Dank an die Referentinnen und ein Spiel, das Denken in neue Räume führt

Neujahrsempfang des Rotary Club Nidda im Kurhaushotel Bad Salzhausen

Präsident Fritz Hense bedankte sich bei den Referentinnen des Jahres mit einem Rosenstock. Foto: Gert Holle
Präsident Fritz Hense bedankte sich bei den Referentinnen des Jahres mit einem Rosenstock. Foto: Gert Holle

19.01.2026

 

(Bad Salzhausen/rn) – Unter dem Motto „Dank an die Referentinnen“ und mit einem zugleich zukunftsgerichteten Ausblick auf das Jahr 2026 hat der Rotary Club Nidda am Samstag, 17. Januar, seinen Neujahrsempfang im Kurhaushotel Bad Salzhausen gefeiert. Zahlreiche Gäste aus dem pädagogischen Bildungsbereich folgten der Einladung, darunter Vertreterinnen und Vertreter des Instituts Lucius in Echzell, des Gymnasiums Nidda sowie der beruflichen Weiterbildung aus Büdingen.

 

Präsident Fritz Hense eröffnete den Empfang und stellte den Dank an jene Frauen in den Mittelpunkt, die im vergangenen Jahr mit ihren Vorträgen das Clubleben inhaltlich geprägt hatten. Sie hätten nicht nur informiert, sondern Denkanstöße geliefert, Perspektiven erweitert und lebendige Diskussionen angestoßen, betonte Hense.

 

„Unsere Referentinnen haben uns mitgenommen in völlig unterschiedliche Welten – und genau diese Vielfalt macht Rotary aus. Es geht darum, neugierig zu bleiben, voneinander zu lernen und den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu wagen“, sagte der Präsident in seiner Ansprache.

Neujahrsempfang des RC Nidda. Foto: Gert Holle
Neujahrsempfang des RC Nidda. Foto: Gert Holle

  

In seiner Würdigung erinnerte er an die thematische Bandbreite der Beiträge: von Rebecca Süßles eindrucksvollem Vortrag über das Tauchen mit Haien und den respektvollen Umgang mit der Natur über Alena Neuberts Einblicke in die Welt des Musiktheaters, die sie mit einem Song aus dem Musical „Rebecca“ auch musikalisch erlebbar gemacht hatte, bis hin zu Tatjana Henses Ausführungen zu ästhetischen Ölen zwischen Wissenschaft, Anwendung und Verantwortung.

 

Auch Daphne Strauss, die mit einem vielbeachteten Vortrag zur Rolle Künstlicher Intelligenz im Schulunterricht wichtige Impulse gesetzt hatte, wurde ausdrücklich gewürdigt. Obwohl sie beim Empfang verhindert war, bezog der Präsident sie in seinen Dank ein und stellte sie in die inhaltliche Verbindung zu den weiteren Referentinnen des Jahres. Dabei griff er augenzwinkernd eine „rote Linie“ auf, die sich durch Themen, Namen und kulturelle Bezüge zog: vom Vornamen Rebecca über den Musicaltitel „Rebecca“ bis hin zur Autorin Daphne du Maurier – ein dramaturgischer Faden, der den Rückblick ebenso unterhaltsam wie verbindend machte. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte er den anwesenden Referentinnen jeweils einen Rosenstock.

 

 

Nach einem Sektempfang zu Beginn und dem gemeinsamen Essen leitete der Präsident zum inhaltlichen Höhepunkt des Empfangs über: der Vorstellung des Spiels „IKARUS“ durch Vizepräsident Gert Holle.

 

Holle präsentierte IKARUS nicht als klassisches Brettspiel, sondern als „Denkraum“, der gezielt das räumliche Denken fördert. Entwickelt wurde das Spiel von ihm bereits in den 1980er-Jahren, ausgehend von der Frage, wie Menschen lernen können, nicht nur linear, sondern über mehrere Ebenen hinweg zu denken.

 

 

„IKARUS ist kein Spiel, das schnelle Antworten liefert, sondern eines, das Fragen stellt. Es geht darum, Denken wieder räumlich zu begreifen – Zusammenhänge zu sehen, Perspektiven zu wechseln und eigene Wege zu entwickeln“, erklärte Holle. Inspiriert von der Sage um Ikarus und Dädalus verbindet das Spiel mythologische Motive mit strategischem Denken, Planung sowie der Förderung von Geduld und Ausdauer.

  

Besonders im schulischen Kontext sieht Holle großes Potenzial: „Gerade bei Kindern lässt sich räumliches Denken hervorragend fördern – wenn man ihnen den Raum gibt, selbst zu entdecken, statt nur Lösungen vorzugeben“, so der Referent. Räumliches Denken sei eine Schlüsselkompetenz, die insbesondere bei Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 5 gut entwickelbar sei, im regulären Unterricht jedoch häufig zu kurz komme. IKARUS verstehe sich daher nicht als Ersatz für Unterricht, sondern als ergänzendes Werkzeug, um Denkprozesse sichtbar und erlebbar zu machen.

 

Die anwesenden Gäste aus Schulen und Bildungseinrichtungen zeigten sich im Anschluss an den Vortrag sehr interessiert. In Gesprächen nach dem offiziellen Teil bekundeten mehrere Vertreterinnen und Vertreter Interesse, das Spiel an ihren Schulen vorzustellen, mögliche Arbeitsgemeinschaften einzurichten oder Gert Holle für Projekttage und Workshops einzuladen. Der Rotary Club Nidda will diese Anregungen aufgreifen und gemeinsam mit Schulen prüfen, wie IKARUS künftig als pädagogisches Projekt erprobt werden kann.

 

Musikalisch begleitet wurde der Abend durch Saxophonmusik; zum Abschluss rundete ein von Gert Holle selbst geschriebenes Lied zum Thema IKARUS die Präsentation ab.

 

Der Neujahrsempfang machte damit deutlich, wofür der Rotary Club Nidda steht: für Dankbarkeit gegenüber Engagement, für Offenheit gegenüber neuen Ideen – und für die Überzeugung, dass Bildung dort beginnt, wo Denken Raum bekommt.