2.04.2025
(München/acn) - Der melkitisch griechisch-katholische Erzbischof von Homs, Jean Abdo Arbach, hat die internationale Gemeinschaft gebeten, die Sanktionen gegen sein Land aufzuheben. Erste Lockerungen nach dem Machtwechsel hatte die EU Ende Februar beschlossen. „Die Sanktionen beeinträchtigen unser Land, das sich in einer fragilen Lage befindet, nach wie vor sehr“, sagte Arbach gegenüber dem weltweiten katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN).
Auch nach dem Sturz des Assad-Regimes und der Installation einer neuen Übergangsregierung unter Ahmed al-Scharaa seien viele Christen skeptisch: „Sie sehen keine Zukunft und wollen weg.“ Die Massaker in Westsyrien Anfang März mit schätzungsweise über 1000 Todesopfern hätten die Ängste noch verstärkt: „Wir wollen kein weiteres Blutvergießen“, betonte der Erzbischof. „14 Jahre Bürgerkrieg sind genug. Wir brauchen Einheit und Versöhnung und keinen weiteren Konflikt.“
Für die Übergriffe werden Milizen aus dem Umfeld der islamistischen HTS verantwortlich gemacht, die auch den Sturz des Assad-Regimes angeführt hatte. Die Angriffe, denen mutmaßlich Attacken auf staatliche Sicherheitskräfte vorausgegangen waren, zielten vorrangig auf Alawiten. Dieser schiitischen Minderheit gehört auch der frühere Machthaber Bashar al-Assad an. Vereinzelt waren auch Christen und Angehörige anderer Minderheiten unter den Getöteten.
Menschen zerbrechen psychisch
In seiner Bischofsstadt Homs stellt Arbach fest, dass viele Menschen vereinsamten und psychische Auffälligkeiten zunähmen. Die Kirchen in Syrien versuchten weiter, ihre Hilfe aufrechtzuerhalten: „Wir unterstützen unsere Gläubigen in jeder Hinsicht: Wir zahlen Mietzuschüsse, versorgen sie mit Medikamenten und Kleidung und geben ihnen auch geistlichen Beistand.“
Ziel sei es, die Christen weiterhin zum Bleiben zu motivieren, sagte Arbach: „Ich ermutige die Menschen, abzuwarten, denn ohne Christen gibt es keine Zukunft für Syrien. Wir gehören seit dem ersten Jahrhundert zur Geschichte dieses Landes.“
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