30.01.2026
Zwei neue Folgen des
Podcasts „Kopfsalat“ sind erschienen. In der ersten Folge spricht Moderator Sven Haeusler mit dem Arzt, Coach und Autor Dr. Thomas Bergner über Burnout und besonders dessen Ursachen jenseits der
Arbeit. Es geht um gesellschaftliche Erschöpfung, aber auch darum, was helfen kann, wieder in einen gesunden Kontakt mit sich selbst zu kommen.
Zum Abschluss der sechsten Staffel folgt darauf eine Resümee-Folge: Das „Kopfsalat“-Team mit Sven Haeusler, Diana Doko, Jasmin Hollatz und Vera Colditz blickt
gemeinsam zurück auf elf Folgen der sechsten Staffel.
In dieser Folge von
„Kopfsalat“ spricht Moderator Sven Haeusler mit dem Arzt und Autor Dr. Thomas Bergner über
Burnout. Ausgehend von Erfahrungen aus der eigenen Geschichte und seiner jahrzehntelangen Arbeit als Coach erklärt er, dass Stress zwar Auslöser, nicht aber die Ursache ist. Burnout sei vielmehr
„eine verzögert auftretende posttraumatische Belastungsstörung“, die ihren Ursprung oft in frühen, unbewältigten Erfahrungen hat.
Was für den Einzelnen gilt, überträgt Thomas Bergner zudem auf das große Ganze. Es handele sich nicht nur um ein individuelles oder arbeitsbezogenes Phänomen,
sondern um einen gesamtgesellschaftlichen Zustand. Deutschland, so seine These, steckt in einem kollektiven Burnout.
Historische Belastungen, wie die Erfahrungen des 1. und 2. Weltkriegs, wirken für ihn transgenerational fort und prägen bis heute Haltung, Politik und
gesellschaftliche Stimmung in Deutschland. Er beschreibt Symptome wie emotionale Erschöpfung, Rückzug, Kontrollzwang, Leistungsabnahme und eine tief sitzende Unzufriedenheit als Ausdruck eines
insgesamt erschöpften und überforderten Systems.
Im Gespräch mit Sven Haeusler geht es um individuelle Stressbewältigung, aber auch um „German Angst“, um Scham und Schuld, um politische Entscheidungsprozesse,
Bürokratie und den Verlust von Vertrauen. Zugleich richtet der Autor von „German Burnout“ den Blick nach vorn: „Die Kernfähigkeit des Menschen, die zur seelischen Ausgeglichenheit führt, ist die
Selbstwirksamkeit,“ sagt er. Nur wenn Menschen das Gefühl haben, ihr eigenes Leben gestalten und gesellschaftlich mitentscheiden zu können, lasse sich der tiefen Erschöpfung begegnen –
persönlich wie kollektiv.
Nachdem die Idee in der Sonderedition von „Kopfsalat“ zum Thema Einsamkeit sehr gut ankam, hat das Team von Freunde fürs Leben auch zum Abschluss der sechsten Staffel eine Resümee-Folge aufgenommen. Moderator Sven Haeusler spricht mit Diana Doko,
Gründerin und Vorständin des Vereins, Jasmin Hollatz, Vereinsleitung, und Vera Colditz, Redakteurin und Social-Media-Managerin über eine Staffel, die psychische Gesundheit aus ganz
unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Schnell wird klar: Die Folgen waren erneut geprägt von vielen besonderen Momenten und jede:r im Team verbindet andere Highlights damit. So schaut Jasmin Hollatz, die
selbst ausgebildete systemische Coachin ist, gern auf den fundierten Blick der Psychotherapeutin und Coachin Miriam Junge zurück, während Sven Haeusler die Live-Doppelfolge im Bikini Berlin mit
dem „Wortpoeten“ Sebastian Becker alias Tschief hervorhebt, die nicht zuletzt durch den direkten Austausch mit dem Publikum zu einem echten Höhepunkt für das ganze Team wurde.
Geblieben sind aber nicht nur einzelne Begegnungen, sondern auch übergeordnete Fragen. Immer wieder spielten strukturelle Themen eine zentrale Rolle, etwa in den
Folgen über Hass im Netz oder für FLINTA* in der Musikbranche. Vera Colditz erzählt, dass sie noch eine Weile beschäftigte, wie viele Menschen bestimmte berufliche Wege gar nicht erst für sich in
Betracht ziehen, wenn es an sichtbaren Vorbildern fehlt.
Vielleicht ist es aber auch gar nicht nötig, ein einziges Highlight herauszugreifen. Diana Doko beschreibt vielmehr die besondere Intensität mancher Gespräche und
wie sehr es sie berührt, wenn sich zuvor fremde Menschen plötzlich im Podcast-Gespräch auf einer zutiefst menschlichen Ebene begegnen.
Die sechste Staffel von „Kopfsalat“ war geprägt von Offenheit, Tiefgang und Begegnungen, die noch lange nachwirkten. Und genau das macht die Arbeit am Podcast für
das Team aus: Räume zu schaffen, in denen ehrlich über psychische Gesundheit gesprochen wird, in denen Zuhörer:innen sich wiederfinden, verstanden fühlen und neue Gedanken mitnehmen
können.
Die sechste Staffel wird gefördert durch die Deutsche DepressionsLiga e.V. und die DAK Gesundheit.
Der Freunde fürs Leben-Podcast Kopfsalat erscheint zweimal monatlich und ist auf frnd.de sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer und RTL+ abrufbar. Die Sonderedition Einsamkeit wird von der KKH Kaufmännische Krankenkasse gefördert. Der Moderator ist Filmemacher und Journalist Sven Haeusler.
Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung
über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich.
Autor: Freunde fürs Leben e.V.; zusammengestellt von Gert Holle - 30.01.2026
