2.04.2025
Die Zeit in Gottes Händen – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Licht des Glaubens
Die Vergangenheit kann eine warme Decke sein, die uns Geborgenheit gibt – oder ein unsichtbares Band, das uns fesselt. Wir erinnern uns an „die guten alten Zeiten“, an Kindheitsfreuden, an große Momente des Lebens. Doch oft verklären wir die Vergangenheit und vergessen, dass auch sie nicht frei von Sorgen, Herausforderungen und Fehlern war. Der Prediger Salomo mahnt uns bereits: „Sprich nicht: Wie kommt es, dass die früheren Tage besser waren als diese? Denn nicht aus Weisheit fragst du so.“ (Prediger 7,10)
Gleichzeitig fällt es uns oft schwer, die Gegenwart wirklich wertzuschätzen. Sie erscheint uns hektisch, herausfordernd und unvollkommen. Die Sehnsucht nach dem Gestern oder die Sorge um das Morgen nehmen uns den Blick für das Heute. Doch gerade hier, in diesem Moment, begegnet uns Gott. „Seht her, nun mache ich etwas Neues. Schon sprießt es, merkt ihr es nicht?“ (Jesaja 43,19). Die Gegenwart ist der Ort, an dem Gott handelt, in dem wir lieben, vergeben und wachsen können.
Und die Zukunft? Viele sehen ihr mit Angst entgegen – Klimawandel, gesellschaftliche Umbrüche, persönliche Unsicherheiten. Doch unser Glaube erinnert uns daran, dass die Zukunft nicht dunkel, sondern voller Hoffnung ist. Jesus selbst sagt: „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.“ (Matthäus 6,34). Gott führt uns weiter, über unsere Ängste hinaus, hinein in eine Zukunft, die er bereits in seinen Händen hält.
Ein neuer Blick auf die Zeit
Die Philosophie lehrt uns, dass Zeit eine Konstruktion unseres Geistes ist – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft existieren nicht unabhängig voneinander, sondern sind miteinander verwoben. Augustinus beschreibt es so: „Es gibt eigentlich nur drei Zeiten: Die Gegenwart der Vergangenheit (Erinnerung), die Gegenwart der Gegenwart (Anschauung) und die Gegenwart der Zukunft (Erwartung).“ Unser Glaube gibt diesem Gedanken eine tiefe Bedeutung: Gott ist Herr über alle Zeiten. Unser Leben ist nicht gefangen in der Nostalgie, der Unzufriedenheit oder der Angst – sondern es ist eingebettet in Gottes ewigen Plan.
Wenn wir lernen, die Vergangenheit als wertvolle Erfahrung zu sehen, die Gegenwart als Ort des Handelns zu begreifen und der Zukunft mit Hoffnung zu begegnen, dann öffnen wir uns für das Leben, das Gott uns schenkt.
Gebet
Herr, du bist der Anfang und das Ende, der Gott der Zeit und der Ewigkeit. Hilf uns, aus der Vergangenheit zu lernen, ohne in ihr stecken zu bleiben. Lass uns die Gegenwart als Geschenk erkennen und mit Liebe und Mut gestalten. Und schenke uns Vertrauen in die Zukunft, denn du gehst mit uns, jeden Tag. Amen.
Segen
Der Herr segne deine Erinnerungen und erfülle sie mit Dankbarkeit. Der Herr segne dein Heute und schenke dir Frieden. Der Herr segne deine Zukunft und lasse sie in seinem Licht erstrahlen. Amen.
It's Not Too Late
Chorus:
It's not too late to truly live,
Not too late to learn, to give,
Not too late to mend what’s torn,
Not too late to change the course we’re on.
Verse 1:
The past walks with us through the years,
We talk of days that felt so bright,
Holding on to joys and fears,
Afraid to step into new light.
We cherish things that once felt right,
No matter if they still belong – we play a tune from yesterday’s song.
Verse 2:
We tell ourselves how great it was,
Comparing now to days long gone,
Remembering heroes, childhood stars,
The dreams that once we built upon.
We chase a past that shaped our ways,
No matter if the story’s true – we paint it in a golden hue.
Chorus:
It's not too late to truly live,
Not too late to learn, to give,
Not too late to mend what’s torn,
Not too late to change the course we’re on.
Verse 3:
But can we let the past remain,
Without denying what’s ahead?
Embrace new roads, let go of chains,
With open hearts and hope instead.
We tell the tales of times before,
Yet now we look to days unknown – with courage as our stepping stone.
Chorus (Final):
It's not too late to truly live,
Not too late to learn, to give,
Not too late to heal, to grow,
Not too late to let the future flow.
(Lyrics & Music by Gert Holle - 2. April 2025)
Es ist nicht zu spät
Refrain:
Es ist nicht zu spät, um frei zu sein,
Nicht zu spät für Herz und Sein,
Nicht zu spät, die Wunden zu heilen,
Nicht zu spät, um neu zu verweilen.
Strophe 1:
Die Vergangenheit geht mit uns mit,
Wir reden von den alten Tagen,
Halten fest, was einst uns ritt,
Und fürchten Neues zu wagen.
Wir lieben, was mal richtig schien,
Ob’s noch passt, ist einerlei – wir singen Lieder längst vorbei.
Strophe 2:
Wir erzählen uns, wie schön es war,
Vergleichen heut mit gestern gern,
Erinnern Helden, Kindheitsstars,
Die alten Träume, ach so fern.
Wir jagen nach, was einst uns trieb,
Ob’s noch stimmt – wer weiß es schon? – wir färben alles in rosigem Ton.
Refrain:
Es ist nicht zu spät, um frei zu sein,
Nicht zu spät für Herz und Sein,
Nicht zu spät, die Wunden zu heilen,
Nicht zu spät, um neu zu verweilen.
Strophe 3:
Doch können wir das Alte lassen,
Ohne das Morgen zu verlieren?
Neue Wege mutig fassen,
Mit offenen Herzen navigieren.
Wir erzählen noch von einst,
Doch blicken wir nach vorn ins Licht – mit Hoffnung, die uns viel verspricht.
Refrain (Finale):
Es ist nicht zu spät, um frei zu sein,
Nicht zu spät für Herz und Sein,
Nicht zu spät, um neu zu gehen,
Nicht zu spät, die Welt zu sehen.
Autor: Gert Holle - 2.04.2025