmarsch chinesischer Truppen unabhängiges Land, seit über 60 Jahren illegal besetzt. Seit 2010 weigert sich die KP, mit Vertretern der Tibeter über eine dauerhafte Vereinbarung zum Status Tibets zu verhandeln. Die chinesischen Behörden verweigern dem Dalai Lama – dem spirituellen Oberhaupt des tibetischen Buddhismus und einer der weltweit am meisten verehrten Persönlichkeiten – zudem seit mehr als sechs Jahrzehnten die Rückkehr nach Tibet, seit sie ihn 1959 ins Exil zwangen. 

 

Die International Campaign for Tibet (ICT) setzt sich als weltweit größte Tibet-Organisation seit 30 Jahren für die Wahrung der Menschenrechte und das Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes ein. ICT unterhält Büros in Washington, D.C., Amsterdam, Brüssel und Berlin sowie ein Rechercheteam in Dharamsala, Indien.

 

International Campaign for Tibet Deutschland e.V.
Schönhauser Allee 163
D-10435 Berlin
www.savetibet.de


FIDES-NACHRICHTEN - 15.05.2026

AMERIKA/BOLIVIEN - Ascensión de Guarayos feiert 200-jährige Präsenz der Franziskaner im bolivianischen Amazonasgebiet

 

Ascensión de Guarayos (Fides) – Vom 13. bis 15. Mai finden im Apostolischen Vikariat Ñuflo de Chávez die Feiern zum 200-jährigen Bestehen dieser historischen Stadt im Osten Boliviens und den Beginn der Franziskaner-Mission unter der Volksgruppe der Guarayo, die die spirituelle und kulturelle Identität der Region tiefgreifend geprägt hat.

 

Unter dem Motto „ Ascensión – zwei Jahrhunderte, eine Identität“ bringen die Feierlichkeiten Gläubige, Vertreter der Zivil- und Kirchenbehörden sowie Repräsentanten indigener Gemeinschaften zusammen. „Zweihundert Jahre zu feiern bedeutet nicht nur, der Vergangenheit zu gedenken, sondern auch hoffnungsvoll die Sendung anzunehmen, die uns der Herr heute anvertraut“, schreibt Pater Kasper Mariusz Kaproń (OFM), Pfarrer der Pfarrei Ascensión del Señor, in einem Schreiben anlässlich der Jubiläumsfeiern.

 

Die 1826 von dem Franziskaner José Gregorio Salvatierra gegründete Mission Ascensión de Guarayos zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der Evangelisierung im bolivianischen Amazonasgebiet. Zwei Jahrhunderte lang begleiteten die Mitglieder des Franziskanerordens die einheimischen Gemeinschaften nicht nur durch die Verkündigung des Evangeliums, sondern auch in den Bereichen der Bildung und der menschlichen Entwicklung sowie dem Erhalt der Kultur und der Sprache der Einheimischen.

Die Evangelisierung der Guarayo-Region begann im späten 18. Jahrhundert, als die Franziskaner auf Initiative Kongregation „de Propaganda Fide“ von Tarata aus Expeditionen in die Dschungel Ostboliviens unternahmen. Nach Jahren des Zusammenlebens und des Erlernens der Sprache und der Bräuche der Guarayo errichteten die Missionare ein Netz von Niederlassungen, die die Gemeinschaftsorganisation, Landwirtschaft, Handwerk und Katechese förderten. Ascensión de Guarayos war eine der wichtigsten Gründungen im Rahmen dieses Prozesses und entwickelte sich im Laufe der Zeit zum bedeutendsten religiösen und kulturellen Zentrum der Region.

 

„Ascensión de Guarayos ist nicht nur eine Stadt mit Geschichte; sie ist eine Gemeinschaft, die aus dem Evangelium entstanden ist und vom Glauben der Generationen geprägt wurde“, schreibt der Gemeindepfarrer in seinem Brief und betont die tiefe Verbindung zwischen der Identität der Menschen und der Missionsarbeit der Franziskaner.

 

Die Pfarrei Ascensión del Señor ist auch heute noch ein Zentrum lebendiger Seelsorge. Kinder und Jugendliche singen aktiv in Chören und Orchestern und bewahren so die musikalische Tradition der alten Missionen.

 

Laut den Organisatoren der Feiern umfasst das Programm zum 200-jährigen Jubiläum Eucharistiefeiern, Prozessionen und kulturelle Darbietungen, die Glauben und indigene Identität vereinen. Der Festgottesdienst wird vom Weihbischof von La Paz, Pedro Luis Fuentes Valencia, zelebriert. Die Organisatoren betonen außerdem: „Ascensión öffnet seine Türen, um die Freude seiner Gemeinde und die Kraft einer lebendigen Tradition mit allen zu teilen.“

 

Die Jubiläumsfeiern finden im Jubiläumsjahr zum 800. Todestag des Heiligen Franz von Assisi statt.

 

„Christus führt uns zusammen und sendet uns aus: von den Wurzeln unserer Missionsgeschichte hin zu einer österlichen Kirche im Aufbruch“, erklärte der Pfarrer in seinem Schreiben, in dem er die Gemeinde auf ruft, ihr Engagement für die Verkündigung des Evangeliumszu erneuern.

 

Die Erfahrungen aus zwei Jahrhunderten Mission, in denen indigene Völker begleitet und ihre Kultur und Sprache gefördert wurden, zeigen, dass authentische Evangelisierung darin besteht, die Würde indigener Gemeinschaften zu achten und zu bewahren. Diese Gemeinschaften sind berufen, aktiv am kirchlichen Leben teilzunehmen und eine gerechtere und nachhaltigere Zukunft für die Amazonasregion selbst zu gestalten.

 

Das Apostolische Vikariat Ñuflo de Chávez, zu dem auch Ascensión de Guarayos gehört, wurde 1951 gegründet und der Seelsorge der Franziskaner anvertraut. Es umfasst die Provinzen Guarayos und Ñuflo de Chávez im Departamento Santa Cruz mit einer Fläche von rund 90.000 Quadratkilometern. Das Vikariat hat etwa 196.000 Einwohner, von denen mehr als 159.000 katholisch sind. Es gibt 21 Pfarreien, 21 Priester, 25 Ordensschwestern und 4 Seminaristen. Der Kirchsprengel wird derzeit vom Apostolischen Vikar, Bischof Bonifatius Antonius Reimann Panic (OFM), geleitet.

 

(LGR) (Fides 14/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 14.05.2026

Studientag an der Päpstlichen Universtät Urbaniana beleuchtet die Relevanz der „Kontextuellen Theologie“ im Dienste der Mission

 

Rom (Fides) – In seiner Eröffnungsansprache beim jüngsten Studientag an der Päpstlichen Universität Urbaniana am 12. Mai sprach Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, in seinem Beitrag zur Diskussion über kontextuelle Theologie über die Lehre vom gerechten Krieg. „Betrachten wir beispielsweise die Lehre vom gerechten Krieg. Es stimmt, dass diese Lehre Elemente enthält, die auch heute noch relevant sind. Das Problem ist, dass es heute katholische Gruppen in der Politik gibt, die, von Priestern ermutigt, diese Lehre nutzen, um alle Kriege als Formen der ‚legitimen Verteidigung‘ zu rechtfertigen. Ausgehend von einem vermeintlich dringenden Verteidigungsbedarf relativieren oder interpretieren sie die Anforderungen an einen gerechten Krieg sehr weit. Dies zeigt die Notwendigkeit, diese Lehre an den aktuellen Kontext anzupassen, sie zu überdenken und sie präziser und aussagekräftiger zu gestalten“, erklärte er.

 

Kontextuelle Theologie zur Unterscheidung

 

Kontextuelle Theologie könne dazu beitragen, klassische Kategorien neu zu überdenken und ihren instrumentellen Gebrauch zu vermeiden und erscheine somit als ein Instrument der theologischen Unterscheidung und nicht als Nährboden des Relativismus. Vor allem anhand dieses überzeugenden Beispiels untersuchte der Studientag mit dem Titel „Meilensteine der Kontextuellen Theologie heute“ im Anschluss an die Grußworte, des Rektors der Universität, Prof. Vincenzo Buonuomo, die Bedeutung dieser „grundlegend kontextuellen Theologie“, zu der Papst Franziskus in seinem Motu proprio „Ad theologiam promovendam“ ausdrücklich aufgerufen hatte. Professor Steve Bevans, ein weiterer hochrangiger Gast der Konferenz, bezeichnete dies als einen „wahren lehramtlichen Wendepunkt“.

 

Zur Veranschaulichung des Themas, griff Kardinal Fernandez auch auf seine persönlichen Erfahrungen zurück und erinnerte an eine wichtige Episode. In einem Artikel aus dem Jahr 2007 verteidigte er den salvadorianischen Jesuitenpater Jon Sobrino, eine Figur der Befreiungstheologie, gegen dessen Schriften die Kongregation für die Glaubenslehre eine Notifikation veröffentlicht hatte. Gegenstand war eine Aussage Sobrinos, wonach in der lateinamerikanischen Reflexion die Armen einen theologischen Bezugspunkt bilden, der die Reflexion von Anfang an prägt. Die Notifikation wandte sich gegen diesen Ansatz und erklärte, dass „der grundlegende theologische Bezugspunkt nur der Glaube der Kirche sein kann“, schloss aber vor allem, dass „andere Ausgangspunkte für theologische Arbeit die Gefahr bergen, willkürlich zu sein und letztlich ihren Inhalt zu verfälschen“.

 

In diesem Zusammenhang betonte der Kardinal: „Aus diesem Grund argumentierte ich in jenem Artikel, dass der Glaube der Kirche zwar der grundlegende Ausgangspunkt, der wichtigste theologische Bezugspunkt ist, dies aber andere komplementäre, nicht alternative Ausgangspunkte nicht ausschließt, die jede Reflexion ‚von Anfang an‘ in Frage stellen. Und in diesem Sinne schlug ich vor, von einem ‚unvermeidlichen unmittelbaren Kontext‘ zu sprechen, der eng mit dem grundlegenden Ausgangspunkt, der Offenbarung, verbunden ist.“

 

Als der Kardinal 2010 zum Rektor der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien ernannt wurde, rief dieser Artikel in Rom Vorbehalte hervor und verzögerte das für die Zulassung notwendige „Nihil obstat“ des Vatikans. Nach einem Austausch mit dem Dikasterium veröffentlichte er 2011 einen zweiten Text, in dem er seine Überzeugungen bekräftigte, aber einige Passagen präzisierte und unter anderem hinzufügte: „Es ist gerade der Glaube der Kirche, der die solideste und tiefgründigste Grundlage dafür bietet, die Armen so zu sehen, wie Gott sie sieht, und sich um ihre Lage zu kümmern“ und dass „niemand Angriffe auf die Würde der Ausgegrenzten besser erkennt als diejenigen, die sich vom Glauben der Kirche erleuchten lassen.“ Er argumentierte weiter, dass die bloße Akzeptanz der Tradition der Kirche uns gegenüber der Geschichte, in die Gott uns gestellt hat, gleichgültig machen könne, wenn wir gleichzeitig nicht offen seien für das, was um uns herum geschieht: „Deshalb habe ich den Ausdruck ‚unvermeidlicher unmittelbarer Kontext‘ wieder eingeführt und erklärt, dass dieser Kontext unvermeidbar sei, weil ‚ein Theologe, wenn er reflektiert, die schmerzhafte Situation, die die Mehrheit des Volkes Gottes an ihrem Wohnort erleidet, nicht völlig ignorieren oder beiseite schieben kann‘ und dass der Kontext ‚diejenigen, die Offenbarung empfangen, dazu einlädt, weitere Aspekte ihres unerschöpflichen Reichtums zu entdecken‘.“

 

Der Kardinal schloss seine Überlegungen mit dem Hinweis, dass „der theologische Dialog mit dem Kontext und jede Inkulturationsbemühung vom Herzen des Evangeliums, dem Kerygma, ausgehen muss und nicht von peripheren Wahrheiten. Diese erste Verkündigung findet sich nicht nur am Anfang, wenn das Evangelium einem Menschen zum ersten Mal begegnet. Sie ist übergreifend; sie muss die gesamte Katechese und die gesamte Theologie in all ihren Themen als zentraler und beständiger Faden durchdringen (vgl. EG 164–165). Es ist die Verkündigung, die die Erfahrung der Begegnung mit dem lebendigen Christus erweckt. Von dort entspringt jeder Prozess der Begegnung mit dem Evangelium im Kontext eines bestimmten Ortes.“

 

Kontextualität im Laufe der Zeit

 

Im Anschluss an Kardinal Fernández erinnerte der renommierte Missionswissenschaftler Professor Stephen Bevans daran, dass der 1. November 2023 mit dem Apostolischen Schreiben „Ad Theologiam Promovendam“ einen Meilenstein markierte. Darin fordert Papst Franziskus einen Paradigmenwechsel hin zu einer Theologie, die grundlegend kontextbezogen sei. Bevans zeigte auch auf, wie diese Ausrichtung in der langen Geschichte der Theologie verwurzelt ist. Von den verschiedenen biblischen Stimmen bis hin zu den großen Synthesen der Kirchenlehrer Augustinus und Thomas von Aquin werde der Glaube stets ausgehend von konkreten historischen Situationen konzipiert. Die Aussage des Konzils von Nicäa, wonach das fleischgewordene Wort „wesensgleich mit dem Vater“ ist, verdeutliche diese Dynamik: Die Lehre konnte die Ausdrucksformen und Denkweisen der zeitgenössischen Philosophie aufnehmen, ohne den Glauben zu verraten. Auch die Enzyklika „Rerum Novarum“ von Papst Leo XIII. erscheint Bevans als eine kontextbezogene Theologie, die angesichts der Auswirkungen der Industriellen Revolution entstanden ist.

 

Professor und Pater Ambroise Atakpa verknüpfte seinerseits Kontextuelle Theologie und Kulturpluralismus eng miteinander. „Kontextuelle Theologie und Kulturpluralismus sind zwei Seiten derselben Medaille“, erklärte er; erstere sei die Folge des letzteren. Er erinnerte an die Instruktion von 1659 an die Missionare in China und Indochina, die warnte: „Nichts ist absurder, als Frankreich, Spanien, Italien oder irgendeinen anderen Teil Europas nach China bringen zu wollen. Es ist nicht all dies, was ihr bringen müsst, sondern der Glaube, ein Glaube, der weder die Lebensweise noch die Gebräuche irgendeines Volkes ablehnt oder beleidigt“, sofern diese nicht dem Evangelium widersprechen.

 

Im Zusammenhang mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hob er den Text der Internationalen Theologischen Kommission „Die Einheit des Glaubens und der theologische Pluralismus“ (1972) hervor. Eine darin enthaltene These besagt, dass „Einheit und Pluralität im Ausdruck des Glaubens ihren letztlichen Grund im Geheimnis Christi selbst finden“, welches „die Ausdrucksmöglichkeiten jeder historischen Epoche übersteigt“. Eine andere These besagt, dass „aufgrund des universalen und missionarischen Charakters des christlichen Glaubens die von Gott offenbarten Ereignisse und Worte in jeder menschlichen Kultur ständig neu überdacht, neu formuliert und gelebt werden müssen“, während das Evangelium jede Kultur „zu ihrer Fülle“ führt und sie gleichzeitig einer „schöpferischen Kritik“ unterzieht.

 

Fünf Kontinente im Dialog

 

Der zweite Teil des Studientages veranschaulichte diese Perspektiven anhand konkreter Beispiele durch die Vorträge von Theologen der Institute der Päpstlichen Universität Urbaniana in Ozeanien, Lateinamerika, Europa, Asien und Afrika.

 

In Ozeanien entsteht Theologie buchstäblich aus dem steigenden Meeresspiegel. Angesichts der Bedrohung von Inseln wie Kiribati und Tuvalu „leben viele in der Angst, ihr Land (fonua) zu verlieren, das so eng mit ihrer Identität und ihrem Zugehörigkeitsgefühl verbunden ist“, erklärte Pater Toutaiolepo, der einen zwanzigstündigen Flug zur Konferenz auf sich genommen hatte. In diesem Kontext, betonte er, „wird Theologie zur prophetischen Stimme, die Ungerechtigkeit anprangert und sich für den Umweltschutz einsetzt“, ganz im Sinne von „Gaudium et Spes“ und „Laudato Si’“.

 

Aus Lateinamerika kommend erinnerte Juan Antonio Prado daran, dass die Befreiungstheologie aus dem Zusammenspiel von Armut und neoliberaler Politik entstanden ist. Ignacio Ellacuría sprach von den „Armen der Erde“ als dem Ort, an dem sich die Wahrheit des Evangeliums entscheidet. Gustavo Gutiérrez betonte, dass „Fortschritte in der Befreiungstheologie nicht möglich sein werden, solange die Armen nicht selbst ihrer Hoffnung Ausdruck verleihen, ausgehend von ihrer eigenen Welt und in ihren eigenen Begriffen.“ Aus dieser Perspektive sind die Armen nicht bloß Objekt, sondern Subjekt theologischer Reflexion.

 

Europa stehe jedoch vor einer anderen Art von Krise, bemerkte Professor Giuseppe Busani. Der Jesuit Christoph Theobald beschreibt eine „spirituelle Leere“ in einem Kontext, in dem sich laut Busani zwar auch „eine intensive Suche nach Spiritualität“ manifestiert, diese aber „unsicher und orientierungslos“ sei. Es gebe „ein Gefühl ohne Worte, eine Ahnung ohne Begriffe“: Gott werde nicht geleugnet, sondern „gleichgültig betrachtet“. Busani betont in Anlehnung an Elmar Salmann, dass man sich von einer Ära, in der „der Geist über den Körper, die Einheit über die Vielfalt triumphierte“, zu einer Welt entwickelt habe, in der Vielfalt, Körper, Geschichtlichkeit und Gefühl vorherrschen, ohne dass irgendjemand wisse, „was man theologisch damit anfangen soll“. Daher die Idee, das Christentum nicht länger als „ideologische Wahrheit“, sondern als „einladendes Motiv“ darzustellen, wobei die Geheimnisse des Glaubens eher „Räume und Wege“ als zu errichtende Hindernisse seien.

 

Bischof Peter Paul Saldanha erinnerte daran, dass in Asien Mission – im Einklang mit der Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen – als ein „dreifacher Dialog“ mit den Armen, den Kulturen und den Religionen verstanden wird. Er bezog sich auf die Methode Anubhava–Vichāra–ācāra (Erfahrung–Reflexion–Handlung) und zitierte Michael Amaladoss: „Im Orient steht die Erfahrung im Vordergrund. Praxis ist wichtiger als Theorie; Praxis nährt die Theorie und stellt sie mitunter infrage.“ Er zeigte auf, wie asiatische Theologien nach einer inklusiven Sprache streben, in der „die Wirklichkeit dialogisch, ganzheitlich und harmonisch ist“ und in der sie es vorziehen, vom Absoluten als „einem Absoluten im Relativen“ zu sprechen.

 

Schließlich zeichnete Pater Michel Wenceslas Tiendrebéogo in Afrika den Weg einer „Theologie im subsaharischen Kontext“ nach: von der „Anpassung“ zur „Inkarnation“, dann zur Befreiung und zum Wiederaufbau. Afrikanische Theologen suchten in ihren eigenen Kulturen nach Bildern, die Christus zum Ausdruck bringen konnten – „Vorfahre“, „Älterer Bruder“, „Meister der Initiation“, „Heiler“, „Führer“ – und die von Johannes Paul II. geförderte Option der „Kirche als Familie Gottes“ ist seiner Ansicht nach „die wirksame Frucht des Dialogs der afrikanischen Theologie mit ihrem Kontext“.

 

Eine neue theologische Katholizität

 

Zusammenfassend skizzierte der Studientag an der Päpstlichen Universität Urbaniana eine theologische Offenheit, in der lokale Theologien in einen kritischen und fruchtbaren Dialog treten. In seiner Antrittsrede warnte Kardinal Fernández vor einer gedanklichen Blockade, die sich auf die „klassische römische Theologie“ und die „nordeuropäische“ Theologie konzentriere: „Manchmal braucht es jemanden Verrückten, der sein Land und sein Volk von ganzem Herzen liebt und der das Evangelium von bestimmten kulturellen Schichten unterscheiden kann, die sich dort angesiedelt haben, ohne jedoch einen wesentlichen Teil seiner Botschaft auszumachen. Er muss es dann im Lichte der Erfahrungen seines Volkes neu lesen. Es geht dann darum, etwas anzustoßen, das wir nicht nur als ‚spirituelles Ereignis‘, sondern auch als ‚kulturelles und sprachliches Ereignis‘ bezeichnen würden, das es den Menschen ermöglicht, sich in der Botschaft des Evangeliums vollkommen wiederzufinden“, erklärte er.

 

Dieser lange Spaziergang durch die kontextuelle Theologie ist entscheidend, weil er zeigt, dass die Reflexion über Mission und Inkulturation sich nicht mit leeren Phrasen und Parolen zufriedengeben darf. Die Auseinandersetzung mit Situationen und Kontexten, die keineswegs zu Relativismus oder der Sakralisierung von Kulturen führt, ermöglicht im Gegenteil einen differenzierteren Zugang zur Komplexität der Wirklichkeit und zur Intelligenz des Glaubens – im Dienst der Mission.

(M.L.) (Fides 13/5/2026)

 

AFRIKA/NIGERIA - Nach der Entführung im Februar: Pfarrer Nathaniel Asuwaye ist frei

 

Abuja (Agenzia Fides) – Der am 7. Februar 2026 entführte Pfarrer Nathaniel Asuwaye ist freigelassen worden. Das Bistum Kafanchan teilte dies den Gläubigen am 12. Mai in einer Erklärung mit: „In tiefer Dankbarkeit gegenüber Gott geben wir die Freilassung von Pfarrer Nathaniel Asuwaye nach dreimonatiger Gefangenschaft bekannt.“ „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können“, heißt Erklärung, die Fides vorliegt weiter, „dass Pfarrer Nathaniel nun in Sicherheit ist und die notwendige medizinische Versorgung erhält. Sein Zustand ist stabil, er ist guter Dinge und dankt für die Gebete und die Unterstützung.“

Pfarrer Nathaniel ist Gemeindepfarrer der Kirche der Heiligen Dreifaltigkeit in Karku im Verwaltungsbezirk Kaura im Bundesstaat Kaduna und wurde am frühen Morgen des 7. Februar zusammen mit zehn Gemeindemitgliedern von bewaffneten Männern aus seinem Pfarrhaus entführt. Bei dem Überfall wurden mindestens drei Menschen getötet.

„Nach der Entführung“, erinnert sich das Bistum, „riefen wir die Gläubigen zum Gebet für seine Freilassung auf.“ „Ende April widmeten wir den Mai unaufhörlichen Gebeten während unserer jährlichen Andachten und anderer Gebete, insbesondere während der Heiligen Messe“. „Gott, der jene nicht verlässt, die seinen Namen tragen und ihn anrufen, hat unsere Gebete erhört und die sichere Rückkehr von Pater Nathaniel gewährt“, schließt die Erklärung von Pater Jacob Shanet, dem Kanzler des Bistums.

Über das Schicksal der zehn weiteren Personen, die zusammen mit dem Priester entführt wurden, gibt es derzeit keine Neuigkeiten.

Nach der Freilassung von Pfarrer Nathaniel befinden sich mindestens zwei weitere Priester weiterhin in der Gewalt von Entführern. Es handelt sich um Pfarrer Joseph Igweagu aus dem Bistum Aguleri im Bundesstaat Anambra, der am 12. Oktober 2022 entführt wurde und Pfarrer Emmanuel Ezema aus der Diözese Zaria im Bundesstaat Kaduna, der am 2. Dezember 2025 entführt wurd).

(L.M.) (Fides 13/5/2026)

 

ASIEN/KAMBODSCHA - Apostolischer Präfekt von Battambang: “Zur Beilegung des Konflikts zwischen Kambodscha und Thailand müssen alle einen Beitrag leisten”

 

Battambang (Fides) – „Wir dürfen weder Gleichgültigkeit noch Hass verfallen. Wir müssen friedliche Lösungen finden, um den Konflikt an der Grenze zu Thailand beizulegen und die volle Harmonie und Stabilität wiederherzustellen“, sagt Bischof Enrique Figaredo, der Apostolischer Präfekt von Battambang. In der Region leben infolge des Krieges an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha im Jahr 2025 zahlreiche Flüchtlinge. Die beiden Staaten unterzeichneten im Dezember 2025 einen Waffenstillstand und befinden sich derzeit in einer diplomatischen Pattsituation, die durch einen Waffenstillstand geregelt ist. Die großflächigen Kämpfe haben zwar aufgehört, aber die Grenzen bleiben geschlossen und die politischen Spannungen sind weiterhin sehr hoch.

Bischof Figaredo, der auch Präsident von Caritas Kambodscha ist, engagiert sich unermüdlich für die Tausenden von Menschen, die durch den Konflikt vertrieben wurden, und ermutigt sie. Seine Besuche an Orten und in Situationen der Unsicherheit sollen Mitgefühl und Solidarität durch materielle Hilfe zeigen, aber auch die Liebe Gottes zu den Schwächsten zum Ausdruck bringen.

Der Apostolische Präfekt von Battambang besuchte in den vergangenen Tagen vertriebene Familien, darunter auch eine christliche Familie aus Battambang, die kürzlich in eine von der Regierung bereitgestellte Notunterkunft im Bezirk Svay Chek in der Provinz Banteay Meanchey gezogen war, nachdem ihr Haus von thailändischen Soldaten angegriffen und besetzt worden war. Der Bischof berichtete: „Ich habe mit ihnen gebetet, wir haben in der Bibel gelesen, und ich habe ihr neues Zuhause gesegnet. Dieser Segen war nicht nur ein Wunsch nach Frieden und Wohlergehen, sondern auch eine Erinnerung daran, dass sie weiterhin unter dem ständigen und liebevollen Schutz des Herrn stehen.“

Bischof Figaredo hofft zudem auf die Wiedereröffnung aller Grenzübergänge, die von Tausenden Kambodschanern und Thailändern zur Arbeit genutzt wurden. „Dafür müssen wir jedoch Vertrauen und Verständnis auf der Grundlage gegenseitigen Respekts wiederherstellen. Wir appellieren an die Politiker, auf Hassreden zu verzichten und sich auf die Lösung des Konflikts zu konzentrieren“, sagte er. „Beide Seiten könnten heute vermeiden, sich auf unwichtige Details oder Differenzen zu konzentrieren und stattdessen das größere Wohl ihrer Völker in den Blick nehmen: ein Ende des Krieges und einen dauerhaften Frieden“, bemerkt er.

„Der zunehmende Nationalismus in beiden Ländern hat die Situation verschärft, wobei historische Ansprüche instrumentalisiert werden, um nationale Unterstützung zu mobilisieren“, erklärt er.

Es gehe nicht nur um Territorialität. 1962 entschied der Internationale Gerichtshof (IGH) zugunsten Kambodschas über die Souveränität über den Tempel von Preah Vihear, doch das umliegende Gebiet von etwa 4,6 Quadratkilometern blieb umstritten. „Neben den territorialen Fragen spielen Politik und Emotionen eine Rolle“, fügt der Apostolische Präfekt hinzu.

Dazu gehörten Faktoren wie „nationale Souveränität, Regierungsführung und historisches Erbe sowie emotionale Aspekte wie Nationalismus, Stolz und die sensible Geschichte der Beziehungen zwischen den beiden Ländern“.

„In dieser Situation“, so der Präfekt, „kommt der Zivilgesellschaft und den Medien eine entscheidende Rolle zu, da sie dazu beitragen können, die Spannungen zwischen den beiden Ländern abzubauen – oder leider auch zu verschärfen.“ Daher „rufen wir zu gemeinsamen Anstrengungen auf, um hetzerische Rhetorik zu vermeiden und uns auf die Deeskalation der Lage zu konzentrieren.“ Die Negativität rund um den Konflikt, stellt er fest, „wurde durch Fehlinformationen und übertriebene Medienberichte angeheizt. Es ist dringend notwendig, den Kreislauf gegenseitiger Provokationen zu durchbrechen und einen neuen Ansatz zu fördern, der auf Respekt, Versöhnung und Frieden beruht. Jeder muss, kann und muss seinen Beitrag leisten – auf beiden Seiten der Grenze.“

(PA) (Fides 13/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Drei baptistische Pastoren aus dem Volk der Kuki in Manipur getötet

 

Imphal (Fides) – Drei Baptistenpastoren wurden bei einem Hinterhalt auf einen Konvoi von Baptisten der Kuki-Ethnie im indischen Bundesstaat Manipur brutal ermordet, weitere Personen wurden verletzt. Der Angriff ereignete sich am 13. Mai gegen 10 Uhr morgens vor dem Hintergrund der äußerst instabilen Lage in Manipur, einem Bundesstaat im Nordosten Indiens. Dort herrscht ein Bürgerkrieg zwischen den ethnischen Gruppen der Kuki und Meitei (die Kuki sind überwiegend christlich, die Meitei hinduistisch). In den letzten Monaten ist auch die dritte ethnische Gruppe des Bundesstaates, die Naga, in den Konflikt verwickelt.

Wie das Vereinigte Christliche Forum Nordostindiens (UCFNEI) berichtet, ereignete sich der Hinterhalt auf die Mitglieder der Baptistengemeinde auf der Straße zwischen Kangpokpi und Lamka, als die Delegation von einem Gottesdienst zurückkehrte. Laut Angaben der Kuki-Gemeinde soll der Angriff von einer bewaffneten Naga-Gruppe verübt worden sein. Die Ermittlungen dauern an.

Pastor Vumthang Sitlhou, Präsident der „Thadou Baptist Association“ (TBA), sowie die Pastoren V. Kaigoulun und Paogou kamen bei dem Überfall ums Leben. Zu den Schwerverletzten zählen vier weitere Pastoren sowie die beiden Fahrer.

 

„Diese brutale und unmenschliche Gewalttat hat unschuldige Diener Gottes das Leben gekostet, die ihr Leben dem Frieden, dem Dienst an der Gemeinschaft und dem spirituellen Wohlergehen ihrer Gemeinden gewidmet haben“, sagte Allen Brooks, Sprecher von UCFNEI. Er sei „zutiefst schockiert, traurig und bestürzt“.

 

„Diese religiösen Führer“, so Brooks weiter, „waren weder Kämpfer noch Politiker, sondern spirituelle Wegweiser und zugleich Säulen der Hoffnung, der Versöhnung und der moralischen Orientierung in einer Region, die lange von Konflikten gezeichnet war.“

 

„Dieser kaltblütige Hinterhalt auf Diener Gottes zeugt von einer so tiefen Bosheit und Unmenschlichkeit, dass er das Gewissen jedes zivilisierten Menschen erschüttert“, heißt es in einer Erklärung von UCFNEI.

 

„Die Ermordung von Baptistenpastoren der Kuki-Gemeinschaft“, heißt es in der Erklärung weiter, „ist nicht einfach ein Angriff auf Einzelpersonen oder einen Stamm, sondern ein Angriff auf den christlichen Glauben, die Heiligkeit des Lebens und das Fundament der Geschwisterlichkeit in Nordostindien. Kein politischer oder ethnischer Konflikt kann jemals die Tötung unbewaffneter Pastoren und Kirchenmitarbeiter auf öffentlichen Straßen rechtfertigen.“

 

Das Forum fordert die Regierungen von Manipur und des Bundes auf, eine gründliche Untersuchung einzuleiten, um die Täter zu identifizieren und für eine rasche Bestrafung zu sorgen. Es fordert außerdem ein dringendes Eingreifen, „um Versöhnung und Dialog zwischen den Gemeinschaften zu fördern und eine weitere Eskalation der Gewalt zu verhindern“ und gleichzeitig „um den Schutz gefährdeter christlicher Gemeinschaften und religiöser Führer in der Region zu gewährleisten.“

 

„Wir rufen alle christlichen Konfessionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Menschen guten Willens in Nordostindien und im Rest des Landes dazu auf, sich im Gebet, im Fasten und im friedlichen Eintreten für Gerechtigkeit zu vereinen. Möge diese Tragödie uns nicht weiter spalten, sondern unseren Entschluss stärken, Gewalt im Namen Christi zu bekämpfen, der sagte: ‚Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt, gebe ich ihn euch. Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht (Joh 14,27‘“, heißt es in der Erklärung abschließend.

(PA) (Fides 13/5/2026)

 

EUROPA/BELGEN - Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke im Amt bestätigt

 

Vatikanstadt (Fides) – Kardinal Luis Antonio G. Tagle, Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung (Sektion für die Erstevangelisierung und die neuen Teilkirchen) hat am 5. Mai 2026 Pfarrer Théogène Havugimana aus dem Klerus der Diözese Nyundo (Ruanda) für die kommenden fünf Jahre (2026-2031) im Amt als Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Belgien bestätitgt (vgl. Fides 09/06/2021).

EG (Fides 13/05/2026)

 

AFRIKA/KENIA - Bischof von Wote ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Weihbischof und Apostolischen Administrator der Diözese, Simon Peter Kamomoe, zum bischof von Wote ernannt.

Bischof Simon Peter Kamomoe wurde am 26. November 1962 in Gatundu geboren und am 18. Juni 1994 zum Priester geweiht.

Am 13. Februar 2024 wurde er zum Titularbischof von Tubune in Numidien und Weihbischof von Nairobi ernannt und empfing am 6. April 2024 die Bischofsweihe. Am 5. Juli 2025 wurde er zum Weihbischof von Wote ernannt und am 16. September 2025 zum Apostolischen Administrator des Bistums Wote. Seit dem 25. März 2026 ist er Apostolischer Administrator Bistums Wote während der Sedisvakanz.

(EG) (Fides 13/5/2026)

 

AFRIKA/COTE D’IVOIRE - Weihbischof von Abidjan ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Pfarrer der Gemeinde “Saint Ambroise Ma Vigne, Ma vie”, Pfarrer Aguia Jean Martial Arnaud Kouamé zum Weihbischof von Abidjan (Cote d’Ivoire) ernannt und ihm den Titularsitz Sutunurca verliehen.

Bischof Aguia Jean Martial Arnaud Kouamé wurde am 26. März 1977 in Abidjan geboren. Er erwarb ein kanonische Lizenziat in Philosophie und einen Bachelor in Theologie am Priesterseminar der Universität St. Paul VI. Am 15. Januar 2005 wurde zum Priester geweiht und in das Erzbistum Abidjan inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Pfarrvikar der Kathedrale St. Paul in Abidjan (2005-2008) und der Kirche „St. François d’Assise de la Zinsel“ in Straßburg (2008-2010); Lizenziat im Kanonischen Recht und Master in Philosophie sowie in Geschichte und Philosophie der Wissenschaften an der Universität Straßburg; Pfarrvikar der Gemeinde „Bonne Nouvelle“ in Hem (2010-2011) und der Kirche „St. Fiacre“ in Dunkerque (2011-2013); Lizenziat in Moraltheologie an der Universität Lille (2012-2013); Doktorat in Ethique, Option Ethique et Religion, an der Universität Straßburg (2013-2018); Pfarrvikar der Kirche „Notre Dame du Chêne du Pays de Fleckenstein“ in Straßburg (2013-2018); Pfarrer der Geminde „St. François Xavier d’Abobo“ in Abidjan (2018–2022); Pfarrer der Gemiende „Saint Ambroise Ma vigne Ma Vie in Abidjan“ (seit 2022).

 

(EG) (Fides 13/5/2026)


Wettlauf gegen die Zeit: Demarkation des Kawahiva-Gebiets beginnt im brasilianischen Amazonas

8.05.2026

 

(London/si) - Mehr als 25 Jahre nachdem die Existenz des unkontaktierten indigenen Volkes, bekannt als die Kawahiva do Rio Pardo, offiziell bestätigt wurde, hat diese Woche die Demarkierung ihres Gebiets in Brasilien begonnen. Survival International drängt darauf, dass die Demarkation – nach jahrelangen Verzögerungen – angesichts von zwei unmittelbaren Bedrohungen unverzüglich abgeschlossen werden muss:

 

  1. Der Ausbau einer Straße entlang der südlichen Grenze ihres Territoriums könnte – wie so oft im Amazonasgebiet – Landraub und Abholzung beschleunigen. Eindringlinge, Holzfällende und Viehzüchtende sind bereits in benachbarte Gebiete eingedrungen, haben Tausende Hektar Wald zerstört und Farmen eingerichtet. Eine asphaltierte und ausgebaute Straße würde diese Entwicklung weiter vorantreiben.
  2. Auch die für Oktober angesetzten Parlamentswahlen in Brasilien bergen ein Risiko, da Flávio Bolsonaro zum Präsidenten gewählt werden könnte. Der Sohn von Jair Bolsonaro hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges keine neuen indigenen Schutzgebiete im Bundesstaat Mato Grosso auszuweisen. Daher ist es so bedeutend für die Kawahiva, dass die Demarkation bis zum Januar 2027 abgeschlossen wird.

 

 


Krieg in der Ukraine: Zunehmend zivile Opfer durch Angriffe zu beklagen

Bevölkerung und zivile Infrastruktur müssen verschont und geschützt werden

13.05.2026

 

(Berlin/Kyjiw/dwkh), 12. Mai 2026 // Der Beschuss von Wohnhäusern und öffentlichen Einrichtungen hat laut UN-Angaben im ersten Quartal dieses Jahres rund 590 zivile Todesopfer in der Ukraine gefordert – ein Anstieg um fast 40 Prozent gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum. „Die täglichen Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung dürfen nicht zur Gewohnheit werden. Zivilisten sind durch das Humanitäre Völkerrecht im Krieg geschützt. Doch wir erleben in der Ukraine und anderen Kriegen in der Welt, wie die Kriegsführung auf Kosten der Zivilbevölkerung brutaler wird“, warnt Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.  

 

Nächtliche Drohnenschwärme gehen auf Wohngebiete nieder, Raketenangriffe auf Stadtzentren verletzen oder töten Passanten: Russische Angriffe auf ukrainische Ortschaften steigen, ebenso wie die Opferzahlen. Laut dem UN-Menschenrechtsbüro starben allein im März 2026 mindestens 211 Zivilisten, während 1.206 verletzt wurden. Mehr als 15.000 Zivilisten sind seit Beginn des Angriffskrieges Russlands im Februar 2022 getötet worden. „Die massiven Angriffe der vergangenen Wochen und Monate waren verheerend für die Zivilbevölkerung, die dreitägige Waffenruhe am Wochenende war nur eine kurze Atempause. Das Humanitäre Völkerrecht setzt Mindeststandards zur Bewahrung der Menschlichkeit in Kriegen. Und doch werden diese Mindeststandards regelmäßig gebrochen“, sagt Martin Keßler.

„Es ist ein nahezu pausenloser Krieg, den wir erleben und der sich zunehmend gegen die Zivilbevölkerung im gesamten Land richtet“, sagt Andrij Waskowycz, Büroleiter der Diakonie Katastrophenhilfe in der Ukraine. „Odessa, Dnipro, Charkiw oder Kyjiw: Vor allem die großen Städte werden täglich zum Angriffsziel, um weite Teile der Bevölkerung nicht nur physisch, sondern auch psychisch zu treffen. Nach einem langen Winter mit wiederholten Ausfällen von Strom, Wasser und Heizung sind viele Menschen erschöpft und psychisch wie körperlich stark belastet.“

Partnerorganisationen der Diakonie Katastrophenhilfe bieten psychosoziale Unterstützung an, damit vor allem Mütter und ihre Kinder das Leben im traumatischen Kriegsalltag bewältigen können. Um die Menschen frühzeitig auf den nächsten Winter vorzubereiten, laufen bereits jetzt die Vorbereitungen. „Wir werden ab Juni für hunderte Haushalte die Energieversorgung stabilisieren und hybride Energiesysteme mit Gas, Solarenergie und Batteriespeichern ausbauen, um einem erneuten Zusammenbruch der Versorgung wie im vergangenen Winter vorzubeugen“, sagt Andrij Waskowycz. Vor allem frontnahe Ortschaften und Sammelzentren für intern Vertriebene erhalten die Hilfe. „Entscheidend für ein Ende des Leids ist jedoch, dass die ständigen Angriffe auf zivile Infrastruktur enden“, betont Waskowycz.

Die Diakonie Katastrophenhilfe ruft zu Spenden auf:
Diakonie Katastrophenhilfe
Evangelische Bank
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Ukraine-Krise
Online unter: www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/

 

 


FIDES-NACHRICHTEN - 12.05.2026

AFRIKA/NIGERIA - Bischof von Wukari: “Seit September über 98.000 Vertriebene, 217 zerstörte Kirchen und über 100 Tote“

 

Abuja (Fides) – „Seit September wurden über 98.000 Menschen, darunter 16 Priester, aufgrund der anhaltenden Gewalt im südlichen Teil des Bundesstaates Taraba (im Nordosten Nigerias) vertrieben, während 217 Kirchen vollständig zerstört wurden“, berichtet Bischof Mark Maigida Nzukwein von Wukari in einer Erklärung, die im Anschluss an die dritte Generalversammlung der Diözese veröffentlicht wurde. „Auch die Wohnungen von acht Priestern wurden verwüstet, und Schätzungen zufolge wurden über 100 Menschen getötet“, heißt es in der Erklärung. Zu den zuletzt angegriffenen Kirchen gehört die „Saint James the Great Catholic Church“ in Adu im Distrikt Takum. Ein Brand beschädigte am 4. März die Marienkathedrale in Wukari schwer.

Die Gewalt betrifft vor allem Gebiete wie den Distrikt Chanchanji in im Verwaltungsbezirk Takum sowie die Bezirke Ussa und Donga.

Diese Angriffe auf ländliche Gemeinden werden höchstwahrscheinlich von Banden Hirten aus dem Volk der Fulani verübt, die vorwiegend christliche oft von der Volkgsgruppe der Tiv bewohnte Dörfer ins Visier nehmen. Nachdem sie Häuser, Kirchen und andere Gebäude zerstört haben, besetzen die Angreifer oft illegal das Land der geflohenen Bewohner. Die Überfälle der Hirten verschärfen den jahrhundertealten Landkonflikt zwischen den Tiv und den Jukun.

Am 12. Februar dieses Jahres demonstrierten Geistliche der Diözesen Wukari und Jalingo und forderten ein sofortiges Eingreifen der Regierung, um die Welle von Morden, Entführungen und Zerstörungen zu stoppen, die christliche landwirtschaftliche Gemeinden, insbesondere die Tiv-Bevölkerung im südlichen Taraba, betrifft. Am Rande der Demonstration berichtete die Diözese Wukari: „Bislang wurden mehr als 80 Menschen getötet, viele weitere verletzt, über 200 Gemeinden und Kirchen zerstört und über 90.000 Christen zur Flucht gezwungen.“

Knapp drei Monate später sind diese Zahlen trotz dringender Appelle an die Behörden, die Sicherheit der Bevölkerung in den betroffenen Gebieten wiederherzustellen, weiter gestiegen.

(L.M.) (Fides 11/5/2026)

 

AFRIKA/TSCHAD - Zivilisten sterben bei Angriffen der Luftwaffe auf Dschihadisten

 

N’Djamena (Fides) – Flugzeuge der tschadischen Streitkräfte haben nigerianische Dschihadisten der Boko-Haram am Ufer des Tschadsees angegriffen, wobei es zivile Opfer gab.

Lokalen Quellen zufolge wurden bei den Bombenangriffen mehrere Dutzend Fischer getötet, die – mit der Erlaubnis der Dschihadisten – weiterhin ihre Netze im See auswarfen, der an Tschad, Niger und Nigeria grenzt. Mindestens 40 Fischer werden vermisst.

Die Luftangriffe, die seit dem 8. Mai andauern, sind eine Reaktion auf einen Angriff der Dschihadisten auf tschadische Soldaten am 4. Mai, bei dem 23 Soldaten getötet wurden. Am 6. Mai starben bei einem weiteren Gefecht am Ufer des Tschadsees mindestens 27 Menschen, darunter 11 Soldaten und 16 Dschihadisten.

Neben der Präsenz von Dschihadisten rührt die Instabilität in der Tschadseeregion von Konflikten zwischen Bauern und Hirten her, die weite Gebiete im Süden, Zentrum und Osten des Landes betreffen. Insbesondere Mitglieder der Zaghawa-Volksgruppen werden beschuldigt, das Vieh der lokalen Bevölkerung in der Seeregion zu plündern, wobei sie angebliche von hochrangigen Armeeangehörigen geschützt werden. Die Angriffe auf tschadische Soldaten werden mutmaßlich nicht nur von Dschihadisten, sondern auch von lokalen Hirten verübt, deren Vieh gestohlen wurde.

Schätzungen von Analysten zufolge haben Konflikte zwischen Bauern und Hirten zwischen 2021 und 2024 über tausend Tote und etwa zweitausend Verletzte gefordert.

Am Ende des Regina Caeli-Gebets hat Papst Leo XIV. an diesem Sonntag an die Unsicherheit in mehreren Sahelstaaten erinnert. „Mit Besorgnis habe ich die Nachrichten über die zunehmende Gewalt in der Sahelzone zur Kenntnis genommen, insbesondere im Tschad und in Mali, die von den kürzlich erfolgten Terroranschlägen betroffen sind. Ich versichere den Opfern mein Gebet zu und bin in Gedanken bei all jenen, die leiden. Ich ersehne das Ende jeder Form von Gewalt und unterstütze alle Bemühungen um Frieden und Entwicklung in diesem geschätzten Land“, so der Papst wörtlich.

(L.M.) (Fides 11/10/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Neue Föderation der Kirchen in Indien will “die drängendsten Probleme des Landes angehen”

 

Bangalore (Fides) – Die Föderation der Kirchen in Indien (National Federation of Churches in India, NFCI) ist der neue nationale ökumenische Dachverband christlicher Kirchen aller Konfessionen in Indien. Sie wurde am 8. Mai im Rahmen des vierten nationalen ökumenischen Treffens von Bischöfen und christlichen Führungskräften in Bangalore gegründet. „Sie ist eine Plattform, die den ökumenischen Dialog stärken wird, indem sie die drängendsten Probleme des Landes angeht und als geeinte Front die Anliegen der christlichen Gemeinschaft in Indien im aktuellen Kontext berücksichtigt“, erklärt Pater Anthoniraj Thumma, Sekretär für Ökumene in der Katholischen Bischofskonferenz (CBCI) und Koordinator des ökumenischen Treffens der indischen Bischöfe, gegenüber Fides.

Das neue Gremium habe sich zum Ziel gesetzt, „die Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit im Herrn Jesus Christus unter den Bischöfen und Kirchenoberhäuptern auf nationaler Ebene zu fördern. Die Gründung der NFCI ist ein bedeutender Schritt hin zur christlichen Einheit, ein Meilenstein im ökumenischen Prozess und ein neues Kapitel in der Geschwisterlichkeit und Solidarität der Kirchen in Indien“, heißt es in einer Erklärung, die Fides vorliegt.

„Angesichts der kritischen Lage der Kirchen in Indien, die mit zahlreichen Herausforderungen und Schwierigkeiten wie Gewalt gegen Priester, Pastoren und Gläubige, strengen Anti-Konversionsgesetzen in einigen Bundesstaaten und Versuchen der Veruntreuung von Kirchenvermögen konfrontiert sind, bestand dringender Bedarf an einer gemeinsamen Front zur Bewältigung dieser Probleme. Nach zweijährigen Diskussionen über ihre Gründung und die Ausarbeitung ihrer Richtlinien wurde die NFCI nun offiziell ins Leben gerufen“, so Thumma.

Der Verband werde die Kirchen in der Öffentlichkeit vertreten und „ein einheitliches Bild des Christentums präsentieren sowie als die Stimme der christlichen Gemeinschaft gegenüber dem Land fungieren“, fügt er hinzu. „Er wird die Zusammenarbeit gefördert und die sichtbare Einheit der Mitgliedskirchen gestärkt, wobei deren Identität, Traditionen und Strukturen respektiert werden. Und man wird sich mit den Anliegen der Kirchen und der christlichen Gemeinschaft in Indien befassen.“

Im Vergleich zu den bereits bestehenden Foren und Gremien kirchlicher Gemeinschaften im Land zeichne sich die Föderation dadurch aus, dass „keines von ihnen alle Kirchen umfassend einbezieht“; außerdem „sie ist ausschließlich Bischöfen und kirchlichen Führungskräften gewidmet“.

Die erste Initiative der Föderation war ein ökumenischer Gebetsgottesdienst für die Einheit der Christen, der auf den anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen gemeinsam vom Dikasterium für die Einheit der Christen und dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) erarbeiteten Impulsen basierte. Die Begrüßungsansprache bei der Gründungsversammlung hielt Kardinal Anthony Poola, Erzbischof von Hyderabad und Vorsitzender der katholischen Bischofskonferenz. Er betonte die drängenden Probleme der christlichen Glaubensgemeinschaft und unterstrich die Notwendigkeit der Einheit der Kirchen, um diese wirksam anzugehen. „Es ist wichtig, aufeinander zuzugehen und sich als Christen zu vereinen, um ein besseres Verständnis der Wahrheit zu erlangen und im Geiste der Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit zusammenzuarbeiten.“ Kardinal Anthony Poola wurde zum ersten Präsidenten der neuen Föderation gewählt.

(PA) (Fides 11/5/2026)

 

ASIEN/INDONESIEN - Nach siebzehn Jahren kehren Kamillianer nach Bolawolon zurück: „Wo alles begann“

 

Kupang (Fides) – Der 3. Mai 2026 wird für die Kamillianer Indonesiens und die Pfarrgemeinde Bolawolon auf der Insel Flores ein historisches und bedeutsames Datum bleiben. In einer feierlichen Zeremonie wurde Pater Andrea Yobe offiziell als erster Pfarrer des Kamillianer-Ordens in der Gemeinde Bolawolon in sein Amt eingeführt. Damit begann ein neues Kapitel für die Kamillianer-Missionare in der Diözese Maumere.

 

Diesen berichtet Pater Luigi Galvani (MI) gegenüber Fides, der selbst jahrelang auf der Insel Flores lebte und arbeitete, und heute im „St. Camillus Social Center“ in Kupang in West-Timor tätig ist.

 

„Für viele hatte diese Rückkehr der Kamillianer nach Bolawolon den Charakter einer ‚Rückkehr nach Emmaus‘. Vor 17 Jahren begannen die Kamillianer, mich eingeschlossen, in dieser Pfarrei ihre Tätigkeit in Indonesien, nachdem sie von den Philippinen gekommen waren“, bemerkt er. „Hier unternahmen sie ihre ersten Schritte und konzentrierten sich vor allem auf die Berufungsförderung und verschiedene soziale Wohlfahrtsaktivitäten.“

 

„Wenn man heute auf ihren Weg in Indonesien zurückblickt, kann man wahrlich von einer von der göttlichen Vorsehung gesegneten Geschichte sprechen. In nur siebzehn Jahren ist die Präsenz der Kamillianer in Indonesien mit positiver und vorausschauender Entwicklung gewachsen, die heute konkrete und vielversprechende Früchte trägt“, so Pater Galvani. „Derzeit zählt die Delegation der Kamillianer 24 junge Priester, 6 Diakone, 25 Theologiestudierende, 8 Novizen und mehr als 40 Seminaristen im Philosophiestudium, die sich auf vier Priesterseminare verteilen. Diese Zahlen zeugen nicht nur vom institutionellen Wachstum, sondern vor allem vom Mut so vieler junger Menschen, die sich entschieden haben, ihr Leben im Geiste des heiligen Kamillus von Lellis dem Dienst an Gott und den Kranken zu widmen“.

 

Neben der religiösen Ausbildung haben die Kamillianer auch bedeutende soziale und seelsorgerische Initiativen auf den Weg gebracht. „Die beiden Gemeindezentren in Maumere und Kupang sind mittlerweile zu wichtigen Anlaufstellen für Treffen, Seminare und Bildungsprogramme geworden, die sich insbesondere an junge Menschen richten. Hinzu kommt ein positiver missionarischer Impuls, der das Wachstum der Mission der Kamillianer in Indonesien bezeugt. Zwei junge Missionare wurden bereits nach Taiwan und zwei weitere nach Australien entsandt – ein Zeichen für eine junge Gemeinschaft, die sich nicht nur um sich selbst kümmert, sondern auch den Wunsch verspürt, die empfangene Gabe über ihre Grenzen hinaus weiterzugeben. Derselbe Geist prägt auch das Engagement für die Berufungsförderung in Pakistan und Osttimor“, heißt es in dem Bericht.

 

Die neue Aufgabe, die den Kamillianern in der Pfarrei Bolawolon anvertraut wurde, gewinnt im Kontext der Diözese Maumere, einer lebendigen Kirche mit vielen Berufungen, noch an Bedeutung. Die Diözese umfasst 42 Pfarreien und 61 Diözesanpriester sowie 60 Ordensinstitute, davon 17 für Männer und 43 für Frauen. Sie ist eine dynamische, missionsorientierte Kirche, die tief im Glauben der Bevölkerung der Insel Flores verwurzelt ist.

 

„Die Amtseinführung von Pater Andrea“, so Pater Galvani abschließend, „ist nicht bloß eine Ernennung durch die Gemeinde, sondern ein Symbol für eine wachsende Mission und einen hoffnungsvollen Traum. Die Kamillianer kehren nicht als Fremde nach Bolawolon zurück, sondern als Söhne und Töchter, die die Heimat wiederentdecken, wo alles begann. Von hier aus setzen sie ihre Missionsreise fort, blicken mit neuem Enthusiasmus in die Zukunft und sind bestrebt, im Dienst an der Kirche, den Armen und Kranken zu wachsen. Alles Weitere vertrauen sie wie immer Gott an, der in all den Jahren still jeden Schritt ihrer Mission geleitet hat.“

(AP) (11/5/2026)

 

Am Vorabend des Muttertags: Chinesisch katholische Gemeinden feiern “unsere liebe Frau von China”

 

Peking (Fides) – Jedes Jahr am zweiten Samstag im Mai – dem Tag vor dem Muttertag im Marienmonat – feiert die Kirche in China ein besonderes Fest zu Ehren der „Himmlischen Mutter Chinas“.

Dieses Fest erinnert an die Entscheidung, China Unserer Lieben Frau von Donglv zu weihen, ein Gelübde, das die Bischöfe des Ersten Chinesischen Konzils 1924 in Shanghai einstimmig ablegten.

Die Einführung des Festes war ein bedeutsames Zeichen der Marienverehrung, die viele chinesische Katholiken prägt. Am 8. Dezember 1941 entsprach Papst Pius XII. dem Wunsch der chinesischen Bischöfe und führte das große Fest zu Ehren der „Königin von China“ offiziell ein. Die Bischöfe daraufhin die Gottesmutter von Donglv im Marienheiligtum der Provinz Hebei zur „Unserer lieben Frau von China und Himmlischen Königin des chinesischen Volkes“.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Marienverehrung der chinesischen Katholiken trotz wechselvoller Zeiten weitere Ausdrucksformen gezeigt, und die Feierlichkeiten zu Ehren Marias, der Königin von China, sind heute mit dem Muttertag verbunden. Es entstanden weibliche Ordensgemeinschaften, die der Himmlischen Mutter gewidmet sind, wie beispielsweise die Kongregation der Missionarinnen der Himmlischen Mutter der Diözese Yanggu in Shandong. Sie wurde 1940, während des Krieges, von dem ersten chinesischen Kardinal, Thomas Tien Ken-sin, der aus der Provinz Shandong stammt, gegründet.

Jedes Jahr am Fest der Schutzpatronin nehmen die Generaloberin und die Ordensfrauen an der eucharistischen Anbetung, dem gemeinsamen Rosenkranzgebet und dem Barmherzigkeitsrosenkranz sowie einer Marienprozession teil.

Am 9. Mai trafen sich die Rosenkranzgruppen der Pfarrei Nanxi in der Diözese Wenzhou im Anschluss an den feierlichen Dankgottesdienst zu Ehren Unserer Lieben Frau von China zu einem Glaubenskurs zur Figur der Gottesmutter. Der Gemeindepfarrer, ein Einheimischer, konnte die Geschichte der Marienverehrung im lokalen Dialekt auch den Älteren verständlich erklären und hob Maria als Vorbild und Trost für alle Mütter in ihrer wichtigen Aufgabe hervor, ihre Kinder auf ihrem Glaubensweg zu begleiten und ihnen zu helfen, ihre Berufung zu entdecken. „Es gibt kein wirksameres Gebet als den Rosenkranz“, sagte der Pfarrer und schloss das Treffen mit dem gemeinsamen Gebet zu Ehren Unserer Lieben Frau von China ab.

In den Pfarreien der Provinz Jiangxi erhielten am Muttertag, dem 10. Mai, viele Mütter Geschenke und Blumensträuße. Priester und Laien besuchten die Mütter in den Krankenhäusern.

Auch im Bistum Peking feierte jede Pfarrei neben der feierlichen Eucharistiefeier den Muttertag mit der Verteilung von Geschenken als Zeichen der Dankbarkeit. In der Erlöserkathedrale erhielt jede Mutter ein kleines Säckchen mit einer Pflanze und einer Grußkarte, während in der Kirche des Bistumsseminars Porzellangeschirr verschenkt wurde.

(Fides 11/5/2026)

 

AFRIKA/NAMIBIA - Apostolischer Vikar von Rundu ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Apostolischen Administrator des Vikariats, Pater Linus Ngenomesho (O.M.I.), zum Apostolischen Vikar des Apostolischen Vkariats Rundu ernannt.

Bischof Linus Ngenomesho (O.M.I.) wurde am 22. August 1969 in Omatando im Erzbistum Windhoek (Namibia) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am „St. Joseph’s Oblates Scholasticat“ in Cedera in Südafrika. Am 26. Januar 2002 wurde er zum Priester der Kongregation der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria (O.M.I.) geweiht.

Danach hatte er folgende Ämter inne: Pfarrvikar in Gobabis (Erzdiözese Windhoek) und stellvertretender Novizenmeister im OMI-Ausbildungshaus in Dabra (2002-2004); Provinzialrat der Oblaten der Makellosen Jungfrau Maria der Provinz Namibia (2003-2009); Direktor des OMI-Ausbildungshauses und Pfarrer von St. Bonifatius in Windhoek (2004-2008); Dekan des Dekanats Windhoek (2004-2008); Mitglied des Konsultorenkollegiums der Erzdiözese Windhoek (2004-2020); Pfarrer der Gemeinde „St. Peter Claver“ in Ukahandja (2009-2010); Provinzialoberer der Oblaten der Unbefleckten Jungfrau Maria der Provinz Namibia und Präsident der OMI-Region für Afrika und Madagaskar (2010-2016). Generalsekretär der Bischofskonferenz von Namibia (2016-2020); seit 2020 Apostolischer Administrator des Apostolischen Vikariats Rundu.

(EG) (Fides 11/05/2026)

 

REGINA CAELI - Papst Leo XIV.: “Es ist die Liebe Jesu, die in uns Liebe entstehen lässt”

 

Vatikanstadt (Fides) – „Es ist die Liebe Jesu, die in uns Liebe entstehen lässt“ und „weil Gott uns zuerst liebt, können auch wir lieben.“ Mit diesen Worten beschreibt Papst Leo XIV. beim sonntäglichen Regina Caeli-Gebet mit den auf dem Petersplatz versammelten Pilgern und Gläubigen die Quelle, die es uns ermöglicht, den Geboten der Kirche zu folgen.

Der Papst erinnerte an die Worte Jesu an die Apostel beim Letzten Abendmahl, die in der Lesung des Johannesevangeliums aus dem Tagesevanglium an diesem Sonntag, den 10. Mai.

„Wenn ihr mich liebt“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, „werdet ihr meine Gebote halten.“ Papst Leo betonte, dass diese Aussage „uns von einem Missverständnis befreit, nämlich von der Vorstellung, das wir geliebt werden, wenn wir die Gebote halten: Unsere Gerechtigkeit wäre dann die Voraussetzung für die Liebe Gottes. Im Gegenteil: Gottes Liebe ist die Voraussetzung für unsere Gerechtigkeit.“

 

„Wir halten wirkliche die Gebote nach dem Willen Gottes“, fuhr der Bischof von Rom fort, „wenn wir seine Liebe zu uns erkennen, so wie Christus sie der Welt offenbart. Die Worte Jesu sind also eine Einladung zu einer Beziehung, keine Drohung oder ein zweifelhafte Bedingung.“

 

Aus diesem Grund, fügte der Papst hinzu, könne Christus uns auch gebieten, „einander zu lieben, wie er uns geliebt hat: Es ist Liebe Jesu Liebe, die in uns die Liebe entstehen lässt.“

 

„Weil Gott uns zuerst liebt“, so Papst Leo XIV. in seiner Katechese zum Sonntagsevangelium, „können auch wir lieben; und wenn wir Gott wirklich lieben, lieben wir auch einander wirklich. Es ist wie mit dem Leben: Nur wer es empfangen hat, kann leben, und so können nur der lieben, der geliebt wurde.“

 

Papst Leo zitierte in diesem Zusammenhang erneut die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: „Weil er uns liebt, lässt der Herr uns in den Prüfungen des Lebens nicht allein: Er verspricht uns den Parakleten, also den Beistand, den ‚Geist der Wahrheit‘.“ Er sei ein Geschenk, „das die Welt nicht empfangen kann, solange sie im Bösen verharrt, das den Armen unterdrückt, den Schwachen ausschließt und den Unschuldigen tötet. Wer hingegen die Liebe, die Jesus für alle empfindet, beantwortet, findet im Heiligen Geist einen Verbündeten, der niemals im Stich lässt: „Ihr kennt ihn“, sagt Jesus, „weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Immer und überall können dann Gott bezeugen, der Liebe ist: Dieses Wort bezeichnet keine Idee des menschlichen Verstandes, sondern die Wirklichkeit des göttlichen Lebens, durch das alle Dinge aus dem Nichts er schaffen und vom Tod erlöst wurden“.

 

Im Anschluss an das Regina Caeli-Gebet äußerte Leo XIV. seine Besorgnis über zunehmende Gewalt in der Sahelzone, insbesondere im Tschad und in Mali, „die von den kürzlich erfolgten Terroranschlägen betroffen sind: Ich versichere den Opfern mein Gebet zu und bin in Gedanken bei all jenen, die leiden. Ich ersehne das Ende jeder Form von Gewalt und unterstütze alle Bemühungen um Frieden und Entwicklung in diesem geschätzten Land.“

Der Papst erinnerte zudem daran, dass der 10. Mai jährlich als „Tag der koptisch-katholischen Freundschaft“ begangen wird. „Ich richte einen brüderlichen Gruß an Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. und versichere der ganzen geliebten koptischen Kirche mein Gebet, in der Hoffnung, dass unser Weg der Freundschaft uns zur vollkommenen Einheit in Christus führt, der uns „Freunde“ genannt hat“‘, so der Papst wörtlich.

 

In spanischer Sprache dankte der Bischof von Rom dankte den Menschen auf den Kanarischen Inseln für ihre Gastfreundschaft und dafür, „dass sie die Ankunft des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ mit den Hantavirus-Erkrankten ermöglicht haben. Ich freue mich darauf, euch nächsten Monat bei meinem Besuch auf den Inseln zu treffen“. Abschließend richtete Leo XIV. einen besonderen Gedanken an alle Mütter: „Auf die Fürsprache Mariens, der Mutter Jesu und unserer Mutter, beten wir voller Zuneigung und Dankbarkeit für jede Mutter, besonders für jene, die unter besonders schwierigen Bedingungen leben. Danke! Gott segne euch!“

(Fides 10/5/2026)

 

MYANMAR - Neue Kirche in der Diözese Pathein: "Ein Zeichen für Gottes Wirken, trotz Unsicherheit und Not“

 

Pathein (Fides) – Die neue katholische Kirche „St. Remigio“ in dem Dorf Taungyagone in der Diözese Pathein im zentralwestlichen Myanmar ist „ein Geschenk des Heiligen Geistes, ein Zeichen für Gottes Wirken, trotz Unsicherheit und Not“, sagte Bischof Henry Eikhlein von Pathein, bei der Weihe und offiziellen Eröffnung des neuen Gotteshauses. Während der feierlichen Messe am 3. Mai, an der Priester, Ordensleute, Katecheten und Katechetinnen sowie zahlreiche Gläubige teilnahmen, empfingen 70 Jugendliche das Sakrament der Firmung. „Der Geist erneuert das Antlitz der Erde. Der Herr sendet seinen Geist; er verlässt uns nicht“, bemerkte Bischof Henry und forderte die Anwesenden auf, „in jeder Lage die Hoffnung nicht aufzugeben“ und Gottes Wirken stets zu erkennen.

„Der Geist Gottes“, sagte er, insbesondere an die Firmlinge gewandt, „macht euch zu Missionaren und Missionarinnen, damit ihr in die entlegensten Orte zu Einsamen, Vertriebenen oder Ausgegrenzten gehen und ihnen ein Wort der Güte und den Trost der Liebe Gottes bringen könnt.“ „Ist Herz verwandelt durch den Heiligen Geist“, fügte er hinzu, „so ist es erfüllt von Liebe und Großzügigkeit und wird so zu einer Quelle der Stärkung für eure Mitmenschen.“

Der Bischof dankte für das Geschenk der neuen Kirche und bemerkte: „Gott hat die Pfarrei Taungyagone gesegnet und wird dies auch weiterhin mit seinem reichen Segen tun.“ Er zeigte sich zuversichtlich, dass – trotz der gegenwärtig schwierigen Lage – „junge Menschen weiterhin den Glauben bezeugen und Liebe und Versöhnung in der von Konflikten und Leid geprägten Gesellschaft und Region verbreiten werden.“

Pfarrer Peter Saw Ngwe von der Pfarrei in Taungyagone erklärte, die Feier sei „ein bedeutender Moment für die katholische Gemeinde vor Ort“ und „ein Zeugnis für das Wachstum und die Lebendigkeit der Kirche im Bistum Pathein, die hoffnungsvoll und vertrauensvoll in die Zukunft auf die erneuernde Kraft des Heiligen Geistes blickt.“

Pathein ist die viertgrößte Stadt Myanmars und die Hauptstadt der Region Ayeyarwady. Sie liegt etwa 190 km westlich von Yangon am Ufer des Pathein-Flusses, dem westlichen Arm des Irrawaddy-Deltas. Wie lokale Quellen berichten, hat sich die Sicherheitslage in der Region Pathein seit Anfang 2026 verschlechtert, da der Bürgerkrieg nun auch dieses vom Zentralstaat kontrollierte und zuvor als stabil geltende Gebiet erreicht hat. Die Unsicherheit rührt daher, dass die „Arakan Army“ und verbündete Widerstandskräfte aus dem benachbarten Bundesstaat Arakan in Richtung Pathein vorrücken und die reguläre Armee zwingen, ihre Verteidigung rasch zu verstärken. In den umliegenden Gemeinden dauern die heftigen Kämpfe an, und Rebellen versuchen, die Kontrolle über die wichtigsten Verkehrswege zu erlangen. Diese Kämpfe haben schwerwiegende Folgen für die Zivilbevölkerung und führten in den letzten sechs Monaten zur Vertreibung Tausender Menschen. Von den über 7,5 Millionen Einwohnern der Region Pathein sind 65.000 Katholiken.

(PA) (Fides 9/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Bischof von Warangal ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Administrator der Diözese, Pfarrer Vijaya Paul Reddy Duggimpudi aus dem Klerus von Warangal, zum Bischof von Warangal ernannt.

Vijaya Paul Reddy Duggimpudi wurde am 8. Januar 1965 in Manugonda (Indien) geboren. Nach seinem Studium der Philosophie und Theologie am „St. John’s Regional Seminary“ in Hyderabad erwarb er einen Bachelor an der Osmania University. Am 2. April 1992 wurde er zum Priester geweiht und in die Diözese Warangal inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Pfarrvikar und Leiter des Gästehauses an der „St. Joseph’s Co-Cathedral Church“ in Khammam (1992–1993); Leiter des „PIME Regional House“ und Direktor des „St. Xavier’s Hostels“ in der Diözese Eluru (1993–1995); Pfarrer in Devagripatnam in der Diözese Warangal (1995–2002); Masterstudium der Osmania University; Studium für den Bachelor und Master of Education an der Annamalai University; Direktor und Vertretungsberechtigter des „Fatima College of Education“ in Warangal (2002–2009); Pfarrer der Gemeinde „St. Francis de Sales“ in Velair (2009–2015); Direktor der „Lodi Multipurpose Social Service Society“ in Warangal (2015–2023); Direktor des „Christu Jyothi Institute of Technology and Science“ in Warangal (2023–2025); Administrator der Diözese Warangal (seit 2025).

(Fides 9/5/2026)

 

„Kontextuelle Theologie“ und Netzwerk theologischer Institute stehen im Mittelpunkt eines Studientages an der Päpstlichen Universität Urbaniana

 

Rom (Fides) – Am Dienstag, dem 12. Mai 2026, findet in der Aula Magna „Benedikt XVI.“ der Päpstlichen Universität Urbaniana ein Studientag zum Thema „Meilensteine der Kontextuellen Theologie heute“ statt. Die Veranstaltung ist der Tag Teil der fortlaufenden Reflexion über aktuelle Entwicklungen in der theologischen Auseinandersetzung mit kulturellen Kontexten und deren Überschneidungen mit Inkulturationsprozessen.

Im Rahmen des Studientages werden renommierte Gäste und Vertreter des weltweiten Netzwerks theologischer Institute der Universität Urbaniana das Wort ergreifen.

Die Konferenz bietet somit eine wertvolle Gelegenheit, die Vielfalt der theologischen Institute – verbunden mit Seminaren, Instituten und lokalen Studienzentren auf allen Kontinenten – kennenzulernen, die mit der Päpstlichen Universität Urbaniana assoziiert sind.

Der Angliederungsprozess von über 90 Instituten begann in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil auf Initiative von Papst Paul VI. in einem Kontext, der durch die Anwesenheit zahlreicher Studenten aus afrikanischen Ländern an der Urbaniana geprägt war, die damals mit den oft schwierigen Prozessen der Ablösung kolonialer Herrschaft zu kämpfen hatten.

Unter dem Pontifikat von Papst Franziskus wurde mit der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Veritatis Gaudium“ über kirchliche Universitäten und Fakultäten ein wichtiger Meilenstein erreicht. Sie wurde am 8. Dezember 2017 unterzeichnet und trat 2018 in Kraft. Es sei an der Zeit, so der Papst, dass das reiche Erbe an Erkenntnissen – sozusagen ‚in der Praxis‘ erprobt und bereichert durch das beharrliche Engagement für die kulturelle und soziale Vermittlung des Evangeliums, das vom Volk Gottes auf verschiedenen Kontinenten und im Dialog mit verschiedenen Kulturen umgesetzt wird – zusammenfließe, um den kirchlichen Studien jene mutige Erneuerung zu verleihen, die die missionarische Transformation einer Kirche im Aufbruch erfordere

Das Netzwerk der assoziierten Institute verkörpert die Dynamik, die aus dem fruchtbaren Spannungsverhältnis zwischen der Universalität der christlichen Botschaft und der Vielfalt ihrer Ausdrucksformen erwächst. „Dieser Studientag ist Teil eines gemeinsamen Weges mit den angeschlossenen Instituten“, erklärt Pater Étienne-Noël Bassoumboul, ein kamerunischer Priester und Bibelwissenschaftler sowie Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Urbaniana, gegenüber Fides. „Wir haben erkannt – und dieser Wunsch ging auch aus dem Netzwerk der Institute hervor –, dass die Zusammenarbeit mit der Universität intensiviert werden muss, um ein echtes Netzwerk zu knüpfen, das über eine rein formale oder bürokratische Bindung hinausgeht. In den zahlreichen vorbereitenden Treffen, die wir abhalten konnten, wuchs der Wunsch, die theologische und akademische Reflexion an diesen Orten weiter zu fördern.“

„Heute unterstützen wir diese Institute bei der Erstellung ihrer Statuten, aber auch in akademischen und wissenschaftlichen Belangen“, so Bassoumboul weiter, „Die Programme müssen von der Universität und anschließend vom Dikasterium für die Evangelisierung und vom Dikasterium für die Kultur und die Bildung genehmigt werden. Danach genießen die Institute jedoch größtmögliche Autonomie.“

So bieten die einzelnen Institute neben Kursen zur alten, mittelalterlichen, neuzeitlichen und zeitgenössischen Kirchengeschichte in der Regel auch Kurse zur Kirchengeschichte in verschiedenen Ländern an. Besonderer Wert wird auf die Kenntnis anderer Religionen, Inkulturation und traditionelle Religionen im interreligiösen Kontext gelegt.

„Es ist wichtig und sinnvoll, weiterhin von ‚kontextueller Theologie‘ zu sprechen“, erklärt Étienne-Noël Bassoumboul, „denn keine Theologie ist losgelöst von der Realität oder dem Kontext, in dem wir leben: unserer Geschichte, unseren individuellen Lebensumständen, unserer gesellschaftliche Situation. Die kontextuelle Theologie betont, im Einklang mit dem Konzil und dem jüngeren Lehramt, dass der kulturelle Kontext zu einem wahren theologischen Bezugspunkt wird, im Dialog mit der Heiligen Schrift und der kirchlichen Tradition. Im Gespräch mit verschiedenen Instituten und bei der Prüfung der uns vorliegenden Curricula und Statuten haben wir beispielsweise Philosophiekurse entdeckt, die sich wichtigen Denkern im Kontext der jeweiligen Länder widmen. Dies ist ein beträchtlicher Gewinn.“

Im Rahmen des Studientags wird Kardinal Víctor Manuel Fernández, Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, im Anschluss an Grußworte von Professor Vincenzo Buonomo, Päpstlicher Delegat und Rektor der Universität Urbaniana, und Professor Pietro Angelo Muroni, Dekan der Theologischen Fakultät, die Eröffnungsansprache halten.

Nach der Ansprache des Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre folgt ein Vortrag von Professor Steve Bevans, emeritierter Professor der „Catholic Theological Union“ von Chicago, mit dem Titel „Meilensteine der Kontextuellen Theologie heute: Woher wir kommen und wohin wir gehen“ („Milestones of Contextual Theology Today: Where We Have Come From, Where We Are Going“. Bevans, eine führender Vertreter der Kontextuellen Theologie, wird die wichtigsten Entwicklungsstufen dieses Ansatzes von seinen Anfängen bis zu seinen Zukunftsperspektiven aufzeigen. Im Anschluss an eine Diskussionsrunde wird die von Professor Aldo Skoda moderierte Veranstaltung mit einem Vortrag von Professor Kokou Mawuena Ambroise Atakpa (Theologische Fakultät der Universität Urbaniana) zum Thema „Kontextuelle Theologie und kultureller Pluralismus in der Wissenschaft“ fortgesetzt. Darin werden die Herausforderungen beleuchtet, die der kulturelle Pluralismus für die theologische Produktion mit sich bringt.

Im zweiten Teil des Studientages werden Vertretern der assoziierten Institute die Möglichkeit haben, unter dem gemeinsamen Thema „Theologie im Dialog mit dem sozialen, kulturellen und kirchlichen Kontext“ einen umfassenden Überblick über die Praktiken der kontextuellen Theologie weltweit zu geben. Zu den Referenten gehören der indische Bischof Peter Paul Saldanha, vom „St. Joseph Institute of Theology“ in Mangalore; Professor Tutoe Tupouniua Toutaiolepo vom „Pacific Regional Seminary“ in Suva (Fidschi); Professor Giuseppe Busani, Direktor des „Missionary Theological Institute“ des Päpstlichen Instituts für die Auslandsmissionen (PIME) in Monza; Professor Michael Wenceslas Tiendrebeogo vom „Institut Théologique Saint Pierre Claver“ in Burkina Faso; und Professor Juan Antonio Nureña Prado vom „Instituto Superior de Estudios Teológicos Juan XXIII“ in Lima. Der Tag schließt mit einem Vortrag von Professor Maurizio Gronchi (Theologische Fakultät der Urbaniana) mit dem Titel „Wie man in verschiedenen Kulturen von Christus spricht“, einer Reflexion über die Möglichkeiten, Christus in pluralen kulturellen Kontexten zu verkünden.

Unterdessen bereiten sich Kardinäle aus aller Welt auf das bevorstehende Konsistorium im Juni vor, zu dem sie auf Einladung von Papst Leo XIV. zusammenkommen. In einem auf den 12. April datierten Brief ekräftigte er die Notwendigkeit, „Evangelii gaudium“ neu zu beleben, „indem zunächst „ehrlich“ geprüft wird, was in den Jahren seit seiner Veröffentlichung umgesetzt und oder nicht umgesetzt wurde“, während insbesondere „der notwendigen Reform der Wege der christlichen Initiation Aufmerksamkeit geschenkt werden“ müsse.

Papst Leo XIV. betonte insbesondere die Bedeutung der Inkulturation in seiner Botschaft an die Teilnehmer des Theologisch-Pastoralen Kongress zu den Marienerscheinungen von Guadalupe am 5. Februar 2026. Der an der Päpstlichen Universität Urbaniana geplante Studientag ist ein Zeichen dafür, dass diese Fragen ernsthaft diskutiert werden. Dabei birgt das Netzwerk der mit der Universität assoziierten theologischen Institute einen lebendigen Schatz, der darauf wartet, entdeckt und bekannt gemacht zu werden.

 

(ML) (Fides 8/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 9.05.2026

ASIEN/VIETNAM - Dankgottesdienst zum ersten Jahrestag der Wahl von Papst Leo XIV.: "Katholiken freuen sich auf einen Papstbesuch"

 

Hanoi (Fides) – „Der erste Jahrestag der Wahl von Leo XIV. zum Papst bietet allen Gläubigen in Vietnam die Gelegenheit, ihre Liebe, ihren Gehorsam und ihre Verbundenheit im Gebet für unseren Hirten zum Ausdruck zu bringen. Wir beten, dass der Herr den Heiligen Vater weiterhin segnen und ihm beistehen möge, damit er in seiner Mission als Nachfolger Petri stets standhaft voranschreitet und ein Zeichen der Einheit, eine Quelle der Hoffnung und ein Werkzeug des Friedens für die ganze Welt wird“, so Erzbischof Joseph Vu Van Thien von Hanoi, einer Diözese im Norden Vietnams, gegenüber Fides, nachdem die vietnamesischen Bischöfe in den vergangenen Tagen den Vatikan besucht und den Papst im Rahmen ihres „Ad-limina“-Besuchs getroffen hatten.

 

Der Erzbischof bemerkte, dass die Bischöfe „vom Papst aufmerksam angehört und herzlich empfangen“ worden seien: „Abseits von Formalitäten fühlten wir uns wirklich wie zu Hause“, sagte er.

 

Unterdessen brachten vietnamesische katholische Gemeinde ihre Verbundenheit und Zuneigung zu Papst Leo XIV. am 4. Mai bei einem Dankgottesdienst in der St.-Josephs-Kathedrale in Hanoi zum Ausdruck, der im Vorfeld des ersten Jahrestages seiner Wahl zum Papst am 8. Mai gefeiert wurde. An dem Gottesdienst nahmen zahlreiche Bischöfe, Priester, Ordensleute und Gläubige zusammen, die gemeinsam „für die Mission des Papstes und für Frieden und Einheit“ beteten.

 

Die Messe in Hanoi wurde von Erzbischof Marek Zalewski, dem Ständigen Vertreter des Heiligen Stuhls in Vietnam, zelebriert. Zu den Konzelebranten gehörten Kardinal Peter Nguyen Van Nhon, die Bischöfe des Ständigen Rates der Vietnamesischen Bischofskonferenz, die Bischöfe der Kirchenprovinz Hanoi sowie Priester aus der gesamten Region. Vor der Messe wandte sich Erzbischof Joseph Nguyen Nang, Vorsitzende der Vietnamesischen Bischofskonferenz, im Namen des vietnamesischen Volkes an die Gläubigen und brachte seine Verbundenheit mit Papst Leo zum Ausdruck. Er betonte die Mission des Heiligen Vaters, den Glauben zu stärken, die Einheit zu fördern und den Frieden auf der Grundlage der Kraft des Evangeliums zu stiften. Der Erzbischof erinnerte zudem an die Lehre des heiligen Papstes Paul VI. über die Mission der Kirche: Christen seien im Herzen der Welt gegenwärtig, „nicht um nach Macht zu streben, sondern um sich mit Demut und Liebe in den Dienst der Menschen zu stellen“. Er wünschte Papst Leo XIV., dass er mit der Gnade des Heiligen Geistes erfüllt werde, und äußerte die Hoffnung, dass Papst Leo XIV. eines Tages Vietnam besuchen möge.

 

Erzbischof Marek Zalewski brachte seine Freude zum Ausdruck und hob den pastoralen Stil von Papst Leo XIV. hervor, der von Demut, Zuhören und Nähe geprägt sei. Er erinnerte daran, dass „der Papst kein Politiker, sondern ein Wegweiser im Glauben ist, der die Gläubigen weltweit einlädt, nach den Werten von Gerechtigkeit und Frieden zu leben, von denen im Evangelium die Rede ist.“

 

In seiner Predigt berichtete Bischof Joseph Do Quang Khang von Bac Ninh, dass Papst Leo XIV. während des jüngsten Treffens im Vatikan den Bischöfen gedankt und seinen Wunsch geäußert habe, Vietnam zu besuchen, um die über sieben Millionen katholischen Gläubigen zu treffen, die, so der Bischof, „die Ankunft des Papstes mit Ungeduld und Hoffnung erwarten“. Er nannte ihn „einen liebenden Vater der großen Menschheitsfamilie“. Der Bischof von Bac Ninh hob zudem Leos XIV. Engagement als „Hüter des Weltfriedens“ hervor, als Hirte, der sich „mit ganzem Herzen dem Schutz des Friedens widmet.“ Im Geiste der Verbundenheit rief Bischof Joseph Do Quang Khang alle Gläubigen dazu auf, „weiterhin für den Heiligen Vater zu beten“ und bat um das Gebet dafür, dass „sich die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Vietnam nach Gottes Willen weiter und zum Guten entwickeln mögen“.

 

Papst Leo XIV., bürgerlich Robert Francis Prevost, ein amerikanischer Bischof des Augustinerordens, wurde am 8. Mai 2025 zum 267. Papst der katholischen Kirche gewählt.

 

(PA) (Fides 8/5/2026)


"Die Gefahr ist groß, dass Kinder vor Hunger sterben"

Der Stopp der US-Entwicklungshilfe potenziert im Tschad die Ernährungsnot

Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V. Fotograf: Jakob Fuhr
Bildrechte: SOS-Kinderdörfer weltweit e.V. Fotograf: Jakob Fuhr

6.05.2026

 

(Serie: Der Wegfall von USAID und seine Folgen, Teil 5)

(N'Djamena / Farchana/ots) - Der Tschad ist eines der ärmsten Länder weltweit, das immer öfter von klimabedingten Katastrophen und bewaffneten Konflikten der Nachbarländer betroffen ist. Der Binnenstaat gilt als eines der größten afrikanischen Aufnahmeländer für Geflüchtete. Aufgrund der wirtschaftlichen Instabilität ist das Land nicht in der Lage, den Bedarf der vielen Geflüchteten und Vertriebenen zu decken. Der Wegfall der US-Finanzierungen für humanitäre Hilfe, insbesondere in Bezug auf die Versorgung von Geflüchteten, forciert die Nahrungsmittelknappheit und das Ringen der Menschen um die verbliebenen Ressourcen. Cyrille Roassoum Ngarbim, Koordinator für Humanitäre Hilfe bei den SOS-Kinderdörfern Tschad sagt: "Wegen der USAID-Streichungen ist vielerorts die Nahrungsmittelhilfe eingestellt worden. In den Geflüchtetencamps gibt es jetzt noch mehr unterernährte Kinder. Auf der Suche nach Essen irren die Kinder in den Camps und auf Märkten umher. Die Gefahr ist groß, dass sie ausgebeutet werden oder vor Hunger sterben!"

Der Tschad ist kein Einzelfall. In einer Serie zeigen die SOS-Kinderdörfer, welche Folgen die Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID und der Stopp zentraler Förderprogramme für Kinder und Familien in besonders betroffenen Ländern haben.

 


FIDES-NACHRICHTEN - 8.05.2026

“Es ist die Sendung Jesu”: Das “missionarisches Lehramt” von Leo XIV. im ersten Jahr seines Pontifikats

 

Von Gianni Valente

 

Rom (Fides) – „Verschwinden, damit Christus bleibt, sich klein zu machen, damit er erkannt und verherrlicht wird“.

Mit diesen Worten erinnerte Leo XIV. am Tag nach seiner Wahl zum Bischof von Rom die Kardinäle, die ihn gewählt hatten, an das, was er als „eine unverzichtbare Anforderung für alle, die in der Kirche ein Leitungsamt ausüben“ bezeichnete.

 

Zum Ende des ersten Jahres seines Pontifikats werfen diese Worte ein treffendes Licht auf eines der prägenden Merkmale seines Lehramtes als Nachfolger Petri: den missionarischen Aspekt.

 

Sowohl bei Leo XIV. als auch bei Papst Franziskus finden sich Hinweise auf den missionarischen Charakter der Kirche und den Aufruf zu einem erneuerten missionarischen Geist in Predigten und Katechesen, in Reden und Botschaften.

 

Papst Leo erinnert eindringlich und konsequent an die elementaren Dynamiken, die die der Kirche anvertraute apostolische Sendung prägen. Er erkennt und beschreibt die Kontexte und Bedingungen, unter denen sich die apostolische Sendung in der Gegenwart entfalten soll. Konkret benennt er die dringenden praktischen Anforderungen und Prioritäten, die angegangen werden müssen, damit „missionarische Aufrufe“ nicht zu rhetorischen Abstraktionen verkommen, die das Leben der Getauften belasten.

 

Die Anziehungskraft Christi

 

Papst Leo XIV. erinnert daran: „Es ist die Sendung Jesu. Er ist der Auferstandene, also ist er lebendig und geht uns voraus“. Niemand von uns ist berufen, ihn zu ersetzen.“ (Eucharistiefeie mit Priesterweihen, Petersdom, 31. Mai 2025).

 

Der Bischof von Rom betont immer wieder, dass missionarische Leidenschaft nicht von selbst entsteht, sondern sich nur in der Begegnung mit Christus frei entfalten kann. So zeigen die Begegnungen der ersten Jünger mit dem auferstandenen Jesus für immer die einfache und doch geheimnisvolle Dynamik, durch die die Erfahrung der Erlösung von Herz zu Herz weitergegeben werden kann: „Nach der Begegnung mit Jesus konnte Andreas nicht anders, als seinem Bruder von seiner Erfahrung zu berichten.“ (Videobotschaft an die Teilnehmer des Jugendtreffen „SEEK26“, 2. Januar 2026).

 

È lo Spirito Santo - ha ricordato Papa Leone, richiamando la sorgente di ogni autentica opera apostolica - che «ci manda a continuare l’opera di Cristo nelle periferie del mondo, segnate a volte dalla guerra, dall’ingiustizia e dalla sofferenza». (Messa per il Giubileo del mondo missionario e dei migranti, 5 ottobre 2025).

 

„Der Heilige Geist sendet uns aus“, so Papst Leo zum Ursprung der Sendung, „damit wir das Werk Christi an den Randgebieten der Welt fortführen, die bisweilen von Krieg, Ungerechtigkeit und Leid gezeichnet sind“ (Messe zum Jubiläum der Missionswelt und der Migranten, 5. Oktober 2025).

 

Der jetzige Bischof von Rom wiederholt einen Ausdruck, der Benedikt XVI. und Papst Franziskus am Herzen lag, und bekräftigt, dass man nicht durch kulturellen Druck, Proselytismus oder Marketingstrategien Christ werden kann, sondern allein durch „Anziehung“. Was der heilige Augustinus „Delectatio Victrix“ nannte, die siegreiche Freude. „Tatsächlich ist es nicht die Kirche, die anzieht“, so der Papst, „sondern Christus, und wenn ein Christ oder eine kirchliche Gemeinschaft anzieht, dann deshalb, weil durch diesen „Kanal” die Lebenskraft der göttlichen Liebe herausfließt, die aus dem Herzen des Erlösers entspringt“. Denn: „Wir gehören ihm, wir sind seine Gemeinschaft, und er kann durch uns weiterhin anziehen.“ „Die Sendung der Jünger und der ganzen Kirche ist die Fortsetzung der Sendung Christi im Heiligen Geist.“ (Ansprache zur Eröffnung des außerordentlichen Konsistoriums zu Fragen der Mission und Synodalität, 7. Januar 2026).

 

Die Sendung der “jungen Kirchen”

 

In seinem Lehramt nennt Leo XIV. – fernab von rigiden Abstraktionen – realistisch die Bedingungen und Kontexte, in denen man heute Zeugnis für Christus ablegen kann.

Der Papst lenkte die Aufmerksamkeit auf die Geschichte des seligen Isidor Bakanja, des jungen Schutzpatrons der kongolesischen Laien, der während der Kolonialzeit von einem europäischen Gutsherrn gefoltert und getötet wurde, um uns daran zu erinnern, dass heute „die altehrwürdigen Kirchen im globalen Norden von den jungen Kirchen dieses Zeugnis erhalten, das sie anspornt, gemeinsam auf das Reich Gottes zuzugehen“ und „insbesondere Afrika bittet um diese Bekehrung und schenkt uns dafür viele junge Glaubenszeugen“ (Sonderaudienz für die Pilger im Heiligen Jahr, 8. November 2025).

 

Papst Leo XIV. stellt fest, dass in der Geschichte der Kirche eine „neues missionarisches Zeitalter“ angebrochen ist und betont, dass Mission heute nicht mehr allein mit „„Aufbruch“ in ferne Länder, die das Evangelium noch nicht kennengelernt hatten oder in Armut lebten“ zu assoziieren ist. Denn heute sind die „die Grenzen der Mission heute nicht mehr geografischer Natur“ und „Armut, Leid und die Sehnsucht nach größerer Hoffnung kommen zu uns“. Aus diesem Grund sei es notwendig, sich „um eine neue missionarische Zusammenarbeit zwischen den Kirchen“ zu bemühen und „in Gemeinschaften mit einer alten christlichen Tradition, wie denen des Westens, müssen die vielen Brüder und Schwestern aus dem Süden der Welt als Chance für einen Austausch begriffen werden, der das Antlitz der Kirche erneuert“ (Messe zum Jubiläum der Missionwelt, 5. Oktober 2025).

 

Mit demselben christlichen Realismus drückt der Nachfolger Petri seine Dankbarkeit gegenüber den „Missionaren und Missionarinnen von heute“ aus, denn „sie verschenken sich weiterhin mit Freude trotz Widrigkeiten und menschlichen Grenzen, weil sie wissen, dass Christus selbst mit seinem Evangelium der größte Reichtum ist, den es zu teilen gilt“ und betont gleichzeitig: „Die Welt braucht noch immer diese mutigen Zeugen Christi und die kirchlichen Gemeinschaften brauchen noch immer neue missionarische Berufungen“ (Botschaft zum 100. Weltmissionssonntag, 25. Januar 2026).

 

Inkulturation „sakralisiert“ keine Kultur

 

Jeder Missionar, der in andere Länder aufbricht, so Leo XIV., „aufgerufen, sich mit heiligem Respekt in die Kulturen, denen er begegnet, hineinzubegeben und alles Gute und Edle, das ihm begegnet, zum Guten zu lenken und die Prophetie des Evangeliums dorthin zu tragen“ (Messe zum Jubiläum der Missionswelt, 5. Oktober 2026).

Der Papst erinnert immer wieder daran, dass die so genannte „Inkulturation“ „eine innere Forderung der Sendung der Kirche“ ist: Inkulturation des Evangeliums bedeute, „der göttlichen Pädagogik zu folgen“ und „mit Respekt und Liebe in die konkrete Geschichte der Völker einzutreten, damit Christus, ausgehend von ihrer menschlichen und kulturellen Erfahrung, wahrhaft erkannt, geliebt und willkommen geheißen werden kann.“ Gleichzeitig betonte Papst Leo, dass Inkulturation „nicht gleichbedeutend mit einer Sakralisierung von Kulturen“ sei und dass „keine Kultur, so wertvoll sie auch sein mag, einfach mit der Offenbarung gleichgesetzt oder zum obersten Kriterium des Glaubens werden kann“, da „jede Kultur – wie jede menschliche Wirklichkeit – von der Gnade, die aus dem Ostergeheimnis Christi strömt, erleuchtet und verwandelt werden muss“ (vgl. Botschaft an den „Pastoraltheologischen Kongresses“ über das Ereignis von Guadalupe, 5. Februar 2026).

 

Die Impulse des Apostolischen Schreibens „Evangelii Gaudium“ neu beleben

 

In seinem ersten Pontifikatsjahr entwickelt Leo XIV. keine neuen Theorien oder Strategien, die er mit seiner langjährigen persönlichen Erfahrung in Peru, fernab seiner Heimat, hätte versehen können. Papst Leo entschied sich stattdessen dafür, die Schwerpunkte und Erkenntnisse die missionarischen Impulse seiner Vorgänger als Bischöfe von Rom erneut aufzugreifen und deren Relevanz hervorzuheben.

Insbesondere in seinem jüngsten Brief an die Kardinäle (12. April 2026) bekräftigte Leo XIV. die Überlegungen von Mitgliedern des Kardinalskollegiums, die anlässlich des außerordentlichen Konsistoriums im Januar bemerkt hatten, dass das Apostolische Schreiben „Evangelii gaudium“ von Papst Franziskus weiterhin „einen entscheidenden Bezugspunkt für die Wiederbelebung einer missionarischen Kühnheit“ darstelle, die „nicht durch organisatorische Exzesse belastet oder erstickt wird“. Unter den praktischen Vorschlägen, die Leo XIV. in seinem Brief an die Kardinäle wiederholte, erinnerte er an die Notwendigkeit, dass „Evangelii gaudium neu belebt werden“, müsse indem zunächst „ehrlich“ geprüft werde, was in den Jahren seit seiner Veröffentlichung umgesetzt und oder eben nicht umgesetzt wurde. Während insbesondere „der notwendigen Reform der Wege der christlichen Initiation Aufmerksamkeit geschenkt werden“ müsse. Und in Bezug auf die kirchliche Kommunikation betont er die Notwendigkeit, deren Wirksamkeit „auch auf der Ebene des Heiligen Stuhls in einem deutlich missionarischeren Sinne“ zu überdenken.

 

“Kleine Herde” und “Weihrauchkörnchen”

 

In seinem missionarischen Lehramt beschrieb Leo XIV. im ersten Jahr seines Pontifikats auch konkrete Kontexte, in denen die apostolische Arbeit kirchlicher Gemeinschaften stattfindet. Er bekräftigte, dass die Kirche auch wenn sie sich als „Minderheit“ erkenne, aufgerufen sei, „ohne Komplexe zu leben, als kleine Herde, die Hoffnung für alle bringt, und dabei zu bedenken, dass das Ziel der Mission nicht das eigene Überleben ist, sondern die Weitergabe der Liebe, mit der Gott die Welt liebt“ (Brief an die Kardinäle, 12. April 2026).

Zu den eindrucksvollsten Bildern, die der Nachfolger Petri zur Beschreibung der der Kirche anvertrauten Mission wählte, gehört jenes, das er der kleinen Kirche in Algerien aufzeigte: „Eure Präsenz in diesem Land lässt an den Weihrauch denken: Ein glühendes Körnchen, das Duft verbreitet, weil es dem Herrn Ehre erweist und vielen Brüdern und Schwestern Freude und Trost schenkt. Dieser Weihrauch ist ein kleines, kostbares Element, das nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, uns jedoch einlädt, unsere Herzen Gott zuzuwenden, indem wir uns gegenseitig ermutigen, in den Schwierigkeiten der heutigen Zeit durchzuhalten“ (Messe in der Augustinus-Basilika, Annaba, 14. April 2026).

(Fides 7/5/2026)

 

AFRIKA/MOSAMBIK - Naturkatastrophen und Kürzung der Entwicklungshilfe: Mangelernährung bei Kindern nimmt zu

 

Maputo (Fides) – Mosambik leidet nicht nur unter Gewalt, Unsicherheit, kriminellen Übergriffen und politischer Instabilität, sondern auch unter einer Ernährungskrise „enormen Ausmaßes“. Wie eine aktuelle Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) belegt, werden in diesem Jahr schätzungsweise 100.000 Kinder unter fünf Jahren wegen schwerer akuter Mangelernährung behandelt werden müssen. In Cabo Delgado und anderen Gebieten ist unterdessen die Lage der Binnenvertriebenen kritisch. „Mosambik befindet sich in einer Ernährungskrise enormen Ausmaßes und weist eine der höchsten Mangelernährungsraten in einem afrikanischen Land südlich der Sahara auf. Akute Mangelernährung ist weiterhin ein gravierendes Problem und betrifft 4 % der Kinder, darunter auch schwere Fälle, die unmittelbar lebensbedrohlich sind“, so das UN-Hilfswerk.

Verschärft wird die Notlage durch Kürzungen der Entwicklungshilfe, die die Versorgung der am stärksten Betroffenen mit Nahrungsergänzungsmitteln, Medikamenten und der notwendigen Logistik für lebensnotwendige Ernährungs- und Gesundheitsprogramme unmittelbar beeinträchtigen. „Mosambik gehört zu den 22 Prioritätsländern für die Versorgung mit gebrauchsfertigen therapeutischen Lebensmitteln (RUTF) und weist derzeit ein Defizit von 18 % bei den benötigten finanziellen Mitteln auf, um den gesamten erwarteten Bedarf zu decken“, heißt es in dem Dokument, das Fides vorliegt. Darüber hinaus schlug das UN-Hilfswerk bereits am 17. April Alarm wegen der vielfältigen Schwierigkeiten bei der Unterstützung von einer Million Flutopfern in Mosambik (vgl. Fides, 21/01/2026), von denen die Hälfte Kinder sind und dringend auf Wasser, sanitäre Einrichtungen, Gesundheitsversorgung, Ernährung, Bildung, Kinderschutz und finanzielle Hilfe angewiesen sind.

(AP) (Fides 7/5/2026)

 

AFRIKA/SUDAN - Video der Streitkräfte: Drohnen desselben Herstellers liefern sich Duell

 

Khartum (Fides) – Flüge von und nach Khartum wurden eingestellt, nachdem am 5. Mai Drohnen den Flughafen der Hauptstadt und andere Stadtteile angegriffen hatten.

Der Flughafen, ein Drehkreuz für die Verteilung humanitärer Hilfe, wurde von Drohnen attackiert, die laut Angaben der Behörden in Khartum aus Äthiopien stammten. Sudanesischen Behörden zufolge wurden die in der Türkei hergestellten Drohnen von den Vereinigten Arabischen Emiraten gekauft und zum äthiopischen Luftwaffenstützpunkt Bahir Dar geschickt, von wo aus sie gegen sudanesische Ziele eingesetzt werden. Als Reaktion auf den Angriff zog Khartum seinen Botschafter aus Addis Abeba ab (vgl. Fides 05/05/2026).

Die Vereinigten Arabischen Emirate wiesen die sudanesischen Anschuldigungen einer Beteiligung an dem Angriff auf den Flughafen Khartum zurück, ebenso wie Äthiopien. Äthiopien beschuldigte seinerseits die sudanesischen Streitkräfte (SAF) unter General Abdel Fattah al-Burhan, die Rebellen der TPLF (Volksbefreiungsfront von Tigray) zu unterstützen.

Der Drohnenangriff auf den Flughafen von Khartum, der zur Einstellung des Flugbetriebs führte, wurde von mehreren arabischen Ländern (Saudi-Arabien, Ägypten, Katar, Kuwait und Jemen) sowie von der Arabischen Liga und der Islamischen Weltliga verurteilt. Auch die Vereinten Nationen äußerten sich besorgt über den Angriff. Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union forderten ein Ende der Angriffe.

Die Türkei, die die sudanesischen Streitkräfte (SAF) im Kampf gegen die paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) unter der Führung von Mohammed Hamdan Dagalo („Hemedti“) unterstützt, ist einer der größten Hersteller von Kampfdrohnen weltweit. Türkische Unternehmen liefern ihre Drohnen auch an die Vereinigten Arabischen Emirate, die, wie bereits erwähnt, von der Regierung in Khartum beschuldigt werden, die RSF mit Drohnen zu beliefern und einen äthiopischen Stützpunkt für Angriffe auf sudanesisches Territorium zu nutzen. Daher erscheint das vom Oberkommando der sudanesischen Streitkräfte veröffentlichte Video, das eine in der Türkei hergestellte SAF-Drohne beim Abschuss einer Drohne desselben Modells wie bei den RSF zeigt, nicht unglaubwürdig.

(L.M.) (Fides 7/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Bischöfe nach Wahlen in mehreren Bundesstaaten: "Verfassung entschieden achten und schützen“

 

Neu-Delhi (Fides) – Einen Appell „für die Integrität der Verfassung und eine inklusive Regierungsführung in Indien“ veröffentlichten die Indischen Bischofskonferenz (CBCI) nach den Parlamentswahlen in den indischen Bundesstaaten Kerala, Tamil Nadu, Westbengalen, Assam und dem Unionsterritorium Puducherry. In einer Mitteilung, die Fides vorliegt, äußert die CBCI, der rund 300 Bischöfe der drei im Land vertretenen Riten (lateinisch, syro-malabarisch und syro-malankarisch) angehören, ihre Hoffnung auf einen friedlichen und erfolgreichen Abschluss der Parlamentswahlen und appelliert an die neu gewählten Politiker, „unabhängig von ihrer politischen Zugehörigkeit die indische Verfassung entschieden zu achten und zu schützen“.

 

„Wir fordern die neuen Führungskräfte dringend auf, transparent zu regieren und inklusive Politik zu priorisiere.“, heißt es in der Erklärung, „Es ist unerlässlich, dass die Parteien, die die Regierung bilden werden, ihr Mandat vorrangig der Verbesserung der Lebensbedingungen der Armen, der Ausgegrenzten, der Benachteiligten und der Minderheiten widmen. Wahre Entwicklung einer Nation ist erst dann erreicht, wenn die Früchte des Fortschritts die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft erreichen.“

 

Weiterhin heißt es in dem Text: „Die katholische Kirche in Indien bekräftigt nachdrücklich ihr unerschütterliches Engagement für die Zusammenarbeit mit der Regierung beim weiteren Aufbau der Nation. Durch unsere Bildungs-, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen setzen wir uns weiterhin entschlossen für das Gemeinwohl, den Frieden und den Wohlstand aller Bürgerinnen und Bürger ein.“

Kardinal Anthony Poola, Vorsitzender der CBCI, betonte dieses Engagement für das Gemeinwohl der Nation: „Das wahre Maß einer lebendigen Demokratie liegt nicht nur in der erfolgreichen Durchführung von Wahlen, sondern auch im unerschütterlichen Engagement der gewählten Repräsentanten für die Schwächsten in der Gesellschaft. Wir rufen die neuen Regierungen dazu auf, eng mit allen Institutionen zusammenzuarbeiten, um ein gerechteres, inklusiveres und gleichberechtigteres Indien zu schaffen.“

 

 „Wir beten, dass die gewählten Amtsträger auf ihrem wichtigen Weg im öffentlichen Dienst und in der Regierungsführung von Weisheit, Gerechtigkeit und tiefem Mitgefühl geleitet werden“, so die Bischöfe abschließend.

Die Ergebnisse der Wahlen vom 4. Mai, an denen die Bundesstaaten Assam, Kerala, Tamil Nadu, Westbengalen und das Territorium Puducherry teilnahmen, brachten einen klaren Sieg für die auf Bundesebene regierende „Bharatiya Janata Party“ (BJP) unter Premierminister Narendra Modi.

In Westbengalen übertraf die BJP die absolute Mehrheit von 148 Sitzen – ein Erfolg, den Beobachter als „historisch“ bezeichneten. Auch in Puducherry blieb die Regierung in den Händen der „Nationalen Demokratischen Allianz“ (NDA), der von der BJP geführten Koalition. In Assam, einem Bundesstaat im Nordosten Indiens an der Grenze zu Bangladesch, wird die BJP ihre zweite Amtszeit in Folge antreten.

In Kerala und Tamil Nadu, zwei südlichen Bundesstaaten, stimmten die Wähler hingegen für die Opposition: In Kerala gewann eine von der Kongresspartei angeführte Koalition und errang mit 95 Sitzen die absolute Mehrheit im Parlament; in Tamil Nadu setzte sich die „Tamila Vettri Kazhagam“ (TVK) durch, eine Partei, die von Vijay, einem bekannten tamilischen Schauspieler und politischen Hoffnungsträger, gegründet wurde.

John Dayal, ein katholischer Journalist und Analyst, erklärt gegenüber Fides: „Diese Ergebnisse zeichnen ein Bild vom Zustand der indischen Demokratie im Vorfeld der nationalen Wahlen 2029. Die Macht der BJP in Indien wächst: Von 28 Bundesstaaten werden 22 entweder von der BJP oder ihren Bündnispartnern regiert; dasselbe gilt für zwei der drei Unionsterritorien. Es handelt sich um eine politische und kulturelle Dominanz, wie sie Indien seit 50 Jahren nicht mehr erlebt hat“. „Wir können auch den fortschreitenden Niedergang regionaler Parteien beobachten“, fährt er fort, „die in der Vergangenheit stets eine bedeutende Rolle spielten.“ „Diese Abstimmung wirft entscheidende Fragen zum Pluralismus, zur Debatte und zum Wechsel der politischen Kräfte auf, der das Wesen der Demokratie ausmacht“, bemerkt er. Weiterhin merkt Dayal an: „Für nicht-hinduistische Religionsgemeinschaften, insbesondere Muslime und Christen, liegt die Sorge darin, wie viel Raum BJP-Regierungen hinduistischen Extremistengruppen einräumen werden, die Gewalt in der Gesellschaft anwenden, insbesondere gegen Minderheiten.“

(PA) (Fides 7/5/2026)

 

ASIEN/THAILAND - Bischof von Chiang Mai ernannt

 

Vatikanstadt (Fides) – Papst Leo XIV. hat den bisherigen Direktor des Pastoralzentrums “Baan Phu Waan“ in Sampran e Bischofsvikar für das Personal der Erzdiözese Bangkok, Pfarrer Peter Suphot Roeksujarit aus dem Klerus der Erzdiözese Bangkok zum Bischof von Chiang Mai (Thailand) ernannt.

Bischof Peter Suphot Roeksujarit wurde am 2. November 1961 in Ayutthaya (Erzbistum Bangkok) geboren. Er studierte Philosophie und Theologie am „Lux Mundi National Major Seminary“ in Sampran. Am 3. Juni 1990 wurde er zum Priester geweiht und in das Erzbistums Bangkok inkardiniert.

Danach hatte er folgende Ämter inne und absolvierte weitere Studien: Studium der sozialen Kommunikation am „Centre International de recherche et de comunication audiovisuelle ‚Expression de la foi‘“ in Lyon (Frankreich) (1991); Direktor der Medienstelle der Erzdiözese Bangkok (1992–2012); Pfarrer der Gemeinde „St. Louis“ in Bangkok (2012–2017) und „St. Raphael“ in Bangkok (2017–2021); bis heute Direktor des Pastoralzentrums „Baan Phu Waan“ in Sampran (seit 2021); Bischofsvikar für das Personal der Erzdiözese Bangkok und Kaplan der Karmelitinnen in Sampran.

 

(EG) (Fides 7/5/2026)


FIDES-NACHRICHTEN - 7.05.2026

Missionarischen Fortbildung: Botschaft von Papst Leo XIV. zum Weltmissonssonntag 2026 steht im Mittelpunkt einer Online-Konferenz

 

Vatikanstadt (Fides) – Die Botschaft des Papstes zum bevorstehenden 100. Weltmissionstag, der im Jahr 2026 am kommenden 18. Oktober begangen wird, steht im Mittelpunkt eines Online-Schulungsprogramms zur missionarischen Fortbildung, das morgen, Mittwoch, den 6. Mai, in französischer Sprache beginnt und in den kommenden Monaten auch in weiteren Sprachen angeboten wird.

„Eins in Christus, vereint in der Mission“ lautet der Titel der päpstlichen Botschaft. Diese Worte erinnern an das Motto von Papst Leo XIV. „In Illo uno unum“ (Eins in dem, der Eins ist) in Anlehnung an eine Predigt des heiligen Augustinus. Die Papstbotschaft zum Weltmissionssonntag wurde am Sonntag, den 25. Januar, veröffentlicht, dem Gedenktag der Bekehrung des heiligen Paulus, des großen Missionars und „Apostels der Völker“.

Das französischsprachige Schulungsprogramm zur päpstlichen Botschaft ist ein Gemeinschaftsprojekt des Internationalen Sekretariats der Päpstlichen Missionsunion und den Nationaldirektionen der Päpstlichen Missionswerke in den französischsprachigen afrikanischen Ländern.

Das Schulungsprogramm umfasst vier Online-Konferenzen, die jeweils von 12:30 bis 14:00 Uhr (Mitteleuropäische Zeit) stattfinden. Ein Link zur Teilnahme über die Zoom-Plattform wird Ihnen jeweils zugesendet.

Die Veranstaltung am morgigen Mittwoch, dem 6. Mai, beginnt mit einem einführenden Beitrag von Pater Dinh Anh Nhue Nguyen (OfmConv.), Generalsekretär der Päpstlichen Missionsunion. Im Anschluss ergreift der Erzbischof von Tunis und Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Tunesien, Nicolas Lhernould, das Wort. Die erste „Online“-Konferenz trägt den Titel „Die Botschaft von Papst Leo im Kontext der heutigen Mission“. Im Anschluss finden drei weitere Veranstaltungen statt, in denen die Papastbotschaft aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird.

Eine weitere Konferenz, die für Freitag, den 12. Juni, angesetzt ist, trägt den Titel „Eins in Christus. Geistliche und missionarische Vertiefung“. Am Freitag, den 20. Juli, wird das Schulungsprogramm mit einer Konferenz zum Thema „Vereint in der Mission. Wie können wir die Impulse des Papstes konkret leben und umsetzen?“ fortgesetzt. Die letzte Konferenz mit dem Titel „Mission der Liebe. Christus und den Heiligen nachfolgen“ findet am Freitag, den 11. September, statt.

(EG) (Fides 5/5/2026)

Link zur Teilnahme an der Konferenz am Mittwoch, den 6. Mai:

https://zoom.us/j/95032376147?pwd=FEaaWvGcBoFAmu2vJO47bcd6aQCxt4.1

Meeting ID: 950 3237 6147

Passcode: 496429

 

AFRIKA/NIGERIA - Sühneandachten nach Schändung einer Anbetungskapelle im Erzbistum Owerri

 

Abuja (Fides) – Mindestens eine Person, die im Verdacht steht, die Anbetungskapelle der Pfarrei St. Mulumba in der Erzdiözese Owerri (Südostnigeria) geschändet zu haben, wurde identifiziert. Dies berichtet die nigerianische Presse, wobei jedoch aber keinen Namen genannt werden. Die Identifizierung soll durch die Auswertung von Überwachungsvideos erfolgt sein.

Laut einer Erklärung von Pfarrer Patrick C. Mbarah, Kanzler und Sekretär des Erzbistums Owerri, ereignete sich die Schändung in den frühen Morgenstunden des 29. April. Unbekannte nutzten den starken Regen, der zu dieser Zeit in der Gegend niederging, um einen Einstieg im Dach des Gebäudes zu öffnen und, nachdem sie durch die Decke in die Anbetungskapelle eingedrungen waren, die Monstranz mit dem Allerheiligsten zu entwenden.

Nach der Tat hat Erzbischof Lucius Iwejuru Ugorji von Owerri Sühneandachten in der Pfarrei St. Mulumba in Owerri anberaumt. Die Sühnegebete finden vom Freitag, dem 1. Mai, bis Freitag, dem 8. Mai, täglich jeweils von 16:00 bis 18:00 Uhr (Ortszeit) statt.

Erzbischof Ugorji rief die Priester der Erzdiözese Owerri dazu auf, alle Normen und Richtlinien bezüglich der Aussetzung des Allerheiligsten und der Anbetung strikt einzuhalten, um einen ähnlichen Vorfall künftig zu verhindern.

(L.M.) (Fides 5/5/2026)

 

AFRIKA/ÄQUATORIALGUINEA - Generalvikar von Malabo wird am 7. Mai beigesetzt: Papst Leo XIV. gedachte des Verstorbenen bei der heiligen Messe im Stadion von Malabo

 

Malabo (Fides) – Die Beisetzung von Pfarrer Fortunato Nsue Esono, Generalvikar der Erzdiözese Malabo, findet am 7. Mai statt. Der Geistliche wurde am 17. April in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Bisila tot aufgefunden. Der Priester lag mit einer Kopfverletzung auf dem Boden seines Hauses.

Die Bekanntgabe der Beisetzung erfolgte nach Veröffentlichung der Ergebnisse der Autopsie, die am 29. April im Krankenhaus von Sipopo von ägyptischen Spezialisten durchgeführt wurde. „Der medizinische Bericht bestätigte, dass die Todesursache ein akuter Herzinfarkt infolge einer vorbestehenden Herzerkrankung war“, heißt es auf der offiziellen Website der Bischofskonferenz von Äquatorialguinea. „Die Experten stellten fest, dass der Vorfall zu einem plötzlichen Bewusstseinsverlust und einem anschließenden Sturz führte. Jegliche Hinweise auf Gewalt oder die Beteiligung Dritter konnten ausgeschlossen werden.“

In seiner Predigt während der Messe zum Abschluss seines Besuchs in Äquatorialguinea gedachte Papst Leo XIV. des verstorbenen Priesters, der maßgeblich an der organisatorischen Vorbereitung des Papstbesuchs beteiligt gewesen war. „Ich lade dazu ein, diesen Moment des Schmerzes im Geiste des Glaubens zu leben“, sagte der Papst, „und ich vertraue darauf, dass - ohne sich von voreiligen Kommentaren oder Schlussfolgerungen leiten zu lassen - die Umstände seines Todes vollständig aufgeklärt werden.“ (vgl. Fides, 23/04/2026).

Um jegliche Zweifel an der Todesursache des Generalvikars der Erzdiözese Malabo auszuräumen, ordnete die lokale Regierung eine gerichtsmedizinische Untersuchung durch ein Team ägyptischer Pathologen an. Diese stellten fest, dass Pfarrer Fortunato eines natürlichen Todes gestorben war. Die Gerichtsmediziner fanden keine Anzeichen von Gewalteinwirkung und schlossen nach toxikologischen Untersuchungen das Vorhandensein toxischer Substanzen aus.

Die posthume Gedenkfeier begann mit einem dreitägigen Gebet in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Bisila.

Um jegliche Zweifel an der Todesursache des Generalvikars der Erzdiözese Malabo auszuräumen, ordnete die lokale Regierung eine gerichtsmedizinische Untersuchung durch ein Team ägyptischer Pathologen an. Diese stellten fest, dass Pater Fortunato eines natürlichen Todes gestorben war. Die Gerichtsmediziner fanden keine Anzeichen von Gewalteinwirkung und schlossen nach toxikologischen Untersuchungen das Vorhandensein toxischer Substanzen aus. Die posthume Gedenkfeier begann mit einem dreitägigen Gebet in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Bisila.

Im Rahmen der Trauerfeiern am Abend des 6. Mai die Aufbahrungskapelle geöffnet. Der Leichnam von Pater Fortunato bleibt bis zum Morgengrauen aufgebahrt, damit Gemeindemitglieder, Familie und Geistliche Abschied nehmen können.

Am 7. Mai um 11:00 Uhr Ortszeit findet das Requiem in der Kathedrale der Erzdiözese Malabo statt. Die Zeremonie, zu der eine große Menschenmenge erwartet wird, geht der Beisetzung voraus und wird von den höchsten kirchlichen Würdenträgern des Landes besucht.

Laut der von der örtlichen Bischofskonferenz veröffentlichten Biografie wurde Pater Fortunato Nsue Esono am 1. März 1986 im Stadtteil Monte Carmelo von Mongomo als Sohn von Francisco Esono und Carmen Ayiambeng geboren. Seine Berufung zeigte sich bereits früh als Ministrant in der Pfarrei Unserer Lieben Frau von Guadalupe.

Er besuchte das Kleine Seminar St. Paul VI. in Ebibeyín und setzte sein Studium ab September 2005 am Interdiözesanen Priesterseminar „La Purísima“ in Bata fort. Am 19. November 2011 wurde er zum Diakon geweiht und empfing am 7. Mai 2012 in der Kathedrale von Ebibeyín die Priesterweihe. Nach seiner Tätigkeit als Pfarrer in Mokom (Micomiseng) ging er nach Spanien, um an der Universität Navarra (Pamplona) in Biblischer Theologie zu promovieren. Seine Dissertation befasste sich mit den Versuchungen Jesu. Nach seiner Rückkehr nach Äquatorialguinea wurde er in das Erzbistum Malabo inkardiniert, wo er verschiedene Ämter in der Verwaltung bekleidete, bis er im vergangenen August zum Generalvikar ernannt wurde.

(L.M.) (Fides 5/5/2026)

 

AFRIKA/SUDAN - Spannungen mit Äthiopien: Sudan zieht Botschafter aus Addis Abeba ab

 

Khartum (Fides) – Nach gegenseitigen Anschuldigungen zwischen dem Sudan und Äthiopien, zog der Sudan seinen Botschafter aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba ab.

Die sudanesische Regierung in Khartum wirft Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten im Namen der sudanesischen Streitkräfte (SAF) vor, für mehrere Drohnenangriffe auf Ziele im Sudan verantwortlich zu sein. Ein Sprecher der SAF erklärte, seine Regierung habe Beweise dafür, dass seit dem 1. März 2026 Drohnen vom Flughafen Bahir Dar in Äthiopien aus Angriffe durchgeführt hätten. Die Angriffe richteten sich Berichten zufolge gegen verschiedene Gebiete, darunter die Bundesstaaten Weißer Nil und Blauer Nil sowie die Regionen Nord- und Südkordofan.

Am 17. März fing die sudanesische Luftabwehr eine der Drohnen nördlich von El-Obeid ab. Im Anschluss an den Vorfall analysierten Experten die Daten der Drohne und kontaktierten den Hersteller. Laut dem Sprecher bestätigte die Analyse, dass die Drohne mit der Seriennummer S88 den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört und ihr Kontrollzentrum auf äthiopischem Territorium, am Flughafen Bahir Dar, lag. Flugdaten zeigten den Startpunkt und die Route der Drohne durch den sudanesischen Luftraum, wo sie Ziele in Al-Kurmuk und anderen Orten im Bundesstaat Blauer Nil sowie in Nord- und Südkordofan angriff.

Die Drohnenangriffe wurden Berichten zufolge zur Unterstützung der paramilitärischen „Rapid Support Forces“ (RSF) durchgeführt, die laut sudanesischen Streitkräften (SAF) Militärhilfe aus Äthiopien und den Vereinigten Arabischen Emiraten erhalten.

Als Reaktion auf die sudanesischen Anschuldigungen wies das äthiopische Außenministerium die Behauptungen Sudans in einer Erklärung zurück und erklärte, die SAF unterstütze die Rebellen der TPLF (Volksbefreiungsfront von Tigray) in Tigray. „Die sudanesischen Streitkräfte haben diese Söldner mit Waffen und finanzieller Unterstützung versorgt und ihnen so ihre Vorstöße entlang der äthiopischen Westgrenze ermöglicht. Die Aktivitäten der TPLF-Söldner im Sudan sind allgemein bekannt, und es gibt umfangreiche und glaubwürdige Beweise dafür, dass der Sudan als Operationszentrum für verschiedene anti-äthiopische Kräfte dient. Es ist offensichtlich, dass diese feindseligen Aktionen sowie die jüngsten und früheren Anschuldigungen von Offiziellen der sudanesischen Streitkräfte auf Anstiftung externer Drahtzieher erfolgen, die ihre eigenen finsteren Ziele verfolgen“, heißt es in der Erklärung des Außenministeriums in Addis Abeba.

(L.M.) (Fides 5/5/2026)

 

AFRIKA/ÄTHIOPIEN - Bischof von Adigrat zum Schicksal von 200 zum Tode verurteilten Äthiopiern: “Das Leben ist heilig und unantastbar“

 

Adigrat (Fides) – „Als Bischof der katholischen Eparchie Adigrat erhebe ich meine Stimme nicht nur als religiöser Führer, sondern auch als Zeuge des unermesslichen Wertes jeder menschlichen Seele, geschaffen nach dem Bild und Gleichnis des Allmächtigen“, so Bischof Tesfaselassie Medhin von der katholischen Eparchie Adigrat in einem eindringlichen Appell an alle internationalen humanitären Organisationen und Einrichtungen, die sich dem Schutz der Menschenwürde verschrieben haben, und setzt sich damit für zweihundert Äthiopier, denen in Saudi-Arabien die Todesstrafe droht.

„Unser Glaube lehrt uns, dass das Leben ein Geschenk des Schöpfers ist: heilig, unantastbar und vom Zeitpunkt der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Tod schutzwürdig“, heißt es in der Erklärung des Bischofs, die Fides vorliegt. „Wir respektieren die Souveränität der Nationen und die Notwendigkeit, die Rechtsstaatlichkeit zu verteidigen, sind aber der Überzeugung, dass Gerechtigkeit wirksamer ist, wenn sie mit Barmherzigkeit einhergeht. Die Hinrichtung dieser 200 Menschen würde einen unersetzlichen Verlust an Menschenleben und einen herzzerreißenden Schlag für die in Äthiopien verbliebenen Familien bedeuten, von denen viele bereits unter Armut und Vertreibung leiden.“

„Wir dürfen nicht länger schweigen, während so viele Menschenleben auf dem Spiel stehen“, so der Bischof weiter, „Wir appellieren dringend an Ihre Organisationen, einen hochrangigen Dialog mit den Behörden des Königreichs Saudi-Arabien aufzunehmen, um einen Hinrichtungsaufschub und die Umwandlung dieser Todesurteile zu erreichen. Stellen Sie sicher, dass jedem dieser Menschen ein faires Verfahren gewährt wird, einschließlich angemessener Rechtsvertretung und Aufklärung über die Verfahrensregeln. Setzen Sie sich für Alternativen zur Todesstrafe ein, die Rehabilitation, Reue und die Möglichkeit der Wiedergutmachung ermöglichen“.

„Der Schrei der Armen und Ausgegrenzten muss die Ohren der internationalen Gemeinschaft erreichen“, betont Bischof Medhin. „Diese 200 Äthiopier sind nicht nur Zahlen; sie sind Kinder, Eltern und Geschwister. Ihr Leben hat einen unschätzbaren Wert, der jede Verfehlung übersteigt. Wir beten, dass die Herzen der Machthabenden vom Geist des Mitgefühls bewegt werden. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, die ‚Kultur des Todes‘ durch eine ‚Zivilisation der Liebe‘ und Barmherzigkeit zu ersetzen. Lasst uns in dieser schweren Zeit standhaft in unserer Hoffnung und unserem Bekenntnis zur Heiligkeit des Lebens bleiben.“

Viele der gefährdeten Äthiopier sind Flüchtlinge, die während des Konflikts in Tigray (2020–2022) geflohen sind. Am 21. April 2026 wurden bereits drei äthiopische Migranten in Saudi-Arabien hingerichtet. Dutzende weitere sitzen in Khamis Mushait im Todestrakt. Der Eparch von Adigrat schließt seinen Appell mit der Bitte um ein sofortiges und entschiedenes Eingreifen in dieser schwerwiegenden Angelegenheit.

(AP) (Fides 5/5/2026)

 

ASIEN/INDIEN - Katholische Bischöfe: "Auch im Falle einer minderjährigen Mutter, muss das Recht des ungeborenen Lebens geschützt werden“

 

Neu-Delhi (Fides) – Die Indische Bischofskonferenz (CBCI), ein Zusammenschluss von über 300 indischen Bischöfen dreier Riten – des lateinischen, syro-malabarischen und syro-malankaraischen –, fordert eine Überprüfung des Urteils, das einen Schwangerschaftsabbruch ab der 30. Schwangerschaftswoche erlaubt. Sie äußerte sich „zutiefst bestürzt“ über die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, die den Abbruch einer lebensfähigen Schwangerschaft in der 30. Woche genehmigt. Diese Entwicklung, so die Bischöfe, „wirft grundlegende Fragen hinsichtlich des Verfassungsrechts, der medizinischen Ethik und des fundamentalen Lebensrechts des ungeborenen Kindes auf.“

Das Gericht verpflichtet das „All India Institute of Medical Sciences“ in Neu-Delhi, die Schwangerschaft einer 15-Jährigen in der 30. Woche abzubrechen, und begründet dies mit den Schwierigkeiten einer frühen Mutterschaft. Diese Anweisung „steht im eindeutigen Widerspruch zur einhelligen und kategorischen Meinung von Ärzten und Experten, die unmissverständlich erklärt haben, dass ein Schwangerschaftsabbruch in diesem fortgeschrittenen Stadium medizinisch nicht vertretbar ist“, so die indischen Bischöfe. Die medizinische Kommission schlug laut einer Erklärung der Indischen Bischofskonferenz (CBCI) eine sicherere und humanere Alternative vor: die Geburt um einige Wochen zu verschieben, um eine natürliche Geburt zu ermöglichen. „Dieser Ansatz würde die Gesundheitsrisiken für die Minderjährige deutlich reduzieren und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen“, heißt es weiter. Der Staat hat unter anderem seine Bereitschaft erklärt, die Verantwortung für das Kind zu übernehmen, einschließlich der sozialen und psychologischen Unterstützung der jungen Mutter und der Durchführung von Adoptionsverfahren.

Unter Berufung auf „etablierte medizinische Empfehlungen und ethische Erwägungen“ weisen die Bischöfe darauf hin, dass ein Fötus ab der 30. Schwangerschaftswoche allgemein als lebensfähig außerhalb des Mutterleibs gilt. „Die Anordnung eines Eingriffs, der ein solches Leben beenden oder schweren Schaden verursachen könnte, gibt Anlass zu ernsthaften Bedenken und verstößt gegen Artikel 21 der indischen Verfassung, der das Recht auf Leben garantiert“, heißt es in der Stellungnahme. Weiter führen die Bischöfe aus: „Die Beendigung einer lebensfähigen Schwangerschaft, insbesondere wenn sicherere Alternativen existieren, stellt das Gleichgewicht zwischen persönlicher Autonomie und dem Schutz des Lebens in Frage. Patientenautonomie ist zwar ein wichtiges Prinzip, darf aber nicht so weit gehen, dass ein medizinisch kontraindizierter Eingriff angeordnet werden muss. Gerichtliche Entscheidungen in solch sensiblen medizinrechtlichen Angelegenheiten müssen sich an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Expertenmeinungen orientieren.“

Der Oberste Gerichtshof, als Hüter von Minderjährigen und jenen, die ihre Interessen nicht selbst wahren können, „hat die Pflicht, das Wohl des Kindes zu gewährleisten“. Und in diesem Fall betonen die katholischen Bischöfe: „Das medizinische Gutachten hat klar einen Weg aufgezeigt, der sowohl die Minderjährige als auch das ungeborene Kind schützen würde. Ein Abweichen von diesem Weg wirft Zweifel an der Erfüllung dieser Verantwortung auf.“ Die indischen Bischöfe berufen sich zudem auf die Rechtslage zum Schwangerschaftsabbruch, die Eingriffe im späten Stadium nur in Ausnahmefällen, wie etwa bei einer ernsthaften Gefährdung der Mutter oder schweren Fehlbildungen des Fötus, zulässt. „Im vorliegenden Fall deutet das medizinische Gutachten darauf hin, dass eine kurzfristige Fortsetzung der Schwangerschaft sicherer ist und der Fötus gesund ist. Diese Anweisung scheint daher über den Rahmen der geltenden Rechtslage hinauszugehen.“

Die Anweisung des Gerichts stelle Ärzte vor ein ethisches Dilemma, da sie diese zwingt, ein Verfahren durchzuführen, das ihrem professionellen Urteilsvermögen und ihren ethischen Verpflichtungen widerspreche. „Ein solcher Zwang“, so die Erklärung weiter, „könnte die Integrität der ärztlichen Praxis und die Bereitschaft von Sachverständigen, in Gerichtsverfahren unabhängige Gutachten abzugeben, negativ beeinflussen.“

Obwohl die mit einer frühen Mutterschaft verbundenen sozialen und psychologischen Bedenken anerkannt werden, „müssen diese gegen die Gewissheit körperlicher Schäden und die Auswirkungen auf das Recht auf Leben abgewogen werden.“ „Die vorgeschlagene alternative Lösung, die staatliche Unterstützung und Adoption umfasst“, wird erneut betont, „bietet einen mitfühlenden und rechtlich zulässigen Weg, der eingehende Prüfung verdient.“

Die Bischöfe fordern daher „eine sofortige und dringende Überprüfung des Falls, um das Leben eines ungeborenen Kindes zu retten, die verfassungsmäßigen Grundsätze, die medizinische Ethik und das Wohl des Kindes und des ungeborenen Kindes zu schützen.“

Pfarrer Mathew Koyickal, stellvertretender Generalsekretär der CBCI und Gerichtsvikar des Erzbistums Delhi, erklärt gegenüber Fides: „Die Kirche achtet die Würde und das Wohlergehen jedes schutzbedürftigen Menschen, einschließlich Minderjähriger in Krisensituationen, mit höchstem Augenmerk und bekräftigt ihr unerschütterliches Engagement für Seelsorge, materielle und moralische Unterstützung. Die Minderjährigkeit der biologischen Eltern kann jedoch in keiner moralischen Argumentation eine gültige Rechtfertigung für die vorsätzliche Beendigung des Lebens eines Kindes in der 30. Schwangerschaftswoche darstellen.“

Die Genehmigung, Unterstützung oder Durchführung einer solchen Tat „ist nach dem moralischen Urteil der Kirche ein Mord“. „Das Abtreibungsgesetz von 1971“, bekräftigt der Geistliche, „darf niemals als Lizenz zur Vernichtung menschlichen Lebens in der 30. Schwangerschaftswoche interpretiert oder angewendet werden“.

„Der Schutz des ungeborenen Kindes“, erinnert Pfarrer Mathew Koyickal, „ist auch in den heiligen Schriften der hinduistischen Tradition eindeutig verankert. Daher verstößt die Zulassung der Tötung eines 30 Wochen alten, voll entwickelten und lebenden Kindes im Mutterleib selbst gegen die heiligsten und einhelligsten Gebote des indischen zivilen, philosophischen und religiösen Erbes.“

In diesem Zusammenhang ruft der stellvertretende Generalsekretär der Indischen Bischofskonferenz (CBCI) alle Bürger Indiens auf, sich „unabhängig von Religion, Sprache oder Zugehörigkeit für den Schutz des ungeborenen Lebens einzusetzen, und fordert alle staatlichen Institutionen auf, ihrer verfassungsmäßigen und moralischen Verpflichtung nachzukommen, jedes menschliche Leben von der Empfängnis an zu schützen.“

(PA) (Fides 5/5/2026)

 

AMERIKA/HAITI - “Tag der Flagge”: Katholische Pfarrei in Pourcine bereitet sich auf den Nationalfeiertag vor

 

Pourcine Pic Makaya (Fides) – „Dies wird ein wirklich unvergessliches Ereignis. Die Kinder der Pfarrschule arbeiten fleißig und mit großer Begeisterung an den Vorbereitungen für den bevorstehenden Tag der Flagge, den wir am 18. Mai feiern werden“, berichtet Pater Massimo Miraglio, Kamillianer-Missionar und Pfarrer der katholischen Gemeinde in dem Bergdorf Pourcine im Pic Makaya Nationalpark gegenüber Fides. „Nach den Feierlichkeiten zum 1. Mai, dem Tag der Arbeit und der Landwirtschaft, setzten wir die Vorbereitungen für den Nationalfeiertag mit der Pfarrschule fort. Außerdem fand ein gut besuchter Vortrag eines jungen Agronomen über die Bedeutung dieses Feiertags in Haiti und weltweit statt. Zum Abschluss erhielten die Schüler und Schülerinnen Kaffeepflanzen aus der Pfarrgärtnerei.“

Obwohl Haitis Hauptstadt Port-au-Prince im Chaos versinkt, bewaffnete Gruppen über 90 % der Stadt kontrollieren und sich die Regierung praktisch zurückgezogen hat, wodurch die Bevölkerung ständiger Gewalt ausgesetzt ist (vgl. Fides, 14/03/2026), ist der 18. Mai von großer Bedeutung für die Insel. Am 18. Mai 1803 errangen die Haitianer einen triumphalen Sieg in der Revolution, der zum weltweit einzigen erfolgreichen Sklavenaufstand, zur Abschaffung der Sklaverei und zur Geburt einer Nation führte. Daher stammt auch der sogenannte „Tag der Flagge“, der Nationalfeiertag, der den Kampf für die Freiheit und die Geburt der weltweit ersten von ehemaligen Sklaven gegründete „schwarze Republik“ symbolisiert. Obwohl die Karibikinsel mit einer immer tieferen Krise konfrontiert ist, in der über eine Million Menschen vertrieben wurden und hungern, hält die gesamte Bevölkerung mit Stolz an den Vorbereitungen für dieses Ereignis fest, das in den letzten Jahren auch Anlass zur Besinnung auf die Widerstandsfähigkeit des Landes war.

 

(AP) (Fides 5/5/2026)


„Wir wollen eine friedliche Lösung für diesen Konflikt, eine Lösung durch Diplomatie, nicht durch Gewalt“

Sternsinger-Partner aus dem Libanon berichtet von einem ständigen Gefühl von Angst und Unsicherheit bei den Kindern

 

7.05.2026

 

(Aachen/kmw) - „Die Kinder im Libanon leben in einem ständigen Gefühl von Angst und Unsicherheit. Sie leiden unter den traumatischen Erfahrungen des Krieges. Wenn Kampfflugzeuge die Schallmauer durchbrechen, schrecken die Kinder wegen des lauten Knalls zusammen“, sagt Bischof Hanna Rahmé von der maronitischen Diözese Baalbek bei seinem Besuch im Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ in Aachen in dieser Woche. „Wir Libanesen wollen Frieden und eine friedliche Lösung für diesen Konflikt. Die Lösung kann nur durch Diplomatie gefunden werden, nicht durch Gewalt. Und der Libanon braucht endlich eine echte Unabhängigkeit. Wir hoffen, dass Deutschland – ein Land, das Einfluss hat in Europa – eine wichtige Rolle dabei einnehmen kann und die Regierung im Libanon unterstützen wird“, betont der Bischof. 

 

Die Diözese Baalbek hat in den vergangenen Wochen rund 2.000 Geflüchtete in ihren Räumlichkeiten aufgenommen und versorgt, berichtet Bischof Rahmé. Die Binnenvertriebenen kamen mehrheitlich aus Baalbek und Umgebung, aber auch aus dem Südlibanon. Baalbek liegt 86 km östlich von Beirut in der nördlichen Bekaa-Ebene und ist eine Hochburg der Hisbollah. Das Kindermissionswerk unterstützt in Baalbek ein Projekt zur Förderung der Resilienz und psychischen Gesundheit von rund 640 Schülerinnen und Schülern der dortigen diözesanen Schule. „Durch das Projekt helfen wir Kindern mit Musik-, Tanz- und Sportangeboten, ihre Traumata zu bewältigen“, erklärt Bischof Rahmé. Darüber hinaus werde psychologische Beratung für Kinder und Eltern angeboten. 

 

Beim Blick auf mögliche Friedensbemühungen schwingt bei Bischof Rahmé die Befürchtung mit, dass die Lösung für den Konflikt auf Kosten der Christen im Land gehen könnte: „Die Christen im Libanon haben eine existenzielle Angst. Sie haben Angst, den Libanon verlassen zu müssen. Wenn Christen im Libanon nicht mehr präsent sind, wäre das auch ein schlechtes Zeichen für die Christen in anderen Ländern in der Region.“

 

Generell sei die Situation im Libanon seit Jahrzehnten geprägt von Instabilität, Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit. „Die Menschen im Libanon haben gelernt mit Krisen umzugehen und es gibt gemeinsame Werte, die diese Gesellschaft zusammenhalten. Wir vertrauen auf Gott und suchen gute Menschen, die uns unterstützen“, sagt der Bischof.

 

Nothilfe in Höhe von 52.000 Euro für intern Vertriebene in der Bekaa-Ebene

Das Kindermissionswerk hat seine Hilfen für die Kinder im Libanon ausgeweitet und eine Nothilfe in Höhe von 52.000 Euro für vertriebene Familien in der Bekaa-Ebene bereitgestellt. Mit der Nothilfe wird der Sternsinger-Partner JRS (Jesuiten-Flüchtlingsdienst) in die Lage versetzt, 520 Nahrungsmittelpakete und ebenso viele Hygiene-Kits an Familien zu verteilen. Insgesamt rund 3.000 Kinder werden mit der Nothilfe erreicht.

 

Bereits Mitte März hatte das Kindermissionswerk eine erste Nothilfe für vertriebene Kinder und deren Familien im Libanon in Höhe von 50.000 Euro bereitgestellt. Rund 700 Mädchen und Jungen sowie ihre Familien in zehn Notunterkünften in Beirut und Umgebung und im südlichen Teil des Landes konnte damit geholfen werden. Die Nothilfe umfasste psychologische Unterstützung und warme Mahlzeiten. 

 

Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ – das Hilfswerk der Sternsinger

Rund 800 Projekte für benachteiligte und Not leidende Kinder weltweit werden jährlich vom Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger‘ unterstützt. Einnahmen in Höhe von insgesamt rund 75 Millionen Euro standen dem Hilfswerk der Sternsinger 2024 für seine Arbeit zur Verfügung. Gefördert wurden Projekte in rund 80 Ländern. Neben der Förderung der Kinder-Hilfsprojekte zählen der Einsatz für die Rechte von Kindern weltweit sowie die Bildungsarbeit zu den Aufgaben. Das Kindermissionswerk nimmt Spenden für Kinder entgegen. Spendenkonto: Kindermissionswerk Die Sternsinger, Pax-Bank für Kirche und Caritas, IBAN: DE 95 3706 0193 0000 0010 31, BIC: GENODED1PAX.

 

 




12.06.2026

 

(Mainz/mm) - Die 24 Stunden von Le Mans gelten als das härteste und prestigeträchtigste Langstreckenrennen der Welt. Wenn im Juni über 60 Rennwagen einen Tag und eine Nacht lang durch den Nordwesten Frankreichs jagen, geht es für den österreichischen Profirennfahrer Ferdinand Habsburg um mehr als den sportlichen Erfolg in der Hypercar-Klasse. Habsburg, Urenkel des letzten Kaisers von Österreich, nutzt seinen sechsten Start bei dem Klassiker für ein konkretes Hilfsprojekt: Unter dem Motto „Race for Meals“ sammelt er Spenden für die Organisation Mary’s Meals.

 

Die Kampagne verbindet den Leistungsmotorsport mit dem Kampf gegen den weltweiten Hunger und basiert auf einer einfachen und wirkungsvollen Idee: einem Aufruf, jede von Ferdinand Habsburg absolvierte Runde mit 22 Euro, 25,20 USD oder 19,15 Pfund zu sponsern. Das nächste Rennen findet am 13. und 14. Juni 2026 mit dem Ziel statt, die 385 Runden der Ausgabe 2025 zu übertreffen. „Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Kinder sich nie wieder Sorgen um ihre Mahlzeiten machen müssen. Ich möchte sie nicht enttäuschen“, sagt Habsburg vor dem aktuellen Rennen. „Ich liebe den Rennsport. Das Auto bis an seine Grenzen zu bringen, ist ein unglaublich befriedigendes Erlebnis. Aber zu wissen, dass dadurch auch jemand anderes die Freude an Energie und Nahrung entdecken kann, macht es zu einem noch viel größeren Vergnügen“, so Habsburg.