Daniel Haas und Janosch Schobin über Einsamkeit und Beziehungen – Podcast „Kopfsalat“

28.02.2025

 

 

In zwei neuen Folgen des Podcasts „Kopfsalat“ von Freunde fürs Leben e.V. geht es um Einsamkeit und Beziehungen. Moderator Sven Haeusler spricht in der ersten Folge mit dem Journalisten Daniel Haas über die Bedeutung von Selbstakzeptanz im Umgang mit Einsamkeit und die Notwendigkeit, Veränderungen in Beziehungen zuzulassen. In der zweiten Folge ist der Soziologe Dr. Janosch Schobin zu Gast. Er gibt einen Einblick in die gesellschaftlichen Aspekte von Einsamkeit und einen Ausblick auf Lösungen gegen eine fortschreitende Vereinsamung.

Podcast „Kopfsalat“: Einsamkeit und Beziehungen

  • Journalist und Autor Daniel Haas über Einsamkeit, Schamgefühle und Selbstakzeptanz – zur Folge
  • Soziologie und Autor Janosch Schobin über Einsamkeit, sozialen Rückzug und Gemeinschaft  – zur Folge
  • Freunde fürs Leben Podcast „Kopfsalat“: zwei neue Folgen – jetzt auf frnd.de/kopfsalat

Journalist und Autor Daniel Haas über Einsamkeit, Schamgefühle und Selbstakzeptanz

Foto: Lea Sofia Fichtner
Foto: Lea Sofia Fichtner

In dieser Folge „Kopfsalat“ spricht Moderator Sven Haeusler mit dem Journalisten und Autor Daniel Haas über Einsamkeit und Beziehungen. Er beleuchtet, was ihn dazu bewegt hat, dem Thema Einsamkeit eine ganze Kolumne zu widmen und inwiefern ihm das Schreiben über seine persönlichen Erfahrungen guttut.

Im Gespräch erläutert der 58-Jährige ehrlich, welche Facetten das Gefühl von Einsamkeit für ihn hat. Er spricht von Sehnsucht, Scham, Ohnmacht und dem Gefühl, nicht verstanden oder gesehen zu werden. Trotz dieser oft schmerzhaften Erfahrung plädiert der Kolumnist dafür, sich selbst auch in schwierigen Momenten Akzeptanz entgegenzubringen und den Fokus auf die Dinge zu richten, für die man dankbar ist. 

Der Hamburger Autor betont, wie wichtig es ist, trotz möglicher Hemmnisse anderen Menschen gegenüber aufgeschlossen zu bleiben. Gehaltvolle und lebendige Beziehungen sind für Daniel Haas von großer Bedeutung, um seiner Einsamkeit etwas entgegenzusetzen. Dabei sei es wichtig, sich selbst und andere nicht auf bestimmte Rollen festzulegen, sondern Veränderungen in Beziehungen anzunehmen und das eigene Glück nicht von äußeren Faktoren abhängig zu machen: „Besitz, Prestige, Status sind nicht essenziell für ein gelungenes Leben, wenn ich das definiere als ein Verbundensein mit anderen Menschen.“

Soziologe und Autor Janosch Schobin über Einsamkeit, sozialen Rückzug und Gemeinschaft

Foto: Janosch Schobin
Foto: Janosch Schobin

In der zweiten Podcastfolge zum Thema Einsamkeit und Beziehungen beleuchtet der Soziologe und Autor Janosch Schobin die gesellschaftlichen Zusammenhänge von sozialer Isolation und Beziehungen und erläutert, warum Einsamkeit heute als eines der großen Probleme von Wohlstandsgesellschaften gilt.

Der Wissenschaftler beschreibt das Alleinsein als Raum für Reflexion, welches für das Funktionieren des Zusammenlebens enorm wichtig ist: „Man darf nicht vergessen, dass eine der größten Leistungen, die wir als Menschen erbringen müssen, das Soziale selbst ist.“ 

Der Einsamkeitsforscher erklärt, wodurch das heutige Verständnis von Einsamkeit geprägt wird. Zentral sind sowohl die normativen Bewertungen eigener sozialer Beziehungen als auch die Empfindung von Einsamkeit auf neuropsychologischer Ebene. Diese gleicht einem physischen Schmerz, der bei Betroffenen ein verstärktes Empfinden von sozialer Bedrohung hervorruft und zu mehr sozialem Rückzug führt. Daraus kann sich eine Art negative Spirale aus Einsamkeitsempfinden und Isolation entwickeln, die zu einer dauerhaften Vereinsamung führen und für Betroffene sogar ein gesundheitliches Risiko darstellen kann. 

Um der Vereinsamung entgegenzuwirken, braucht es laut Jakob Schobin strukturelle Lösungen. Er plädiert für ein grundlegendes gesellschaftliches Umdenken: „Wir müssen viel mehr verstehen, dass das Soziale eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Das Soziale ist immer ein geteiltes Gut. Man kann es nur zusammen haben, man kann es nur zusammen produzieren, man kann es nur zusammen genießen. Und dementsprechend ist es nichts, wofür irgendjemand einzeln verantwortlich sein kann, ob er ein soziales Umfeld hat oder nicht, sondern es ist eine Kollektivaufgabe.“



Über Kopfsalat
Der Freunde fürs Leben-Podcast Kopfsalat erscheint zweimal monatlich und ist auf frnd.de sowie auf den gängigen Podcast-Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify, Deezer und RTL+ abrufbar. Die Sonderedition Einsamkeit wird von der KKH Kaufmännische Krankenkasse gefördert. Der Moderator ist Filmemacher und Journalist Sven Haeusler.

Seit 2001 klärt der gemeinnützige Verein Freunde fürs Leben e.V. Jugendliche und junge Erwachsene über mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf. Denn durch gezielte Informationsvermittlung über Warnsignale, Hilfsadressen und Therapiemöglichkeiten ist Suizidprävention möglich.

 

 


Autor: Freunde fürs Leben; zusammengestellt von Gert Holle - 28.02.2025