
1.12.2025
(München/jff)
- Wie beeinflussen
Emotionen unser Medienhandeln – und wie kann Medienpädagogik junge Menschen dabei unterstützen, mit Gefühlen in digitalen Räumen kompetent umzugehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 120
Teilnehmende auf der interdisziplinären Tagung „Ich fühl das! Emotionen in mediatisierten Lebenswelten“, die am 28. November vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und
Praxis in München ausgerichtet wurde.
Den Auftakt machten Grußworte von Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für
neue Medien, sowie Prof. Dr. Birgit Dorner, Vorstandsvorsitzende des JFF e. V.
Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung von Medienbildung: „Medienkompetenz muss so selbstverständlich sein wie Fahrradfahren. Junge Menschen sollen sofort erkennen können,
was Fakten und was Fake News sind. Sie müssen wissen, wie Trolle und Algorithmen funktionieren. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu vermitteln: Nicht die Likes zählen, sondern echte Werte. Wenn wir
die Medienkompetenz unserer Jugend stärken, festigen wir auch unsere Demokratie. So bleibt Bayern gemeinsam stark.“
Emotionen im Wandel – Impulse aus Geschichtsdidaktik, Medienwissenschaft und Psychologie
In den wissenschaftlichen Inputs beleuchteten Expertinnen aus verschiedenen Fachrichtungen die Rolle von Emotionen in mediatisierten Gesellschaften:
Interaktiv, künstlerisch,
partizipativ
Im Anschluss eröffneten eine Poster-Session und ein Interaktionsteil vielfältige Zugänge zum Thema. Nachwuchsforschende präsentierten aktuelle Projekte zu Emotionen im Kontext von Games, Social
Media, Schadenfreude oder belastenden Online-Erfahrungen. Methodenimpulse aus der Arbeit des JFF – etwa aus den Projekten ACT ON!, „Das bewegt uns“ und „Digitales
Deutschland“ – boten direkte Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit.
Ein besonderes Highlight war die künstlerische Begleitung der Tagung: Unter Leitung von Thomas Kupser (JFF) gestalteten Studierende der Katholischen Stiftungshochschule München
Rauminstallationen, die Emotionen auf kreative Weise erfahrbar machten.

Wie kann Medienpädagogik Emotionen integrieren? – Diskussion zum Abschluss
Zum Abschluss diskutierten Dr. Senta Pfaff-Rüdiger und Maximilian Schober (beide JFF) gemeinsam mit Lilian Suter (Zürcher Hochschule für angewandte
Wissenschaften, Jessica Kühn (Ludwig-Maximilians-Universität München), Diana Thorimbert (Plan P – Potentiale, Praxis, Perspektiven e.V.) und dem Publikum/den Tagungsteilnehmer*innen, welche Rolle
Affekte und Gefühle in der Medienkompetenzförderung spielen und wie diese in pädagogischen Formaten angemessen berücksichtigt werden können.
Emotionen sichtbar machen – Medienpädagogik stärken
Die Tagung zeigte deutlich: Emotionen prägen mediale Erfahrungen und Medienhandeln in vielfältiger Weise. Medienpädagogik steht damit vor der Aufgabe, Emotionen
nicht nur mitzudenken, sondern sie aktiv zum Thema zu machen – wissenschaftlich fundiert und alltagsnah.
Über das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Seit 1949 forscht das JFF zur Medienaneignung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und entwickelt praxisnahe Konzepte, um Medienkompetenz zu fördern. Mit
Standorten in München, Augsburg und Berlin verbindet das JFF wissenschaftliche Forschung mit medienpädagogischer Praxis und engagiert sich für eine demokratische, inklusive und offene
Gesellschaft.
