Urkundenübergabe mit (v. l.) Kay Bretschneider und Benjamin Sillack (beide Vermögen und Bau BW Betriebsleitung), Dr. Katrin Scheffer (Kanzlerin Uni Hohenheim), Kerstin Sonnekalb (Bundesbau BW Betriebsleitung), Tamara Wehner (VB-BW Universitätsbauamt, Projektleiterin) und Julia Schneider (VB-BW Universitätsbauamt, Abteilungsleitung) | Bildquelle: Universität Hohenheim / Hannah Moormann
5.03.2026
Der Holz-Hybridbau an der Uni Hohenheim ist das erste Laborgebäude in Baden-Württemberg, das die goldene Plakette des BNB-Zertifizierungssystems erhält.
(Stuttgart-Hohenheim/uh) - Ob
Bienengesundheit, Insektenschutz oder Honig-Analysen: Die Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim in Stuttgart forscht an nachhaltigen Lösungen für Biodiversität und
Bienenhaltung. Das Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim hat hierfür ein Forschungsgebäude erstellt, das höchste Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit erfüllt: Die 2021 in Betrieb genommene
Landesanstalt für Bienenkunde ist das erste Laborgebäude in Baden-Württemberg, das als Holz-Hybridbau konzipiert wurde und nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen“ (BNB) das Gold-Zertifikat
erhält. Projektleiterin Tamara Wehner von der Bauherrenvertretung, dem Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim, nahm zusammen mit der Kanzlerin der Universität Hohenheim, Dr. Katrin Scheffer
heute die Auszeichnung des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen entgegen.
Forschen und Lehren
am Rande der Hohenheimer Gärten: Nicht nur die Lage der Landesanstalt für Bienenkunde bietet optimale Bedingungen für die Insekten- und Bienenforschung, auch ihr Gebäude wird den vielfältigen
Aufgaben des Instituts gerecht. Auf 1.200 Quadratmetern Nutzungsfläche vereint das Gebäude in Holz-Hybridbauweise völlig unterschiedliche Funktionsbereiche: Labore, Büro- und Seminarräume sowie
einen eigenen Imkerei- und Werkstattbereich.
Geplant und umgesetzt wurde der 2021 in Betrieb genommene Neubau durch Lanz Schwager Architekten BDA, Konstanz. Verantwortlich für den Bau ist das Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen
und Bau Baden-Württemberg, Universitätsbauamt Stuttgart und Hohenheim.
BNB-Plakette in Gold ist vierte Auszeichnung für das Gebäude der Landesanstalt
„Schon zu Beginn der Planung des Gebäudes haben wir auf eine nachhaltige und zukunftsweisende Bauweise gesetzt“, betont Projektleiterin Tamara Wehner vom Universitätsbauamt Stuttgart und
Hohenheim. Das Ziel: Der Neubau sollte nach dem Bewertungssystem für „Nachhaltiges Bauen“ zertifiziert werden. Aktuelle Berechnungen zeigten, dass das Gebäude die höchsten Maßstäbe des
Bewertungssystems erfüllt und mit Gold zertifiziert werden kann.
Eine Auszeichnung, über die sich auch Kanzlerin Dr. Katrin Scheffer freut: „Die Landesanstalt für Bienenkunde ist eine erstklassige Forschungseinrichtung und mit ihrer eigenen Imkerei einzigartig
in Deutschland. Sie leistet einen erheblichen Beitrag zum Bienen- und Insektenschutz. Umso schöner ist es, dass sich das Thema Nachhaltigkeit nicht nur in der Forschung und Lehre des Instituts,
sondern auch in seinem Gebäude widerspiegelt.“
Die BNB-Zertifizierung ist bereits die vierte Auszeichnung für das Gebäude der Bienenkunde: 2023 wurde es mit der Hugo-Häring-Auszeichnung des BDA und mit der Auszeichnung für „Beispielhaftes
Bauen“ der Architektenkammer Baden-Württemberg prämiert. Die Leserschaft der Internet-Plattform german-architects.com wählte die Landesanstalt außerdem zum „Bau des Jahres 2022“.
Holzbauweise sorgt für hervorragende Ökobilanz und geringe Nutzungskosten
Ausschlaggebend für die Bewertung sei vor allem die herausragende Ökobilanz des Gebäudes, sagt Kerstin Sonnekalb von der Konformitätsprüfstelle des Bewertungssystems Nachhaltiges Bauen BNB: „Ein
Indikator für die Bewertung der Ökobilanz ist das sogenannte Treibhausgaspotential. Das fällt bei diesem Gebäude sehr gering aus – unter anderem, weil das im Tragwerk, in der Fassade und auch im
Innenausbau verbaute Holz wie ein Kohlenstoffspeicher wirkt.“
Die Holz-Hybridbauweise ermöglicht es dabei zugleich, die im Holzbau üblichen Schwachstellen wie sommerlicher Wärmeschutz oder Schallschutz zu verbessern. Zur Optimierung von Heizung, Kühlung und
Lüftung wurden detaillierte thermische Gebäudesimulationen durchgeführt und Passivhausstandards in der Gebäudehülle umgesetzt. Auf dem begrünten Flachdach befindet sich eine Photovoltaik-Anlage.
„Diese Aspekte tragen auch dazu bei, dass die gebäudebezogenen Kosten gering bleiben. Die Landesanstalt für Bienenkunde schneidet daher auch beim BNB-Kriterium ‚Gebäudebezogene Kosten im
Lebenszyklus‘ besonders gut ab“, so Sonnekalb.
Ein ausgezeichnetes Gebäude für ausgezeichnete Forschung
In ihren Laboren führt die Landesanstalt für Bienenkunde unter anderem Honiganalysen durch, um die regionale Vermarktung und somit auch die Imkerei im Land zu unterstützen. Der Forschungsbereich
der Bienengesundheit beschäftigt sich hier unter anderem mit der Varroamilbe, einem für Honigbienen lebensgefährlichen Parasiten. Im Wachs- und Schleuderraum der Imkerei findet die eigene
Honigherstellung des Instituts statt. Die Seminarräume wiederum werden für bienenkundliche Lehrveranstaltungen und Blockmodule der Universität, aber auch für Fortbildungen für Imker:innen und
Gartenbaubetriebe genutzt.
Im Fokus der Forschung und Lehre der Bienenkunde steht jedoch nicht nur die Honigbiene, sondern auch der Erhalt der Biodiversität: Aktuelle Projekte reichen thematisch von Künstlicher Intelligenz
für den Schutz von Bestäubern bis zur invasiven Asiatischen Hornisse.
Weitere Informationen
Zur Landesanstalt für Bienenkunde: https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/
Informationen zum Bau
https://www.vermoegenundbau-bw.de/stuttgart-hohenheim-landesanstalt-fuer-bienenkunde
Text: Moormann
Autorin: Universität Hohenheim / Hannah Moormann; zusammengestellt von Gert Holle - 5.03.2026
