
1.06.2026
Das Jugendcafé Exodus und Arbeitskreis Queer des Bistum Trier waren mit einem Stand bei Christopher Street Day SaarLorLux vertreten.
Von Ute Kirch
(Saarbrücken/uk) – In Saarbrücken sind am Wochenende beim Christopher Street Day (CSD) SaarLorLux tausende Menschen durch die Innenstadt gezogen, um für die Rechte der queeren Community zu demonstrieren. Das diesjährige Motto des CSD war „Ja, ich will – ins Grundgesetz! Artikel 3+ jetzt!“. Dort soll, wenn es nach den Organisatoren geht, der Schutz vor Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität mit aufgenommen werden.
Mit einem Stand auf der Festmeile auf der Mainzer Straße vertreten war auch das Café Exodus, eine offene Jugendeinrichtung des Bistums Trier, gemeinsam mit dem Arbeitskreis (AK) Queer des Bistums Trier und dem Förderverein des Café Exodus. „Wir haben im Café Exodus ein großes queeres Publikum. Queerness und Diversity spielen bei uns eine große Rolle“, sagt Till Edlinger, der vor einem Jahr die Leitung des Cafés Exodus übernommen hat. Dies zeige sich auch in vielen Kooperationen. So teile man sich den Stand mit dem AK Queer der Hochschule für Wissenschaft und Technik (htw). Der AK Queer der Saar-Uni treffe sich zu seinen wöchentlichen Treffen im Café Exodus. Der Stand sei in diesem Jahr auch ein Projekt im Rahmen der Firmvorbereitung der Jugendkirche eli.ja. „Fünf Firmlinge helfen mit am Stand. Sie waren auch im Vorfeld an der Planung und Gestaltung des Stands beteiligt“, sagt Edlinger.
Hingucker wie bunte Regenbogen-Lutscher und Regenbogen-Armbänder mit den Aufdrucken „Unter Gottes Himmel haben alle Platz“ oder „Be proud of yourself“ (deutsch: sei stolz auf Dich) lockten viele Interessierte an den Stand. In einer Fotoecke konnten sich die Besucher*innen vor einer Fotowand mit Motiven aus dem Film „Shrek“ fotografieren lassen („Den Drachen im Film kann man ruhig als non-binär bezeichnen.“), Fotos drucken und Buttons herstellen. Zudem konnte gegen Spende an einem Glücksrad gedreht werden, bei dem unter anderem Regenbogenkreide, Festivalbändchen, Getränke-Gutscheine für das Café Exodus und andere Give-aways gewonnen werden konnten. Erst auf den zweiten Blick wird sichtbar, dass es sich auch um ein kirchliches Angebot handelt. Sticker mit „Unser Kreuz hat keinen Haken“ liegen neben Broschüren mit dem Titel „Konversionsbehandlungen und Christentum“. „Darin werden auch Bibelstellen queerfreundlich ausgelegt“, erklärt Edlinger. Negative Reaktionen von CSD-Besucher*innen darauf, dass der Stand von der katholischen Kirche ist, habe er nicht erlebt. Auf der Regenbogenmeile herrsche eine wertschätzende Atmosphäre und ein gutes Miteinander. Queer und Kirche gehen zusammen, finden die Engagierten. Leitbild der Arbeit des AK Queer sei das Abschlussdokument der Bistums-Synode, in dem es heißt: „Jeder einzelne Mensch ist in seiner Individualität und Originalität Gottes Ebenbild.“
Info: Der CSD SaarLorLux ist eine der größten queeren Veranstaltungen in der Großregion Saarland, Lothringen und Luxemburg. Seit 1998 verbindet er Menschen aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg in einem einzigartigen, grenzüberschreitenden Einsatz für Akzeptanz und Gleichberechtigung.
