Haiti: Bewaffnete Banden ermorden Ordensfrauen

Anarchie im Karibikstaat weitet sich aus

Erzbischof Max Leroy Mésidor, Erzbischof von Port-au-Prince (Haiti) © Erzbistum Port-au-Prince
Erzbischof Max Leroy Mésidor, Erzbischof von Port-au-Prince (Haiti) © Erzbistum Port-au-Prince

5.04.2025

 

(München/acn) - Bei einem Angriff bewaffneter Banden in der haitianischen Stadt Mirebalais sind zwei Ordensschwestern brutal ermordet worden. Wie das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mitteilte, waren die beiden Ordensfrauen zum Zeitpunkt eines Banditenüberfalls in der Stadt unterwegs und hatten Schutz in einem Haus gesucht. Dort wurden sie von den Angreifern entdeckt und zusammen mit weiteren Versteckten getötet. Der Vorfall ereignete sich am 31. März etwa 50 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Port-au-Prince.

 

Marco Mencaglia, Projektdirektor von „Kirche in Not“, kennt die Ordensgemeinschaft der Ermordeten durch seine Besuche in Haiti. Er ist daher tief bestürzt über den Tod von Schwester Evanette Onezaire und Schwester Jeanne Voltaire. Die zunehmende Gewalt im Karibikstaat beeinträchtige die Arbeit der Kirche im Land inzwischen massiv. „Wir beten für die Schwestern, die Familien und die Sicherheit der Ordensgemeinschaft“, erklärte Mencaglia. „Wir von ,Kirche in Not‘ bekräftigen unsere Unterstützung und Solidarität mit der haitianischen Kirche und rufen angesichts der eskalierenden Gewalt zum Gebet auf.“

Marco Mencaglia, Projektdirektor von „Kirche in Not“. © Kirche in Not
Marco Mencaglia, Projektdirektor von „Kirche in Not“. © Kirche in Not

 

 

„Haiti steht in Flammen“

Der Erzbischof von Port-au-Prince, Max Leroy Mésidor, berichtete in einer Nachricht an „Kirche in Not“, dass sich die Lage im Land „erheblich verschlechtert“ habe, denn die Gewalt durch bewaffnete Banden weite sich aus. „Hier in Haiti ist unsere Fastenzeit wahrhaftig ein Kreuzweg. Haiti steht in Flammen und wartet dringend auf Hilfe“, so der Erzbischof. In seinem Erzbistum seien derzeit 28 Pfarreien geschlossen, etwa 40 weitere arbeiteten aufgrund der Vorherrschaft der Banden in ihren Vierteln nur noch eingeschränkt. Die Priester seien zur Flucht gezwungen und suchten Zuflucht bei ihren Familien oder anderen Geistlichen. „Wir erleben einen der schlimmsten Momente in der Geschichte unseres Volkes“, so Erzbischof Mésidor.

 

In einem Brief an Ordensleute in Haiti, der „Kirche in Not“ vorliegt, zählte der Erzbischof weitere Konsequenzen der anhaltenden Gewalt auf: „Ordensgemeinschaften wurden vertrieben, viele ihrer Schulen sind geschlossen, alte und kranke Schwestern mussten mitten in der Nacht evakuiert werden. Kongregationen mussten ihre Pflegeheime aufgeben und haben keinen Ort, an dem sie kranke Schwestern aufnehmen können. Ich habe keine Worte, um zu beschreiben, was derzeit in Port-au-Prince geschieht. Es ist eine unfassbare Realität.“

„Kirche in Not“ appelliert an die internationale Gemeinschaft, die Kirche und das haitianische Volk in dieser Zeit der extremen Not nicht im Stich zu lassen, und ruft zum Gebet auf. 

 

Bitte unterstützen Sie die Arbeit der Kirche in Haiti mit Ihrer Spende – online unter: www.spendenhut.de oder auf folgendes Konto:

Empfänger: KIRCHE IN NOT

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Verwendungszweck: Haiti