Jetzt mitentscheiden: „Runter vom Gas“-Kampagne lässt Bevölkerung über neue Autobahnplakate abstimmen

Bildnachweis: © Runter vom Gas
Bildnachweis: © Runter vom Gas

3.06.2026

 

(Berlin/rvg) – Deutschland kann ab heute bis zum 20.06.2026 mitbestimmen, was künftig auf bis zu 700 Plakatflächen entlang der Autobahnen zu sehen sein wird. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) e. V. lassen die Bevölkerung über die neuen Motive der „Runter vom Gas“-Autobahnplakate abstimmen. Damit beginnt die zweite Runde der Publikumsbeteiligung, die Verkehrssicherheit auf deutschen Autobahnen zum Gemeinschaftsprojekt macht.

Im November 2025 startete „Runter vom Gas“ die erste Runde: Bürgerinnen und Bürger konnten angeben, welche der vier häufigsten Unfallursachen auf der Autobahn (Ablenkung, Abstand, unangepasste Geschwindigkeit und Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss) sie am meisten beschäftigt, und reichten zudem ihre persönlichen Botschaften an andere Verkehrsteilnehmende ein. Diese dienten als Inspirationsgrundlage für drei Plakatserien, die nun zur Auswahl stehen.

Verkehrsminister Patrick Schnieder betont die Bedeutung der Aktion: „Wir arbeiten weiterhin an der Vision Zero. Unser Ziel ist es, Risiken sichtbar zu machen, bevor etwas passiert. Darum beziehen wir erstmals die Bevölkerung in den Prozess ein. Denn Verkehrssicherheitsarbeit ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Trotz des bereits hohen Sicherheitsniveaus auf deutschen Straßen besteht weiterer Handlungsbedarf. Der Bund wird bei seiner Präventionsarbeit künftig noch stärker dort ansetzen, wo besondere Unfallrisiken bestehen – insbesondere auf Landstraßen, im Rad- und Fußverkehr sowie bei gefährdeten Personengruppen. Außerdem arbeiten wir in dieser Legislatur konsequent an einem Comeback der Infrastruktur. Das stärkt auch die Verkehrssicherheit, denn auf intakten gut ausgebauten Straßen ist man sicherer unterwegs.“

DVR-Präsident Manfred Wirsch sagt: „Verkehrssicherheit entsteht nicht nur durch eine gute Infrastruktur und Regeln, sondern auch durch ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Mit der Abstimmung geben wir Menschen die Möglichkeit, sich aktiv an der Kampagne zu beteiligen, und wollen sie gleichzeitig zum Nachdenken über ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr anregen.“

Umfrageergebnisse bestätigen Unfallstatistik: mangelnder Sicherheitsabstand ist die größte Gefahr

Die Auswertung der ersten Umfrage zeigt: Die Teilnehmenden nannten mangelnden Sicherheitsabstand mit 32 Prozent am häufigsten als größte Gefahr. Darauf folgen unangepasste Geschwindigkeit (29 Prozent), Ablenkung am Steuer (26 Prozent) und Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss (11 Prozent).

Für das BMV und den DVR sind die Umfrageergebnisse besonders aufschlussreich: Sie decken sich mit den Zahlen der aktuellen Unfallstatistik (Daten von 2024). Im Jahr 2024 verunglückten auf deutschen Autobahnen 31.310 Menschen – im Durchschnitt 86 pro Tag. Die Hauptunfallursache war nicht eingehaltener Sicherheitsabstand (mehr als 8.000 Unfälle), gefolgt von unangepasster Geschwindigkeit (mehr als 6.000 Unfälle). Das zeigt: Das subjektive Empfinden der Menschen spiegelt sich in den statistisch belegten Zahlen. Die meisten Unfälle gehen auf menschliches Fehlverhalten zurück und sind somit vermeidbar.

Zahlreiche Befragte formulierten zudem persönliche Botschaften an andere Verkehrsteilnehmende, teilweise emotional, drastisch, aber auch humorvoll. Die Vielfalt der Ideen und Perspektiven zeigt, wie intensiv sich die Menschen mit dem Thema Verkehrssicherheit auseinandersetzen und wie groß der Wunsch ist, mit klaren Botschaften für mehr Rücksicht und Aufmerksamkeit auf den Autobahnen und darüber hinaus zu sorgen.

Ein besonderer Kreativprozess für die Autobahnplakate

Basierend auf den Umfrageergebnissen entstanden drei Plakatserien mit je drei Motiven zu den typischen Unfallursachen. Da sich viele Befragte der ersten Umfrage besonders um das Wohl der Kinder sorgen, visualisiert die Serie „Kinderzeichnungen“ die Unfallrisiken aus Kindersicht, mit klaren Botschaften, die an die Verantwortung der erwachsenen Fahrenden appellieren. Die beiden Plakatserien „Totenillustrationen“ und „Leichensäcke“ bringen auf unterschiedliche Weise, aber mit bitterer Pointe die härteste Konsequenz auf den Punkt: Ein Moment der Unachtsamkeit im Verkehr kann tödlich enden.

Die Abstimmung ist ab sofort möglich

Mit der öffentlichen Abstimmung setzen BMV und DVR ein klares Zeichen für Beteiligung und gemeinschaftliche Verantwortung im Straßenverkehr.

Die Onlineabstimmung finden Sie unter: https://www.runtervomgas.de/autobahnplakate2026/

Zur Kampagne „Runter vom Gas“:

Initiatoren der Verkehrssicherheitskampagne „Runter vom Gas“ sind das Bundesministerium für Verkehr (BMV) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) e.V. Mit klaren Botschaften sensibilisiert „Runter vom Gas“ seit 2008 für die Risiken im Straßenverkehr sowie die vielfältigen Unfallursachen – und trägt dadurch zu mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen bei. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung ist Kooperationspartner der Plakataktion.


Mehr Informationen zur Kampagne auf:
www.runtervomgas.de
www.facebook.com/RuntervomGas
www.instagram.com/runtervomgas_offiziell
(Hashtag: #DeinAutobahnplakat2026)