Emotionen im Fokus

Interdisziplinäre Tagung des JFF – Institut für Medienpädagogik bringt Wissenschaft und Praxis zusammen

21. Interdisziplinäre Tagung des JFF (Bild: JFF)
21. Interdisziplinäre Tagung des JFF (Bild: JFF)

1.12.2025

 

(München/jff) - Wie beeinflussen Emotionen unser Medienhandeln – und wie kann Medienpädagogik junge Menschen dabei unterstützen, mit Gefühlen in digitalen Räumen kompetent umzugehen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich rund 120 Teilnehmende auf der interdisziplinären Tagung „Ich fühl das! Emotionen in mediatisierten Lebenswelten“, die am 28. November vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis in München ausgerichtet wurde.

Den Auftakt machten Grußworte von Ulrike Scharf, Bayerische Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien, sowie Prof. Dr. Birgit Dorner, Vorstandsvorsitzende des JFF e. V.

Bayerns Familienministerin Ulrike Scharf betonte die Bedeutung von Medienbildung: „Medienkompetenz muss so selbstverständlich sein wie Fahrradfahren. Junge Menschen sollen sofort erkennen können, was Fakten und was Fake News sind. Sie müssen wissen, wie Trolle und Algorithmen funktionieren. Es ist unsere Aufgabe, ihnen zu vermitteln: Nicht die Likes zählen, sondern echte Werte. Wenn wir die Medienkompetenz unserer Jugend stärken, festigen wir auch unsere Demokratie. So bleibt Bayern gemeinsam stark.“

Emotionen im Wandel – Impulse aus Geschichtsdidaktik, Medienwissenschaft und Psychologie
In den wissenschaftlichen Inputs beleuchteten Expertinnen aus verschiedenen Fachrichtungen die Rolle von Emotionen in mediatisierten Gesellschaften:

  • Prof. Dr. Marion G. Müller (Universität Trier) diskutierte emotionale Reaktionen auf Darstellungen von Krieg in sozialen Medien und ordnete ein, welche Gruppen besonders belastet werden.
  • Prof. Dr. Jeanine Grütter (LMU München) stellte Potenziale von Virtual Reality-Anwendungen zur Förderung sozio-emotionaler Kompetenzen vor und ermöglichte den Teilnehmenden einen Einblick in eine VR-Anwendung ihres Projekts.

Interaktiv, künstlerisch, partizipativ
Im Anschluss eröffneten eine Poster-Session und ein Interaktionsteil vielfältige Zugänge zum Thema. Nachwuchsforschende präsentierten aktuelle Projekte zu Emotionen im Kontext von Games, Social Media, Schadenfreude oder belastenden Online-Erfahrungen. Methodenimpulse aus der Arbeit des JFF – etwa aus den Projekten ACT ON!, „Das bewegt uns“ und „Digitales Deutschland“ – boten direkte Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit.

Ein besonderes Highlight war die künstlerische Begleitung der Tagung: Unter Leitung von Thomas Kupser (JFF) gestalteten Studierende der Katholischen Stiftungshochschule München Rauminstallationen, die Emotionen auf kreative Weise erfahrbar machten.
 

21. Interdisziplinäre Tagung des JFF (Bild: JFF)
21. Interdisziplinäre Tagung des JFF (Bild: JFF)

Wie kann Medienpädagogik Emotionen integrieren? – Diskussion zum Abschluss
Zum Abschluss diskutierten Dr. Senta Pfaff-Rüdiger und Maximilian Schober (beide JFF) gemeinsam mit Lilian Suter (Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, Jessica Kühn (Ludwig-Maximilians-Universität München), Diana Thorimbert (Plan P – Potentiale, Praxis, Perspektiven e.V.) und dem Publikum/den Tagungsteilnehmer*innen, welche Rolle Affekte und Gefühle in der Medienkompetenzförderung spielen und wie diese in pädagogischen Formaten angemessen berücksichtigt werden können.

Emotionen sichtbar machen – Medienpädagogik stärken
Die Tagung zeigte deutlich: Emotionen prägen mediale Erfahrungen und Medienhandeln in vielfältiger Weise. Medienpädagogik steht damit vor der Aufgabe, Emotionen nicht nur mitzudenken, sondern sie aktiv zum Thema zu machen – wissenschaftlich fundiert und alltagsnah.

Über das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis
Seit 1949 forscht das JFF zur Medienaneignung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen und entwickelt praxisnahe Konzepte, um Medienkompetenz zu fördern. Mit Standorten in München, Augsburg und Berlin verbindet das JFF wissenschaftliche Forschung mit medienpädagogischer Praxis und engagiert sich für eine demokratische, inklusive und offene Gesellschaft.