Lob des Unbequemen: Bestsellerautor Bas Kast über das Glück der Anstrengung

Foto: C.Bertelsmann
Foto: C.Bertelsmann

9.11.2025

 

Hat uns das Vermeiden unbequemer Gefühle wirklich glücklicher gemacht? Oder wird uns umgekehrt zunehmend klar, dass gerade das Überwinden von Widerständen eine entscheidende Voraussetzung für Lebenszufriedenheit ist?

Bas Kast in »Lob des Unbequemen«

 

Im Rückblick sind es oft gerade die herausforderndsten Situationen im Leben, die wir als besonders wertvoll erkennen. In einer Welt jedoch, die sich dem Komfort und der Bequemlichkeit verschrieben hat, tun wir alles, um sie zu meiden.

Wissenschaftsjournalist Bas Kast, Bestsellerautor von »Der Ernährungskompass«, plädiert in seinem neuen Buch dafür, das Unbequeme nicht als Zumutung, sondern als Chance zu begreifen. Er ist überzeugt: Es lohnt sich, der Bequemlichkeitsfalle zu entkommen und für eine größere Zufriedenheit in der Zukunft den Verzicht und die Anstrengung im Moment wertzuschätzen.

 

Das »Lob des Unbequemen. Wie ich lernte, die Eisbäder des Lebens zu genießen« von Bas Kast ist am 15. Oktober bei C.Bertelsmann erschienen.

 

Warum es sich lohnt, das Unbequeme nicht als Zumutung, sondern als Chance zu begreifen

In seinem neuen Buch geht Bestsellerautor Bas Kast der Frage nach, warum wir unangenehme Empfindungen wie Schmerz und Hunger, Konflikte und Stress am liebsten meiden – und was uns dadurch entgeht. Ob körperliches Training, Fasten, ehrliche Gespräche oder das Aushalten unbehaglicher Gefühle: »Lob des Unbequemen« ist eine Einladung, Anstrengung nicht länger als Feind zu betrachten, sondern als Verbündeten zu entdecken, an dem man persönlich wächst. Eine Ermutigung für alle, die mehr vom Leben erwarten als Bequemlichkeit und Instant-Glück.

 

 

Bas Kast, Jahrgang 1973, studierte Psychologie und Biologie in Konstanz, Bochum und Boston/USA. Er arbeitet als Wissenschaftsjournalist und Autor. Mit dem »Ernährungskompass« (2018, ausgezeichnet als »Wissensbuch des Jahres«), in dem Kast die gesicherten Erkenntnisse über eine gesunde Ernährung zusammengestellt hat, gelang ihm ein Riesenerfolg: eine Million verkaufte Exemplare und Übersetzungen in über 20 Sprachen. Wie man die wissenschaftlichen Ergebnisse alltagstauglich umsetzen kann, zeigt er in »Der Ernährungskompass. Das Kochbuch« (gemeinsam mit Michaela Baur, 2019). Zuletzt erschien von ihm (zusammen mit der Illustratorin Sofiya Usach) »Wenn du einen Traum hast«. Kast lebt mit seiner Familie in Berlin.

 

Bas Kast

Lob des Unbequemen

Wie ich lernte, die Eisbäder des Lebens zu genießen

 Hardcover, 80 Seiten

15,00 € (D), 15,50 € (A), CHF 21,50*, ,

Erschienen am 15.10.2025 bei C. Bertelsmann

Bas Kast: Lob des Unbequemen. Wie ich lernte, die Eisbäder des Lebens zu genießen

Eine Betrachtung von Gert Holle

Foto: C.Bertelsmann
Foto: C.Bertelsmann

 

C. Bertelsmann Verlag, 2025

 

In einer Zeit, in der vieles auf Bequemlichkeit, Effizienz und schnelle Erklärungen ausgerichtet ist, klingt ein Titel wie Lob des Unbequemen fast provokant. Was heißt es, das Schwierige zuzulassen – im Denken, im Glauben, im Leben? Für die Leserinnen und Leser von „WIR IM NETZ – Kultur und Glaube Aktuell“ könnte Bas Kasts neues Buch gerade deshalb von Interesse sein: Es berührt Fragen der Haltung, der Reifung und der inneren Freiheit, die weit über den Alltag hinausreichen.

 

Bas Kast, bekannt durch Bestseller wie Der Ernährungskompass und Kompass für die Seele, ist ein Autor, der wissenschaftliche Erkenntnis und existenzielles Fragen immer wieder miteinander ins Gespräch bringt. Sein neuer Essay geht jedoch einen anderen Weg. Lob des Unbequemen ist kein Ratgeber und keine populärwissenschaftliche Abhandlung – es ist eine Einladung zur Selbstprüfung. Kast schreibt darüber, wie er gelernt hat, die „Eisbäder des Lebens“ nicht zu meiden, sondern sie als Schule des Wachstums zu begreifen.

 

Das Buch ist schmal, der Ton leise, das Format beinahe meditativ. Manche Leserinnen und Leser könnten sich irritiert zeigen: Zu kurz, zu einfach, zu teuer. Doch gerade in dieser Reduktion liegt vielleicht ein Schlüssel zum Verständnis. Kast wagt es, Unfertigkeit stehen zu lassen. Er verweigert die schnelle Auflösung und schreibt stattdessen über das Ringen, das Innehalten, die Zumutung des Lebens.

 

Damit öffnet sich sein Text auch für eine geistliche Lesart: Wer sich dem Unbequemen stellt, erfährt etwas über Vertrauen, über Loslassen, über das Wachsen im Nichtwissen. Kast formuliert keine Glaubenssätze, aber er stellt Fragen, die sich an die Tiefe richten – dorthin, wo Denken und Glauben sich berühren.

 

So ist Lob des Unbequemen vielleicht kein Buch, das man verschlingt, sondern eines, das man nachklingen lässt. Ein kleines, stilles Plädoyer dafür, im Widerstand und Zweifel nicht den Feind, sondern den Lehrmeister zu erkennen.

 

 

Ein Essay, der nicht mit Erkenntnissen glänzt, sondern mit Haltung – und der dazu anregt, die Eisbäder des Lebens als Orte der Wandlung zu verstehen. - Gert Holle, Herausgeber und leitender Redakteur von "WIR IM NETZ - Kultur und Glaube Aktuell" / www.wirimnetz.net 


Autor: C.Bertelsmann; zusammengestellt von Gert Holle - 9.11.2025