
13.03.2026
(Luxemburg/eca) - 2025 hat die EU-Kommission vorgeschlagen, den Haushalt 2028–2034 der EU – auch als "mehrjähriger Finanzrahmen" (MFR) bekannt – mit insgesamt 2 Billionen Euro auszustatten. Heute legt der Europäische Rechnungshof seine Stellungnahmen zu zwei Gesetzgebungsvorschlägen vor: zu Erasmus+, dem Programm der EU zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung, Jugend und Sport, und zu AgoraEU, dem Programm der EU zur Förderung von Kultur, Demokratie und Medien.
Die EU verfolgt mehrere wichtige Initiativen zur Förderung von Bildung, Demokratie, Medien und Jugend innerhalb und außerhalb Europas. Für den Haushalt 2028–2034 schlägt die EU-Kommission zum einen vor, die Mittel für diese Initiativen deutlich aufzustocken, und zum anderen, die Initiativen zu verschlanken, indem mehrere Programme in zwei Verordnungen zusammengeführt werden – den neuen Verordnungen Erasmus+ und AgoraEU.
Für Erasmus+ ist ein Budget von insgesamt mehr als 40 Milliarden Euro geplant. Das sind über 10 Milliarden Euro mehr als im jetzigen Zeitraum. Aus dem Programm soll auch in Zukunft Lernmobilität in allen Bereichen gefördert werden. Außerdem sollen mit den Mitteln solidarische und ehrenamtliche Tätigkeiten finanziert werden. Zuvor gab es für diese Bereiche zwei separate Programme.
Auch im Falle von AgoraEU werden mehrere Programme (darunter die Programme CREA und CERV) in einem nun breiter angelegten Programm zusammengefasst. Das Budget soll sich auf 8,6 Milliarden Euro belaufen und wäre somit fast doppelt so hoch wie in der Vergangenheit. Damit soll die Förderung der EU für die Kultur- und Kreativbranche in einem Instrument zusammengefasst und auf Entwicklungen in der Medienlandschaft und Bedrohungen für die Demokratie reagiert werden.
Die Prüfer sind der Auffassung, dass sowohl Erasmus+ als auch AgoraEU mit den strategischen Prioritäten der EU im Einklang stehen und eine entscheidende Rolle dabei spielen können, die Werte der EU zu fördern und die europäische Identität zu festigen. Die Prüfer weisen aber bei beiden Vorschlägen auch auf mehrere Probleme hin, die insbesondere die Verwaltungsstruktur der Programme und die Art und Weise betreffen, wie die Programmleistung bewertet und Rechenschaft über die Ausgaben abgelegt werden soll:
Hintergrundinformationen
Am 16. Juli 2025 hat die EU-Kommission die Gesetzgebungsvorschläge zur Einrichtung der Programme Erasmus+ und AgoraEU für den Zeitraum 2028–2034 (COM/2025/549 final und COM(2025) 550 final) vorgelegt. Das EU-Parlament hat den Europäischen Rechnungshof um Stellungnahme gebeten, bevor es seinerseits die Vorschläge prüft.
Seit Januar 2026 hat der Rechnungshof eine Reihe von Stellungnahmen zu den Vorschlägen für den MFR 2028–2034 abgegeben. Sämtliche Stellungnahmen werden auf der Website des Rechnungshofs veröffentlicht.
Links zum Thema
https://www.eca.europa.eu/de/publications/OP-2026-11
