
5.05.2026
(Linz/ae)) - Mit State of the ART(ist) 2026 setzen Ars Electronica und das österreichische Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten ihre gemeinsame Initiative bereits zum fünften Mal fort. Der internationale Open Call richtet sich an Künstler*innen und andere Akteur*innen, deren Lebens- und Arbeitsgrundlagen durch politische Repression, Krieg, Einschränkungen der Meinungsfreiheit, Umweltkrisen oder ökonomische und systemische Ausbeutung massiv beeinträchtigt sind. Im Fokus stehen Projekte an den Schnittstellen von Kunst, Aktivismus und Widerstand, die gesellschaftliche Realitäten sichtbar machen, dominante Narrative hinterfragen und neue Räume für Auseinandersetzung eröffnen. Vergeben werden ein mit 6.000 Euro dotierter Hauptpreis sowie eine Auszeichnung in Höhe von 4.000 Euro. Beide prämierten Projekte werden im Rahmen des Ars Electronica Festival von 9. bis 13. September 2026 in Linz präsentiert. Einreichungen sind ab sofort und bis zum 24. Mai 2026 möglich.
Alle Infos zum Open Call: https://ars.electronica.art/stateoftheartist/de/opencall/
Einreichbedingungen im Überblick
Gesucht werden (kollektive) Arbeiten, Projekte und Aktionen an der Schnittstelle von Kunst und Menschenrechten. Eingereicht werden können unter anderem (Mikro-)Performances, Pop-up-Basisbewegungen, soziale Software, KI-Projekte sowie (e)Rights- oder Advocacy-Projekte. Es gibt keine Einschränkung hinsichtlich der Formate, im Vordergrund stehen Botschaft und gesellschaftliche Relevanz der Arbeit. Kommerzielle oder propagandistische Projekte sind von der Teilnahme ausgeschlossen.
Einreichen können Einzelpersonen und Kollektive aus Kunst, Kultur, Wissenschaft, Kuration, Literatur, Kritik, Unternehmertum, öffentlichen Einrichtungen, NGOs oder anderen Zusammenschlüssen, deren Lebenssituation von Unsicherheit und Risiko geprägt ist. Die Beantwortung der Frage „Was ist Risiko?“ ist Voraussetzung für eine gültige Einreichung, stellt jedoch kein Bewertungskriterium für die Jury dar. Ausschlaggebend für die Auswahl ist ausschließlich die künstlerische Qualität der eingereichten Arbeiten. Anonyme Einreichungen sind möglich.
Präsentation am Ars Electronica Festival
Neben der finanziellen Förderung bietet State of the ART(ist) 2026 Sichtbarkeit, internationale Vernetzung sowie digitale und physische Präsentationsmöglichkeiten. Beide ausgezeichneten Projekte werden beim Ars Electronica Festival 2026 in Linz gezeigt. Pro Projekt wird ein*e Künstler*in zum Festival eingeladen, wobei Reise- und Unterkunftskosten übernommen werden. Darüber hinaus werden alle Arbeiten in das Ars Electronica Archiv aufgenommen.
Über State of the ART(ist)
State of the ART(ist) ist eine gemeinsame Initiative des österreichischen Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten und Ars Electronica. Die Initiative wurde 2022 als unmittelbare Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ins Leben gerufen. Seither unterstützt sie Künstler*innen, deren Arbeit durch politische Repression, Krieg, soziale Ungleichheit, Umweltkatastrophen oder digitale Überwachung gefährdet ist. 2026 liegt ein besonderer Fokus auf den Schnittstellen von Kunst, Aktivismus und Widerstand sowie auf dem Beitrag von Kunst zu internationaler Verständigung und kultureller Diplomatie.
„Mit der Initiative „State of the ART(ist)“ sowie der gemeinsamen Prix Kategorie „Digital Humanity“ fördert das Außenministerium Kunst- und Technologieprojekte an der Schnittstelle zu humanistischen Werten, die aktuelle gesellschaftliche Dynamiken von Druck und Gegendruck eindrücklich sichtbar und spürbar machen. Im Mittelpunkt stehen Künstlerinnen und Künstler, die durch politischen oder gesellschaftlichen Druck in ihrer künstlerischen Freiheit eingeschränkt sind. Gemeinsam machen das Außenministerium und Ars Electronica sie und ihre Arbeiten sichtbar. Denn die Freiheit der Kunst ist ein zentraler Pfeiler demokratischer Gesellschaften – und ihre wesentliche Stärke, nicht-demokratischen Tendenzen standzuhalten und ihnen wirksam entgegenzutreten.”
Sepp Schellhorn, in seiner Zuständigkeit für Auslandskultur im Außenministerium
„State of the ART(ist) 2026 macht sichtbar, unter welchen existenziellen Bedingungen viele Künstler*innen heute arbeiten – und wie unverzichtbar ihre Perspektiven gerade in Zeiten globaler Krisen sind. Mit dieser Initiative wollen wir jene unterstützen, die trotz Repression, Unsicherheit und Bedrohung künstlerisch Stellung beziehen und damit Räume für Widerstand, Verständigung und gesellschaftliche Veränderung eröffnen.”
Gerfried Stocker, Künstlerischer Leiter Ars Electronica
