WIR IM NETZ - Kultur und Glaube


DER IMPULS ZUM TAGE

Ein bisschen Vertrauen

Eine WortWeise von und mit Gert Holle

Von Gert Holle

 

Vertrauen gehört zu den Dingen, die man nicht sehen kann – und die doch alles verändern.

Wir merken es oft erst, wenn es fehlt. Wenn wir das Gefühl haben, uns rechtfertigen zu müssen. Wenn wir Angst haben, etwas falsch gemacht zu haben. Wenn wir denken, dass andere nur auf unsere Fehler schauen.

Dabei beginnt so vieles im Leben mit Vertrauen.

 

Eine Freundschaft wächst, weil jemand den ersten Schritt macht. Eine Beziehung entsteht, weil zwei Menschen den Mut haben, sich aufeinander einzulassen. Ein Kind lernt laufen, weil es darauf vertraut, dass jemand es auffängt. Und manchmal schaffen wir einen schwierigen Tag nur deshalb, weil da ein Mensch ist, der an uns glaubt.

Die Welt, in der wir leben, scheint oft vom Gegenteil geprägt zu sein. Misstrauen ist schnell da. Vorurteile auch. Menschen werden beurteilt, bevor man sie kennt. In sozialen Medien reichen manchmal wenige Sekunden, um jemanden abzustempeln. Wer Schwäche zeigt, riskiert Spott. Wer einen Fehler macht, wird oft darauf reduziert.

Doch Gott sieht anders.

 

Die Bibel erzählt von einem Gott, der Menschen nicht zuerst nach ihren Fehlern beurteilt. Er sieht Möglichkeiten, wo andere Grenzen sehen. Er sieht Hoffnung, wo andere längst aufgegeben haben. Er sieht den Menschen hinter der Geschichte.

Jesus begegnete Menschen oft genau so. Dem Zöllner, den niemand mochte. Der Frau, die ausgegrenzt wurde. Dem Fischer, der zweifelte. Immer wieder schenkte er ihnen etwas, das sie von vielen anderen nicht bekamen: Vertrauen.

Nicht blindes Vertrauen. Sondern die Überzeugung, dass in jedem Menschen mehr steckt, als man auf den ersten Blick erkennen kann.

Vielleicht ist das einer der Gründe, warum kleine Gesten manchmal so große Wirkung haben. Ein freundliches Wort. Ein offenes Ohr. Ein ehrliches „Ich glaube an dich“. Eine zweite Chance.

 

Solche Augenblicke kosten oft wenig. Und doch können sie einen Menschen verändern.

Vielleicht erinnern wir uns alle an Situationen, in denen jemand uns vertraut hat, obwohl wir selbst unsicher waren. Vielleicht war da ein Lehrer, eine Freundin, ein Kollege oder ein Familienmitglied. Jemand, der mehr in uns gesehen hat, als wir selbst sehen konnten.

Und vielleicht war genau das ein Moment, in dem Gottes Liebe sichtbar wurde.

Nicht als großes Wunder. Nicht als himmlische Stimme.

Sondern ganz leise.

Mitten im Alltag.

Wie ein Stück Himmel auf dem Weg zur Arbeit. Wie ein Lächeln an der Supermarktkasse. Wie eine helfende Hand. Wie ein Mensch, der bleibt, wenn andere gehen.

Ein bisschen Vertrauen kann viel bewirken.

Mehr, als wir oft ahnen.

Denn wo Menschen einander mit Respekt, Güte und Wohlwollen begegnen, da wird etwas von dem sichtbar, was Gott für diese Welt gedacht hat.

Vielleicht beginnt Veränderung manchmal genau dort:

Mit einem kleinen Schritt auf einen anderen Menschen zu.

Mit einem offenen Herzen.

Mit ein bisschen Vertrauen.

 

Gebet

Guter Gott,

du vertraust uns mehr, als wir uns selbst oft zutrauen.

Du kennst unsere Stärken und unsere Schwächen,
unsere Erfolge und unsere Fehler.
Und dennoch gibst du uns immer wieder neue Chancen.

Hilf uns, mit deinen Augen auf andere Menschen zu schauen.

Schenke uns die Kraft, nicht vorschnell zu urteilen,
sondern zuzuhören.

Schenke uns den Mut, Vertrauen zu wagen,
wo Misstrauen regiert.

Und schenke uns offene Herzen,
damit wir für andere zu einem Zeichen deiner Liebe werden.

Lass uns erkennen, dass deine Nähe oft dort beginnt,
wo Menschen einander freundlich begegnen.

Amen.

 

Segen

Der Herr segne dich mit Menschen,
die an dich glauben.

Er schenke dir offene Türen,
wenn du nicht weiterweißt,
und freundliche Worte,
wenn du neuen Mut brauchst.

Er bewahre in dir die Fähigkeit,
anderen Vertrauen zu schenken
und das Gute in ihnen zu sehen.

So begleite dich Gottes Liebe
auf allen deinen Wegen –
heute, morgen und an jedem neuen Tag.

Amen.

 

 


Dankbarkeit, Hoffnung und Menschen, die etwas bewegen


Aktuell

Heute in "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" u.a.:

 

- DER IMPULS ZUM TAGE

Ein bisschen Vertrauen

Eine WortWeise von und mit Gert Holle

https://www.wirimnetz.net/.../wortweise-ein-bisschen.../

- 21. Internationaler Orgelsommer am Berliner Dom

Hochkarätiges Programm mit internationalen Gästen vom 3. Juli bis 28. August 2026

https://www.wirimnetz.net/.../21-internationaler.../

- FIDES-NACHRICHTEN - 25.06.2026

Kardinäle Vesco und Marengo: "In der Schule der Apostelgeschichte, in den Wüsten der Welt"

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/aus-aller-welt/

- Altkanzlerin Angela Merkel über ihr Kanzlerporträt: „Es ist komisch, wenn man langsam Geschichte wird“

Aktuelle Vorabmeldung der ZEIT Nr. 28 vom 25. Juni 2026

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/kultur/

- Nordkirche gratuliert neu ernanntem Weihbischof Johannes Zehe

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/glaube-liebe-hoffnung/

- Kinder und Jugendliche im Blick

Trierer Weihbischof trifft Verbandsbürgermeister und Landrat in Simmern

https://www.wirimnetz.net/.../trierer-weihbischof-trifft.../

- KI im Religionsunterricht

https://www.wirimnetz.net/.../ki-im-religionsunterricht/

- Deutscher Frauenrat: Monika Arzberger übernimmt Verantwortung für neues Schwerpunktthema Sicherheitspolitik

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/politik/

- Team „Inter Heiland“ siegt erneut

Insgesamt 20 Teams aus ganz Deutschland treten bei Fußballturnier „TheoCup“ an

https://www.wirimnetz.net/.../team-inter-heiland-siegt.../

 

 

Gestern in "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" u.a.:

 

- Der Glücksritter und die Kunst, wieder aufzustehen

Eine WortWeise von Gert Holle – inspiriert durch den Song „John, the Lucky Rider“

https://www.wirimnetz.net/.../wortweise-der-gl%C3.../

- DON TOLIVER: NITROUS - OCTANE WORLD TOUR LEG 2

https://www.wirimnetz.net/.../don-toliver-nitrous-octane.../

- „Nicht Sterbehelfer der Kirche, sondern Geburtshelfer sein“

Rund 70 Personen vernetzen sich bei Synodalversammlung des Pastoralen Raums Saarburg

https://www.wirimnetz.net/.../nicht-sterbehelfer-der.../

- „Kirchenrechtlich starr und realitätsfern“

Wir sind Kirche zur Absage des Vatikans von Laien-Predigten in Eucharistiefeiern

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/glaube-liebe-hoffnung/

- Sterbende begleiten - Malteser in Celle qualifizieren Ehrenamtliche für die Hospizarbeit

https://www.wirimnetz.net/.../sterbende-begleiten.../

- CARLY PEARCE KEHRT MIT IHREM FÜNFTEN STUDIOALBUM HONEST WOMAN AM 28. AUGUST ZU IHREN WURZELN ZURÜCK

https://www.wirimnetz.net/.../carly-pearce-kehrt-mit.../

- Wir brauchen Lösungen, um Hungertote und Ausbeutung zu verhindern

Der Stopp der US-Entwicklungshilfe führt in Thailand zur Unterversorgung von Geflüchteten und Rückschritten bei der Aidsbekämpfung

https://www.wirimnetz.net/.../wir-brauchen-l%C3%B6sungen.../

- UN-Meeting zu HIV/Aids: Weißer Rauch – und viele Fragen offen

Die Vereinten Nationen haben eine Strategie beschlossen. Die Gefahr einer Rückkehr von Aids ist damit keineswegs gebannt.

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/politik/

- FIDES-NACHRICHTEN - 24.06.2026

Das Brevier und andere „Familienerinnerungen“ von Pater Amédée Benoît

 

https://www.wirimnetz.net/nachrichten/aus-aller-welt/



Radio ü65 – Wenn Musik Erinnerungen weckt und Menschen verbindet

Ein Podcast mit Stefan Häseli und Gert Holle

Der Moderator fordert charmant auf, mitzuschwingen – und die Bewohner im Gesundheitszentrum Biffig in Schötz lassen sich bei der Pilotsendung nicht zwei Mal bitten. Foto: Radio ü65
Der Moderator fordert charmant auf, mitzuschwingen – und die Bewohner im Gesundheitszentrum Biffig in Schötz lassen sich bei der Pilotsendung nicht zwei Mal bitten. Foto: Radio ü65

9.06.2026

 

Was passiert, wenn aus einem klassischen Wunschkonzert plötzlich ein Ort der Begegnung wird? Wenn ältere Menschen nicht nur zuhören, sondern selbst Teil einer Radiosendung werden? Wenn Musik Erinnerungen wachruft, Gespräche anstößt und sogar zum Mitsingen, Schunkeln oder Tanzen einlädt?

Genau darum geht es bei „Radio ü65“, einem außergewöhnlichen Radioprojekt aus der Schweiz, das derzeit seinesgleichen sucht. Das mobile Live-Internetradio sendet direkt aus Alters- und Pflegeeinrichtungen und bringt Musik, Geschichten, Gespräche und Gemeinschaft dorthin, wo Menschen oft auf besondere Weise von Nähe und Teilhabe profitieren.

 

Für WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell habe ich mit dem Initiator und Kommunikationsfachmann Stefan Häseli gesprochen. Viele Leserinnen und Leser kennen ihn bereits durch seine monatliche Kolumne „Stefan Häselis Kommunikationstipps“ in unserem Portal. In diesem rund 31-minütigen Podcast erzählt er, wie die Idee zu Radio ü65 entstanden ist, welche Erfahrungen das Team bei den ersten Sendungen gemacht hat und warum Musik gerade im Alter oft weit mehr ist als Unterhaltung.

 

Wir sprechen über bewegende Momente bei den Live-Sendungen, über Musikwünsche und persönliche Grüße, über gemeinsames Erinnern, über die Bedeutung sozialer Teilhabe und darüber, weshalb dieses Projekt bei Bewohnerinnen und Bewohnern ebenso gut ankommt wie bei Angehörigen und Pflegekräften.

Natürlich werfen wir auch einen Blick hinter die Kulissen: Wie groß ist das Team? Wie wird das Projekt finanziert? Welche Unterstützung gibt es durch Politik, Sponsoren und Einrichtungen? Und nicht zuletzt die spannende Frage: Könnte ein solches Seniorenradio auch in Deutschland funktionieren?

 

Ein Gespräch über Lebensfreude, Gemeinschaft, Kommunikation und die Kraft der Musik – und über eine Idee, die vielleicht noch viele Kreise ziehen wird.

Ich wünsche Ihnen und Euch viel Freude beim Zuhören.

 

 

Ihr / Euer Gert Holle


WortWeise – Predigten und Andachten zum Hören

Foto: Gert Holle / KI
Foto: Gert Holle / KI

Kurze Hörmomente voller Klang, Glauben und Gefühl


– Die Hörpredigt des Monats von Gerd Schwalm
– und die Andachten mit Liedern von Gert Holle

Worte, die Mut machen, inspirieren und berühren – für alle, die sich zwischendurch Zeit für Kopf und Herz nehmen.

 

 

👉 Jetzt anhören auf wirimnetz.net/predigt


WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell

Inspiration. Dialog. Vertrauen.

Hinter WIR IM NETZ steht seit 2002 ein Mann mit klarer Haltung, kreativer Vision und tiefem Werteverständnis: Gert Holle – Theologe, Kommunikationsfachmann, leidenschaftlicher Autor, sozial engagierter Rotarier und kreativer Kopf mit Herz. Als Herausgeber und leitender Redakteur bringt er auf diesem Portal Menschen, Meinungen und Impulse zusammen – fundiert, menschlich und mit einem offenen Blick auf das, was Gesellschaft bewegt.

Ob mit bewegenden Texten, über 200 selbst geschriebenen Songs oder dem selbst entwickelten 3-D-Schachspiel IKARUS – Gert Holle steht für eine Kultur des respektvollen Miteinanders und der geistigen Neugier. Seine Auszeichnung als Paul Harris Fellow unterstreicht sein Engagement für Gemeinsinn und Mitverantwortung.

 

WIR IM NETZ lädt Sie ein: zu inspirierenden Inhalten, ehrlichem Austausch und einem lebendigen Dialog zwischen Kultur, Glaube und Gesellschaft. Willkommen in einem Raum, der verbindet.



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Den Blick auf Positives zu richten hilft, die guten Dinge im Leben stärker zu gewichten

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Wir freuen uns, dass Sie unsere Homepage besuchen und freuen uns noch mehr, wenn unsere Inhalte in den einzelnen Rubriken Sie in genanntem Sinne anregen und Sie so Teil von "WIR IM NETZ" werden. Am meisten freuen wir uns, wenn Sie diese Seiten regelmäßig besuchen, ein wenig zur Ruhe kommen, Inspiration in unseren Hör-Andachten, durch die Impulse, Berichte und Beispiele, aber auch in Buchvorstellungen und Veranstaltungshinweisen finden. 

 

Alles Liebe

 

Gert Holle

(Herausgeber und leitender Redakteur)

 


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