BDA-Hauptgeschäftsführer Steffen Kampeter: EXPO 2035 bietet Deutschland eine große Zukunftschance. Aber: „Der Senat muss ran!“

Copyright: EXPO 2035 Berlin
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2.06.2026

 

(Berlin/me) - die neue Folge von „2035 x Berlin – Der EXPO-Cast mit Jan Lerch“ ist ab sofort verfügbar. Zu Gast ist Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Im Gespräch mit Jan Lerch beschreibt einer der profiliertesten Vertreter der deutschen Wirtschaft eine mögliche EXPO 2035 in Berlin als große Chance für Deutschland – die Unterstützung der deutschen Wirtschaft werde es aber erst geben, wenn die Berliner Politik sich klar positioniere: „Der Senat muss ran!“

Als eine der prägenden Stimmen der aktuellen Reform- und Standortdebatte sieht Kampeter in einer Weltausstellung die Möglichkeit, eine positive Zukunftsvision für Deutschland zu entwickeln und international sichtbar zu machen. „Eine Expo in Deutschland wäre ein Reallabor der Zukunft. Eine nationale Bewerbung mit globaler Ausstrahlung.“

Nach seiner Einschätzung konzentrieren sich die öffentlichen Debatten derzeit zu häufig auf Krisen, Sorgen und Defizite. Es fehle der Blick nach vorn und die Antwort auf die Frage, welches Zielbild Deutschland in den kommenden Jahrzehnten verfolgen wolle.

„Wo wollen wir 2035, 2040 als Gesellschaft stehen? Wollen wir eine Industrienation sein, eine Nation, die bei Künstlicher Intelligenz führend ist? Welche Technologien sind bei uns marktfähig, welche Talente können wir anbieten, um für ausländische Investitionen interessant zu sein? Da bietet eine Expo wahrscheinlich mehr Chancen, ohne dass ich dabei geringschätzen möchte, dass Olympia im Breiten- und Spitzensport eine nachhaltige Verbesserung der Infrastruktur bedeutet und auch den Leistungsgedanken wieder positiv in der Gesellschaft verankert.“

Für Kampeter kann eine EXPO 2035 in Berlin weit mehr sein als ein internationales Großereignis. Sie könne ein gemeinsames Zukunftsprojekt werden, das wirtschaftliche Stärke, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung miteinander verbindet.

Als einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Wirtschaft macht er zugleich deutlich, dass eine erfolgreiche Bewerbung zunächst in Berlin gewollt und politisch getragen werden müsse.

„Wenn die Region Berlin sich aufmacht und einen Zuschlag erhält, ist das politisch wie ökonomisch ein Projekt, das sich zu unterstützen lohnt. Dann gehe ich davon aus, dass dies von der nationalen Wirtschaft und nicht nur – wie jetzt schon – von den regionalen Organisationen und Wirtschaftsunternehmen breit getragen werden wird.“

Der aus Minden stammende Kampeter, der seit Jahrzehnten beruflich eng mit Berlin verbunden ist, zeigt sich dabei überrascht von der positiven Resonanz auf die EXPO-Idee in der Hauptstadt.

„Ich wundere mich, wie positiv die Expo hier in der Stadtgesellschaft gesehen wird – genau das bietet die Chance, mit einer Bewerbung auch international zu punkten.“

Gleichzeitig betont der BDA-Hauptgeschäftsführer, dass die Voraussetzungen für eine breite Unterstützung aus Wirtschaft und Gesellschaft zunächst von der Berliner Politik geschaffen werden müssten.

„Wir haben einen handlungsfähigen Berliner Senat mit einer parlamentarischen Mehrheit. Der erste Schritt muss von der Berliner Politik getan werden. Der Senat muss ran! Wir als Arbeitgeberorganisationen können dem Senat nicht seine Aufgabe abnehmen. Das ist weder unsere Zuständigkeit, noch würden unsere Mitglieder akzeptieren, dass wir uns in regionalpolitische Fragen einmischen. Was Berlins Sache ist, bleibt Berlins Sache.“

Mit Blick auf eine mögliche Bewerbung formuliert Kampeter seine Erwartung unmissverständlich:

„Die Vorarbeit muss von denjenigen geleistet werden, die die Vorarbeit leisten müssen. Dann werden viele andere helfende Hände, kluge Ideen und auch materielle sowie organisatorische Unterstützung dazu kommen. Aber wir werden als Wirtschaft eine Expo nicht unterstützen, die in Berlin nicht gewollt ist. Der Senat muss ran!“

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